Wann ist eine Invasion eine Invasion

Der Spiegel berichtet, ein ukrainischer Angriff auf einen russischen Militärkonvoi, der sich auf ukrainischem Staatsgebiet befunden hat, wäre ein casus belli, also ein Kriegsgrund. Nicht also das Schicken von Panzern in ein Nachbarland ist heute ein Kriegsgrund, sondern wenn das Land in das feindliche Truppen eindringen diese dann auch bekämpft. Doch findet nicht längst eine Invasion statt?

Ukrainische Mi-24 Hind
Ukrainische Mi-24 Hid

Bleiben wir bei tatsächlichen Fakten:

In dem Konflikt in der Ostukraine gibt es eine Unmenge an Propaganda. Noch immer glauben nicht wenige, in Kiew herrsche eine „faschistische Junta“, die über einen „Putsch“ an die Macht gekommen ist. Auch glauben sie, die russischsprachige Bevölkerung sei tatsächlich unterdrückt worden.

Wer diese Dinge tatsächlich objektiv geklärt haben möchte, der konnte es längst tun. Wer nach wie vor diesem Narrativ folgt, den wird auch eine Begründung meinerseits nicht überzeugen, daher spare ich sie mir.

Bleiben wir also bei den tatsächlichen Fakten, die nach Möglichkeit sogar aus russischen Staatsmedien oder von den „Rebellen“ selbst kommen.

Wie viel Prozent Kämpfer müssen heimisch sein?

Jeder Kampf zieht ausländische Freiwillige an. So ging es durch die Presse, dass auf Seiten der Ukrainer mindestens ein schwedischer Nationalist, ein ausgebildeter Scharfschütze, kämpft. VICE NEWS hat einen Ukrainer getroffen, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft hat und ukrainischer Abstammung ist. Er hatte die Staatsbürgerschaft vor dem Eintreten in ein Bataillon von Freiwilligen angeommen, ist also theoretisch auch ein ausländischer Freiwilliger. Dies diskreditiert die ukrainischen Streitkräfte im Prinzip genauso wenig, wie wenn sich auf Seiten ihrer Gegner ausländische Kämpfer finden. Vielmehr aber sollte die Frage geklärt werden, wer dort überhaupt kämpft?

5 bis 10% Ukrainer, der Rest sind Ausländer

Igor Strelkow, der bisherige „Verteidigungsminister“ der Rebellen hat selbst geäußert, er habe es sich nicht vorstellen können, dass bei einer Bevölkerung von 4,6 Millionen sich gerade einmal rund 1.000 Freiwillige finden, die für „Neurussland“ kämpfen wollen. Unter diesen 1.000 Freiwilligen sind natürlich auch all die, die sich bei solchen Gelegenheiten immer einfinden. Also Kriminelle, Taugenichtse, Abenteurer, Gernegroße die endlich einmal etwas zu sagen haben wollen, etc. Dies gilt natürlich auch für jede andere Bewegung dieser Art. Solche Gestalten dürften sich entsprechend natürlich auch auf dem Maidan eingefunden haben. Das diskreditiert die Bewegung als Ganzen aus sich heraus nicht.

Die 1.000 Freiwilligen sind dazu auch noch nach einem anderen Gesichtspunkt zu differenzieren. Zunächst sah es ja noch so aus, als würde auch die Besetzung in der Ostukraine ohne große Gegenwehr der Ukrainer stattfinden, während die „Rebellen“ dort wohl die Hoffnung gehabt haben dürften, Russland würde intervenieren. Wie viele der 1.000 also tatsächlich überzeugte „Kämpfer für eine Selbstbestimmung“ sind und dafür auch zu kämpfen und zu sterben bereit sind und waren, ist nicht schätzbar. Es dürften aber wesentlich weniger sein.

Es gibt also 1.000 Freiwillige aus dem Donbas selbst, doch wie viele Kämpfer gibt es dort überhaupt auf Seiten der „Rebellen“? Eine russische Agentur meldet 20.000, was vermutlich deutlich überhöht ist, während von anderer Stelle 10.000 Kämpfer genannt werden. Das bedeutet, dass nur 5 bis 10 % der „Rebellen“ überhaupt aus dem Gebiet selbst kommt. Der Rest kommt in der überwältigenden Mehrzahl aus Russland, aber auch aus anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

Wie will man angesichts dieser Zahlen noch von einem Aufstand sprechen?

Russland führt eine Invasion durch

Während also die überwältigende Zahl der Kämpfer aus Russland kommt, wo die beiden „Volksrepubliken“ auch Büros zur Rekrutierung unterhalten dürfen, schickt Russland selbst seit Monaten schwere Waffen über die Grenze. Selbst wenn man noch so russlandfreundlich ist, wie soll man das als etwas anderes bezeichnen als eine Invasion? Dazu muss man noch nicht einmal darauf eingehen, dass bei dem letzten Vorfall wohl möglicherweise erstmals Panzerfahrzeuge mit russischen Militärkennzeichen die Grenze überschritten haben sollen.

 

Update:

Putin hat am 18. August 2014 der 76th Guards Air Assault Division, einer Spezialeinheit, die Suvorov Medaille für Tapferkeit im Kampfeinsatz verliehen.

Siehe:
http://news.kremlin.ru/…/files/41d4fc7d2f93de018a91.pdf

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