Moralische Standards zwischen Links und Rechts

Che Guevara, der berühmteste „Freiheitskämpfer“ der Welt, war nicht nur Rassist und Schwulenhasser, er wollte auch einen Weltkrieg und Völkermord. Er fand Gefallen an der Exekution hunderter politischer Gegner und war auch sonst ein sehr sympathischer Geselle.

543629_10150855001339872_367822059871_9297146_1966709999_n

Die Revolution, an der er in vorderster Front mitwirkte, schuf ein Land, das 70.000 Todesopfer gefordert hat. Von dem Blut an seinen eigenen Händen ganz zu schweigen. Dennoch ist er für die Linken ein Freiheitsheld, wie es auch Fidel Castro ist. Schließlich schuf er ein „kommunistisches Paradies„, das vor allem von jenen geliebt wird, die nicht in ihm leben müssen.

Augusto Pinochet.
Augusto Pinochet.

Augusto Pinochet war ein Militärdiktator, der den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende mit einem Putsch beseitigte, in dessen Zuge Allende Selbstmord beging. Allendes Chile war in Aufruhr, weshalb Pinochet seinen Putsch zumindest Teilen des Landes und der Weltöffentlichkeit als Wiederherstellung der Ordnung verkaufen konnte, auch wenn beispielsweise die vorgelegten Beweise zur Ermordung von Oppositionellen inzwischen als Fälschung belegt sind.

Pinochets Herrschaft forderte 28,000 Gefolterte, 2,279 Hingerichtete und 1,248 „Verschwundene“, (laut Wikipedia) also ebenfalls Tote. Seine Präsidentschaft führte zu marktwirtschaftlichen Reformen, die den Chilenen heute ein höheres Pro-Kopf-Einkommen beschert hat, als es Venezuela hat. Das Venezuela, das die größten nachgewiesenen Erdölvorkommen der Welt hat und auf mindestens 5 Billionen (5.000.000.000.000!) US-Dollar Öl sitzt.

In Chile fallen unter 20 Prozent Abgaben pro Kopf an, was innerhalb der OECD mit der niedrigste Wert ist. Chile liegt auf Platz 7 in der wirtschaftlichen Freiheit weltweit und damit vor den USA und Deutschland. Alles dank der wirtschaftlichen Reformen von Augusto Pinochet.

Wenn Konservative und Liberale die gleichen moralischen Standards wie Linke hätten, müssten sie Augusto Pinochet T-Shirts tragen.

 

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie mich doch bitte auf Patreon (hier klicken) oder speichern Sie sich diesen Link hier als Lesezeichen für Ihre Einkäufe auf Amazon ab, um mich künftig mit etwa 5% Ihrer Einkaufssumme zu unterstützen – ohne Mehrpreis für Sie! Folgen Sie mir hier auf Facebook und tragen Sie sich hier in meinen Newsletter ein, um mehr von mir zu hören.

[mc4wp_form id=“2093″]

Nicht Arbeitgeber, sondern der Staat diskriminiert muslimische Bewerberinnen mit Kopftuch

Haben Sie schon von der neuesten Sau gehört, die durchs Dorf getrieben wird? Bewerberinnen mit Kopftuch werden diskriminiert!

Der Hintergrund: Fast 1500 fiktive Bewerbungen verschickte die Universität Linz an deutsche Unternehmen. Bei Unterlagen mit dem typischen deutschen Namen Sandra Bauer folgte in 18,8 Prozent der Fälle eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Die fiktive Meryem Öztürk hingegen bekam nur in 13,5 Prozent der Fälle eine positive Rückmeldung. Trug sie zudem noch ein Kopftuch trug, sank die Quote auf 4,2 Prozent.

 

Arbeitgeber sind sooo gemein!

Oder? Nein! Das ist die Folge des Allgemeinem Gleichstellungsgesetzes („Antidiskriminierungsgesetz“) und der völlig fehlenden Vertragsfreiheit bei Arbeitsverträgen, was als „Arbeitnehmerschutz“ verkauft wird.

Wer Arbeitgeber ist, braucht nicht nur fachlich gute Mitarbeiter, sondern auch solche, die sich gut eingliedern und keine Probleme machen. Wenn jemand aus einem islamischen Land kommt und gar ein Kopftuch trägt, hat der Arbeitgeber Angst, dass er sich einen Fundamentalisten einstellt. Schließlich ist das Kopftuch ja nicht gerade ein Zeichen säkularer Einstellung und mangelnder Religiosität, während sein Fehlen bei einer Frau aus diesem Kulturkreis noch keine Garantie für eine nicht-religiöse Einstellung ist.

Das bedeutet nicht etwa Angst vor Anschlägen. Fast alle Arbeitgeber sind schlau genug zu wissen, dass das Risiko dahingehend verschwindend gering ist, wenn man nicht gerade am Flughafen oder in der Sprengstoffproduktion arbeitet.

Nein, aber ein fundamentalistischer Muslim kann massiv Probleme machen. Er kann:

  • plötzlich verlangen, dass die Kantine kein Schwein mehr serviert
  • plötzlich erklären, die Weihnachtsfeier des Betriebs diskriminiere/beleidige ihn
  • Geschlechtertrennung bei Veranstaltungen verlangen
  • Halal Essen in Kantinen und bei Betriebsveranstaltungen verlangen
  • Alkoholverbot im Betrieb (Firmenfeiern, Kantine, etc.) fordern
  • Das Abhängen von Kreuzen fordern
  • Kunden und Geschäftspartnern des anderen Geschlechts den Handschlag verweigern.
  • etc. pp.

Warum sollte ein Arbeitgeber so ein Risiko freiwillig eingehen?

Nicht dieses Stück Stoff, sondern der Staat verhindert eine Anstellung!
Nicht dieses Stück Stoff, sondern der Staat verhindert eine Anstellung!

 

Im Kapitalismus gäbe es das nicht

Hätten wir einen Kapitalismus, zu dem die Vertragsfreiheit fundamental dazugehört, würde er wie folgend reagieren können:

  • Er könnte die Bewerberin fragen, wie fundamentalistisch sie ist (verboten!)
  • Er könnte sie auffordern sich nicht so anzustellen und sich unterzuordnen (verboten!)
  • Er könnte eine Klausel in den Arbeitsvertrag einbauen, die bei solchen Forderungen sofort und fristlos eine Kündigung ermöglicht (verboten!)
  • Er könnte sie auch nach der Probezeit kurzfristig kündigen, wenn sie Probleme macht. (verboten!)
  • Er könnte sie ausfragen, wie sie zu allem denkt und anschließend sagen: „Wegen ihrer religiösen Einstellungen passen Sie nicht in unser Unternehmen.“ (verboten!) Sie könnte daraus lernen und sich verbessern oder verändern.

 

Wenn der Arbeitgeber die muslimische Bewerberin mit Kopftuch zum Vorstellungsgespräch einlädt und dann ablehnt, droht ihm nach geltendem Gesetz eine Diskriminierungsklage, bei der er beweisen muss, nicht diskriminiert zu haben. Hat er am Ende gar ein paar Fragen in Richtung Religion, Alkohol, Geschlechterverhältnisse, etc. gestellt, dürfte seine kostspielige Verurteilung garantiert sein. Warum sollte ein Unternehmer mit Verstand so ein Risiko eingehen?

Gäbe es all das nicht, ließe sich zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein frei ausgehandelter Vertrag schließen und der Arbeitgeber würde keinerlei Risiko bei einer Anstellung eingehen. Es spräche damit auch umgehend nichts mehr gegen Einstellung.

