Deutschland braucht staatliche Power Metal Förderung

Ich bin das Wochenende über extra nach München geflogen, um zu einem Konzert der Power Metal Bands Hammerfall und Gloryhammer zu gehen. Dabei wurde mir überdeutlich klar, dass Deutschland dringend eine staatliche Power-Metal-Förderung im Sinne der Kulturförderung braucht.

Das Konzert war nicht nur der Wahnsinn und die Reise von zusammen fast 5.000 Kilometern absolut wert. Es hat jedoch auch den dringenden Bedarf staatlicher Eingriffe spürbar belegt. So spielten die beiden Bands im Münchner Backstage, vor nur 1.200 Zusehern. Das Konzert war zwar ausverkauft, aber nur, weil es nicht in einem größeren Veranstaltungsort stattgefunden hat. Damit sich die Bands diesen leisten können, muss der Staat eingreifen.* Die 35 Euro Eintritt waren ganz offensichtlich zu viel für viele Deutsche, denen dieser Musikgenuss so vorenthalten wurde.*

Daher muss der Staat eingreifen und den Bands mit finanzieller Unterstützung durch Steuergelder das Anmieten größerer Konzerträume zu ermöglichen.* Die Tickets zu den Konzerten müssen dringend subventioniert werden, damit auch Hartz IV-Empfänger in ihre Konzerte gehen können.* Aktuell werden Hammerfall- und Gloryhammer-Konzerte von fast allen Deutschen nicht besucht, was ihnen den Genuss unfairerweise vorenthält.*

Doch noch schlimmer: Der Sänger von Hammerfall, Joacim Cans, trifft auch live die Töne so gut, dass es sich fast wie auf den Alben anhört. Trotz dieser großartigen künstlerischen Leistung kann er scheinbar nicht davon leben. So hat Hammerfall zwar in den letzten 20 Jahren zehn Alben veröffentlicht, die teilweise auch sehr gute Chartplatzierungen erzielt haben. Allerdings wohnt Cans inzwischen in der Schweiz und arbeitet dort bei einer LKW-Firma, möglicherweise als LKW-Fahrer. Es ist nicht tragbar, dass so ein Künstler nicht von seiner Kunst leben kann.* Daher muss der Staat eingreifen.* Denn wenn er nicht von seiner Musik leben kann, dann hört er auf sie zu machen. Dies muss der Staat mit Steuergeldern verhindern, weil Künstler von ihrer Kunst leben können müssen.*

Daher bleibt nur der Schluss: Deutschland muss Power Metal finanziell fördern. Die Alben müssen durch den Staat in großer Zahl gekauft und in Schulen verteilt werden. Es müssen Power Metal Bands große Stadien durch Steuergelder angemietet werden und der Eintritt in die Konzerte muss finanziell bezuschusst werden. Nur so kann diese für die Allgemeinheit kulturell so wichtige Musik produziert, erhalten und genossen werden.

 

Haben Sie Spuren von Sarkasmus erkannt? Nun, genau so argumentiert die staatliche Kulturförderung. Nur dass man dort Maler und Bildhauer fördert, deren Kunst einem unbedarften Betrachter wie das Werk eines Sechsjährigen erscheint. Und natürlich Theaterstücke und Opern, die dem unbedarften Zuseher fragen lassen, ob die örtliche Irrenanstalt gerade Freigang hat.

Power Metal ist großartige Musik – für mich. Und es wird offensichtlich produziert und aufgeführt, obwohl Musiker seit 20 Jahren im Geschäft sein können, zehn erfolgreiche Alben veröffentlichen können und dennoch scheinbar nicht allein davon leben können. Weil die Künstler ganz offensichtlich für ihre Kunst leben. Warum können wir das bei dem Rest der Kunst nicht auch probieren und ihren Erfolg nicht einfach dem Markt überlassen?

* „Sage ich aus meinem Elfenbeinturm heraus.“

 

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

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„Söhne und Weltmacht“ (Heinsohn) in drei Sätzen

Ich habe mal gelesen, dass man jedes Buch auf ein bis drei Sätze zusammenfassen könnte. Weil es sich dann aber nicht verkauft, muss der Autor es auf 200-300 Seiten aufblasen. Das stimmt oft genug nicht oder würde eine extreme Verkürzung des Inhaltes bedeuten.

Jetzt habe ich jedoch ein Buch gefunden, bei dem das zutrifft wie nirgends sonst: „Söhne und Weltmacht.“ von Gunnar Heinsohn.

 

Der Inhalt:

Viele Jungen sorgt für wenige Posten, weshalb die Jungen sich in Bürgerkriegen oder nach außen getragenen Kriegen die Position erkämpfen und dabei verbrauchen.

Die weißen Europäer sind nicht genetisch und allein durch durch den Kapitalismus überlegen gewesen, sondern durch die Verbriefung von Eigentum (statt nur Besitz, was Kredite und damit Wirtschaftswachstum ermöglicht) und durch die mit der Inquisition (Kodifizierung des Verbots von Abtreibung, Empfängnisverhütung und Kindstötung) und Hexenverbrennung (die vor allem Hebammen getroffen hat, die für Abtreibung, Empfängnisverhütung und Neugeborenentötung verantwortlich waren) ausgelöste permanente Jungenschwemme, die ganze Heere an Eroberern erzeugt hat.

