Chinas Marco-Polo-Brücke Moment

Shinzo Abe hat in seiner vielbeachteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die aktuelle Situation in Ostasien mit 1914 verglichen. Seiner Aussage zufolge ähnelt das Verhältnis zwischen der VR China und Japan wohl der in Europa am Vorabend des Großen Krieges. Der Ministerpräsident Japans liegt falsch. Tatsächlich kann man die Situation eher mit der der 30er Jahre vergleichen

Marco Polo Brücke
Chinesische Truppen beim Verteidigen der Marco-Polo-Brücke.
Bild: gemeinfrei

 

Rückblick zur Zeit japanischen Hegemonialstrebens

Wenn Abe sich auf die Geschichte beruft, ist ihm vielleicht klar dass die Zeit der Julikrise und davor nicht der beste Vergleich zur aktuellen Situation in Asien ist. Vielmehr dürfte die Lage heute mit der der 1930er Jahre vergleichbar sein. Dort war allerdings Japan der Täter und China das Opfer.

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München im Südchinesischen Meer

Anfang Februar 2014 bezeichnet der philippinische Präsident Bengino Aquino III. die aktuelle Situation im Südchinesischen Meer als vergleichbar mit dem Münchner Abkommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Fällen als diese Analogie bemüht wurde, liegt er nicht mehr völlig falsch.

von Ministry of Information official photographer [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons
Neville Chamberlain wedelt stolz mit dem von Hitler unterschriebenen Vertrag. „Peace in our time“ versprach der britische Ministerpräsident. Tatsächlich dauerte es kaum ein Jahr bis der Zweite Weltkrieg ausbrach. Photo von Ministry of Information official photographer [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons

Auch wenn das Münchner Abkommen gern als Analogie für aktuelle Ereignisse genommen wird, völlig ungeachtet der Frage ob der Vergleich zutrifft, so scheint in Südostasien erstmals seit 1938 wieder annähernd eine vergleichbare Situation einzutreten.

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