Nein, Obama hat nicht „zugegeben, dass Amerika in der Ukraine geputscht hat.“

Es ist passiert. „Obama bestätigt US-geführten Putsch in Kiew„, so lässt sich im Internet lesen und so wird mir nun fast schon im Minutentakt geschrieben. Verwiesen wird dabei immer wieder auf einen „Nutzerbeitrag“ (!) auf der Homepage des linken Magazins der Freitag.

Der Autor „Hans Springstein“ nennt freundlicherweise die Quelle seiner Aussage: ein Interview von Obama auf CNN.

 

Aushandeln ist nicht putschen

Obamas führt im Wortlaut dies aus:

And as a consequence, Russia’s economy was growing, they had to the opportunity to begin diversifying their economy, their relations across Europe and around the world were sound, they joined the WTO with assistance from us. And since Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine – not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine – since that time, this improvisation that he’s been doing has getting – has gotten him deeper and deeper into a situation that is a violation of international law, that violates the integrity, territorial integrity and sovereignty of Ukraine, has isolated Russia diplomatically, has made Europe wary of doing business with Russia, has allowed the imposition of sanctions that are crippling Russia’s economy at a time when their oil revenues are dropping.

Im hervorgehobenen Teils heißt es:

Und seitdem Herr Putin diese Entscheidung um die Krim und die Ukraine getroffen hat – nicht wegen einer großen Strategie, sondern weil er im Prinzip von den Protesten auf dem Maidan und der darauf folgenden Flucht Janukowytschs überrascht wurde, nachdem wir einen Deal zur Übertragung der Macht ausgehandelt hatten.

Das entscheidende Wort ist „brokered„. Es heißt auf Deutsch: „vermitteln“, bzw. „to broker something“ heißt: „etwas aushandeln“.

Wenig überraschend gab es tatsächlich Verhandlungen. Um das herauszufinden braucht man keinen Aluhut, sondern nur Google. Dann findet man beispielsweise:

Am Donnerstagabend hatte Ukraines Präsident Janukowitsch Neuwahlen angeboten, die noch heuer stattfinden sollen. Binnen zehn Tagen soll eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet werden.

Eine Regierung der Nationalen Einheit wird im Normalfall aus allen Parteien im Parlament gebildet. Entsprechend wäre dies eine Übertragung der Macht. Weg von der Partei der Regionen hin zu allen Parteien.

Darüber hinaus wurde dann am 21. Februar 2014 die „Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine“ unterzeichnet. In der damit wieder einzuführenden Verfassung von 2004 wäre die Machtfülle des Präsidenten erheblich beschnitten worden.

Wie daraus ein „Obama bestätigt US-geführten Putsch in Kiew“ wird, erschließt sich mir nicht. Aber ich glaube eben auch nicht an Grüne Männchen im Donbas, sondern weiß, dass T-72B3 und BPM-97 nur in Russland zu bekommen sind, nicht in lokalen Geschäften.

Ist es wirklich zuviel verlangt, einfach mal bei so einer so obskuren Meldung die Quelle ausfindig zu machen und sich dann gegebenenfalls Übersetzungshilfe zu suchen?

 

Im Übrigen enttarnt sich jeder selbst, der von einem „Putsch“ spricht. Er beweist, dass er an Fakten nicht das geringste Interesse hat und daher bewusst ein falsches Wort nutzt, wegen seiner negativen Konnotierung. Die einzige Alternative ist, dass er zu blöd ist.

Richtig wäre nämlich die Bezeichnung als Revolution.

USA: Die größte Bedrohung für den Weltfrieden

Putins Propaganda-Sender RT Deutsch hat in einer Sendung die USA als größte Bedrohung des Weltfriedens bezeichnet und war überrascht, auf der Straße in Berlin weitaus mehr zu finden, die Russland als Bedrohung ansahen. In Erwartung dass in der Umfrage von 2014 Russland prominenter genannt werden wird, sagen die Journalistendarsteller, dass die „Medien der Atlantikbrücke“ wohl ganze Arbeit geleistet haben wird, um Russland als Gefahr darzustellen. Dass Russland wieder einmal ein Nachbarland überfallen hat,  hat damit natürlich nichts zu tun. Auch nicht, dass dank Russland die Friedensordnung der Nachkriegszeit passe ist. Nein, die Medien werden Schuld haben!