Der Westen wird kriegsmüde, da nur noch je ein Sohn je Familie. während er mittels Technologie seine Tödlichkeit so weit erhöhen kann, dass er hofft gegen die hunderte Millionen junger Männer anzukommen, die gerade und demnächst Grenzen überschreiten um sich Positionen zu erobern.

Bitte sehr. Damit brauchen Sie das Buch nicht mehr zu lesen. Wenn Sie es doch noch lesen wollen (und schließlich gibt es unzählige Fußnoten mit Quellenbelegen), so finden Sie es hier auf Amazon.

 

 

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3 Bücher, die Sie 2017 lesen sollten

Bei der Goodreads-Reading-Challenge will ich dieses Jahr wieder mindestens 35 Bücher lesen, was angesichts der hohen Zahl an täglich gelesenen Artikeln in Journalen, Fachzeitschriften und Zeitungen eine ziemliche Herausforderung für mich bleibt.

Wie viel Sie 2017 lesen, müssen Sie selbst wissen, aber ich erlaube mir, Ihnen drei Bücher, und ein Bonusbuch, vorzustellen, die ich Ihnen für 2017 ans Herz legen möchte.

 

1. Der Streik / Atlas Shrugged von Ayn Rand

In einer Umfrage in den USA wurden die Menschen gefragt, welches Buch sie am meisten beeinflusst habe. Auf Platz 1 kam, wenig überraschend, die Bibel. Auf Platz zwei lag ein Roman aus dem Jahr 1957: Atlas Shrugged. Der in der deutschen Übersetzung „Der Streik“ heißende Roman ist für sich genommen ausdrücklich kein Meisterwerk der Erzählkunst. Die Charaktere sind holzschnittartig und einseitig. Wo jeder Romanautor weiß, dass seine Personen vielschichtig sein sollen und einen inneren Konflikt haben sollen, gibt es das in Atlas Shrugged schlicht nicht.

Keine der Hauptpersonen hinterfragt sich wirklich, keine kämpft wirklich mit verschiedenen, sich gegenseitig eigentlich ausschließenden moralischen Wertevorstellungen, wie es beispielsweise ein Pornosüchtiger Priester oder ein nach persönlichem wirtschaftlichem Erfolg hungernder Kommunist tun würde.

Was an dem monströsen Werk von Ayn Rand so außerordentlich besonders ist, ist die Welt. In einer zunehmend kommunistischer werdenden Gesellschaft, kämpfen Unternehmer um ihre ureigenen Rechte. Dem Recht an ihrem Eigentum, an ihrem Erfolg und an ihrer Arbeit.

Selbst habe ich das Buch 2012 gelesen, nachdem ich meine Firma verkauft hatte, weil mir kommende EU-Regulierungen das Geschäft kaputtzumachen drohten. Nach zwei harten Jahren ohne Feierabend, Wochenende und Feiertage entschloss ich mich, lieber den Stecker aus meiner endlich schwarze Zahlen schreibenden Firma zu ziehen, statt mich noch ein paar Jahre kaputt zu arbeiten und anschließend vor einem unverkäuflichen Warenlager zu stehen.

Das Buch hat mich soweit beeinflusst, dass ich anschließend jede Lust verloren habe, für einen Staat und eine Gesellschaft, die den Produktiven in ihrer Mitte Hass und Neid entgegen schleudert – während sie von den Transferleistungen aus den Taschen genau dieser Menschen lebt, noch weiter Steuern zu bezahlen. Während der Lektüre des Buches beschloss ich, in absehbarer Zeit dem Land den Rücken zu kehren und dieses System nicht mehr durch meine Steuern zu unterstützen.

Ich wollte Freiheit und die Früchte meiner Hände Arbeit selbst behalten dürfen, statt mir von einer Kaste aus Politikern, die nie in ihrem Leben einer produktiven Arbeit nachgegangen ist, sagen zu lassen, was mit meinem Geld passieren solle.

Der Streik, bzw. Atlas Shrugged, ist ein Schrei nach Freiheit und eine Ode an die Produktivität und den freien Unternehmergeist. Sie können das Buch hier auf Englisch und hier auf Deutsch bei Amazon erwerben.

 

2. Kampf der Kulturen / Clash of Civilizations von Samuel P. Huntington

Eine der berühmtesten und am meisten kritisierten Aussagen dieses Buches ist, „Der Islam hat blutige Grenzen„, wie wir heute jeden Tag in den Nachrichten bestätigt sehen können.

Kampf der Kulturen ist wohl eines der bekanntesten Bücher der letzten 30 Jahre. Ein Buch, von dem praktisch jeder gehört hat, was aber kaum jemand gelesen hat. Dies sollten Sie 2017 ändern, wenn Sie das Buch noch nie gelesen haben.

Gerade in Zeiten von Massenzuwanderung aus kulturell völlig fremden Gesellschaften sind die evidenten Wahrheiten in den Aussagen Huntingtons augenöffnend.

Für mich war es beeindruckend, mit welcher Klarheit Huntington schon vor 20 Jahren die Entwicklung der Geopolitik vorausgesehen hat. Beim Lesen stößt man ständig auf niedergeschriebene Erwartungen und Voraussagen, die so oder so ähnlich bereits eingetroffen sind.

