Das Leben in Panama (V) – Verkehrsregeln

In diesem Teil der Serie werden die Verkehrsregeln in Panama vorgestellt. Die offiziellen, wie die inoffiziellen. Dies sollte gerade für Urlauber wichtig und interessant sein, weil bei einem Nichtbeachten Unfälle drohen.

 

Die offiziellen Regeln:

In Panama ist, wie auch in den meisten US-Bundesstaaten, das Rechtsabbiegen bei einer roten Ampel erlaubt. Darüber hinaus dürfen andere Fahrzeuge auch hier rechts überholt werden. Innerorts ist das Tempolimit meist bei 60 km/h.

Im Land herrscht Rechtsverkehr, in einigen Straßen gibt es jedoch Linksverkehr! Dies vor allem bei Straßen, die in eine der großen mehrspurigen Einbahnstraßen mit viel Verkehr in der Hauptstadt münden. In diesem Fall fährt man, durchaus effektiv, bei einer von links zuführenden Straße auf der linken Spur ab, während die Zufahrenden so vor einem gleichzeitig auf die Einbahnstraße einbiegen können. Erkennbar sind diese Straßen ausschließlich an einem auf der Fahrbahn befindlichen Pfeil – der gerne einmal ausgeblichen ist.

Gerade in der Hauptstadt gibt es viele Einbahnstraßen, die sehr oft allerdings unzureichend oder nicht gekennzeichnet sind. An sich gibt es ein Verkehrsschild, das einen links- oder rechtsabbiegenden Pfeil im roten Kreis zeigt, der durchgestrichen ist. In diesem Fall darf man entsprechend nicht abbiegen. Ist der Pfeil nicht durchgestrichen, so heißt es (wohl) eigentlich, man müsse entsprechend abbiegen. Teilweise widerspricht das aber der Verkehrsführung. Dazu sind diese Schilder allzu oft nicht mehr vorhanden. In diesem Fall ist es hilfreich, auf den Verkehr und die geparkten Autos zu achten. Zeigen die geparkten Autos auf beiden Straßenseiten in eine Richtung, so ist es höchstwahrscheinlich eine Einbahnstraße in diese Richtung.

Straßen und Brücken werden mitunter zur Hauptverkehrszeit in eine Richtung gesperrt, damit der Verkehr in die Hauptrichtung schneller abfließen kann. Hier ist es hilfreich, sich nicht nur auf die Verkehrsschilder zu verlassen, weil man ansonsten auf einer Seite des Kanals festhängen kann, wenn man nicht 20 Kilometer weiter nach Norden zur zweiten Brücke fährt.

Die Beschilderung ist in Panama deutlich sparsamer. Das „Sie haben Vorfahrt“ Zeichen fehlt völlig. Wer wissen will, ob er gerade Vorfahrt hat, muss schauen, ob auf den Einmündungen Stoppschilder sind.

 

Die inoffiziellen Verkehrsregeln in Panama und einige Hinweise

Blinker dienen in Panama eher der Dekoration des Autos oder der psychologischen Kriegsführung. In der Regel biegt der Blinkende nicht ab, während der nicht blinkende abbiegt. Die Menschen schalten gerne und oft ihre Warnblinkanlagen ein. Wenn sie bei einem Zebrastreifen halten (was sie normalerweise nicht tun), wenn es anfängt zu regnen, etc. Anschließend vergessen sie die Warnblinkanlage gerne.

Da die Autoscheinwerfer und -lichter an vielen Autos nicht funktionieren, wirkt eine eingeschaltete Warnblinkanlage daher gerne auch mal wie ein gesetzter Blinker. Jedes dritte bis vierte Auto scheint hier nachts ohne Licht zu fahren. Oft sieht man bei genauem Hinsehen jedoch, dass irgendwo doch eine kleine Funzel leuchtet oder die Frontscheinwerfer an sind. Da die Revisado, also der „Panama-TÜV“ hier so funktioniert, dass man der Werkstatt ein Foto des eigenen Autos schickt, überprüft keiner die Funktionsweise von Scheinwerfern und Blinkern und die Polizei bestraft fehlende Funktion offensichtlich völlig unzureichend. Daher ist es enorm wichtig, dass man sich immer darüber bewusst ist, dass einem nachts Autos ohne Licht begegnen können. Das ist in Panama tatsächlich Alltag!

Ampeln sind mehr Richtlinien, denn Regeln. Man darf rechts bei rot abbiegen. Das hindert aber nicht daran, dass bei weniger Verkehr auch gerne geradeaus weitergefahren wird oder nach links trotz roter Ampel abgebogen wird. Das heißt, selbst bei einer grünen Ampel muss man mit in den Verkehr stoßenden Fahrzeugen rechnen. Die Ampeln selbst blinken zum Ende der Grünphase erst grün, werden dann durchgehend gelb, bevor sie auf rot umschalten. Die anderen erhalten allerdings ohne Übergangsfrist grün, wenn es von gelb auf rot umspringt.