 

Die USA sind tatsächlich die größte Bedrohung für den Weltfrieden

Allerdings hat Russlands Propagandasender tatsächlich Recht, wenngleich auch unfreiwillig. Die USA sind aktuell tatsächlich die größte Bedrohung für den Weltfrieden, allerdings in anderer Art und Weise als durch RT Deutsch insinuiert wird.

Der Grund liegt vielmehr darin, dass der schlechteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten all das leichtfertig zerstört hat, was die Welt seit dem Ende des Kalten Krieges merklich sicherer gemacht hat.

Reden gut ablesen zu können, macht keinen guten guten Präsidenten. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. Foto: Jacopo Werther
Reden gut ablesen zu können, macht keinen guten guten Präsidenten.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. Foto: Jacopo Werther

Der viel gescholtene Weltpolizist USA hat in der Tat mit der entschlossenen militärischen Reaktion auf Saddam Husseins Versuch sich Kuwait 1990/1991 anzueignen der Weltgemeinschaft eine deutliche Nachricht geschickt. „Wer glaubt Nachbarländer erobern zu können, muss damit rechnen, dass die amerikanische Militärmacht seine Streitkräfte zerschlägt.“

Das entschlossene Auftreten des republikanischen Präsidenten George H. W. Bush legte das Fundament. Die rasche und fast ohne eigene Verluste ablaufende Zerschlagung der irakischen Armee war ein Schock für das selbstbewusste chinesische Militär, das in seinem Aufbau wie die irakischen Streitkräfte vor allem auf Masse gesetzt hatte.

So konnte der Nachfolger des 41. Präsidenten, der Demokrat Bill Clinton, mit gerade einmal zwei amerikanischen Flugzeugträgern die Taiwankrise 1995/96 entscheiden und den militärischen Druck Rotchinas auf Nationalchina (Republik China oder Taiwan) abfangen und die Volksrepublik zur Aufgabe zwingen.

Die 1991 als extrem überlegen bewiesene militärische Macht der USA verhinderte so nicht nur 1995/96 einen Krieg zwischen den beiden chinesischen Staaten und sicherte so die Freiheit von 23 Millionen Chinesen auf der früher einmal Formosa genannten Insel Taiwan, sie verhinderte auch viele weitere militärische Konflikte, die nie in den Medien auftauchten. Sie tauchten nie auf, weil das Demonstrieren der Entschlossenheit der USA dafür sorgte, dass die entsprechenden Machthaber eventuell angedachte militärische Abenteuer nie auch nur versuchten. Die wahrscheinlich scheinende oder vielleicht sogar sicherer militärische Antwort der USA auf eine Aggression wirkte zuverlässig abschreckend.

Ohne hier ein neues Fass aufnachen zu wollen – dass der libysche Diktator Gaddafi sein Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ausgerechnet 2003 freiwillig offen legte und aufgab, ist kein Zufall. Dass das Regime, das jahrzehntelang staatlichen Terrorismus betrieb, nicht an Massenvernichtungswaffen kam, lag unzweifelhaft an der im gleichen Jahr erfolgten Invasion des Iraks, die mit einem Entwicklungsprogramm für Massenvernichtungswaffen der dortigen Diktatur begründet wurde.

Inzwischen ist jedoch ein Präsident im Amt, der glaubt eine Außenpolitik der USA funktioniere völlig ohne militärischen Druck. Ein Präsident, der große Angst hat seine Streitkräfte zu verwenden, weshalb sogar die Kommandoaktion zur Ergreifung oder Tötung von Osama bin Laden monatelang nicht durchgeführt wurde.

Ein Präsident, der Rote Linien zieht, dem dann aber der Mumm fehlt sie durchzusetzen. Diese Angst vor der eigenen Macht hat sich inzwischen viele Male bewiesen. Dass beispielsweise die gegenüber Assad geäußerte Rote Linie eines Einsatzes von Chemiewaffen folgenlos überschritten wurde, hatte unmittelbare Folgen.

Erschreckend deutlich wurde die Glaubwürdigkeit roter Linien durch Obama bei der Krim-Krise. Am 28. Februar 2014 warnte Obama “There will be costs for any military intervention in Ukraine“, also “Für eine militärische Intervention in der Ukraine wird ein [schmerzhafter] Preis zu zahlen sein.” Am nächsten morgen hatten russische Truppen interveniert.