Herrlich erfrischend vor allem in seiner politischen Unkorrektheit ist das Buch nicht nur lesenswert, sondern sollte von jedem gelesen werden. Entsprechend gibt es eine unbedingte Leseempfehlung von mir!

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3. Wie eine Volkswirtschaft wächst… und warum sie abstürztHow an Economy Grows and Why It Crashes von Peter D. Schiff

Eine deutlich leichtere Lektüre als die beiden vorherigen Empfehlungen ist dieses Buch von Peter D. Schiff. Der amerikanische Ökonom und Präsident einer Investmentfirma hatte die Wirtschaftskrise von 2008 klar und öffentlich vorausgesagt.

In diesem einfach gehaltenen Buch erklärt er, wie die Wirtschaft funktioniert. Es ist dabei weniger als Sachbuch gehalten, sondern vielmehr als eine Geschichte von ein paar Menschen. Wo sie anfänglich noch die für ihre Nahrung notwendigen Fische per Hand fangen, kommt einer auf die Idee ein Netz zu bauen, um mehr als einen Fisch täglich zu fangen. Er übt Konsumverzicht für einen Tag, um seine Zeit in den Netzbau zu investieren, wofür er diesen einen Abend hungrig zu Bett geht.

Gerade wer noch nie von der österreichischen Schule der Nationalökonomie gehört hat, dem sei dieses Buch als einfache und vor allem einfach verständliche Einführung in die Wirtschaft nahe gelegt. Wer bislang seine Zweifel hatte, wie noch mehr Staatsschulden gegen eine bisherige Schuldenkrise helfen konnten wird hier die Antwort sauber erklärt finden, die die Logik ihm – und allen anderen auch – hätte geben können: Es geht nicht.

Ob Sie das Buch selbst als Einführung lesen oder einem Sozialisten, Keynesianer (einem Anhänger von John Meynard Keynes, dem Urheber der aktuell vorherrschenden Wirtschaftsvorstellung) oder auch nur ihren heranwachsenden Kindern schenken; das Buch ist lesenswert und bildet.

Sie können das Buch hier auf Englisch und hier auf Deutsch bei Amazon erwerben.

 

Bonusbuch: Nein, wir schaffen das nicht – von mir

Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, möchte ich Ihnen mein Buch zur Flüchtlingskrise anpreisen. Die erste Hälfte des Manuskriptes wurde bereits im Herbst 2015 geschrieben, bevor ich es im März 2016 schließlich abschloss. Schonungslos und dennoch differenziert arbeite ich in dem Buch die Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze für die Flüchtlingskrise durch, was von Seiten der Rezensenten mannigfaltiges Lob für seine nicht-polemische Art erhalten hat.

Nicht wenige der aktuellen Entwicklungen wurden in dem Buch bereits vorhergesehen, weitere noch Folgende werden ebenfalls thematisiert.

Sie können das Buch hier auf Amazon erwerben.

 

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4 Fahnen-Tipps für patriotische Fußballfans:

Gerade ist wieder die Zeit, in der die Fans des FC Deutschland ihre Vereinsfarben aus dem Fenster oder Auto hängen und das Vereinslied gemeinsam brüllen. Gut so, sollen sie Spaß dabei haben. Wer aber gerade mit dem Zeigen der Nationalfarben und dem Singen der Hymne an Patriotismus denkt, sollte nicht ein paar allzu häufige Fehler machen, die dieses in Patriotismus so unerfahrene Land gerne macht. Denn: Nationalsymbole sind genau das: Symbole. Und zwar Symbole mit hoher Aussagekraft. Sie aus Unkenntnis falsch zu benutzen kann ihre Aussage ins Gegenteil verkehren.

 

1. Richtig herum aufhängen.

Die Farben sind Schwarz-Rot-Gold. In der Heraldik (Wappenkunde) wird die Wichtigkeit von Symbolen und Farben „heraldisch rechts“ von oben nach unten angeordnet. „Heraldisch“ bedeutet dabei „aus Sicht des Wappens/ der Fahne“. Das bedeutet, für den Beobachter müssen die Farben von links oben nach rechts unten beginnen. Deshalb ist die US-Fahne normalerweise so abgebildet, dass links oben die Sterne sind. Für Deutschland bedeutet das, die Farben müssen links oben beginnen und nach rechts unten angeordnet werden. Und zwar für den Betrachter. Auf dem Balkon ist das nicht der Wohnungsinhaber, sondern die Passanten.

 

2. Falsch herum aufhängen bedeutet Übel, Not oder Verwünschung

Wird eine Fahne falsch herum aufgehängt, ist das keineswegs eine Petitesse. Vielmehr hat es seine Bedeutung. Je nach Interpretation bedeutet eine falsch herum gezeigte Fahne eine Herabwürdigung, ein Fluch dagegen oder, in seltenen Interpretationen, das Bekennen (so im US-Flaggengesetz) einer Notsituation. Wer also seine Deutschlandfahne vor lauter Patriotismus aus dem Fenster hängt ohne zu wissen wie herum, kann das genaue Gegenteil aussagen. Nicht umsonst finden sich Bilder von Neonazi-Demos, bei denen US-Fahnen falsch herum hängend mitgeführt werden. Diese Neonazis sind keine zu dummen US-Patrioten.