So aber schützt der „Arbeitnehmerschutz“ Muslimas mit Kopftuch vor Arbeit und das „Allgemeine Gleichstellungsgesetz“ sorgt für ihre Diskriminierung. Den Bewerberinnen wird das Recht genommen, sich selbst einen Arbeitsvertrag auszuhandeln, der den Bedürfnissen von Arbeitgeber und Bewerber entspricht. 

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie mich doch bitte auf Patreon (hier klicken) oder speichern Sie sich diesen Link hier als Lesezeichen für Ihre Einkäufe auf Amazon ab, um mich künftig mit etwa 5% Ihrer Einkaufssumme zu unterstützen – ohne Mehrpreis für Sie! Folgen Sie mir hier auf Facebook und tragen Sie sich hier in meinen Newsletter ein, um mehr von mir zu hören.

[mc4wp_form id=“2093″]

7 Gründe, warum Eure TTIP-Ablehnung lächerlich ist

Nun waren also viele Tausend auf der Straße, um gegen TTIP in CETA zu demonstrieren. Sie wollen keinen Freihandel mit Amerika, während sie in amerikanische Markenkleidung eingehüllt mit ihrem iPhone stolz Bilder auf Facebook und Twitter teilen, um anschließend zu McDonalds zu gehen.

Lächerlich ist dies aus folgenden 7 Gründen:

 

1. Ihr wisst nicht, wogegen Ihr überhaupt demonstriert

Zum jetzigen Zeitpunkt steht nur eines fest: Wenn TTIP ratifiziert wird, fallen die Zollschranken. Das ist der Kern dieses Abkommens. Alles andere ist unbekannt oder noch nicht spruchreif. Schließlich finden die Verhandlungen gerade erst statt. Ihr demonstriert also gegen etwas, von dem Ihr überhaupt nicht wisst, was es ist. Aber gut, in Deutschland kann man auch gegen Kernenergie sein, ohne den Unterschied zwischen Alpha-, Beta- und Gammastrahlung zu kennen.

 

2. Ihr bejammert geheime Verhandlungen – habt aber Angst, dass sich die EU von den USA über den Tisch ziehen lässt

Das immer wieder gehörte Argument ist, dass die Verhandlungen ja geheim seien, während gleichzeitig jeder weiß, dass sich die EU von den USA über den Tisch ziehen lässt. Also geht Ihr in eine Gehaltsverhandlung und sagt dem Arbeitgeber: „Ich verlange 40.000 Euro im Jahr, aber ich will den Job unbedingt, daher würde ich auch 30.000 akzeptieren!“? Was wäre da wohl die Antwort? „Wir bieten Ihnen 30.000 Euro Gehalt!“

Wie soll die EU denn verhindern, auf diese Art und Weise über den Tisch gezogen zu werden, wenn sie die Karten von Beginn an auf den Tisch legt? Überhaupt, welche Verhandlungen sind denn nicht geheim? Werden die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin etwa im Fernsehen übertragen werden? Es ist ja schließlich nicht so, dass das ausgehandelte Vertragswerk anschließend ebenfalls geheim wäre. Nein, wenn TTIP spruchreif ist, dann wird es jeder herunterladen, durchlesen und kritisieren können.

 

3. Ihr wollt amerikanische Produkte, aber mehr dafür bezahlen

Auf meiner Facebook-Seite habe ich mich über ein Bild lustig gemacht, wo eine Anti-TTIP Demonstratin in Nike-Turnschuhen bei McDonalds einkehrt. Auf meiner Seite führte dies natürlich zu dem besonders schlauen Kommentar, dass amerikanische Produkte ja gar nichts mit dem Freihandel zu tun hätten.

Stimmt. Die Produkte kommen auch jetzt herüber. Was bedeutet, dass Ihr amerikanische Produkte haben wollt. Nur scheinbar wollt Ihr unbedingt Zölle dafür bezahlen.

 

4. Ihr glaubt, genetisch veränderte und menschenfressende Chlorhühnchen schnappen dann aus den Kühlregalen nach Euch

Davon abgesehen, dass das Chlorhühnchen gesünder ist, als das Deutsche, werden genau darüber Verhandlungen geführt. Weil Freihandel die Produkte günstiger macht – wovon wir alle profitieren – gleichzeitig aber unterschiedliche Standards auf beiden Seiten des Ozeans herrschen. Gerade damit Ihr vor Euren gefährlichen Hühnchen geschützt bleibt, wird verhandelt.

Davon abgesehen, dass Gentechnik völlig ungefährlich ist und bei Billionen und Billiarden verzehrten Mahlzeiten mit gentechnisch veränderten Bestandteilen nicht ein Fall aufgetreten ist, bei dem Schäden angerichtet worden wären, kann am Ende dieser Verhandlungen durchaus im Vertrag stehen, dass Lebensmittel von dem Freihandelsabkommen ausgenommen bleiben. Dazu muss aber überhaupt erst einmal verhandelt werden.

Was übrigens im Interesse der Amerikaner wäre, schließlich sind Lebensmittelstandards in den USA oft höher als in Deutschland und der EU! Contergan wurde übrigens in den USA nicht durch die FDA freigegeben, weil die Tests für amerikanische Standards völlig unzureichend waren…

 

5. Ihr habt Angst vor guten Produkten

Natürlich habt Ihr auch Angst, dass durch den Freihandel deutsche Unternehmen pleite gehen werden. Das wird sogar ziemlich sicher passieren. Allerdings nur bei Unternehmen, die ausgesprochen schlechte Produkte anbieten und dabei völlig unflexibel sind. Und während dann einzelne Unternehmen pleite gehen, werden die 80 Millionen Menschen in Deutschland davon profitieren, weil sie ab sofort bessere Produkte zu günstigeren Konditionen bekommen.

Freihandel muss nämlich nur fürchten, wer ausgesprochen schlecht ist. Nur dann braucht er Schutzzölle, die andere Produkte künstlich verteuern. Und während es ihm selbst und seinen Mitarbeitern hilft, schadet es dem ganzen Land.

Nehmen wir an, deutscher Stahl ist teurer als Amerikanischer und es gibt daher einen Schutzzoll, um amerikanischen Stahl am Ende teurer als deutschen zu machen. Davon profiteren eine Handvoll Stahlhütten. Gleichzeitig bedeutet dies aber für den deutschen Maschinenbau, die deutsche Automobilindustrie, für die deutschen Baukonzerne, für den deutschen Schiffbau, für den deutschen Flugzeugbau, ja selbst für die deutschen Konservenfabriken (sofern sie kein Alu verwenden), dass ihr Stahl unnötig teurer wird. Selbst Eure Pfanne und Euer Grill werden damit unnötig teurer. Am Ende bezahlen 80 Millionen Kunden in Deutschland mehr als nötig, weil ein paar deutsche Stahlwerke nicht modernisieren wollen oder zu unflexibel sind, um effizienter zu werden.

Freihandel wird dafür sorgen, dass nur die besten Produkte sich durchsetzen. Während für uns der Laptop billiger wird, werden deutsche Autos in den USA günstiger werden, was ihren Marktanteil dort steigern wird. Denn weder Porsche, noch BMW, noch Mercedes brauchen Angst vor Freihandel zu haben.

 

6. Ihr lasst Euch von Sozialisten und Antiamerikanern einspannen

Ihr werdet instrumentalisiert und merkt es nicht einmal. Die EU hat aktuell 27 Freihandelsabkommen und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit weiteren 23 Ländern. Gegen wie viele davon habt Ihr demonstriert? Gegen wie viele davon haben Aktivisten mobil gemacht?

