Öffentlich-Rechtliche Propagandaschau

Am 15.12.2014 berichtete Deutschlands wohl meistgesehene Nachrichtensendung, die „Tagesschau“, über die „Pegida“-Demonstration in Dresden. Während man von einem öffentlich-rechtlichen Medium vielleicht Neutralität erwarten könnte, zeigte sich eine Propagandaschau von erstklassiger Güte.

Screenshot tagesschau.de, abgerufen am 16.12.2014
Ob „Information“ hier die richtige Bezeichnung ist? Screenshot tagesschau.de, abgerufen am 16.12.2014

 

Der erste Satz: Verkleinerung der Teilnehmerzahl, Wertung des Anliegens.

Schon im ersten Satz beginnt Judith Rakers mit dem, was folgen wird.

In Dresden haben sich erneut mehrere Tausend Menschen versammelt, um gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren.

Schon die Zahlenangabe ist klar falsch. „Mehrere Tausend“ sind wie viele? Drei- bis Fünftausend? Tatsächlich waren es 15.000 Demonstranten. Warum wird hier dem Zuschauer gegenüber vermittelt, dass die Zahl deutlich kleiner war?  Wenn man keine genauen Zahlen nennen möchte, warum wurde dann nicht „Weit über Zehntausend“ gesagt?

Doch auch um einem den Blutdruck jedoch gleich in die Höhe zu treiben, dient der erste Satz. So lässt sich die Tagesschau-Sprecherin darüber aus, dass die Islamisierung des Abendlandes „angeblich“ sei. Nun ist bekannt, dass man wohl in Dresden Probleme haben dürfte, überhaupt Muslime zu finden. Als was genau man eine „Islamisierung“ bezeichnen will, darüber kann man sicherlich debattieren. Ist es das Stellen einer Mehrheit der Bevölkerung oder die Einführung von islamischem Unterricht?

Doch hierum geht es schlicht nicht. Eine Kommentierung ob das, wogegen demonstriert wird berechtigt ist oder nicht, hat in einer Nachricht schlicht nichts zu suchen. Erst Recht nicht ohne Belege.  Man stelle sich nur einmal vor, die Tagesschau würde berichten: „Hat Verdi zu Warnstreiks aufgerufen, weil Amazon-Angestellte angeblich zu wenig verdienen.“ Oder vielleicht: „“Gab es bundesweite Demonstrationen für ein Verbot von Waffenexporten, weil diese angeblich die Welt unsicherer machen.“ Oder wie wäre es mit: „Erklärten die Demonstrationsteilnehmer unter Beteiligung von fünf MdB, dass angeblich ein Mindestlohn in Deutschland nötig wäre.“

Verstehen Sie worauf ich hinaus will? Es ist eine unerträgliche und unpassende Wertung, die in angeblichen Nachrichten und angeblich neutraler Berichterstattung nichts zu suchen hat. Sie kann Teil eines Essays sein. Sie kann in einem Kommentar vorkommen. In Nachrichten hat es jedoch nichts zu suchen. Hätte man in Nachrichten werten wollen, wäre eine Nennung von Fakten möglich gewesen. Ein wunderbarer Seitenhieb wäre gewesen, wenn die Sprecherin einfach wahrheitsgemäß gesagt hätte: „In Dresden, in dem es einen Bevölkerungsanteil von 0,1% Muslimen gibt, haben heute 15.000 Menschen gegen die Islamisierung des Abendlandes demonstriert.“ Das hätte die Demonstration in einen vielsagenden Kontext gesetzt, ohne Propaganda zu fabrizieren.

 

Der zweite Satz: Schüren von Empörung

„Die sogenannte Pegida-Bewegung will sich dabei die Tradition der Montagsdemonstrationen aneignen.“

Montagsdemonstrationen finden zu allen möglichen Themen an. Ob gegen S-21, jeden (ersten?) Montag in Stuttgart, oder die „Montagsspaziergänge“ in Würzburg. Ob die „Wahnmachen“, bei denen Aluhüte von Weltverschwörungen, Chemtrails und NATO-Verschwörungen fabulieren. Auch die LINKE demonstriert gerne Montags für oder gegen alles Mögliche, obwohl die Montagsdemonstration gegen genau diese Partei gerichtet waren und ihre Diktatur letztendlich mit erledigen geholfen haben.