 

3. Niemals Fahnen übereinander anordnen.

Sind Sie vielleicht Deutsch-Türke oder Deutsch-Italiener? Dann können Sie durchaus die Verbundenheit zu einem Teil Ihrer Wurzeln ausdrücken, während Sie auch gleichzeitig das deutsche Team unterstützen. Was Sie dann aber auf keinen Fall machen sollten, ist die Fahnen übereinander zu hängen. Eine Fahne über der anderen bedeutet ebenfalls Verwünschung, oder aber den Sieg darüber. So ist das Bild bekannt, wo das amerikanische Prisenkommando auf dem erbeuteten deutschen Schiff Odenwald posiert. Die NS Fahne unten, darüber die US-Fahne hängend. Siehe Link. Wenn Sie als Deutsch-Italiener also beide Teams unterstützen wollen ohne das eine als (höhnischer) Triumphator über das andere zu zeigen, dann müssen sie beide Fahnen separat aufhängen.

 

4. Höher und links ist wichtiger.

Die Heraldik ist natürlich auch dabei bestimmend, wenn es um den Aufhängungsort geht. Die Fahne auf dem höchsten Turm eines Schlosses ist normalerweise die des Königs oder Fürsten gewesen. Auf niedrigeren Türmen wurden dann die von niederen Adeligen oder Gästen aufgehängt. Das gilt auch so. Die Reihenfolge bestimmt die Wertigkeit. Eine an einer Wand höher hängende Fahne bedeutet eine höhere Wertschätzung. Beides ist natürlich völlig in Ordnung, aber Sie sollten die Bedeutung schon kennen. Wenn Sie also Ihre EM-Party auch mit anderen Farben schmücken wollen, dann hängen Sie diese entsprechend auf.

 

5. Bonus-Tipp: Nationalhymnen

Es gehört zu einer meiner beschämendsten Erinnerungen, als ich bei dem „Sommermärchen“ mit einer polnischen Freundin zum Spiel Deutschland-Polen in die Würzburger Posthalle zum public viewing ging. Die deutschen Fans brüllten ihre Hymne mit, um bei der Polnischen derart gellend zu pfeifen, dass man nicht einen Ton von ihr hörte. Ich habe mich dabei zu Boden geschämt, weil meine polnische Freundin diesen Akt der Missachtung in meiner Gegenwart miterleben musste.

Ein Patriot liebt sein Land. Er respektiert aber auch die Liebe anderer zur dem ihren. Entsprechend wird kein Patriot jemals die Nationalhymne eines anderen Landes missachten. Entsprechend heißt es in US-Stadien auch bei anderen Hymnen als der des Gastgebers immer „please stand up for the national anthem of…“, also „bitte stehen Sie für die Nationalhymne von … auf.“

Stehen Sie also auf, wenn die Hymnen gespielt werden und bleiben Sie schweigend stehen, während die Hymne eines anderen Landes gespielt wird. Zumindest dann, wenn Sie in Nationalhymnen und Nationalfarben Symbole sehen, die nicht nur für Fußballvereine stehen. Denn so macht das ein Patriot. Nur ein Nationalchauvinist verhält sich anders. Oder aber ein Fan des FC Deutschland, der das Vereinslied eines anderen FC stört. Aber so agiert sicherlich kein Patriot.

Ich glaube dieser wunderbare Satz stammt von Horst Köhler: „Der Patriot liebt sein eigenes Land mehr als die der anderen.“

 

Seien Sie also nicht der Typ hier:

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Buchrezension: Deutschland, deine Götter

Klar, die Platzhirsche der Religionen in Deutschland kennt jeder. Katholiken, Evangelische, Islam und Juden. Dabei hat Deutschland doch so viel mehr an Religionen zu bieten. Dies muss sich Gideon Böss in seinem zweiten Buch nach dem Roman Die Nachhaltigen gedacht haben. Herausgekommen ist so etwas wie ein Reiseführer, auch wenn es dem nicht ganz entspricht.

Gideon spricht mit Vertretern der jeweiligen Religion und zeigt die interessanteren Teile, sowie Beobachtungen, in seinem Buch. Dazu kommen weitere Erklärungen aus den Hintergründen der Religion, die er sich mit einem Studium der jeweiligen religiösen Grundlagen angeeignet hat. Hinzu kommt, dass der Autor der Komödie Die Nachhaltigen auch hier vereinzelt seinen Humor aufblitzen lässt. Doch auch wenn man von einem Atheisten ein Religions-Bashing erwarten würde, ist das vollendete Werk doch anders.

Böss

Ja, es ist ein Reiseführer zu Deutschlands Religionen. Zugleich jedoch einer, bei dem der Autor nicht von der Stadt bezahlt wurde um ihre zusammengekratzten Sehenswürdigkeiten möglichst bombastisch darzustellen. Vielmehr ist der Autor freundlich und offen, nicht ohne aber kritisch zu bleiben. Durch seine Vorbereitung auf die jeweilige Religion boten sich ihm dazu einige sehr gute Ansatzpunkte für wirklich gute Unterhaltungen.