Warum aber ist TTIP dann auf einmal so ein Thema? Natürlich, weil es mit den USA geschlossen werden soll. Das bedeutet nicht, dass jeder von Euch ein Anitamerikaner ist und aus reinen Ressentiments gegen das Abkommen ist. Es bedeutet nur, dass Ihr Euch von solchen Menschen benutzen lasst.

Freihandel nutzt allen Beteiligten, weil er Produkte günstiger und Firmen wettbewerbsfähiger macht. Das alles geschieht zum Wohle der Konsumenten, also zum Wohle von uns allen. Schließlich sorgt Freihandel für größere Märkte und mehr Konkurrenz. Dinge, von denen Unternehmen nur profitieren können, wenn ihre Produkte gut sind. Was wiederum gut für die Menschen ist.

Wirtschaftlich spricht gegen Freihandel also nur, dass damit mehr Markt entsteht, was Sozialisten bekanntlich nicht passt. Zusammen mit der antiamerikanischen Komponente lasst Ihr Euch also von verbohrten Ideologen ausnutzen.

 

7. Schiedsgerichte sind notwendig und Alltag

„Aber die Schiedsgerichte…“ hört man dann. Ja, und? Schiedsgerichte sind notwendig! Was soll BMW denn machen, wenn es in den USA nach Zusicherung der Regierung ein großes Areal kauft um dort eine Fabrik hinzubauen, Millionen investiert, nur um anschließend zu erfahren, dass die US-Regierung Gesetze geändert hat, die das nun verbietet?

Was soll RWE machen, wenn es in Kalifornien Kraftwerke bauen will, Millionen und Milliarden in die Infrastruktur und Nutzungsrechte investiert, nur um dann das Gebiet von der Regierung zum Naturschutzgebiet erklärt zu bekommen?

Sollen sie vor ein US Gericht gehen und klagen? Vor ein Gericht, das an US-Gesetze gebunden ist, die ja gerade den Bau dieser Anlagen verhindern? Oder sollen die Konzerne vor dem Landgericht Oldenburg Klage einreichen, was die USA sicherlich in die Knie zwingen wird?

Wie sollen diese Unternehmen denn Ihr Recht bekommen, ohne dass sich alle Beteiligten auf eine über den beiden nationalen Gerichtsbarkeiten stehende Instanz geeinigt haben? Staaten gehen zur UNO und zu anderen internationalen Organisationen. Wo sollen Unternehmen hin?

Darüber hinaus gibt es bereits zahllose Schiedsgerichte, weil auch die EU ja bereits eine Vielzahl an Wirtschaftsabkommen mit Drittstaaten abgeschlossen hat. Nicht nur das, Schiedsgerichte sind gerechter und die meisten Kläger kommen nicht etwa aus den USA, sondern aus Europa!

Freihandel nutzt allen Beteiligten - bis auf Unternehmer mit schlechten Produkten.
Freihandel nutzt allen Beteiligten – bis auf Unternehmer mit schlechten Produkten.

 

Ist ein wenig Warten wirklich zu viel verlangt?

In Österreich lehnen 73 Prozent das Freihandelsabkommen mit Canada, CETA, ab. Gleichzeitig wissen aber 78 Prozent laut eigener Aussage nicht, worum es überhaupt geht. In Deutschland dürfte es, auch im Bezug auf TTIP, nicht viel anders sein. Schließlich gibt es auch noch nicht viel zu wissen. Immerhin liegt TTIP noch nicht einmal vor. Das Abkommen ist ja noch nicht einmal fertig.

Ist es wirklich zu viel verlangt, mit der Ablehnung erst einmal so lange zu warten, bis man etwas hat, das man tatsächlich kritisieren kann? Aktuell wisst Ihr nicht einmal, wovon Ihr überhaupt redet! Ich übrigens auch nicht. Deshalb bin ich auch nur für Verhandlungen und während ich immer für Freihandel bin, kann der in einer extrem regulierten und subventionierten Welt leider nicht immer nur mit dem einen Satz „Es herrscht Freihandel.“ beschlossen werden. Sollte das Abkommen sich tatsächlich als katastrophal erweisen, werde ich mich selbstverständlich auch dagegen stellen. Aktuell weiß aber noch keiner, worum es überhaupt geht.

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie mich doch bitte auf Patreon (hier klicken) oder speichern Sie sich diesen Link hier als Lesezeichen für Ihre Einkäufe auf Amazon ab, um mich künftig mit etwa 5% Ihrer Einkaufssumme zu unterstützen – ohne Mehrpreis für Sie! Folgen Sie mir hier auf Facebook und tragen Sie sich hier in meinen Newsletter ein, um mehr von mir zu hören.

[mc4wp_form id=“2093″]

Facebook: Zensur und Beeinflussung

Gizmodo berichtet, dass Facebook konservative Nachrichten unterdrückt hat, die dem sozialen Netzwerk des dezidierten Linken Zuckerberg nicht gefallen haben. Nach seiner Einführung der Zensur in Deutschland, erlaubt sich das führende soziale Netzwerk erneut etwas, das man nur noch mit Übermut erklären kann. Offensichtlich ist den Leuten in Menlo Park ihre Reichweite zu Kopf gestiegen. Es wird jedoch ein Erwachen geben.

 

Facebook hat enorme Macht

Dass Facebook konservative Nachrichten an der Verbreitung hindert, ist ein krasser und kaum zu unterschätzender Eingriff. Ein wesentlicher Teil seiner Nutzer nutzt Facebook inzwischen hauptsächlich oder gar alleinig zur Informationsbeschaffung, so auch ich. Alle von mir regelmäßig gelesenen Zeitungen, ob deutschsprachige oder englischsprachige, habe ich auf Facebook abonniert. Zeitungen oder Zeitschriften denen ich Priorität zuweise, werden mir entweder zuerst im Newsfeed angezeigt oder bei ihren Veröffentlichungen bekomme ich Nachrichten. So konnte Facebook meine Nachrichtenaggregator im Internet werden, da ich von dort aus dann weiter auf die Suche gehe, statt täglich auf geschätzten 40 bis 50 Webseiten nachsehen zu müssen, was dort heute veröffentlicht wurde.

Indem nun aber Facebook manipulierend in den Newsstream eingreift, kann es meine Wahrnehmung, und natürlich die all seiner anderen Nutzer, ganz eklatant beeinflussen. Nehmen wir Donald Trump, den ich ausdrücklich nicht schätze. Facebook könnte nun alle Artikel die seine politischen Positionen für vernünftig erklären im Newsfeed seiner Nutzer untergehen lassen und ihre Sichtbarkeit einschränken. Den meisten Nutzern, auch den konservativen, würden entsprechend nur die Nachrichten angezeigt werden, die Trump als Idioten dastehen lassen.

Eine so einseitige Auswahl der Nachrichten, über die Wahl der Nutzer selbst, die ja Seiten „liken“ können, hinaus, würde deren Wahrnehmung von der Welt wesentlich ändern. Theoretisch könnte Facebook im November zur Wahl ausschließlich vorher als Clinton-Unterstützer aufgefallenen Nutzern die Aufforderung zur Wahl anzeigen, während bei allen Konservativen vorrangig Artikel auftauchen würden, die die Nichtwahl als gerechtfertigte Alternative erscheinen lassen. Herausfinden könnte dies niemand, was es angesichts obiger Nachrichten umso wahrscheinlicher macht.

 

Der Monopolist wird übermütig

Letztendlich kann man diese Entwicklung jedoch relativ entspannt sehen, ja sich praktisch schon fast darüber freuen. Was wir gerade erleben, ist ein Monopolist der übermütig wird. Auch wenn es andere soziale Netzwerke gibt, eine so umfassende Abdeckung aller Bedürfnisse an einem sozialen Netzwerk bietet den Älteren (die Jüngeren sind ja inzwischen auf Snapchat) nur Facebook. Vielleicht ist deshalb das soziale Netzwerk, zu dem ich gerade wegen seines Hochhaltens der Meinungsfreiheit von StudiVZ gewechselt war, nun einfach zu besoffen von seiner Reichweite.

Wie bei allen Monopolisten die ihre Macht ausnutzen und ihr Produkt entweder ungerechtfertigt verteuern oder verschlechtern, ist dies jedoch der Beginn ihres Niedergangs, sofern der Staat nicht helfend mit Gesetzen eingreift oder das Unternehmen sich wieder fängt und zu alter Größe zurückfindet. Schon seitdem auf den Druck der Bundesregierung die Zensur auf Facebook Einzug hielt, habe ich all meinen Videos immer einen Abschluss angehängt, der zum Abonnieren auch auf anderen Kanälen auffordert. In jedem Video wird seither dieser Footer angehängt:

Die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen.
Die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen.

Facebook hat mir mit seinem Verhalten gezeigt, dass es langsam aber sicher Zeit wird, sich Alternativen zu suchen. So reagiert der Markt in einem unregulierten Umfeld (Und soziale Netzwerke sind nur reguliert, wenn sie sich regulieren lassen wollen. Ansonsten sitzen sie in Panama oder auf Palau.), indem er bei einer Enttäuschung mit dem Monopolisten nach Alternativen sucht.

Hätte Facebook Mäßigung gekannt und seine Eingriffe nur Minimal gemacht, beispielsweise auf den deutschen Raum im Bezug auf die Zuwanderung beschränkt, so wäre der Leidensdruck nicht groß genug gewesen. Jetzt verärgert das Netzwerk jedoch die Hälfte seines amerikanischen Kundenstamms und zeigt allen Nutzern weltweit, dass Facebook bereit ist sie zu manipulieren! Das ist untragbar und das wird auch nicht auf Dauer ertragen werden.

Wenn Facebook jetzt nicht die Notbremse zieht, wird sein Verhalten die Entstehung einer Alternative nicht nur befördern, sondern erfordern. Das ist das Schöne an der ganzen Sache. Facebook kann sich mit so einem Verhalten selbst kaputt machen.

 

Aktuell gibt es noch keine echten Alternativen

Viele Deutsche wechseln seit der Einführung der Zensur zu VK, dem russischen Klon des Netzwerkes. Zwar sind es bislang auch massiv Rechtsaussen der Gesellschaft, die eine Sperrung wegen ihrer Äußerungen zu den Flüchtlingen befürchten oder bereits erlebt haben, doch das Netzwerk müsste ja nicht auf sie beschränkt sein. Allerdings hat der russische Geheimdienst die Kontrolle in dem Laden. Eine Backdoor des NSA zu meinem Rechner zu haben, halte ich allerdings für ausreichend. Eine des FSB brauche ich nicht noch zusätzlich.

Dazu folgt VK eben keiner Politik der Meinungsfreiheit, es führt nur noch keine deutsche Inhaltskontrolle durch. Wer auf VK auf russisch etwas gegen die Annexion der Krim sagt, wird nicht nur auf VK Probleme bekommen, sondern gegebenenfalls auch uniformierten Besuch, zumindest innerhalb Russlands.

Sollte eine Massenflucht Deutscher zu VK einsetzen, ist daher auch dort die Zensur nur noch eine Frage der Zeit. Dann allerdings nicht mehr durch politisch korrekte Linke, sondern durch den Geheimdienst einer Diktatur. Für mich als erklärten und ausdrücklichen Putin-Gegner wäre die Nutzungsphase daher nicht nur schnell vorbei. Mitunter würde ich im Falle einer Einreise gar von einer Verhaftung bedroht sein, wenn meine Aussagen auf einem russischen Netzwerk nach russischem Recht als auf russischem Boden verstanden werden. Russland selbst finde ich jedoch faszinierend und würde es gerne ausgiebig bereisen. Allerdings bitte nicht nur die Gefängnisse und Straflager.

Alle anderen Netzwerke hängen dagegen bislang im Nutzungsumfang weit hinterher oder sind noch quantitativ völlig unbedeutend. Aber keine Sorge: Wenn Facebook so weitermacht, wird sich das sehr schnell ändern. Jetzt werden Nutzer zumindest zunehmend ihre Follower dazu auffordern, sie auch auf anderen Kanälen zu abonnieren und ihrer Beschaffung von Nachrichten besser einem RSS-Reader anvertrauen, als Facebook. Dies bedeutet weniger Nutzer, weniger Onlinezeit und weniger Werbeeinnahmen für Facebook.

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie mich doch bitte auf Patreon (hier klicken) oder speichern Sie sich diesen Link hier als Lesezeichen für Ihre Einkäufe auf Amazon ab, um mich künftig mit etwa 5% Ihrer Einkaufssumme zu unterstützen – ohne Mehrpreis für Sie! Folgen Sie mir hier auf Facebook und tragen Sie sich hier in meinen Newsletter ein, um mehr von mir zu hören.

[mc4wp_form id=“2093″]

 

Das Bargeldverbot ist ein Generalangriff auf die Freiheit

Die Sau vom Bargeldverbot wird immer wieder durchs Dorf getrieben. Aktuell setzt sich die SPD nicht nur für ein Verbot von 500 Euro Scheinen, sondern auch von Bargeldkäufen über 5.000 Euro ein. Die Argumente gleichen sich immer wieder. Es soll gegen die Kriminalität, wahlweise auch den Terrorismus vorgegangen werden. Das tatsächliche Ziel ist jedoch der Bürger.

 

Vorgeschobene Gründe

Immer wieder wird kolportiert, der 500 Euro Schein diene vor allem kriminellen Handlungen. Würde man ihn verbieten, so würde der normale Bürger überhaupt nichts davon mitbekommen, lediglich Kriminelle könnten ihn dann nicht mehr benutzen. Ein weiterer Vorschlag ist das Verbot von Barzahlungen über 5.000 Euro. Auch hiermit will die SPD „kriminelle Aktivitäten“ bekämpfen. Nun, wen von uns sollte das schon stören, oder nicht?

Wer sollte schon etwas gegen die Bekämpfung von Kriminalität und Verbrechen haben? Eigentlich ja keiner, oder? Dennoch wäre es unverantwortlich, sich hier von der Politik und unkritischen Medien einlullen zu lassen. Ganz davon abgesehen, dass auch ich in Augen der SPD wohl etwas Kriminelles getan habe, als ich mein Auto vor vier Jahren bar bezahlt habe. Gut, der Kauf eines Dacia war in der Tat fragwürdig, aber eben nicht kriminell. Tatsächlich liegt die Stoßrichtung hier jedoch völlig anders. „Das Bargeldverbot ist ein Generalangriff auf die Freiheit“ weiterlesen

Attac: Ausbeuter gegen den Kapitalismus

Attac findet es ganz furchtbar, dass behäbige heimische Industrien im internationalen Wettbewerb durch dynamische Konkurrenz aus den Entwicklungsländern benachteiligt werden könnten, was den Lebensstandard in den Entwicklungsländern heben könnte und dort Menschen aus der Armut reißen würde. Daher kämpft Attac gegen die Globalisierung und gegen den Kapitalismus

 

In einer aktuellen Stellenausschreibung suchen sie einen Praktikanten, der gegen TTIP/CETA/TiSA und die Ausbeutung durch den Kapitalismus kämpfen möchte.

Für überaus soziale und überhaupt nicht ausbeuterische 1,65 Euro die Stunde.