Indem die einzige Macht, die in der Lage ist Diktatoren und Aggressoren weltweit in den Arm zu fallen, sich offensichtlich weigert dies zu tun, wird die Welt ein unsicherer Ort. Weltweit werden sich nun die Potentaten ermutigt sehen, die unzähligen existierenden territorialen Konflikte militärisch zu lösen. Wenn die USA ihnen nicht in den Arm fällt, ist niemand sonst dazu willens oder in der Lage.

Damit wird die USA zur größten Bedrohung für den Weltfrieden.

 

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Rote Linien im Sand

die ich gestern noch fand, hat die Flut mitgenommen… So könnte Howard Carpendales bekanntes Lied heute lauten. Indem Obama seine Roten Linien ständig neu zieht und nicht zu seinem Wort steht, macht er die Welt unsicherer.

Karikaturisten sind voll der Häme ob Obamas lächerlicher Rote-Linien Politik. Foto: Screenshot Google Suche
Karikaturisten sind voll der Häme ob Obamas lächerlicher Rote-Linien Politik. Foto: Screenshot Google Suche

Rote Linien funktionieren nur, wenn man sich daran hält

2012 hatte Obama erklärt:

„We have been very clear to the Assad regime, but also to other players on the ground, that a red line for us is we start seeing a whole bunch of chemical weapons moving around or being utilized,“ the president said. „That would change my calculus. That would change my equation.“

Als in Syrien dann der Einsatz von Chemiewaffen gegen Aufständische und die Bevölkerung erfolgte, zögerte er und ließ sich schließlich von Wladimir Putin dazu bewegen, auf einen Militärschlag zu verzichten, wenn das syrische Regime seine Bestände der Vernichtung zuführt.

„Rote Linien im Sand“ weiterlesen

The end of old America

Barack Hussein Obama’s reelection seems to have assured the end of the old USA. A coalition of people, characterized by Bill O’Riley with the sticky “they want stuff”, has reelected the most socialist president in US history. The president, known for his wish to “spread the wealth” has already changed the country in a way that seemed irreversible. Without a wonder, the path to a welfare state of European model seems sure.

Fiscal policy as a road to socialism
In accordance with his believe in Keynes‘ fiscal policies, Obama tried to end the recession with a spending spree. As this policy was paid for by debt, the US faces a interest payments as a significant part in their budget already.
But spent money has to be earned, too. If not today, then someone in the future, including interest. Moreover, every dollar spent gives the government power over the person receiving it as well as over the person it is taken from.
Part of the spending was the increase of the state sector in the economy and the increase of welfare programs. But every beneficiary of this “free stuff”, no matter whether it is social security, food stamps or salary for government employment will never vote for a decrease of the government sector or the abolishment of social welfare programs. As all those people still got their vote, they are an ever increasing force in future elections. Politicians on the other hand know quite well that the votes of those folks can be bought by an increase in their apanage. They also know, that a deliberate increase of that caste will bring them further votes. Through his reelection, Obama has gained four more years to increase the number of direct government beneficiaries. The immediate consequence is, that the Republicans, being more interested in austerity, will have an ever harder time to gain a majority in future elections. But to roll back the current development, a decrease in aid money and a decrease of the government sector is necessary.
With the described shift in the population and an ever increasing caste of beneficiaries of government money, retaking the office of the president in 2016 will only work if the republican candidate by than also runs with a “social program”, promising the decribed caste at least no decrease in their subsidies.
From that point of view, the change of the American political society into a welfare state alike those in Europe seems to be a fixed deal.

Obama’s “the best is yet to come” sounds like a terrible threat in that regard.

Bengazigate – Failure in Chief Obama

Als am 11. September das amerikanische Konsulat in Bengasi (engl. Bengazi) angegriffen wurde, starben neben dem Botschafter für Libyen auch drei weitere Amerikaner. Zwei Wochen lang versuchte der US-Präsident den Angriff als spontanen Protest gegen einen Film zu verkaufen, bis er endlich zugab, dass es tatsächlich ein Terroranschlag war.
Inzwischen entwickelt sich das Ganze zu einem Skandal, den John McCain als “worst cover-up I have seen in my lifetime” bezeichnet.