Wenn er beispielsweise mit einem katholischen Priester darüber redet, dass nach der katholischen Lehre der Körper sich wieder mit der Seele im Himmel verbindet. Denn: Welches Alter hat der Körper dann? Keiner will ja wohl in alle Ewigkeit als an Arthritis erkrankter 78 jähriger verbringen, oder? Der Priester meint, es werde wohl im Alter von 33 Jahren sein, weil ja Jesus in diesem Alter gestorben sei. Doch was ist mit den Kindern? Mit jenen, die als Kleinkind gestorben sind? Der Priester ist hier so ehrlich zuzugeben, dass er es nicht so recht weiß, woraufhin beide darüber diskutieren, ob es vielleicht einfach der Körper eines Kleinkindes sei, den man im Himmel erhalte. Mir erstellte sich das das Bild einer auf jeder Wolke herumkrabbelnden Horde Einjähriger, die sich brabbelnd die Spielklötze gegen die Köpfe hauen.

Doch neben dem Humor bleibt es eben auch ernst. Man lernt tatsächlich etwas dazu, so war mir beispielsweise neu, dass sich die Mehrheit der Alewiten in Deutschland gar nicht als Muslime sehen. Auch habe ich von Religionen gehört, von deren Existenz ich nicht einmal wusste.

Am Ende hat man in dem Buch einen kurzweiligen Reiseführer zu Deutschlands Götterwelt, angereichert mit einer Prise echter Informationen, der richtigen Menge Humor und einer freundlichen aber kritischen Kommentierung durch den Autor.

Fazit: Absolut lesenswert!

Das Buch können Sie hier bestellen: Deutschland, deine Götter: Eine Reise zu Kirchen, Tempeln, Hexenhäusern

Buchrezension: Im Meer schwimmen Krokodile

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Zug nach Rom. Sie packen Ihre Laptop aus und fangen an zu arbeiten, als sich gegenüber ein junger Mann niederlässt. Seine Kleidung ist abgetragen. Er riecht so, als habe er eine Woche nicht geduscht. Seine Gesichtsform und seine Haut zeigen, dass er aus dem Nahen oder mittleren Osten kommt. Ein „Flüchtling“ also, ein illegaler Einwanderer. Dummerweise haben Sie eine Platzkarte und können sich so nicht wegsetzen, immerhin haben Sie ja für diese Karte bezahlt, damit Sie ihren Sitzplatz haben.

Sie arbeiten also so vor sich hin, als der junge Kerl auf einmal anfängt und „Rum please“ sagt. Sie schauen ihn verstört an. Will der Junge wirklich Rum von mir? fragen Sie sich. Sie sagen: „Keinen Rum!“ und arbeiten weiter. Kurz darauf verlangt er wieder nach Rum. Wieder lehnen Sie ab, doch Sie werden langsam sauer. Immer wieder verlangt der junge Mann nach Rum, bis Ihnen schließlich der Kragen platzt. Sie brüllen ihn an: „Keinen Rum!“ aber haben dann doch Mitleid und gehen zum Zugrestaurant. Sie kaufen ihm eine falsche Coca Cola und kommen zurück. Mit einem „Keinen Rum! Cocoa Cola“ stellen Sie die Flasche vor ihm ab. Es wird noch eine Weile dauern, bis Sie bemerken, dass der Junge eigentlich nur nach Rom will und nicht um Rum bittet.

Was sich nacherzählt weit weniger lustig anhört, ist eine Szene aus „Im Meer schwimmen Krokodile„, in dem Fabio Geda einen afghanischen Flüchtling seine Geschichte erzählen lässt und  abgesehen von wenigem Nachfragen ihn praktisch ungehindert erzählen lässt. „Buchrezension: Im Meer schwimmen Krokodile“ weiterlesen

Gutmensch!

Gutmensch ist nun also das „Unwort des Jahres“. Eine selbsternannte Kommission sucht dabei jährlich ein Wort aus, das ihnen nicht passt. Für den Rest von uns soll das dann wohl aussagen, dass wir es nach Möglichkeit nicht mehr benutzen sollen.

Nun, ich werde es weiter benutzen, auch wenn „Bessermensch“ ein passenderer Begriff wäre. Ein Gutmensch ist nämlich nicht nur ein

[naiver] Mensch, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt

wie der Duden schreibt.

Symbolbild
Symbolbild

Gutmenschen zueigen ist, dass sie sich und ihre Ansichten erhöhen. Seine eigenen Überzeugungen für besser zu halten zu halten als andere, liegt in der Natur der Sache. Ein Gutmensch vertritt sie jedoch aus der Position angemaßter moralischer Überlegenheit. Damit vertritt er nicht nur seine Positionen, was in einer pluralistischen Gesellschaft gut und richtig ist. Er vertritt sie, während er auf die anderen herabsieht. Nicht etwa nur, weil ihre Positionen als dümmer oder falscher empfunden werden, sondern weil ihre Vertreter moralisch verkommen sein müssen, um so etwas zu denken. Nicht etwa ihre Positionen sind schlecht, sondern die Menschen, die sie vertreten.

Wer sich also beispielsweise im Sommer gegen die massenhafte Aufnahme von „Flüchtlingen“ aussprach, vertrat für Gutmenschen keine legitime Position im Diskurs. Nein, gegen eine unbeschränkte Aufnahme der „Flüchtlinge“ konnte nur sein, wer ein richtig schlechter Mensch ist.