 

Republik der Narren

Deutschland braucht Uber

Nun hat also ein Gericht verboten, dass Uber in Deutschland seinen Dienst anbieten darf. Was den Taxi-Lobbyisten gefallen dürfte, ist eine Katastrophe für die Bevölkerung.

 

Konkurrenz verbessert die Leistung für den Konsumenten

Nun wäre es einfachste Ökonomie, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Allerdings ist Uber ein großer Konzern und noch dazu aus Amerika, was für Viele bereits Grund genug zu sein scheint, gegen das Unternehmen zu sein. Dabei hat die Liberalisierung des Fernbusverkehrs heute dazu geführt, dass man für teilweise nur neun Euro bundesweit verreisen kann. Zwar mag die Busfahrt länger dauern, dafür hat man jedoch einen gesicherten Sitzplatz und W-Lan auf der ganzen Strecke. Wer es also nicht zu eilig hat, kann, verglichen mit der Bahn, bei deutlich geringeren Kosten die Fahrt nutzen um zu Arbeiten, zu lesen oder auch nur zu surfen.  Auch als die Bahnmitarbeiter wieder einmal streikten und die Züge massenweise ausfielen, gab es nun plötzlich eine günstige Alternative für Reisende zu Flugzeugen, Taxis und Autos. Doch das ist noch nicht alles. Nicht nur, dass der einfache Mann davon profitiert, selbst die Bahn bewegt die neue Konkurrenz auf der Straße zur Reaktion. So soll, was noch vor wenigen Jahren undenkbar schien, künftig eine Platzreservierung nichts mehr kosten und bald sogar gratis W-Lan auch in den Zügen zur Verfügung stehen.

Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs sorgte somit nicht nur zu einer günstigeren Alternative zur Eisenbahn, zu deren Schutz das die Fernbusse verbietende Gesetz einst beschlossen wurde, es verbessert auch die Bahn selbst, da sie sich der Konkurrenz anpassen muss. Am Ende gewinnt somit wirklich jeder, selbst wenn er überhaupt nicht zu Konkurrenz wechseln wollte.

Uber
Uber ist großartig für alle, außer für Taxifahrer.

 

Kein Mensch braucht einen Personenbeförderungsschein

Die legalistische Begründung für das Verbot von Uber ist nun das Fehlen eines Personenbeförderungsscheins. Dieser ist zum Führen eines Taxis gesetzlich erforderlich. Früher mag dies sogar eine gewisse Rechtfertigung gehabt haben, da zu Zeiten ohne Navigationssysteme ein unerbittlich tickender Taxamater eine Zumutung für jeden Kunden gewesen wäre, hätte der Taxifahrer nicht erweisen müssen, dass er die Straßen seines Einsatzgebietes kennt.

Wozu aber sollte heute ein Personen befördernder Fahrer dies noch benötigen? Omnipräsente Navigationsapps sorgen nicht nur für ein sicheres Ankommen selbst bei völliger Ortsunkenntnis des Fahrers, sie können auch Schleichwege anzeigen und bei Verkehrsbehinderungen automatisch Ausweichrouten ermitteln. Die Strecke wird dabei auf der App angezeigt, sodass der Fahrer große Probleme hat, absichtliche Umwege zu fahren, was keineswegs eine Seltenheit ist, wie ich auch selbst schon erlebt habe. Dazu bietet Uber gleich noch mehrere weitere Vorteile. Die Kunden können ihre Fahrer bewerten und sie können über die App bargeldlos, ja sogar ohne eine mitgeführte Kredikarte bezahlen. Der Fahrer hat so kein Bargeld mehr bei sich und wird damit garantiert weniger durch Überfälle bedroht sein.

Der gestiegene Wettbewerb verringert die Kosten für Nutzer. Dies wird Trunkenheitsfharten genauso reduzieren wie den Zwang für Frauen, nachts und betrunken alleine durch einen Park oder ein Waldstück nach Hause zu gehen. Kunden wie auch Fahrer sind namentlich erfasst, was das Risiko für Kriminalität von jeder Seite merklich weiter verringert. Denn während genau dies immer wieder auch als Argument aufgeführt wird, so sind Taxifahrer doch auch nichts anderes als Menschen. Entsprechend kann es wenig überraschen, dass einzelne von ihnen betrunken am Steuer saßen, Kundinnen vergewaltigt, Kunden beraubt oder gar Kunden ermordet haben.

Dazu kommt, dass Taxifahrer sich gerne einmal weigern einem bei dem Koffer zu helfen, rechtlich müssen sie dies auch nicht tun. Sitzt man im Taxi und der Fahrer steckt sich eine Zigarette an, ist man im Prinzip genauso hilflos, wie wenn plötzlich unerträgliche Musik gespielt wird. Auch all dies kommt mit einem Dienst wie Uber nicht mehr vor, da der Fahrer sehr bald ohne Kunden dasteht, wenn diese sich regelmäßig über ihn beschweren.

 

Kartelle helfen nur den Kartellinhabern

Nein. Uber ermöglicht eine Konkurrenz, die das Produkt für die Konsumenten erschwinglicher, transparenter und besser macht. Das Taxikartell zu erhalten, wie es gerade Gerichte und Politik tun, nützt dabei nur einem: Den Kartellinhabern. Statt dieses Relikt aus der Vergangenheit zu erhalten sollte sich Deutschland lieber an der Liberalisierung des Fernbusverkehrs ein Beispiel nehmen und auch die kommerzielle Personenbeförderung vollständig liberalisieren. So wie es in einer Marktwirtschaft üblich ist, profitiert bei einer wirklichen Liberalisierung (nicht bei einer Neureglementierung, sondern bei wirklich freiem Austausch von Leistungen) am Ende nur noch einer: der Konsument. Dessen Interesse muss dabei über dem Interesse von Kartellen stehen, die sich zudem nur dank staatlicher Reglementierung etabliert haben, nicht etwa weil ihr Produkt die Konkurrenz aus dem Markt gedrängt hätte.

Entgeltgleichheitsgesetz: Schattenboxen auf Kosten von Freiheit und Wirtschaft

Nun also will die Familienministerin die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen per Gesetz bekämpfen und die Medien schreiben, die Männer würden vor ihren „kühnen Plänen“ zittern. Zittern sollten die Menschen tatsächlich, Männer wie Frauen, vor der Dummheit und Ignoranz dieser Politik

 

Frauen verdienen 22 Prozent weniger – aus gutem Grund!

Laut den Medien verdienen Frauen 22 Prozent weniger. Das mag im Schnitt sogar so sein. Dennoch ist eine solche Diskrepanz nur dann ein Problem, wenn man alle Zusammenhänge außer Acht lässt.

Frauen verdienen weniger, weil sie nach wie vor vorrangig Berufe ergreifen, die geringeres Gehalt mit sich bringen. Friseusen verdienen im Schnitt nun einmal weniger als ein mit gleicher Schulbildung startender Maurer. Dazu arbeiten Frauen im Durchschnitt weniger Stunden, machen seltener Überstunden und häufiger Halbtagsjobs. Dies trägt genauso zu der Diskrepanz bei, wie es die unterschiedliche Weiterentwicklung im Beruf beiwirkt.

Frauen steigen nämlich im Schnitt langsamer und weniger hoch in ihren Tätigkeiten auf. Dazu kommt, dass sie bei Gehaltsverhandlungen weniger stark agieren und daher geringere Erhöhungen herausschlagen.

Dies ist jedoch in der Masse weder einer Verschwörung der Männer zuzuschreiben, als vielmehr genetischen Unterschieden, die anzusprechen in der „Ich suche mir mein Geschlecht aus“ Gender-Welt inzwischen empörend ist.