Obama-Administration log von Anfang an.
Als sich der Rauch über den zwei angegriffenen Anlagen in Bengasi noch nicht verzogen hatte, gab Obama eine Erklärung an die Presse. Er erklärte, der Angriff sein ein Protest gegen den in Kalifornien gedrehten Film. Tatsächlich ist inzwischen bekannt, dass nur zwei Stunden nach Beginn des Angriffs – zu diesem Zeitpunkt fanden noch stundenlang Gefechte statt – bereits eine Email mit einem Bekennerschreiben einer radikalislamischen Organisation eingegangen war. Zwei Wochen lang log Obama, während sich Hillary Clinton nicht zu schade war, dem Vater eines Der Opfer zu sagen: “Wir werden den Macher des Films verfolgen und einsperren”, ohne die Mörder seines Sohnes mit einem Wort zu erwähnen.

Führung verweigert Hilfe für das Konsulat
Inzwischen kommen mehr und mehr Details ans Licht. Schon wenige Minuten nach Beginn des Angriffs um 21:40 Uhr Ortszeit bat der ex-SEAL Tyrone Woods, der sich in einem CIA-Safehouse 2km vom Konsulat entfernt aufhielt, seine Vorgesetzten um die Erlaubnis mit seinem Team den Angegriffenen zu Hilfe kommen zu dürfen. Dies wurde ihm nicht gestattet.
Das Konsulat wurde unterdessen aus mehreren Richtungen gestürmt, die nur sechs Sicherheitsbeamten waren völlig überfordert und zogen sich mit dem Botschafter rasch in einen Sicherheitsraum zurück. Dort konnten die Angreifer sie zwar nicht erreichen, sie verteilten jedoch Kraftstoff und zündeten das Gelände an. In der Folge kam der Botschafter mit einem seiner Mitarbeiter wegen Rauchvergiftung ums Leben.
Einige Zeit später bat Woods erneut darum, helfen zu dürfen. Wieder wurde es ihm verweigert, diesmal ignorierte er allerdings seine Befehle. Auf eigene Faust schlug er sich unter Missachtung seiner Befehle zum Konsulat durch, wo er mit seinem Team die Überlebenden rettete. Für Botschafter Stevens kam er jedoch zu spät. Hätte man ihm umgehend die Erlaubnis gegeben zur Hilfe zu eilen, wäre es möglicherweise anders ausgegangen.

Weitere Angriffe folgen auf die CIA-Einrichtung
Woods Team schlug sich zusammen mit den Überlebenden zum CIA-Safehouse durch. Auf dem Weg dahin wurden sie angegriffen, konnten sich aber mit zwei platten Reifen durchschlagen. Auf dem Gelände stießen acht Sicherheitsleute zu ihnen, die inzwischen aus Tripolis eingeflogen wurden. Das 400 Meilen entfernte Tripolis schickte selbständig die Verstärkung, die es entbehren konnte, von den 480 Meilen entfernten Basen in Italien war jedoch bis dato kein Flugzeug gestartet.
Wenig später wurde das CIA-Gelände ebenfalls angegriffen. Tyrone Woods verteidigte das Gelände zusammen mit den anderen Sicherheitskräften. Dabei befand sich der ex-SEAL zusammen mit einem Kollegen auf dem Dach des Gebäudes und verteidigte die Anlage mit Maschinengewehren.
Von diesem Aussichtspunkt machten sie eine Mörserstellung aus, die von den Angreifern besetzt war. Sie hatten einen Laser bei sich, mit dem sie die Mörserstellung markierten und ein drittes Mal um Hilfe baten.
Erneut wurde ihnen die Hilfe verweigert. Selbst bei sehr pessimistischen Annahmen zur Bereitschaft der Einheiten auf den italienischen Basen hätten inzwischen jedoch längst F-16 und AC-130 über dem Gelände kreisen müssen. Da diesen jedoch keine entsprechenden Befehle gegeben wurden, blieben die Amerikaner auf dem CIA-Gelände weiterhin auf sich gestellt.

Mörserfeuer tötet weitere Amerikaner
Als der Mörser schließlich das Feuer eröffnete, zeigte er die genaue Vorbereitung der Angreifer. Nach nur einem Fehlschuss lag bereits die zweite Granate im Ziel. Sie, oder die folgende dritte Granate tötete Tyrone Woods und seinen Kameraden auf dem Dach. Die einzige Erklärung neben ausführlicher Vorbereitung kann nur eine enorme Erfahrung der Schützen sein, was für „empörte Demonstranten“ nicht gerade zu erwarten ist.
Entlastung kam dann endlich durch eine amerikafreundliche Miliz, die durch mit schweren Maschinengewehren bewaffneten Technicals die Lage entschärften. Hilfe von den starken amerikanischen Streitkräften der Region erfolgte zu keinem Zeitpunkt.