 

Gutmensch beschreibt diese Spezies wunderbar für mich, auch wenn tatsächlich „Bessermensch“ passender wäre, weil sie sich eben für besser halten. Daher werde ich das Wort auch weiter benutzen. Denn welches verbreitete andere Wort wäre auch besser geeignet, Menschen zu beschreiben, die die Emotio über die Ratio stellen und zwar stets das Gute wollen, aber allzu oft das Böse schaffen?

Meine Leseliste 2015

Zum ersten Mal habe ich 2015 aufgezeichnet, welche Bücher ich gelesen habe. Ich hatte eigentlich vor, wenigstens 50 Bücher zu lesen, was ich leider bei weitem nicht geschafft habe. Nicht inbegriffen sind allerdings die unzähligen Artikel, die ich in Zeitschriften, Zeitungen und dem Internet gelesen habe. Hier also meine Bücherliste von 2015:

 

1. Mark Bowden: Worm 

Mark Bowden ist ein amerikanische Sachbuchautor, auf den ich mit diesem Buch zum ersten Mal gestoßen bin. Sein Buch handelt von dem „ersten Digitalen Weltkrieg“, dem Wurm conficker. Bowden beschreibt die Geschichte seiner Entdeckung und die Geschichtes des Kampfes gegen den Wurm, dessen Urheber bis heute nicht bekannt ist.

Was sich dröge und langweilig anhört, schafft Mark Bowden in eine Art Roman zu verwandeln. Großartig recherchiert und auf zahlreichen Interviews basierend zeichnet er die Geschichte einer der größten digitalen Bedrohungen auf, die wir bislang erlebt haben. Das Buch las sich wie ein spannender Roman, sodass ich mir vornahm, auch andere seiner Bücher zu lesen.

 

2. Mark Bowden: Killing Pablo

Nach Worm stieß ich über die Fernsehserie Narcos auf das Thema Pablo Escobar, sodass ich mir auch dieses Buch von Mark Bowden holte. Hier wird der Aufstieg und Fall des kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar erzählt, in der von Mark Bowden gewohnten Art und Weise. An sich ein Sachbuch, war es doch so spannend, dass ich es in nur zwei Tagen durchgelesen hatte.

 

3. John Niven: Gott Bewahre

John Nivens internationaler Bestseller war ein Geschenk an mich. Zum Glück. Denn das Buch strotzt nicht nur vor logischen Fehlern, die Geschichte der zweiten Rückkehr von Jesus zur Erde ist auch gespickt mit Fäkalausdrücken, während sie im Präsens in einer sehr einfachen Sprache erzählt wird. Somit fallen alle drei Dinge zusammen, die ich nicht gerne im Übermaß in Romanen sehe. Wer damit jedoch kein Problem hat, der wird, nachdem er den im Himmel spielenden Teil hinter sich hat, einen durchaus lesbaren und guten Roman finden. Aber eben nur, wenn er mit dem Stil von Niven klar kommt.

 

4. Ernest Hemmingway: Der alte Mann und das Meer

Schon zu Schulzeiten hatte ich diesen Klassiker einmal gelesen. Heute erfüllte er meine Erwartungen nicht über die Maßen, da mir die Geschichte zu einseitig war und die Parabeln und tieferen Hintergründe des Kampfes eines Mannes um seinen Fischfang an mir vorüber gingen. An sich sollte man das Buch aber wohl gelesen haben, was ich nun gleich zweimal hinter mich gebracht habe.

 

5. Boris Reitschuster: Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System

Boris Reitschuster ist ein echter Russlandexperte, nicht nur ein „Experte“, wie im deutschen Fernsehen jeder genannt wird, der eine Meinung zu einem Thema hat.

In seinem Buch schildert er an unzähligen bedrückenden Beispielen, wie korrumpiert und kaputt das Land unter Putins Herrschaft geworden ist. Auch unter Jelzin herrschte Korruption, doch Putin hat sie perfektioniert, während er die Gesetzlosigkeit der Ära Jelzin durch Unterdrückung ersetzt hat. Ein bedrückendes Buch, das jeder gelesen haben sollte, der sich mit Russland beschäftigt.

 

6. Boris Reitschuster: Russki Extrem: Wie ich lernte Moskau zu lieben

Die andere Seite Russlands schildert Boris Reitschuster hier. Während sein obenstehendes Buch voller Kritik ist, zeigt er in diesem Buch, wie man auch das organisierte Chaos und die Skurrilitäten der russischen Kultur zu schätzen und lieben lernen kann. Wenn beispielsweise manch Moskovit ein zweites Auto hat, nur um mit diesem seinen (an sich öffentlichen) Parkplatz zu blockieren. Unterhaltsam und lesenswert!

 

7. Filipp Piatov: Russland Meschugge

Der in Leningrad geborene, aber in Deutschland aufgewachsene Jude Piatov macht sich mit seiner Freundin auf eine Reise zum Baikalsee, wobei er mit Couchsurfing, Trampen und öffentlichen Verkehrsmitteln wie der Holzklasse in der Transsibirischen Eisenbahn in Kontakt mit Einheimischen kommt. Heraus kommt eine überraschend stimmige und spannende Mischung aus Biographie (eines Anfang 20ers!), Bericht über das politische Russland, Familienanekdoten und Berichte aus dem russischen Alltag. Ein schön zu lesendes Werk, das ich empfehlen kann!