Doch alle Studien der Genderunwissenschaften ändern nichts an dem einfachen Umstand, dass die durchschnittliche Frau nur rund ein Zehntel des Testosterons eines Mannes hat. Dieses Sexualhormon bestimmt dabei aber nicht nur den Fettstoffwechsel, sondern auch die Psyche.

Aus Wikipedia:

Eine systematische Übersichtsarbeit zur Beziehung zwischen Testosteron und antisozialem Verhalten ergab, dass ein hoher Testosteronspiegel zu einer beeinträchtigten Regulation emotionaler und motivationaler Prozesse, geringerer sozialer Sensibilität und starker Belohnungsmotivation führt. [Dies sind Dinge, die für ein Aufsteigen innerhalb eines Unternehmens von Vorteil sein können, wenn es sich gegen Konkurrenten durchzusetzen gilt.]

[…]

Männer, denen Testosteron verabreicht wurde, behielten im Vergleich zur Placebo-Gruppe 27 % mehr Geld für sich in Verhandlungssituationen.

Während Frauen also aus eigenem Antrieb weniger bei Gehaltsverhandlungen erzielen und dazu weniger aggressiv um ihren Aufstieg innerhalb des Unternehmens bemüht sind, kommen noch Kinderpausen hinzu, die Frauen gegenüber gleichaltrigen Männern mehrere Jahre an Arbeitserfahrung kosten können. Man braucht keinen Abschluss in Human Ressources um zu wissen, dass ein Mitarbeiter mit mehr Arbeitserfahrung in der Regel mehr Gehalt bekommt.

Was also logisch nachvollziehbar ist und bestenfalls Maßnahmen zur Verringerung der Auszeiten nach Geburten nach sich ziehen sollte, wird zu einem Politikum, weil für Ideologen die Fakten keine Bedeutung haben.

Den vermeintlichen „Gender Pay Gap“ zu beklagen und den Männern anzulasten ist jedoch, wie das Gehalt eines 15 jährigen Maurerlehrlings mit dem eines 30 jährigen Meisters seines Faches zu vergleichen – um anschließend von Altersdiskriminierung des Jüngeren zu sprechen, weil er weniger verdiene.

Das angekündigte Gesetz wird sich also jenseits der Faktenlage und ungeachtet der Ursachen unterschiedlicher Durchschnittseinkommen bewegen und einen massiven Einschnitt in die Freiheit und die Wirtschaft bedeuten. Die Zeche dafür werden auch die Frauen zu zahlen haben.

 

Was wäre, wenn es tatsächlich eine Männerverschwörung wäre?

Doch spielen wir das Gedankenexperiment einmal durch. Was wäre, wenn sich die bösen Männer tatsächlich verschwören würden, um Frauen weniger zu bezahlen? Was hätte das für Folgen?

Kurz: Gar keine, es würde nicht funktionieren. Unternehmen sind gewinnorientiert und wirtschaftlicher handelnde Unternehmen haben massive Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitbewerbern, die ideologisch handeln. Diese Vorteile können sie dann in Marktanteile umsetzen.

Würden also Frauen tatsächlich 22 Prozent weniger als Männer verdienen, bei gleichen Qualifikationen, Erfahrungen, Fertigkeiten – kurzum, bei exakt gleicher Leistung und Leistungsfähigkeit, dann wären Unternehmen drastisch im Vorteil, die ausschließlich Frauen einstellen würden.

Die Arbeitskosten, praktisch immer der größte Kostenfaktor, wäre so um 22 Prozent verringert, ein eklatanter Vorteil für ein Unternehmen.

Die Folge wäre, das dieses exklusiv mit Frauen arbeitende Unternehmen die Konkurrenz ausstechen könnte, durch günstigere Produkte oder Dienstleistungen und daher in Windeseile den Markt dominieren würde. Da das so rapide wachsende Unternehmen ausschließlich Frauen einstellen würde, wäre eine zunehmende Zahl an Männern gleicher Qualifikation arbeitslos und würde so die eigenen Gehaltsansprüche senken, bis sich eine Parität eingestellt hat und wieder nur noch die Qualifikation bei der Einstellung entscheidet. Gleichzeitig würde ein geringer werdender Anteil an für die Arbeit verfügbaren Frauen diese Ressource verknappen und teurer machen – das Gehalt der Frauen würde steigen.

Ein Gender Pay Gap, würde er denn tatsächlich und nicht nur in den Statistikbüros existierten, würde sich somit in einer Marktwirtschaft selbst in kürzester Zeit erledigt haben.

 

Doch statt Vernunft dominiert die deutsche Politik eben die Ideologie. Statt Ergebnissen zählen nur noch die Absichten. Leiden werden darunter alle, auch die Frauen.

Das eine Prozent Superreiche sind wir!

Oxfam hat bekannt gegeben, dass nun 1% der weltweiten Reichen weltweit 50% des Vermögens besitzt. Dies nutzen Vertreter fast aller politischer Ausrichtungen, um nach mehr Regulierungen, mehr Steuern, Enteignung und mehr „Umverteilung“ zu schreien. Dabei ist der Ansatz völlig falsch. Entscheidend ist nämlich nicht, wie reich das eine Prozent der Superreichen ist, sondern wie leicht man selbst reich werden kann. Dies geht nur im Kapitalismus. Je reiner, desto leichter.

 

Wir sind die 1 %!

Wussten Sie, dass Sie eine gute Chance haben, selber dieses eine Prozent zu sein? Das eine Prozent ist nämlich weltweit bezogen. Zumindest wenn es um Einkünfte geht, ist es nicht sonderlich schwer, zu dem 1 % Topverdienern weltweit zu gehören. Hier genügt bereits ein Jahreseinkommen von 34.000 Dollar, oder rund 29.000 Euro. In Deutschland betrug das Durchschnittseinkommen 2013 31.089 Euro. Wer also jetzt wegen der Oxfam-Aussage nach Enteignungen (ob direkt oder über Steuern) ruft, der fordert auch die eigene Enteignung.

 

Reiche sind gut

Dass eine solche Studie überhaupt soviel Wirbel macht, liegt an der Neidkultur und der grundsätzlichen Affinität in Richtung Sozialismus meiner deutschen Landsleute. Tatsächlich sind Reiche nämlich kein Problem, sondern eher die Lösung. Investitionen benötigen Kapital. Allein die Kumulierung von Kapital ermöglicht diese Investitionen. Wo sonst sollte das Geld für Maschinen einer neuen Fabrik herkommen? Banken sollen nach Wunsch der Mehrheit ja ebenfalls strengstens reguliert werden und möglichst keine Risiken mehr eingehen.

Große Würfe sind aber praktisch per Definition außergewöhnlich und neuartig. Somit sind sie mangels Erfahrungswerten nicht berechenbar und damit wiederum kaum kreditwürdig. Gleichzeitig sind sie es aber, die den Fortschritt am weitesten vorantreiben. Wo wäre die Welt heute ohne Youtube und Facebook, ohne Amazon und eBay und ohne Tesla und Space X?

Dazu weiß jeder, dass man auch für Kredite weit mehr braucht, also nur eine Idee, nämlich Eigenkapital. Dieses wiederum muss von Investoren kommen, ob nun von einem selbst oder von einem „Reichen“. Ansonsten versuchen Sie einmal, ohne signifikantes Eigenkapital von der Bank einen Kredit für eine Gastronomie zu erhalten. So gut das Konzept ist, Sie werden nichts bekommen. Ein Kapitalgeber hingegen hat „Risikokapital“ und kann sich durch sein Bauchgefühl zur Investition bewegen lassen, da er für sein Geld selbst verantwortlich ist. Eine Bank kann das nicht.