Der Präsident log – und das bewusst!
Möglicherweise um das offensichtliche Scheitern der US-Politik im Nahen Osten zu verschleiern entschied sich die US-Regierung dazu, die Angriffe in Bengasi auf den lächerlichen Film zu schieben. Im Prinzip wurde das Ganze zwei Wochen lang als eine Art aus dem Ruder gelaufenen Flashmob verkauft. Dabei lag bereits zwei Stunden nach Beginn der Angriffe eine Email von Ansar al-Sharia vor, die klar machte, dass die Terrororganisation die Angriffe klar geplant hatte. Auch das FBI wies in einem Briefing am nächsten Tag deutlich auf die terroristische Komponente des Angriffs hin. Dennoch erklärten sowohl der CIA-Chef Petraeus, wie auch Präsident Obama zwei Wochen lang, es seien nur spontane Reaktionen auf den Film gewesen. Obama stellte sich wenige Tage nach dem Angriff sogar vor die UN-Vollversammlung und wies in seiner Rede achtmal auf den Film hin.
All dies geschah, obwohl alle Beweise zu diesem Zeitpunkt vorlagen, dass es ein geplanter terroristischer Angriff war.

Wahlkampfgeld war wichtiger als die Sicherheit der eigenen Leute
Noch ist es unklar, was genau passiert ist. Es gibt inzwischen die Aussagen eines Oberstleutnants, dass Obama die Live-Feeds des Angriffs verfolgt habe. Die Entwicklung in Libyen war ihm jedoch so egal, dass er lieber zu einem Fundraiser in Las Vegas flog, um Geld für seinen Wahlkampf zu erlangen. Anschließend sei er schlafen gegangen.
Wenn man bedenkt, dass seine ureigene Aufgabe als CiC gerade die Verteidigung amerikanischen Lebens ist, schockiert diese Gleichgültigkeit umso mehr.

Hilfe wurde verweigert
Drei mal riefen die CIA-Leute vor Ort um Hilfe, drei mal wurde ihr Bitten ignoriert. Die Flugzeit für eine der AC-130 Spectre wäre wohl unter einer Stunde gelegen. Dennoch tauchte in sieben Stunden Gefechte nicht eine der Maschinen über Bengasi auf. Die F-16 hätten die Distanz gar wohl in unter einer halben Stunde bewältigen können, blieben jedoch ebenfalls am Boden.
Laut unbestätigten Gerüchten soll General Ham, der Oberbefehlshaber von AFRICOM unmittelbar nach Beginn des Angriffs auf das Konsulat eine Einsatzgruppe zusammen gestellt haben. Er bat um Erlaubnis, diese umgehend in Marsch zu setzen. Ihm wurde jedoch befohlen, nichts zu machen! Als er sich danach unmittelbar entschloss seine Befehle zu ignorieren um den Angegriffenen zu Hilfe zu eilen, soll er umgehend von seinem Stellvertreter von seinen Aufgaben entbunden worden sein. Überprüfbar ist das zum jetzigen Zeitpunkt nicht, nicht zuletzt weil die Akten und Unterlagen zu den Angriffen umgehend als „Top Secret“ eingestuft wurden.
Laut eigenen Aussagen hat General Ham übrigens keine Anfrage erhalten zu helfen.

Medien schweigen weitgehend
Erschreckend dabei ist, dass ein guter Teil der US-Medien die Ereignisse weitgehend ignoriert. Während der Skandal bei FOX-News auch während des Hurricane Sandy ein Hauptthema bleibt und der Sender ständig weiter recherchiert, bleiben die „Mainstream-Medien“ stumm. Da ich davon ausgehe, dass auch in Deutschland niemand über diesen unglaublichen Skandal berichtet, habe ich diese Zusammenfassung geschrieben.

Die Verteidigung der US-Anlagen wurde trotz Angriffen geschwächt, nicht verstärkt!
Der Skandal über den Angriff selber ist oben nach aktuellem Stand geschildert, Nicht vergessen werden darf jedoch, dass in den sechs Monaten vor dem Angriff mehr als 30 Mann aus dem Sicherheitspersonal aus Libyen abgezogen wurde. Dies geschah, obwohl die Botschaft vor Ort mehrfach um eine Verstärkung der Sicherheit gebeten hat. Schon im Sommer gab es einen Bombenanschlag auf die Botschaft, wo die Außenmauer durchbrochen wurde. Auch soll die Libysche Regierung den USA mitgeteilt haben, dass sie die Kontrolle über die Kyrenaika verloren habe! Statt die Verteidigung zu verstärken wurde sie jedoch durch Obama geschwächt.