 

8. Douglas Adams: The Hitchiker’s Guide to the Galaxy

Ich muss zugeben, ich kannte Douglas Adams bislang nur von dem äußerst gelungenen und sehenswerten Film. Was hatte ich nur verpasst!

Selten habe ich ein lustigeres und skurrileres Buch gelesen. Es dürfte keine Seite gegeben haben, bei der ich mir nicht vor Lachen den Bauch hielt und beim Lesen innehalten musste, weil Lesen durch mein Lachen unmöglich geworden war. Hervorragend, schlicht hervorragend!

 

9. Andrew Breitbart: Righteous Indignation: Excuse Me While I Save the World

Was für ein Buch! Andrew Breitbart schreibt hier eine Mischung aus Biographie und politischer Kampfansage. Aus linken Kreisen kommend, hatte er die linken Lebensweisheiten tief in sich aufgenommen. Darunter auch, dass der amerikanische Talkradio Moderator Rush Limbaugh ein übler Rassist sei. Einem Bekannten gegenüber äußerte er dies auch, woraufhin der ihn aufforderte, es doch zu belegen. Andrew Breitbart begann daraufhin Rush Limbaugh zu hören und fand nicht nur keine Belege für Rassismus, er wurde selbst konvertiert.

Anfänglich noch als Mitarbeiter bei der linken Huffington Post, half er Adrianna Huffington, die Seite aufzubauen, bevor er seine eigenen Webseiten aufbaute und auf ihnen Scoop um Scoop gegen linke Institutionen, Politiker und Medien landete. Andrew Breitbart wurde so zu einer der meistgehassten Personen des linken amerikanischen Spektrums, bevor er viel zu früh starb. Das Buch ist enorm lesenwert, schon alleine wegen der darin genannten Taktiken im Kampf gegen linke Medien und Totschlagversuche wie das auch hierzulande so gern verwendete „Rassist“.

 

10. Robert K. Massie: Dreadnought

Auch wenn ich meine 50 Bücher nicht gelesen habe, so sollte dieses alleine wohl für fünf zählen. Massie hat in diesem, mit dem Pulitzerpreis prämierten Werk, die Vorgeschichte der Spannungen zwischen Großbritannien und Deutschland in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg so detailliert aufgeführt, dass sich ein über 10 Zentimeter breiter Schinken ergibt – in Taschenbuchform. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem wird danach kaum eine Frage offen bleiben, zumal er auch wirklich ausführlich auf jede auch nur am Rande beteiligte Person eingeht, inklusive Familiengeschichte, Ausbildung, Karriere, etc.

 

11. Robert A. Heinlein: Starship Troopers

Heinleins zeitloser Klassiker war in seiner Verfilmung in meiner Jugend einmal ein paar Jahre lang mein Lieblingsfilm, auch wenn er für mich heute eher befremdlich wirkt. Entsprechend wollte ich das Buch endlich einmal lesen, nur um festzustellen, dass der Film nur noch am Rande überhaupt mit dem Buch zu tun hat. Eigentlich wurde nur das Universum und die Gesellschaftsform übernommen. Das Buch selbst gilt als Klassiker, und das nicht grundlos. Aus der Sicht eines Soldaten schildert es die Ausbildung und schließlich die Kampfeinsätze in einer zukünftigen Gesellschaft, die längst zu interstellaren Reisen fähig ist. Ein Klassiker der SiFi-Literatur, den man gelesen haben sollte.

 

12. Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen

Eines der wohl meistidskutiertesten Bücher der letzten zwei Jahrzehnte, dessen Buchtitel jedem geläufig ist, während es jedoch viel zu wenige gelesen haben. Für mich war es beeindruckend, mit welcher Klarheit Huntington schon vor 20 Jahren die Entwicklung der Geopolitik vorausgesehen hat. Beim Lesen stößt man ständig auf niedergeschriebene Erwartungen und Voraussagen, die so oder so ähnlich bereits eingetroffen sind.

Herrlich erfrischend vor allem in seiner politischen Unkorrektheit ist das Buch nicht nur lesenswert, sondern sollte von jedem gelesen werden. Entsprechend gibt es eine unbedingte Leseempfehlung von mir!

 

13. Josef Joffe: Schöner Denken: Wie Man Politisch Unkorrekt ist

Ein unterhaltsames Buch, das in Lexikonform verschiedenste Begriffe im Gebrauch der deutschen (Medien-)Gesellschaft aufschlüsselt. Natürlich in politisch unkorrekter Form. Nett zu lesen, aber nicht wirklich nötig. Großartig Neues lernt man nicht und wer nicht bereits politisch unkorrekt denkt, der wird das Buch wohl auch nicht lesen wollen.

 

14. Ingermanson Randy: Writing Fiction for Dummies

Da mein inzwischen dritter Roman gerade in der Probelese-Phase ist, war es für mich als angehenden Autor an der Zeit, auch vom Handwerkszeug her aufzurüsten. Während meine ersten Romane noch bewusst als Groschenromane gehalten wurden, so habe ich doch die Ambition, besser zu werden und irgendwann richtige Romane und vor allem „richtig gute Romane“ zu schreiben. Dieses Buch soll mir dabei helfen und in der Tat gibt es dem angehenden Autor eine Menge Handwerkszeug zur Hand, um sowohl sein Schreiben selbst, als auch die Verkaufsaussichten an einen Verlag dramatisch zu verbessern. Mit Hilfe dieses (und anderer Bücher) wird mein nächster Roman, nicht der in Kürze veröffentlichte, hoffentlich auch entsprechend richtig gut werden.