Dies bei „Pegida“ zu nennen, dient im Kontext des Tenors der restlichen Meinung dem Schaffen von Empörung, zumal eine Definition von „aneignen“ nicht zuletzt „etwas widerrechtlich an sich nehmen“ lautet.

Was hat dieser Vorwurf in den Nachrichten zu tun, wenn er nicht gegenüber jeder Demonstration am Montag erhoben wird?

 

Der dritte Satz: Verzerren der Teilnehmerzahlen

Gleichzeitig findet auch eine Gegendemonstration mit mehreren tausend Teilnehmern statt.

Tatsächlich war die Beschreibung „mehrere Tausend“ hier zutreffend. Es waren 6.500 Teilnehmer. Angesichts der fast dreimal so vielen Teilnehmer bei Pegida, hätte eine seriöse Berichterstattung unterschiedliche Worte benutzt, wie oben vorgeschlagen. So aber wird insinuiert, dass beide Demonstrationen gleich stark besucht waren. Dies war nicht einmal im Ansatz der Fall!

 

Der fünfte Satz: Eine blanke Lüge

Die Pegida-Bewegung bekommt Verstärkung. Zwar sind heute einige Tausend weniger gekommen, dafür […]

Tatsache ist, die Teilnehmerzahl war von 10.000 auf 15.000 gewachsen! Hier wird der Zuseher dreist und offen belogen!

 

Schon mal von Reaktanz gehört?

Ich habe hier und an anderen Orten immer wieder die „etablierten Medien“ verteidigt, wenn es um Russland ging. ich weiß nicht, ob die Tagesschau inzwischen eine Korrektur gesendet hat, schon alleine weil ich keinerlei öffentlich-rechtliche Medien konsumiere. Was man sich dort aber geleistet hat, ist untragbar!

Angesichts solcher Sendungen werden die Demonstranten abfällig gesehen, wenn sie „Lügenpresse“ skandieren? Was, wenn nicht astreine „Lügenpresse“, war denn dieses Machwerk am 15.12.2014 um 20:00 Uhr?

Wenn Menschen ein Anliegen haben, wird pauschal von Hetze gesprochen, obwohl ich bislang keinen Beleg für tatsächliche Hetze gefunden habe – noch nicht einmal in der Tagesschau. Warum hat sie keine Bilder gezeigt, auf denen rechtsradikale oder gar rechtsextreme Parolen zu sehen waren? Wo sind die Bilder von Glatzen? Bei dem ersten Parteitag der AfD in Berlin war ein Mann mit Deutschland-Schärpe, der daraufhin in allen Medien zu sehen war. Wo sind hier diese auffälligen Demonstranten? 15.000 Menschen werden vom Innenminister zu einer „Schande für Deutschland“ erklärt. Pauschal.

Haben die Medienmacher und die Politik schon einmal von Reaktanz gehört? Drückt Menschen lange genug in eine Richtung und ein Teil von ihnen wird beginnen sich aus Prinzip dagegen zu stemmen, weil sie keine Lust haben sich zwingen zu lassen!

Was ist das für ein Land, in dem die selbsternannten Eliten derart mit vielen Tausend ihrer Bürger umgehen? Was erwarten sie, was diese dann machen? Ich habe bis heute nicht an einer Pegida-Demo teilgenommen und habe es auch weiterhin nicht vor. Mir sind einige der Personen in diesem Umfeld suspekt. Ich will mich als Liberaler nicht mit Menschen gemein machen, die politisch mit Sicherheit woanders stehen. Mit solcher Berichterstattung stellt man jedoch sicher, dass – dank Reaktanz – eine Menge Verständnis erzeugt wird!

 

Öffentlich-Rechtliche Propaganda

Alles was oben geschildert wird, ist nicht illegal, vermute ich zumindest. Es dürfte jedem denkbaren Maßstab für einen seriösen Journalismus widersprechen, aber Nachrichten mit Beeinflussung zu vertauschen ist nicht strafbar.

Dramatisch wird das Ganze jedoch dadurch, dass es in den öffentlich-rechtlichen Medien passiert ist. Die Medien, die mit über 8 Milliarden jährlich gemästet werden, um für die Bevölkerung eine neutrale Berichterstattung zu garantieren. Neutrale Berichterstattung, die, wie aufgezeigt, nicht einmal im Ansatz vorhanden war.