Romney bleibt staatsmännisch
Erstaunlich bleibt dabei, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat den Skandal nicht aufgreift. Offensichtlich hat man sich im Lager der GOP dazu entschieden, staatsmännisch zu bleiben und keinen Wahlkampf auf dem Rücken toter Landsleute zu machen. Damit beweist Romney die Souveränität, die sein Konkurrent im Zusammenhang mit der Tötung Osama bin-Ladens so unheimlich vermissen ließ.

Über die Dritte Fernsehdebatte von der Wahlfront

Als sich am 22. Oktober um 9 Uhr Ortszeit die beiden wichtigsten Bewerber für die US-Präsidentschaft zur dritten und letzten Fernsehdebatte trafen, ging es formal um die Außenpolitik.

Zuschauerreaktionen von CNN visualisiert
Zusammen mit einem Republikaner aus North Carolina habe ich dabei die Debatte auf CNN angesehen. Interessant dabei war, dass CNN sich 39 „unentschiedene Wähler“ gesucht hatte, die sie mit einem Gerät ausgestattet hat. Dieses Gerät ermöglichte den ausgesuchten Zusehern ihre Zustimmung oder Ablehnung gegenüber den gerade getätigten Aussagen zu visualisieren. Ob die Zuseher tatsächlich unabhängig waren, war natürlich auch für CNN nicht nachvollziehbar. Die permanent eingeblendete Skala mit den Bewertungen der ausgewählten Frauen und Männer war jedoch sehr aufschlussreich.

Aktion ist Trumpf, Angriffe sind schlecht
Es war wirklich hoch interessant, wie die ausgewählten Betrachter die Debatte live mitbewerteten. Immer, wenn Obama von Aktion sprach, ging die Zustimmung hoch. Wenn er Romney anging stürzten die Kurven umgehend ab. Bei Romney war das Gleiche zu beobachten. Da Obama ungleich aggressiver war, dürfte die Debatte zumindest unterbewusst keineswegs so klar für Obama ausgegangen sein, wie man es bei der objektiven Beachtung durchaus bewerten musste.

Außenpolitische Routine ist nicht zu ignorieren
Man kommt nicht umhin, Obama bei seinen Formulierungen, unabhängig vom Inhalt, eine größere Souveränität zuzugestehen. Verglichen mit dem Kandidaten von vor vier Jahren zeigt sich eigentlich nur, wie wichtig es ist, wenn man vernünftige Berater hat und von den schlausten Köpfen des Landes informiert wird. Obama war seinerzeit der harmlose Community-Organizer, der von Außenpolitik keinerlei Ahnung hatte. Seinen naiven Ansatz hat er umgesetzt, die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten ist entsprechend vernichtend.
Allerdings wird die US-Wahl nicht über die Frage einer perfekten Außenpolitik entschieden, sondern über die Innenpolitik. Ein informierter Wähler sollte also wohl eher nach den moralischen und ideologischen Prämissen wählen, denn nach der aktuellen Kenntnis.

Wie viel sagt der Graph tatsächlich aus?
Wann immer der Opponent angesprochen wird sinkt die Zustimmung auf CNN. Die tatsächliche Aussagekraft dürfte jedoch fraglich sein. So ist auch die Mehrheit in Umfragen einig in der Aussage, dass negative Werbung über den Opponenten ihnen nicht gefällt. Gleichzeitig ist jedoch auch belegt, dass gerade die negativen Argumente über den Gegner hängen bleiben. Entsprechend zeigt Obamas Verhalten zwar seine Defensive, ja vielleicht sogar seine Panik, schlecht muss es deswegen aber noch lange nicht sein!.
Auch die Umfragen sind wohl nur zu einem gewissen Grad hilfreich. So stimmten bei der, wie oft betont wurde, wissenschaftlichen CNN Debatte tatsächlich 21% für einen aggressiveren Romney. Dabei kann es keine Frage sein. Obama war enorm aggressiv und Romney schien sich ganz bewusst zurück zu halten. Wie 21% das anders sehen konnten ist ein Rätsel.