 

15. Ken Follett: Fall of Giants

Buch eins von KenFolletts Century-Trilogie. Spannende und lesenswerte Lektüre meines Lieblingsautors über die Vorgeschichte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs aus der Sicht von Amerikanern, Briten, Deutschen, Österreichern und Russen. Lesenswert.

 

16. Ken Follett: Winter of the World

Buch zwei der Century-Trilogie. Die Familien entwickeln sich weiter, während die Geschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs abgehandelt wird. Lesenswert und wie immer gut geschrieben.

 

17. Ken Follett: Edge of Eternity

Buch drei der Century-Trilogie. Zu diesem Zeitpunkt verlor die Reihe für mich etwas an Attraktivität, was vor allem diesen Faktoren geschuldet war: Follett handelt historische Ereignisse ab. Hier kann es den Leser also wenig überraschen, wenn John F. Kennedy oder Martin Luther King ermordet werden. Verbunden mit meinem fortwährendem Studium des oben genannten „Writing Fiction for Dummies“ erkannte ich gleichermaßen die in dem Lehrbuch genannten Techniken des Romanautors und konnte so Handlungsstränge immer mehr voraussehen. Dies enttäuscht natürlich die Erwartungen, wenn man weiß, dass ein Charakter bald eine unerwartete Wendung in eine bestimmte Richtung haben muss, was natürlich zutrifft. Wer sich allerdings nicht mit solch einer Fachliteratur zum Schreiben von Romanen beschäftigt hat und die Blaupause für den Romanautor daher nicht kennt, der wird seinen Spaß haben können.

 

18. Torsten Heinrich: Überleben in der Zombie-Apokalypse

Zählt es zu „gelesen“, wenn man ein Buch schreibt? Nun, gelesen habe ich es ja auch, mehrfach sogar. Somit nenne ich meinen Ratgeber zum Überleben einer (fiktiven) Zombie-Apokalypse auch in dieser Reihe. Nicht ganz ernst gemeint geschrieben, werden viele Hinweise und Ratschläge geben, die auch außerhalb der Welt der wandelnden Toten zu gebrauchen sind.

 

19. Torsten Heinrich: Medien und Islamismus

Ebenfalls selbst geschrieben und somit auch gelesen ist „Medien und Islamismus“. Dabei habe ich die Reaktionen auf das Attentat gegen die Redaktion von Charlie Hebdo (und den Hyper Cacher) anhand von ausgewählten Beispielen analysiert. Gespickt mit eigenen Essays ist das Buch „Gut und sachlich!“, so ein Rezensent.

 

20. Leo Tolstoi: Krieg und Frieden

Eines DER Bücher der Weltliteratur. Zunächst etwas ungewohnt durch den „allwissenden Erzähler“, der im oben genannten Lehrbuch als unbedingt zu vermeidend geschildert wird, ist das Buch eine spannende und sehr plastisch geschilderte Erzählung aus der Zeit der Napoleonischen Kriege.

 

Neben ein paar nur zum Teil gelesenen Büchern für Recherchezwecke, habe ich also tatsächlich nur 20 Bücher in diesem Jahr geschafft. Wie enttäuschend.

Russland mag meschugge sein, es ist aber doch auch unterhaltsam

In seinem Erstlingswerk Russland meschugge: Putin, meine Familie und andere Außenseiter
beschreibt Filipp Piatov die Reise zum Baikalsee, die per Anhalter, Bus und Transsibirischer Eisenbahn zurückgelegt wurde. Was eine wenig spektakuläre Reisebeschreibung sein könnte, erweist sich als spannende Mischung aus Berichten von skurrilen Russen, seltsamen russischen Bräuchen, Politik und Familiengeschichte.

Auch wenn es zunächst seltsam anmuten mag, in einem Buch über eine Reise zum größten See der Erde über die Familiengeschichte des Autors, die Belagerung Leningrads oder Rattenkadavern ín russischem Käse zu lesen, so ergibt es doch nicht nur Sinn, sondern schafft eine spannende Mischung, die durch den Wechsel der Perspektiven und Erzählinhalte denkbare Durststrecken gar nicht erst aufkommen will.

Wie man es mit Anfang 20 schafft, ein Buch zu schreiben dass zugleich auch eine Art Biographie ist, wie man schafft dass solch ein Buch zugleich auch noch spannend und gut zu lesen ist, ist bemerkenswert. Doch die Geschichte von jüdischen Zuwanderern aus der Sowjetunion, die alltäglichen Besonderheiten mit diesem Familienhintergrund und die Herausforderungen sind doch eine neue und interessante Welt, auch ohne dass der Autor sich erhöhen müsste.

Verbunden mit seinen unbestreitbaren Fähigkeiten eine gute Geschichte zu schreiben, wird „Russland Meschugge“ so zu einer spannenden Reise in die russische Seele und nach Russland, auf der man Filipp Piatov begleiten kann. Schön zu lesen und empfehlenswert!

 

Hier können Sie das Buch bestellen: