Ukraine: Nennen wir es endlich Krieg und Invasion!

Es wird allerhöchste Zeit, Russlands Aktionen in der Ukraine als das zu beschreiben, was es ist: Eine Invasion!

Wie wir Dinge benennen bestimmt in erheblichem Maße, wie wir sie sehen. Wenn der Umsturz in der Ukraine als Putsch bezeichnet wird, ist dies zwar nach dem Duden klar falsch, die negative Konnotation des Wortes sorgt jedoch umgehend für eine Diskreditierung der Revolution. Entsprechend falsch ist es, Russlands Invasion beispielsweise als „Aufstand“ oder „Ukraine-Krise“ schönzureden.

Russischer T-72B3
Russischer T-72B3. Panzer dieses Typs wurden an die ukrainische Grenze verlegt. By Vitaly V. Kuzmin (http://vitalykuzmin.net/?q=node%2F510) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
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Aufstand oder Invasion? Kollaboration ist normal

In meinem letzten Blogartikel habe ich anhand Angaben von Russen und „Aufständischen“ selbst aufgeschlüsselt, dass nur 5-10% der „Aufständischen“ in der Ostukraine Einheimische sind. Tatsächlich dürfte die Zahl noch niedriger sein, weil schon aus Gründen der Propaganda Strelkov nie „nur 1.000 Kämpfer“ sagen würde, wenn es tatsächlich 1.000 wären. Die wirkliche Zahl dürfte niedriger liegen, dafür gibt es aber keine Beweise. Entscheidend ist jedoch, dass Strelkov selbst sagt, von 4,6 Millionen würden nur etwa 1.000 bereit sein zu kämpfen. Das sind stolze 0,000217 %. Vergleichen wir diese Zahlen einmal mit der Geschichte.

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Das sind keine Aufständischen oder Befreier, sondern Kollaborateure. Bild: PositiveSky via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

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Einschätzung der aktuellen Lage in der Ostukraine

Russland will aktuell nicht um jeden Preis in die Ostukraine einmarschieren, sonst hätte es nicht mittels Manöver und Verlegung eigener Kampfeinheiten an die Grenze die Ukraine zum zeitweiligen Abbruch ihrer Antiterror-Operation gebracht. In diesem Fall wäre es sinnvoller gewesen nichts zu machen und nach den ersten nennenswerten Opferzahlen unter den Separatisten eine „Friedensmission“ nach Abchasischem und Südossetischem Vorbild zu starten.

Russischer T-72B3
Russischer T-72B3. Panzer dieses Typs wurden an die ukrainische Grenze verlegt. By Vitaly V. Kuzmin (http://vitalykuzmin.net/?q=node%2F510) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Vielmehr dürfte Russland klar sein, dass die Ukraine als treuer Freund und Verbündeter nach der Annexion der Krim auf lange Zeit verloren ist. Nun geht es Russland wohl eher darum, dass die Ukraine sich eben jetzt nicht vollends gen Westen orientiert und gleichzeitig als Machtfaktor möglichst ausgeschaltet wird. „Einschätzung der aktuellen Lage in der Ostukraine“ weiterlesen

Sender Gleiwitz in der Ostukraine

Hitler-Vergleiche sollten möglichst sparsam genutzt werden, da sie bei inflatioinärem Gebrauch indirekt das 3. Reich verharmlosen. Das ändert jedoch nichts daran, dass die russischen Aktionen in der Ostukraine manchen Beobachter mit ungläubig geöffnetem Mund dastehen lassen und Erinnerungen an die späten 30er Jahre wecken. Putin ist auf dem besten Weg den nächsten Krieg, zu provozieren – und die Welt sieht zu.

Russischer Speznaz-Soldat
Unter den Fotobeweisen ist auch dieser russische Speznas-Soldat, erkennbar an dem Abzeichen am Arm. Das Bild mit dem Abzeichen ist 2008 in Georgien aufgenommen worden, Auf den beiden rechten Fotos ist er 2014 in den ostukrainischen Städten Kramatorsk und Slowyansk zu erkennen.

Wo ist noch der Unterschied zu 1938/39?

In zunehmendem Maße stellt sich die Frage, wo noch die Unterschiede zwischen 1938 und 1939 sind. Wie die Tschechoslowakei wurde auch die Ukraine übers Ohr gehauen, nur dass sie dieses Mal mit am Tisch sitzen durfte – was freilich keinen Unterschied machte. Wie seinerseits Hitler, kümmert sich Putin einen Dreck um die schriftliche Vereinbarung, die „Peace in our time“ sichern sollte. Vielmehr hat Russland die Verhandlungen bezüglich der Ukraine wohl nur geführt, um Zeit zu gewinnen. Zeit, in der es keine weiteren Sanktionen geben wird, während einerseits die Separatisten ihre Position in der Ostukraine verfestigen konnten, während die ukrainische Regierung ihre Militäraktion gestoppt hat. Dies erinnert an die viele Jahre dauernden 5+1 Verhandlungen, wo Russland in erster Reihe sitzend lernen konnte, wie Verhandlungen mit dem Westen wunderbar Zeit kaufen können.

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Warum Russland doch nicht in der Ostukraine einfallen könnte

Ich war gestern etwas vorschnell. Das angebliche Ultimatum passte in das Bild einer Salami-Taktik und die vorhandenen Aussagen machten einen Einmarsch in der Ostukraine durchaus möglich. Auch wenn ich bei der Grundaussage bleibe, dass die Übernahme der Krim nicht Russlands letzte Militäraktion sein wird und Russlands Nachbarn „disziplinieren“ soll und wird, was inzwischen auch die WELT schreibt, so scheint eine Invasion der Ostukraine doch unwahrscheinlich.

Ethnische Russen in der Ukraine
Anteil der ethnisch russischen Bevölkerung in der Ukraine beim Zensus von 2001. Via Wikimedia CC-BY-SA 2.5 by Kuban Kazak

Putin erklärt es bestehe aktuell keine Notwendigkeit für Truppen in der Ukraine

Wie der FOCUS berichtet, hat der russische Präsident auf einer PK erklärt, aktuell bestehe keine Notwendigkeit für Truppen in der Ukraine. Wichtig ist hierbei das Wort „aktuell“, es passt aber zu dem, was man ansonsten findet:

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