Gewohnheit und Aggressivität bestimmen die Vorfahrt. Ich vermute mal, dass es auch in Panama rechts vor links gibt. Tatsächlich hat hier jedoch der Vorfahrt, der am forschesten in die Kreuzung fährt. Dazu wird Gewohnheitsrecht in Anspruch genommen. Ich wohne in Amador, wo es einen langen Damm mit einer vierspurigen Straße gibt. Diese ist immer wieder durch Kreisverkehre unterbrochen, wo extra mit Schildern und Markierungen auf den Straßen darauf hingewiesen wird, man solle dem Verkehr im Kreisverkehr Vorrang gewähren. Da jedoch 99% des Verkehrs den Kreisverkehr nur überquert, wird die Vorfahrt einfach beansprucht und niemand hält an, wenn jemand mal tatsächlich nicht nur gerade über den Kreisverkehr fährt. Entsprechend müssen Autos warten, die eigentlich Vorfahrt haben. Tun sie es nicht, gibt es Unfälle.

Abbiegen ist eine Frage des Willens. Man wird gerne einmal böse angesehen und angehupt, wenn man nicht stoppt, um andere aus einer Ausfahrt zu lassen. In Panama kommt man nur voran, wenn man sein Auto weniger liebt, als die anderen das ihre. Das heißt, man muss die Geschwindigkeiten der anderen Abschätzen, ob sie abbremsen können. Wenn ja, dann biegt man ein oder wechselt die Spur. Man drückt sich einfach hinein, ansonsten kommt man niemals vorwärts. Und wenn ein Abbiegen an einer Stelle verboten ist und ein Umweg nötig wäre, dann hält man schon auch einfach mal mitten auf der dicht befahrenen Straße an, staut hinter sich alles auf und fährt dann langsam über die doppelt gezogene Linie und blockiert so den Gegenverkehr, um dennoch abbiegen zu kommen.

Die Straßenmarkierungen sind teilweise sehr problematisch. Bei einigen Ampeln sind keine Stopplinien eingezeichnet, sodass man nur bei einem Blick auf die Straße einfach bei rot über die Ampel fahren würde. An anderen Stellen wurde der Verkehrsfluss wohl geändert und ein Bleiben auf der eigenen Spur würde einen plötzlich in den Gegenverkehr leiten.

Teilweise sind erhebliche Löcher in der Straße. Es ist absolut notwendig, permanent die Augen auf der Straße zu halten, wenn man keinen Achsbruch erleiden will. Mitunter fehlt sogar der Gullydeckel. Während es in Deutschland ein großer Spaß ist, durch eine Pfütze zu fahren, sollte man dies hier tunlichst vermeiden. Am Ende ist nämlich durch das Wasser ein tiefer Krater verdeckt und man zerstört sich das Auto. Wenn vor einem ein Taxi in wilden Schlangenlinien fährt, so ist der Fahrer mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht betrunken oder auf Drogen. Vielmehr kennt er nur die Straße mit ihren Löchern und fährt die Ideallinie. Man sollte daher gut auf seine Ausweichmanöver achten.

Alles ist Fahrbahn! Da in der Stadt andauernd Stau ist, fahren die Leute extrem aggressiv. Da wird die Einbiegespur neben einem schon einmal vom Hintermann genutzt, um einen zu überholen. Gerne drängeln sich auch mal drei Autos nebeneinander auf eine zweispurige Straße. Und wer glaubt, hier würde man sich brav einfädeln, der wird lernen, dass besonders Taxis gerne an der Schlange vorbeifahren, um sich dann im letzten Moment mit wildem Gehupe in die Schlange zu drängeln. Wer dann keine Vollbremsung macht, der fährt auf. Mitunter wird sogar die Gegenfahrbahn genutzt. Der erste Mutige fährt vor und sofort schließen sich Dutzende an, die hinter ihm fahren. Im Schlepptau von Krankenwagen sind immer mehrere Autos, die die mit der Sirene geschaffene Schneise aggressiv nutzen.

Die App Waze wird hier sehr intensiv genutzt, sodass sie relativ zuverlässig und daher empfehlenswert ist. Uber ist zuverlässig, die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge ist allerdings seit einer Gesetzesänderung, die Ausländern das Fahren als Fahrer verbietet, beschränkt. Taxis fahren ohne Taxamater, daher ist es zwingend notwendig, den Preis vor Beginn der Fahrt auszuhandeln!

