Chinas Machtpolitik treibt seine Nachbarländer einander in die Arme

Peking – Mit seiner wachsenden wirtschaftlichen Macht greift die Volksrepublik China zunehmend zu undiplomatischen Mitteln, wenn es um die Durchsetzung seiner Interessen geht. Schon in der Vergangenheit setzte die Volksrepublik mehrfach auch militärische Mittel ein, um die Kontrolle über Inseln in den Spratleys und die ganze Gruppe der Paracel-Inseln zu übernehmen, teils mit dutzenden Toten auf der Gegenseite. Seitdem Xi Jinping das Land regiert, haben sich seine imperialen Ambitionen nur noch verstärkt.

Nach der Erklärung einer ADIZ (Air Defense Identification Zone = Luftverteidigungs-Identifikationszone) über dem Ostchinesischen Meer 2013 tauchten in staatlichen chinesischen Medien Artikel auf, die einen Anspruch der Volksrepublik auf die Ryukyu-Inseln erklärten, weil die Inseln als Teil des gleichnamigen Königreiches früher einmal  China gegenüber tributpflichtig gewesen seien. Okinawa, der Schauplatz einer schweren Schlacht am Ende des Zweiten Weltkrieges, ist die Hauptinsel dieser Inselkette und Stationierungsort amerikanischer Soldaten. Für Japan sind die Inseln ein integraler Teil ihres Mutterlandes.

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Endlich neue SSK für Taiwan?

Eines von Taiwans größten Problemen beim Aufrechterhalten von wenigstens etwas Abschreckungspotential ist der Mangel an Ubooten. Unfähig eigene zu bauen ist Nationalchina auf fremde Hilfe angewiesen, doch inzwischen hat kein Herstellerland von konventionellen Ubooten noch den Mut sich gegen Rotchina zu stellen. Nun scheint endlich eine Lösung in Sicht.

Taiwanesesische Uboote
Taiwan verfügt aktuell über vier Uboote. Zwei davon sind ein Modell, Die auf dem Bild ersichtliche Hai-Lung-Klasse ist noch brauchbar, die anderen beiden sind ein Modell aus dem Zweiten Weltkrieg.

Uboote als essentieller Anteil der Abschreckung

Taiwan braucht Uboote, um sein Abschreckungspotential gegenüber Rotchina aufrecht erhalten zu können. Nach wie vor werden die ASW-Fähigkeiten der PLAN als schwach eingeschätzt, was eine Reihe SSK der Republik China in eine echte Gefahr für Landungsflotten machen würde, die die Insel ansteuern. Insofern sind die aktuell nunmehr vorhandenen zwei kampffähigen Uboote deutlich zu wenig um gegenüber China ein Drohpotential aufzubauen.

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Geopolitische Opportunitätskosten – oder warum Interventionen sinnvoll sein können

Es scheint heutzutage Allgemeinwissen und Konsens in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung zu sein, dass militärische Interventionen schlecht sind und keinen Sinn ergeben. Sie kosten Unmengen, sie ändern nichts und Menschen sterben. Fertig ist das Mantra rechter und linker Peaceniks und patriotischer Isolationisten. Dabei kann der Isolationismus verheerende Folgen haben.

Frieden

Einigeln hilft nichts mehr

Die Zahl derer, die sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr aussprechen, sind gewaltig. 61% wollen eher weniger, denn mehr Auslandseinsätze, nur eine Minderheit von nicht einmal einem Drittel der Deutschen ist offen für ein stärkeres Engagement.

Dabei ist diese isolationistische Mentalität in der heutigen Zeit völlig deplatziert. Im 19. Jahrhundert mögen Staaten noch eine Chance auf Autarkie gehabt haben, so dass Konflikte außerhalb der eigenen Grenzen „nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert“ waren, wie es Bismarck zugeschrieben wird. Heute jedoch ist auch Deutschland in höchstem Maße vom Ausland abhängig. Ohne Importe von Energie dreht sich binnen weniger Wochen kein Rad mehr in Deutschland, ohne Nahrungsimporte verhungern die Menschen. Wenn in Südkorea, China oder Japan ein Krieg ausbricht, dann kann vermutlich erst einmal kein deutsches Auto mehr die Fertigungsstraße verlassen, fehlen doch die Bauteile von Zulieferern. Auch ist die deutsche Wirtschaft zwingend abhängig vom Außenhandel. Dieser kann jedoch nur florieren, wenn die potentiellen Kunden noch Geld haben und durch stabile politische Verhältnisse noch zum Kauf von Waren in der Lage sind.

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Die Stärke der Schwäche

Hamid Karzai läuft scheinbar immer mehr politisch Amok. Er kann sich nicht entschließen ein Truppenabkommen mit den USA zu schließen, obwohl sein Land die Hilfe der Amerikaner gegen die Taliban noch auf Jahre benötigen wird. Gleichzeitig werden 65 Terroristen aus der Haft entlassen, obwohl viele von ihnen das Blut westlicher Soldaten an ihren Händen haben. Was also treibt den Präsidenten Afghanistans zu solch scheinbar irrationalen Aktionen?

Hamid Karzai 2006-09-26

Schwache Staaten haben, unter gewissen Umständen, eine eigene Stärke. Die freie Marktwirtschaft ist der Naturzustand der Wirtschaftsordnung. Und in der Tat, so wie zwei Steinzeitmenschen wohl kaum an Quoten dachten, so wirken die Gesetze des Marktes auch weit über das Augenscheinliche hinaus. In besonderen Fällen kann ein Land wegen einer spezifischen Nachfrage anderer Länder eine ganz eigene Stärke entwickeln, die rein gar nichts mit den konventionellen Maßstäben für die Bewertung der Stärke einer Nation, beispielsweise Wirtschaftskraft, Innovationsfähigkeit, Militärmacht oder politische Stabilität zu tun haben.