Unternehmensgründungen sind also in wesentlichem Maße von Reichen und Wohlhabenden abhängig. Unternehmen sind es jedoch, die Arbeitsplätze schaffen und damit Arbeitslosen Selbstachtung, ein Auskommen und Wohlstand ermöglichen.

Selbst wenn der Staat subventioniert, was für sich ja nichts anderes ist, als Steuerzahlern verdientes Geld wegzunehmen und es mit sehr hoher Ineffizienz (Stichwort Prozesskosten) anstelle der Steuerzahler zu investieren, kommt immer noch die Mehrzahl der Einkommenssteuer von den „Reichen“. Genau genommen bezahlen die „reichsten 20%“ über 70% der Einkommenssteuer.

 

Reiche können anspornen

Auch wenn es der deutschen Mentalität völlig zuwider läuft: Reiche können auch zu höheren eigenen Leistungen anspornen. Zu sehen, dass andere sich tatsächlich vom „Tellerwäscher zum Millionär“ hochgearbeitet haben, ist eine gewaltige Motivation, selbst etwas zu leisten. Allerdings nur, wenn man Reiche nicht als menschliche Pest und als etwas Verachtenswertes sieht, weil man völlig von Sozialneid zerfressen ist. Aber dazu müsste man Reichtum natürlich nicht als Ärgernis, sondern als einen erstrebenswerten Status ansehen.

 

Wie Reich Warren Buffett ist, ist egal

Dabei ist es völlig egal, ob Warren Buffett fünf, fünfzig oder fünfhundert Milliarden sein Eigen nennt. Für Sie und mich macht dies keinen Unterschied. Entscheidend muss nur die Frage sein, ob wir selbst so etwas auch erreichen können.

Gerade wenn wir uns die Superreichen der Neuen Welt ansehen, so ist der Großteil davon Selfmade-Milliardäre. Ob Bill Gates, Mark Zuckerberg oder der verstorbene Steve Jobs – all diese Milliardäre haben ihren Reichtum erarbeitet.

Möglich war ihnen dies nur, da das Wirtschaftssystem „kapitalistisch“ war. Wer Aufgrund der Oxfam-Studie also höhere Steuern, Umverteilung oder Enteignung wünscht, der nimmt allen Menschen genau diese Möglichkeit, selbst zu Wohlstand und zu Reichtum zu kommen.

Entscheidend ist nämlich nicht, wie reich Warren Buffett ist, sondern ob man es selbst werden kann. Je kapitalistischer das Wirtschaftssystem, desto größer ist diese Chance – zumindest wenn man es auf legalem Wege versucht.

Darum drückt Saudi-Arabien den Ölpreis

Von Seiten des saudischen Ölministers kommen eindeutige Aussagen. Man kümmere sich nicht darum, wie weit der Ölpreis fallen werde. Selbst wenn er auf 20 Dollar je Fass stürzen sollte, Saudi-Arabien wird seine Förderung nicht vermindern. Dies alles, obwohl auch Saudi-Arabiens Produktionskosten vermutlich bei etwa 25 Dollar liegen, das Land aber einen Preis von 94 Dollar für einen ausgeglichenen Staatshaushalt benötigt. Das bedeutet, auch wenn das Öl selbst noch mit Gewinn verkauft wird, reißt der niedrige Preis dennoch ein Loch in das saudische Budget – und die Saudis weiteten ihre Förderung sogar noch aus. Doch wieso machen sie das? Um wichtig für die USA zu bleiben und um den Iran in die Knie zu zwingen.

 

Dumpingpreise helfen nicht gegen Fracking

Es gibt Theorien, Saudi-Arabien würden mit dem niedrigen Ölpreis die amerikanische Förderung aus Schieferschichten, das sogenannte Fracking, austrocknen wollen. Dies ist zwar die tatsächliche Auswirkung, da die Förderkosten dort bei niedrigen Ölpreisen unterschritten werden, aber dennoch wohl eher eine Milchmädchenrechnung. Sofern nämlich nicht die Propagandakampagnen gegen Fracking durch die konventionellen Förderländer erfolgreich sind, wird die Förderung von Öl und Gas mittels Hydraulic Fracking zwar stoppen, nach einem Preisanstieg aber wieder beginnen. Durch niedrige Preise wird ja weder die dafür notwendige Technologie vergessen, noch die vorhandenen Energieträger „schlecht“ – sie sind ja keine verderbliche Ware. Natürlich würden solch einem Stopp der Förderung Firmen zum Opfer fallen, doch die Mehrzahl der Unternehmen würde überleben, während gleichzeitig die Möglichkeit für andere entstünde, in diesem Bereich tätig zu werden.

Erdöl ist der Treibstoff der Weltwirtschaft.
Erdöl ist der Treibstoff der Weltwirtschaft.

 

 

Es geht um Einfluss in den USA

In diesem Zusammenhang wird auch geschrieben, Saudi-Arabien würde seine Marktanteile in den USA erhalten wollen. Dies dürfte richtig sein. Allerdings nicht zwingend, weil dies ein gutes Geschäft für das Königreich ist, sondern aus politischen Erwägungen. Selbst wenn die Saudis bei ihren Verkäufen in den Vereinigten Staaten noch Geld machen, sind die politischen Renditen weit wichtiger.

Saudi-Arabien leidet massiv unter der Abwendung der USA aus dem Nahen Osten. Der alte Deal „Öl für Sicherheit“ scheint in Frage zu stehen. Im wahabitischen Königreich ist man schwer enttäuscht, weil die USA sich im Aufstand gegen Assad in Syrien derart herausgehalten haben, dass man sich selbst gezwungen sah, massiv einzugreifen. Obamas Akzeptanz von Mohammed Mursi, dem ägyptischen Prösidenten der Muslimbrüder, war für Saudi-Arabien genauso inakzeptabel wie die amerikanische Reaktion auf den Putsch durch das ägyptische Militär gegen den Islamisten, der sein Land gerade in eine radikalislamische Diktatur umzuwandeln versuchte.

Inaktivität verbunden mit Handlungen die das Königreich als falsch ansieht haben dazu geführt, dass sich das Königshaus gezwungen sah, selbst immer mehr zu einem Akteur zu werden, statt nur aus dem Hintergrund die Fäden zu spinnen. Nicht zuletzt deshalb musste sich das Land aus der Deckung wagen und die neue ägyptische Regierung finanzieren.

Die USA mögen heute, dank Fracking, in der Lage sein ihren eigenen Bedarf an Öl zu decken, importieren aber nach wie vor Öl aus Saudi-Arabien. Solange also die Saudis ihre Marktanteile behalten, bleiben sie ein wichtiger Versorger der Vereinigten Staaten, was ihnen Gewicht in Washington gibt und geben muss. Auch wenn eine Autarkie möglich ist, ist die Umsetzung doch ein zeitaufwendiger und teurer Prozess, so dass die Interessen und Belange der Saudis dank ihrer Marktanteile in den USA von Belang bleiben müssen.

 

Die iranische Bedrohung

Doch es geht nicht nur darum, einen Fuß in der Tür Washingtons zu behalten. Gerade das Zurückweichen der Amerikaner am Golf und die Perspektive auf einen Atom-Deal mit dem Iran, der ihm nach Ansicht vieler regionaler Player, wie Israel und Saudi-Arabien, die Kernwaffe ermöglichen würde, ist für die Saudis eine Horrorvorstellung. Die immer wieder aufkommenden Gerüchte einer zu erwartenden Toleranz israelischer Überflüge im Falle einer Angriffe auf die iranischen Atomanlagen zeigen die Besorgnis der sunnitischen Macht gegenüber den Schiiten aus Teheran genauso wie die immer wieder aufkommenden Spekulationen, die Saudis könnten selber nach Kernwaffen greifen und ihre ballistischen Raketen mit nuklearen Sprengköpfen aus Pakistan ausstatten.

Die Rivalität und der Gegensatz zwischen den beiden Staaten zeigt sich dabei über den ganzen arabischen Raum. In Syrien findet ein Stellvertreterkrieg zwischen der vom Iran gestützten Assad-Regierung und der durch die Sunniten gestützten FSA und radikalere Gruppen wie Jaysh al-Islam statt, die von Saudi-Arabien und andere sunnitische Golfmonarchien unterstützt werden.

Der Iran dagegen unterstützt nicht nur das alawitische Regime von Basher al-Assad, dessen Sekte dem schiitischen Islam zugerechnet wird. Sein Regime wäre ohne Ausbilder aus den iranischen Revolutionären Garden, die die NDF aufgebaut haben und das Regime mit Waffen, Kämpfern, Treibstoff und Geld stützen, möglicherweise längst gefallen. Ein weiterer Klientelstaat ist der Teil des Libanons, der durch die schiitische Hisbollah kontrolliert wird, die massiv von iranischer Unterstützung abhängig ist. Die Hisbollah erhält den Großteil ihrer Waffen aus dem Iran, in der Regel über die Syrische Grenze. Ohne Assad wäre diese mächtige Waffe des Irans von wesentlichen Teilen ihres Waffennachschubs abgeschnitten. Kisten mit Gewehren und Panzerfäusten mögen sich weiter in ihr Gebiet schmuggeln lassen, SCUD-Raketen eher nicht. Der Irak schließt den schiitischen Halbmond, und damit die Landbrücke zu Assad und zur Hisbollah, ab und ist seit Nuri al-Maliki ein Verbündeter des Iran. Spätestens seit den Erfolgen des Islamischen Staats ist er von dem Schiitischen Bruder so abhängig, dass er de facto zu einem Klientelstaat des Irans geworden ist.

Im Norden findet Saudi-Arabien also einen Ring aus regionalen Playern, die de facto Marionetten des Irans sind. Sein nur durch das rote Meer getrennte Nachbarland Ägypten hatte sich unter dem Muslimbruder Mursi ebenfalls dem Iran angenähert. Während eine Übernahme Bahreins durch Schiiten und damit den Iran nur mit Waffengewalt bislang verhindert werden konnte, greifen nun die schiitischen Houthi nun auch noch im südlichen Nachbarland Jemen nach der Macht. Saudi-Arabien sieht sich damit im Prinzip eingekreist und weiß hinter jeder schiitischen Bewegung den langen Arm Teherans.

 

Der Iran soll in die Knie gezwungen werden

Dieses Gefühl einer Einkreisung, die noch nicht einmal völlig von der Hand zu weisen ist, ist nicht nur der Grund für die Annäherung Saudi-Arabiens an den vermeintlichen Erzfeind Israel und Kooperation mit dem Land, die sogar bis hin zu gemeinsamen Kriegsplänen gehen soll. Sie ist auch Grund für die Waffenkäufe Saudi-Arabiens, die in Deutschland solche Panik ausgelöst haben. Tatsächlich könnten iranische Panzerkolonnen aber wohl binnen zwei bis drei Stunden den Südirak durchqueren und an der saudischen Grenze stehen.

Während Saudi-Arabien zwar den Vormarsch des Irans aufhalten möchte, hat das Königreich kein Interesse an einem militärischen Konflikt. Mit dem Ölpreis hat es nun ein Mittel gefunden, das sich als hoch effektiv erweisen könnte. Die iranische Wirtschaft ist noch mehr von den Rohstoffpreisen abhängig als die des saudischen Königreichs, zumal der Iran eben nicht gleichzeitig über vergleichbaren Reichtum zum Abfedern verfügt. Schon während der hohen Ölpreis wüteten in der „Islamischen Republik“ Inflation und Wirtschaftskrise. Ein Ölpreis um 60 Dollar oder noch niedriger, wird die Hilfe, die der Iran seinen schiitischen Glaubensbrüdern geben kann, schnell zusammenschmelzen lassen.

 

Der große Kollateralnutzen

Während es also Saudi-Arabien um den über 1.000 Jahre alten innerislamischen Bürgerkrieg geht, profitiert der Rest der Welt unheimlich davon. Der Einbruch der Ölpreise senkt nämlich nicht nur weltweit die Transportkosten und macht damit die Produktion effektiver und kostengünstiger. Er sorgt auch für eine erhöhte Kaufkraft der Konsumenten. Während so der Wohlstand und die Wirtschaftsleistung in den Industrienationen und den konsumierenden Ländern steigen, bricht den Erdölproduzenten das Einkommen weg. Da das Schicksal Erdöl jedoch vor allem unter das Territorium von Despotien und Diktaturen gelegt hat, können diese nun plötzlich ihre Rüstungsprogramme, ihre Sozialprogramme zum Erkaufen der Ruhe und ihre staatsterroristischen Programme nicht mehr finanzieren. Betrachtet man die nennenswerten Exportländer für Erdöl, bleiben ja nur Norwegen und Kanada, denen man mit gutem Gewissen den Rohstoff abkaufen kann. Beide Staaten sind aber diversifiziert genug, dass der Preisverfall beim Erdöl ihre Volkswirtschaften nicht erheblich schädigt. Da der geringe Preis auch nur die Produzenten schädigt und dem Rest nutzt, profitiert eine gewaltige Mehrheit der Welt von dem Preisverfall.

Nach den Sanktionen bekommt Russland nun auch mit einem verfallenden Ölpreis eine weitere Quittung für einen Überfall auf die Ukraine, was ganz im Sinne der USA sein dürfte und auch im ganzen Westen Zufriedenheit auslösen dürfte. Da ein Aggressor für seine Aggression nicht belohnt werden darf, ist diese Bestrafung von Putins Diktatur ein willkommenes Ergebnis, das von den Saudis vielleicht zwingend beabsichtigt war, aber wohl mindestens als erfreuliches Nebenprodukt ihrer Preispolitik gesehen wird, während sie so erneut den Amerikanern gegenüber ihre Wichtigkeit beweisen können. Immerhin ist es auch Russland, das Syrien und den Iran im Weltsicherheitsrat und mit Waffenlieferungen stützt und gestützt hat.

Doch es kommt noch besser. Saudi-Arabien hat in den letzten Jahrzehnten wesentliche Teile seines Wohlstands in die Förderung des sogenannten „Islamismus“ gesteckt. Streng orthodoxe Moscheen wuchsen in Regionen mit bis dahin überzeugt säkularen oder moderaten Muslimen aus dem Boden, was inzwischen seine Wirkung zeigt. Während es einmal galt, „Die Religion der Albaner ist das Albanertum“, kämpfen heute Kosovo-Albaner auf Seiten des Islamischen Staats für eine Variante des Islams aus den Zeiten Mohammeds. Indem nun aber Saudi-Arabien den Ölpreis nach unten treibt, muss es dadurch entstehende Loch in seinem Budget füllen. Das so verbrauchte Geld kann nicht mehr in eine Förderung des religiösen Extremismus fließen. An dieser Stelle macht Saudi-Arabien nun effektiv nichts anderes, als eine Subvention unserer verringerten Energiekosten. Statt also den ideologischen Weg für die nächsten Terroristen zu bereiten, führt bezahlt Saudi-Arabien einen Teil unserer Tankrechnung. Da sage mal einer, ein zwischenstaatlicher Gegensatz sei ausschließlich schlecht…