Während man eine Propagandashow bei einem privaten Fernsehsender nicht ansehen möchtet, stellt man den Fernseher ab oder schaltet um. Diese Sendung würde entsprechend von den Werbekunden wegen geringer Reichweite gemieden werden, doch die Tagesschau jedoch durch erpresstes Geld finanziert. Das Beste dabei ist, auch durch das von den Teilnehmern von Pegida abgepresste Geld. Sie dürfen also ihre eigene Diffamierung mitfinanzieren. Das ist schlicht untragbar!

 

Politische Korrektheit und fehlende Meinungsfreiheit

Wir leben weit entfernt von Meinungsfreiheit und ich halte es für den größten Witz der letzten Diskussion, dass man immer wieder sagt:, wer hätte denn mehr Meinungsfreiheit als Sarrazin gehabt. Das ist lächerlich. Zur Meinungsfreiheit gehört fundamental der Respekt vor Andersdenkenden und ich sehe nirgendwo auch nur den Ansatzpunkt eines Respekts vor dem, was andere, die nicht politisch korrekt denken, sagen und veröffentlichen. Und das fehlt unserer Diskussion dringend. Die Leute draußen merken das und ich kann es Ihnen voraussagen. Es werden immer mehr. Ich bin fest davon überzeugt, dass es eine Art Geschichtszeichen ist, dieses Buch von Sarrazin [Deutschland schafft sich ab]. Nicht weil es eine hohe Qualität hat, sondern weil es eine Auslöserfunktion hat. Die Leute lassen sich nicht länger für dumm verkaufen und sie lassen sich nicht länger zum Schweigen bringen. […] Das entscheidende ist, dass die Leute nicht mehr bereit sind, sich von der politischen Klasse und von besonders arroganten Jakobinern auch in den Feuilletons  den Mund verbieten zu lassen

Prof. Dr. Norbert Bolz bei Anne Will vor einigen Jahren.

Das ist jedoch das entscheidende Konzept der Politischen Korrektheit. Sie erzeugt Redeverbote, die Sie unter Androhung der gesellschaftlichen Ächtung durchzusetzen versucht. Das sehen wir gerade live in den Medien und durch die Politiker im Bezug auf Pegida.

Dabei ist dieses Dogma nicht nur eine Schande für eine aufgeklärte Demokratie und eine tatsächliche und effektive Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wer schon einmal in den USA mit Menschen diskutiert hat weiß, wie Meinungsfreiheit tatsächlich funktionieren kann.

Nein, diese Politische Korrektheit und die davon ausgehende Einschränkung der Meinungsfreiheit hat zwei gravierende Auswirkungen.

  1. Tatsächliche Probleme werden nicht benannt. Statt dass sie debattiert würden und im Rahmen einer Debatte nach einer Lösung gesucht würde, wird ein Mantel des Schweigens über Themen gelegt, der den Menschen am Herzen liegt. Nur vergessen viele der Menschen dieses Thema nicht, nur weil nicht offen abseits der „Stammtische“ darüber debattiert wird.
  2. Noch gravierender ist jedoch, dass vermeintliche Probleme nie erörtert werden und eben als solche enttarnt werden können – als nicht existent.

So aber züchtet man sich eine Schicht heran, die den eigenen Staat, die eigene Politik und die eigenen Medien als Feind ansieht, weil sie sich unmittelbar unterdrückt fühlen und die Meinungsfreiheit unmittelbar beschnitten sehen. So züchtet man sich Pegida heran. So züchtet man sich auch Menschen heran, die von diesem ganzen Staatssystem nichts mehr halten. Während bei Muslimen immer wieder richtigerweise betont wird, man dürfe nicht pauschal verurteilen und müsse auf sie zugehen, ist es bei Rebellen gegen die Politische Korrektheit scheinbar heilige Vorschrift, von jeder Differenzierung und von jedem Zuhören abzusehen.

Ist das der freiheitliche und pluralistische Staat, in dem wir leben wollen?