Sie sollen auf keinen Fall Road-Rage haben, ansonsten wird Panama eine Katastrophe für Sie. Reagieren Sie auf Gehupe einfach cool und erwiedern Sie den Gruß mit Ihrer Hupe. Viel Spaß beim Fahren in Panama! 🙂

 

 

 

 

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Das Leben in Panama (IV): Frustration mit Wohnungen

Ich werde an separater Stelle noch einmal umfangreicher auf Immobilien in Panama eingehen. An dieser Stelle soll es nur um zwei Erlebnisse mit Mietwohnungen gehen.

Meine erste Mietwohnung musste ich nehmen, um nicht allzu lange im Hotel zu sein. Laut Makler sei sie ruhig. Tatsächlich musste ich vier Tage in der Woche Ohrstöpsel tragen, um wegen einer Disco auf einem Dach in 400 Meter Entfernung überhaupt schlafen zu können. In den Ohrstöpseln sehe ich die Ursache für eine Ohrinfektion, für deren Ausheilen ich 4 Wochen und zweimal Antibiotika brauchte.

Als der Putz vom Dach der Garage auf mein Auto fiel, das als Cabrio natürlich besonders empfindlich ist, ignorierte der Vermieter meine Anfrage einfach, doch bitte mit der Verwaltung die Reparatur zu besprechen und mir für die Dauer einen anderen, aktuell nicht genutzten, Parkplatz zuzuweisen. Gleichfalls ignoriert wurde, dass eine Toilette defekt ist, indem nach dem Spülen der Verschluss im Spülbehälter nicht mehr schloss und so das Wasser dauerhaft durchlief. Um es zu Stoppen musste ich den Behälter öffnen und den Verschluss manuell schließen. Entsprechend habe ich die letzten 4 Monate nur noch meine Gästetoilette benutzt, da ich angesichts weiterer Absurditäten keinen Grund sah, selber Geld für eine Reparatur in die Hand zu nehmen. Ach ja: Dass die Bodenleiste der Küche nicht befestigt war, verkaufte mir die Frau des Inhabers als Feature. Das sei überall in Panama so, damit man dahinter putzen könne. Was natürlich eine glatte Lüge war.

Jetzt bin ich in meiner neuen Wohnung und entgegen der Vereinbarung sind zwei Stangen im Kleiderschrank nicht angebracht. Angeblich liegen sie bei der Verwaltung, die das aber abstreitet. Ich lebe also seit einer Woche aus Koffern in meiner eigenen Wohnung.

Gestern habe ich schon von meinem Erlebnis mit dem Autoreifen erzählt, wo mir zugesichert wurde, ich dürfe ihn vor dem Parkplatz ablegen, um dann zu erfahren, dass dies strafbewehrt ist. Vor der Unterzeichnung des Mietvertrages hatte ich gleichzeitig bezüglich eines Kajaks angefragt. Ich möchte mir zum Angeln einen Kajak kaufen, der ja irgendwo gelagert werden muss. Mir wurde damals gesagt, ich könnte ihn vor dem Auto auf dem Parkplatz lagern oder vor der Tür oder einfach an den Pfeiler neben meinem Parkplatz lehnen.

Angesichts meiner Erfahrung mit dem Autoreifen bat ich nun die Administration um Auskunft, wo ich denn eine verbindliche Antwort bekomme, wo ich den Kajak lagern dürfe. Als Antwort kam: „Entiendo“, also „Ich verstehe“. Eine weitere Antwort ist nicht zu bekommen. Gleichfalls vergeblich sind Fragen bezüglich der beiden Leisten für den Kleiderschrank beim Makler und der Administration.

Eigentlich logisch: Jetzt hat man ja mein Geld. Wieso also jetzt noch auch nur einen Finger unnötig krumm machen? Wenn ich den Kajak für 1200 Dollar kaufen sollte, könnte ich nun anschließend erfahren, dass ich ihn übrigens dort nicht lagern dürfe. Also müsste ich ihn anschließend in meine kleine Wohnung tragen oder aber für 600 Dollar im Jahr einen weiteren Parkplatz oder einen Lagerraum mieten. Ich will jedoch gerade einen Kajak, um für mein „Anglerboot“ keine dauerhaften laufenden Kosten zu haben.

Letztendlich werde ich nun wohl, sollte ich nicht irgendwann doch noch eine zufriedenstellende Antwort bekommen, keinen Kajak kaufen und die beiden Stangen für meinen Schrank selbst besorgen müssen. Wohl inklusive Werkzeug, da ich natürlich nichts habe.

Auch das ist Panama.

 

 

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Das Leben in Panama (III) – Zuverlässigkeit und Internet

Ich bin in eine schöne neue Wohnung umgezogen. Da ich bei meiner alten Wohnung die Vorgabe in der Hausordnung hatte, wonach mir das Lagern von Reifen auf dem Parkplatz verboten war, habe ich dieses Mal extra nachgefragt. In Begleitung des Maklers sagte mir eine Angestellte der Verwaltung, dass das kein Problem sei.

Heute kommt, als ich aus der Stadt zurückkomme, der Schichtleiter der Sicherheit zu mir und weist mich darauf hin, dass das Lagern eines Reifens an meinem Parkplatz verboten sei. Ich weise ihn auf die Aussage von der Verwaltung hin, woraufhin er mir eine Liste der Strafen zeigt, die bei Verstößen gegen die Hausordnung anfallen. Demnach darf ich nun wohl dankbar sein, dass mir (bislang) die 50 Dollar nicht berechnet wurden. Da der Reifen doch schon relativ weit abgefahren ist, hoffe ich nun, dass ich nicht auch noch für das Werfen in den Müll bestraft werde, weil er nicht in die Mülltonne passt.  (Mülltrennung ist hier unbekannt)

In der Wohnung brauche ich natürlich auch Internet, also habe ich meinen Vertrag von der alten auf die neue Wohnung umgeändert. In Panama-Stadt sind bei meinem Anbieter bis zu 1 GBit möglich.

Ich habe bei der Änderung darum gebeten, die Leitung von 30/5 MBit auf 100/10 MBit zu ändern, was nur 3 Dollar zusätzlich im Monat kostet. Die Mitarbeiter des Anbieters kamen wie vereinbart und schlossen das Gerät an. Um anschließend eine Stunde in meiner Wohnung zu sitzen und sich YouTube-Videos anzusehen. Das ist vermutlich die Funktionsprüfung…

Anschließend war die Leitung immer noch bei 30MBit, doch eine E-Mail änderte das unkompliziert. Interessanter war jedoch, dass das alte Modem, das ich ausdrücklich mitbringen sollte, von den Angestellten ignoriert wurde. Sie hatten ein neues Modem mitgebracht und das alte einfach liegen gelassen. Als gerade der Strom ausfiel, ging auch das Modem aus. Während das alte Modem eine Batterie hat, hat das neue keine. Warum auch immer. Somit ist dann künftig auch das Internet weg, bis die Generatoren meiner Anlage die Versorgung übernehmen. Ob mir nun ein zweites Modem in Rechnung gestellt wird, ist unklar, aber wohl zu erwarten.

Da die Modems durch den Anbieter verschlüsselt sind, kann ich auch kein anderes verwenden. Dem Nutzer wird kein Zugang zum Rooter gewährt. Stattdessen erhält man von den Angestellten den Namen des WLAN und den Zugangscode. Eine Änderung des Passwortes ist damit ebenso unmöglich, wie sinnvolle Änderungen an den Einstellungen, zu denen man persönlich befähigt sein könnte. Entsprechend kann ich auch nicht einfach mit den neuen Zugangsdaten das alte Modem weiternutzen.

 

 

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Die Besten verlassen das Land zuerst

Die aktuelle Zuwanderung wird zu einer Auswanderungswelle in Deutschland führen. Anders als es im Sprichwort heißt, werden nicht die Ratten das sinkende Schiff verlassen, sondern die Besten des Landes. Was jetzt stattfindet ist eine Armutszuwanderung, auch wenn sie unter dem Label der „Flüchtlinge” verkauft wird. Damit müssen die deutschen Steuerzahler dramatische Mehrkosten aufbringen. Wenn Thilo Sarrazins Ausführung stimmt, so werden es in den nächsten 60 Jahren etwa 1,5 Billionen Euro sein.

Wenn der Standard der nun Kommenden weit unter dem aktuellen durchschnittlichen Standard liegt, sind die bislang schon über dem Schnitt stehenden noch weiter über dem aktualisierten, nach unten korrigierten Standard angesiedelt. Wer aber weit oben ist, der kann auch im Ausland eine Anstellung finden. Mit dieser Aussicht, auf ein besseres Einkommen mit niedrigeren Steuern und weniger sozialen Problemen, wird die Auswanderung zu einer verlockenden Alternative.

Diese schon jetzt über dem Durchschnitt qualifizierten Menschen werden daher in immer größeren Zahlen abwandern und ihr Glück in der Ferne suchen, da sie sich nicht hinabziehen lassen wollen und müssen. Damit verschärfen sie jedoch die Situation für den Rest noch weiter. Mit jedem jetzt abwandernden Hochqualifizierten fehlt das Geld für mehrere Transferleistungsempfänger, von den mangels Hochqualifizierenden wegfallenden Arbeitsplätzen auf niedrigeren Qualifikationsstufen ganz zu schweigen.

Wenn die jetzige Zuwanderung eine Auswanderungswelle nach sich ziehen wird, und der Autor kann dies zumindest aus seinem persönlichen Umfeld (also seiner „Blase”) bestätigen, so wird für die Zurückgebliebenen die Abwärtsspirale mit jedem Tag schneller werden.

Dies war ein Auszug aus „Nein, wir schaffen das nicht!“ (ISBN-13: 978-1530448975) das Sie hier bestellen können: