Das Charlie Hebdo Attentat und Huffington Post

Voraussichtlich am 10. April erscheint meine Medienkritik über die Huffington Post Deutschland.

Das Charlie Hebdo Attentat und Huffington Post. Eine Whitewashing-Analyse: Wie die Redaktion der Huffington Post Deutschland alles versuchte, die Hintergründe eines Attentats zu verharmlosen

Dabei analysiere ich, wie in der Huffington Post durch die angestellten Redakteure alles getan wurde, um die Hintergründe des Attentats zu verharmlosen und wie mittels Relativierungen und insinuierter Äquidistanz die Zusammenhänge mit dem Islamismus geleugnet wurden.

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Islamverbände gegen Meinungsfreiheit

Auf Facebook habe ich gestern noch Hoffnung bezüglich der Positionierung der deutschen Islamverbände gezeigt. Leider wurde sie wieder einmal bitter enttäuscht!

 

Die Meinungsfreiheit hat vor Mohammed zurückzustehen

Bekir Alboğa sagte:

Alle, die an diesem Tisch sitzen, verteidigen die Presse- und die Meinungsfreiheit. Wir wollen aber auch respektiert werden. Auf Provokationen müsste man verzichten. Wir lieben unseren Propheten.“

Irgendwo habe ich einmal einen schlauen Satz gelesen, der es auf den Punkt trifft. „Alles, was vor einem aber steht, ist nichts wert!“ Wer sagt, er vertrete die Meinungsfreiheit, aber… der ist gegen die Meinungsfreiheit.

Denn Meinungsfreiheit ist gerade das, was hinter dem aber kommt. Meinungsfreiheit gibt es sofort nicht mehr, wenn Einschränkungen kommen, egal welcher Art. Meinungsfreiheit ist nicht 90% und nicht 95%. Auch 99% ist nicht Meinungsfreiheit, sondern nur 100%.

Meinungsfreiheit definiert sich nicht durch die Erlaubnis das Gleiche auf verschiedene Arten ausdrücken zu dürfen, sondern durch die Extreme, die weit von allem anderen abweichen. Wer auswählen darf zwischen „Mein Diktator ist toll„, „Mein Diktator ist großartig“ und „Mein Diktator ist der Beste!“ der hat keine Meinungsfreiheit. Die hat er erst, wenn er auch „Mein Diktator gehört aufs Schafott!“ sagen darf. Ausschließlich die Extreme definieren die Meinungsfreiheit!

 

Freiheit muss auch für Muslime vor Mohammed gehen!

Die richtige Formulierung wäre gewesen: „Wir lieben unseren Propheten und finden seine Beleidigung furchtbar, aber die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, dass es zu verteidigen gilt.“ Würden die Islamverbände für Meinungsfreiheit einstehen, würden sie uns sagen wie sehr sie von den Karikaturen beleidigt werden, dass aber die Meinungsfreiheit darüber stehen muss. Was jeder in Deutschland verstehen sollte ist, dass Einschränkungen der Freiheit, gleich welcher Art, bei Kleinigkeiten und bei Anderen anfangen – aber nie dort enden! Es muss also im Interesse der Islamverbände selbst sein, die Meinungsfreiheit kompromisslos zu verteidgen!

Quo vadis, Aufklärung?

Nachdem in Paris bei einem Terroranschlag bislang (!) rund ein Dutzend Menschen ermordet wurden, muss man sich einige Fragen stellen. Fragen, deren Inhalt eben nicht ist: „Wie können wir das Bild des Islams schützen“, wie es gerade zum Beispiel die HuffingtonPost macht. Sondern eher, ist dies das Ende der Aufklärung?

Die HuffPo macht sich Sorgen um das Islambild.
Die HuffPo macht sich Sorgen um das Islambild.

 

Wie lange gilt noch die Aufklärung?

Gerd Buurmann schreibt, dass es dem Islam bestens gehe. Sich angesichts eines Terroranschlags Sorgen um sein Bild zu machen ist, wie sich angesichts Breiviks Anschlag Sorgen um das Bild Norwegens zu machen.

Ich kann die oben gezeigten Reaktion nur so deuten, dass die entsprechenden Personen bereits vor Angst vor dem Islam erzittern. Zurecht, wie man heute (wieder einmal) sagen muss.

Doch während in Paris zu diesem Zeitpunkt die Terroristen, es waren möglicherweise fünf, noch auf der Flucht sind, muss man sich fragen, welche Auswirkungen dieser Anschlag haben wird.

Eine der großen Errungenschaften der Aufklärung ist das Hinterfragen von Religionen und die Meinungsfreiheit gerade auch in deren Richtung. Die Meinungs- und Kunstfreiheit ist ein fundamentaler Bestandteil der liberalen und pluralistischen Demokratie. Wie aber soll es damit weitergehen?

Ich habe Ulf Poschardt gefragt, ob die Welt morgen die Karikaturen von Charlie Hebdo abdruckt. Bis jetzt habe ich keine Antwort bekommen. Es wäre ein Zeichen.

 

Das Einstehen für die Meinungsfreiheit kann den Tod bedeuten

Doch Zeichen für eine unbedingte Meinungsfreiheit zu setzen, kann den Tod bedeuten. Das zeigten nicht nur die Reaktionen radikaler Muslime in Richtung von Jylands Posten, als dort 2003 Mohammed-Karikaturen abgedruckt wurden.

Dass heute eine zweistellige Zahl an Journalisten von Charlie Hebdo von radikalislamischen Terroristen ermordet wurden, ist kein Zufall. Charlie Hebdo hatte dies „provoziert“, werden die ersten wohl bereits auf ihre Blogs schreiben, auf Twitter veröffentlichen und morgen in den Feuilletons texten. Ja, das hat Charlie Hebdo. Weil das Magazin es gewagt hat, sich über den Islam lustig zu machen.

Spätestens jetzt weiß das jeder, der etwas veröffentlicht. Er weiß, dass eine solche „Provokation“ den eigenen Tod bedeuten kann. Meine Veröffentlichung vergangener Charlie Hebdo Karikaturen hat mich ebenfalls einen Moment zögern lassen. Nicht, weil ich damit Urheberrechte breche, sondern weil ich genau weiß, dass ich mich damit ebenfalls theoretisch zur Zielscheibe mache. Höchstwahrscheinlich werde ich davon kommen, schlicht weil mich keiner kennt und viel zu wenige diesen Blog lesen. Etwa 2004 oder 2005 hatte ich einen Islamisten angezeigt, der mich bedroht hatte. Der Beamte der Kriminalpolizei in Würzburg sagte mir: „Mich bedroht niemand, weil ich mich nicht dazu äußere.“ Im Prinzip also: „Halt den Mund, dann passiert Dir auch nichts.“

Welcher Karikaturist mit großer Reichweite wird sich morgen noch trauen, sich in Karikaturen über Mohammed lustig zu machen? Welche Zeitung wird sich noch trauen, derartiges abzudrucken? Ich glaube, prinzipiell sind noch viele mutige Menschen da draußen, aber welcher Chefredakteur kann und wird diese Verantwortung übernehmen, seine Leute zur Zielscheibe zu machen? Welcher Journalist und Karikaturist wird freiwillig ein Todesurteil sich und seiner Familie gegenüber fällen? Wer möchte künftig untergetaucht leben? Selbst wenn die Polizei künftig Redkationsgebäude bewacht – in Paris waren es wohl fünf Angreifer mit militärischer Ausbildung, schusssicheren Westen und Sturmgewehren. Da helfen auch eine handvoll Polizisten wenig. Und selbst wenn – die Journalisten wollen das Verlagsgebäude irgendwann auch einmal verlassen.

Wie wird es mit der Zukunft der Meinungs- und Kunstfreiheit in Europa weitergehen?

Gideon Böss sagt völlig richtig:

Charlie Hebdo Karikaturen

Auf die Mitarbeiter der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo wurde ein tödlicher Anschlag verübt, mindestens 11 Menschen sind nach aktuellen Berichten tot. Im Internet sind Videos zu finden, bei denen zwei Männer mit Gewehren der AK-Baureihe einen Polizisten zunächst verwunden um ihn dann mit Kopfschuss zu töten. Laut

Die Terroristen haben bei ihrem Anschlag „Allahu Akbar“ gebrüllt, was wenig überraschend sein dürfte. Der Grund für den Anschlag dürften die Karikaturen sein, die das Blatt seit Jahren veröffentlicht.

Da Meinungsfreiheit aber nur funktioniert, wenn sie auch unteilbar ist. Daher habe ich eine Reihe von Charlie Hebdo-Karikaturen gesammelt um sie hier zu veröffentlichen, als Zeichen der Solidarität und zum Trotz. Es darf Terroristen nicht gelingen, uns vorzuschreiben wie weit Meinungsfreiheit gehen kann.

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