Darum zahl‘ ich nicht (10)

Weil im „Heute Journal“ des ZDF die Familie von Terroristen sich lang und breit äußern kann und keiner von der Familie der Opfer spricht. Weil man völlig unrepräsentative orthodoxe Radikale als jüdischen Gegenpol zu den Mördern präsentiert und weil man die absurden Aussagen der Araber, ihnen gehe es so schlecht und der Mord sei normale Reaktion, nicht entsprechend kommentiert. Siehe dazu Alan Posener

Narretei im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen

In meinem Facebook-Newsfeed ist ein Video von 3sat aufgetaucht, in dem das öffentlich-rechtlichen Fernsehen mal wieder einem „Erziehungsauftrag“ nachkommt und den Zuschauer zu einem besseren Menschen machen will.

Wenn die Deutschen ihren Fleischverbrauch um 80% senken würden, dann müssten pro Jahr 869.000.000 Tiere weniger sterben.

Was die Narren aber nicht erwähnen ist, dass diese 869.000.000 dann natürlich auch nie leben würden. Keiner hält sich Rinder und Schweine, weil sie schön aussehen.

2.600.000 Ha landwirtschaftliche Fläche wird für Sojamehl gebraucht, das für das deutsche Fleisch benötigt wird.[…] Alleine in Brasilien würden 1.600.000 Ha zurückgewonnen werden. Nutzen: Schutz des Regenwaldes und der Artenvielfalt

Nur dass diese 2.600.000 Ha auch unzählige Menschen ernähren, die dann in die Armut getrieben wären. Dazu würden die 1.600.000 Ha in Brasilien nicht aufgeforstet werden, bzw dem Urwald überlassen werden. Damit würde weder der Regenwald geschützt werden, noch die Artenvielfalt erhalten bleiben.

Statt dessen würde die Fläche mit etwas anderem bebaut werden, während ihre Bewirtschafter ärmer würden. Sie bauen nämlich nur Soja an, weil es für sie den höchsten Profit bringt. Folglich muss eine Umnutzung den Brasilianern schaden und zu ihrer Verarmung führen.

Über 28.000 Menschen arbeiten in der Fleischindustrie. Die genaue Zahl ist wegen zahlreicher Leiharbeiter aus anderen EU-Nationen jedoch nicht bekannt. Rein rechnerisch würden damit über 20.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Die Leiharbeiter arbeiten nicht in einem fremden Land mit fremder, schwer zu erlernender Sprache, weil das Klima in Deutschland so toll ist. Sie arbeiten hier, weil sie damit deutlich mehr verdienen als zu Hause. Die Folge wäre eine Verarmung in ihren Ursprungsländern. Die Folge wären Familien, die nun ihren Kindern keine gute Schulausbildung oder keine bessere medizinische Versorgung leisten könnten.

Ich gehe mir jetzt erst mal meine 550g Hähnchenfilet braten, die mein Abendessen ausmachen. Mein momentaner Ernährungsplan ist nämlich gemäß der „anabolen Diät“ gestaltet, womit ich nicht nur auf Kohlenhydrate verzichte, sondern auch von morgens bis abends nichts außer Fleisch, Wurst und Käse esse. Damit komme ich mitunter statt auf 1kg Fleisch pro Woche auf 1kg pro Tag oder mehr. Guten Hunger!

Übrigens:
Wenn Sie gutes Fleisch wollen, dann kaufen Sie welches aus Argentinien. Das Fleisch dort wird in extensiver Weidewirtschaft hergestellt, auf Böden die oftmals für gar nichts anderes zu gebrauchen wären. Damit leisten sie effektiv Entwicklungshilfe und bekommen Leckeres auf den Teller!

Darum zahl‘ ich nicht! (7)

Ich hatte den „Amazon-Skandal“ hier bereits einmal erwähnt. Inzwischen ist noch mehr über dieses Propagandawerk bekannt geworden.

Laut meedia gibt die HR-Rechtsabteilung nach einer Einstweiligen Verfügung zu, dass eine Email, die als Beweis dienen sollte, frei erfunden war. Mit Ihrer Demokratieabgabe bezahlen Sie also anti-kapitalistische Propaganda und Ihre eigene Umerziehung!

 

Update 06.04.2013:

Nun berichtet auch der Focus darüber.

Darum zahl‘ ich nicht! (5)

Auf den DWN ist ein längerer Artikel darüber, wie die Tagesschau die neu gegründete „Alternative für Deutschland“ braun einfärben will.

Dank #Demokratieabgabe wird hier mit Ihrem Geld die Leserschaft belogen und manipuliert. Ich bezahle nicht für ein Propagandainstrument, das in der Redaktion unbeliebte Parteien zu vernichten versucht.