Die Stärke der Schwäche

Hamid Karzai läuft scheinbar immer mehr politisch Amok. Er kann sich nicht entschließen ein Truppenabkommen mit den USA zu schließen, obwohl sein Land die Hilfe der Amerikaner gegen die Taliban noch auf Jahre benötigen wird. Gleichzeitig werden 65 Terroristen aus der Haft entlassen, obwohl viele von ihnen das Blut westlicher Soldaten an ihren Händen haben. Was also treibt den Präsidenten Afghanistans zu solch scheinbar irrationalen Aktionen?

Hamid Karzai 2006-09-26

Schwache Staaten haben, unter gewissen Umständen, eine eigene Stärke. Die freie Marktwirtschaft ist der Naturzustand der Wirtschaftsordnung. Und in der Tat, so wie zwei Steinzeitmenschen wohl kaum an Quoten dachten, so wirken die Gesetze des Marktes auch weit über das Augenscheinliche hinaus. In besonderen Fällen kann ein Land wegen einer spezifischen Nachfrage anderer Länder eine ganz eigene Stärke entwickeln, die rein gar nichts mit den konventionellen Maßstäben für die Bewertung der Stärke einer Nation, beispielsweise Wirtschaftskraft, Innovationsfähigkeit, Militärmacht oder politische Stabilität zu tun haben.

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Das Ende des Chinesischen Bürgerkriegs 1948/49

Chiang Kai-Shek. Eine solche Paradeuniform trug er allerdings fast nie. Er gab sich immer bescheiden und bediente sich, trotz aller Kleptokratie in der KMT, nie an den Staatsfinanzen.

Nachdem die Schlacht um die Mandschurei verloren war,gab Chiang Kai-Shek den Bürgerkrieg auf dem Festland offensichtlich auf. So wies er seinen Adoptivsohn Chiang Wei-Kuo an, die M3A2 Panzer seiner Panzerdivision (Der Sohn war Panzergeneral, hatte seine Ausbildung an der Militärakademie in München erhalten und war am „Anschluss“ in deutscher Uniform beteiligt gewesen) nach Taiwan zu verschiffen, als noch nicht einmal Peking gefallen war!
Anschließend wies er immer wieder Generäle an, einzelne Städte bis zum letzten zu verteidigen, statt einen strategischen Rückzug hinter den Huang-He oder den Yanktse-Kiang durchzuführen. Jay Taylor glaubt in seiner Biographie über „The Generalissimus„, dass der Gedanke dahinter folgender war: Er wollte eine Zweiteilung Festlandchinas verhindern und zugleich das Aufkommen einer Opposition innerhalb der KMT vermeiden. Hätte die KMT nämlich eine der beiden Flusslinien halten können, so wäre China de facto zweigeteilt gewesen.

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