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Chinas Marco-Polo-Brücke Moment

Shinzo Abe hat in seiner vielbeachteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die aktuelle Situation in Ostasien mit 1914 verglichen. Seiner Aussage zufolge ähnelt das Verhältnis zwischen der VR China und Japan wohl der in Europa am Vorabend des Großen Krieges. Der Ministerpräsident Japans liegt falsch. Tatsächlich kann man die Situation eher mit der der 30er Jahre vergleichen

Marco Polo Brücke
Chinesische Truppen beim Verteidigen der Marco-Polo-Brücke.
Bild: gemeinfrei

 

Rückblick zur Zeit japanischen Hegemonialstrebens

Wenn Abe sich auf die Geschichte beruft, ist ihm vielleicht klar dass die Zeit der Julikrise und davor nicht der beste Vergleich zur aktuellen Situation in Asien ist. Vielmehr dürfte die Lage heute mit der der 1930er Jahre vergleichbar sein. Dort war allerdings Japan der Täter und China das Opfer.

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Das Ende des Chinesischen Bürgerkriegs 1948/49

Chiang Kai-Shek. Eine solche Paradeuniform trug er allerdings fast nie. Er gab sich immer bescheiden und bediente sich, trotz aller Kleptokratie in der KMT, nie an den Staatsfinanzen.

Nachdem die Schlacht um die Mandschurei verloren war,gab Chiang Kai-Shek den Bürgerkrieg auf dem Festland offensichtlich auf. So wies er seinen Adoptivsohn Chiang Wei-Kuo an, die M3A2 Panzer seiner Panzerdivision (Der Sohn war Panzergeneral, hatte seine Ausbildung an der Militärakademie in München erhalten und war am „Anschluss“ in deutscher Uniform beteiligt gewesen) nach Taiwan zu verschiffen, als noch nicht einmal Peking gefallen war!
Anschließend wies er immer wieder Generäle an, einzelne Städte bis zum letzten zu verteidigen, statt einen strategischen Rückzug hinter den Huang-He oder den Yanktse-Kiang durchzuführen. Jay Taylor glaubt in seiner Biographie über „The Generalissimus„, dass der Gedanke dahinter folgender war: Er wollte eine Zweiteilung Festlandchinas verhindern und zugleich das Aufkommen einer Opposition innerhalb der KMT vermeiden. Hätte die KMT nämlich eine der beiden Flusslinien halten können, so wäre China de facto zweigeteilt gewesen.

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Taiwan im Würgegriff – Nationalchinas Geschichte

Mit diesem Posting beginne ich eine Reihe von Artikeln über Taiwan. Die auf der Insel Formosa herrschende Nationalchinesische Regierung, auch unter  „Republik China“ firmierend, ist eines meiner Beschäftigungsfelder seit vielen Jahren. Die chinesische Demokratie hat es mir angetan, ich fürchte jedoch ihr baldiges Ende kommen.

Historischer Hintergrund
Formosa, so der alte Name für Taiwan, war 1895 nach dem Vertrag von Shimonoseki an Japan gefallen. Es blieb bis 1945 in japanischen Besitz, wonach es Nationalchina, die Republik China unter Chiang Kai-Shek, übergeben wurde.
Als der Chinesische Bürgerkrieg bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufflammte, konnten sich die Kommunisten (auch Rotchina genannt) militärisch durchsetzen. 1949 flüchtete Chiangs Armee mit über einer Million Mann auf die Insel Formosa. Da Nationalchina über die Marinestreitkräfte der chinesischen Republik verfügte, konnte sich die Regierung halten und die Insel bis heute dem rotchinesischen Einflussgebiet entziehen.
Ursprünglich mit dem Anspruch auf eine Rückeroberung des Festlandes, wurde diese Idee spätestens seit den 70er Jahren utopisch. Heute hat Taiwan, die Republik China, 2% der Bevölkerung des ehemaligen Bürgerkriegsgegners und rund 10% des Bruttoinlandsprodukts.

Das kommende Ende der freien Chinesen
Nationalchina war 60 Jahre lang vor Rotchina sicher. Zunächst noch aus eigener Kraft, sorgten die USA seither mit Waffenlieferungen und –Verkäufen für ein Nationalchina, das sich selbst verteidigen kann. Seit Rotchina jedoch dank der wirtschaftlichen Reformen Deng Xiaopings unaufhaltsam an Stärke gewinnt, ändert sich die Kraftverteilung scheinbar unaufhaltsam. Die Waage ist bereits deutlich zur Rotchinesischen Seite hin ausgeschlagen, und schon bald wird Nationalchina hoffnungslos unterlegen sein.
In absehbarer Zeit scheint eine Situation zu drohen, die dem Melierdialog gleicht. So wie Athen Melos im Peloponnesischen Krieg das Messer auf die Brust setzte und die neutrale Stadt nur vor die Wahl zwischen Anschluss an den Attischen Seebund, oder aber die vollständige Vernichtung stellte, so wird eine Großmacht China schon in absehbarer Zeit Taiwan ins „Mutterland“ eingliedern wollen.

In den kommenden Artikeln sollen die tatsächlichen Machtverhältnisse erklärt, Handungsloptionen erörtert und potentielle Folgen eines „Melierdialogs“ zwischen National- und Rotchina erörtert werden.