Winston Churchill zur Krim-Krise

Winston Churchills Rede vor dem US-Kongress zur Kirm-Krise und zu Russlands Annexion der Halbinsel:

Winston Churchill
Winston Churchill 1943
Bild: Public Domain

Ein Land wie Ihres, das immense Gebiete und Wohlstand sein eigenen nennen kann, dessen Verteidigung vernachlässigt wurde, kann Krieg nicht vermeiden indem es die Grauen des Krieges erhöht, oder sogar durch ständiges Bezeugen seiner Friedfertigkeit oder indem es die Opfer von Aggression woanders ignoriert. Krieg wird in den jetzigen Umständen ausschließlich durch die Ansammlung von Abschreckungsmitteln gegen den Aggressor vermieden.

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Putins Optionen in der Ostukraine

Mit der Ausrufung der „Souveränen Volksrepublik Donezk“ scheint Russland eine neue Gelegenheit gegeben zu werden, gegen die Ukraine vorzugehen und vielleicht weitere Landesteile abzuspalten. Nachdem es zunächst nach einer Entspannung aussah, eskaliert die Lage nun jedoch wieder.

Wladimir Putin, der Präsident Russlands. Foto: www.kremlin.ru.
Wladimir Putin, der Präsident Russlands. Foto: www.kremlin.ru.

Zunächst die Krim

Ob es langer Hand geplant war und tatsächlich der russische Geheimdienst seine Hände im Spiel hatte, als Scharfschützen Demonstranten auf dem Majidan töteten, ist noch nicht geklärt. Es wird vielleicht auch nie belegt werden. Aktuell deutet es darauf hin, dass es Berkut-Polizisten waren. Sowohl Berkut wie auch SBU sind jedoch massiv mit russischen Agenten unterwandert. Klar war jedoch, dass Russland diese Gelegenheit nutzen würde um die Kontrolle über die Krim zu übernehmen, wie ich es bereits am 01. März 2014 angekündigt habe.

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Der Dammbruch

Russlands Annexion der Krim im März 2014 war ein Dammbruch. In der Geopolitik des 21. Jahrhunderts wird man möglicherweise entsprechend eine Zeit vor und nach der Krimannexion sehen. Dabei geht es weniger um eine Halbinsel mit rund 2 Mio Einwohnern und 25.000 km², als vielmehr um den damit gesetzten Präzendenzfall.

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Auch die Atommächte Indien und China haben erhebliche territoriale Streitigkeiten.

Die Krim ist fast egal, die Folgen sind es nicht

Auch wenn das Votum zum Anschluss an Russland eine Farce ist, kann man natürlich ausreichend Gründe dafür finden, wieso die Halbinsel eher zu Russland als zur Ukraine gehören sollte. Man kann die Geschichte ausgraben oder legalistisch die Schenkung an die Ukraine durch die Sowjetführung als unrechtmäßig anzweifeln. Man darf sogar der russischen Propaganda glauben, wonach die Russen auf der Krim gefährdet gewesen sein sollen, auch wenn es keinen Sinn ergibt wieso man dann nur 1/8 der Russen in der Ukraine mit einer Intervention schützen wollte.

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Die Farce des Krim-Votums

Beim Votum über den künftigen Status der Krim war das Endergebnis eine Zustimmung von 96,7% bei einer Wahlbeteiligung von 83,1%. Eine mathematische Annäherung ergibt folgende Erkenntnis:

Hätten 100% aller Russen und 100% aller sonstigen Minderheiten für die Abspaltung gestimmt, hätte die Abspaltung von den Ukrainern und Krimtataren eine Zustimmung von 90,9% bekommen müssen, wären alle in gleichem Maße zur Abstimmung gegangen.

Wären hingegen 100% aller Russen und 100% aller sonstigen Minderheiten zur Abstimmung gegangen und hätten zu 100% pro Anschluss gestimmt, während gleichzeitig ausschließlich Ukrainer und Krimtataren ferngeblieben wären, so wäre die tatsächliche Wählerverteilung nach dem Votum bei 70,18 Russen und 6,33% sonstige Minderheiten (76,51% zusammen) gestanden. In diesem Fall hätten immer noch 85,95% der Ukrainer und Krimtataren zustimmen müssen.

Wer das für wahrscheinlich in einer Wahl nach demokratischen Standards hält, der kann nur als von allen guten Geistern verlassen bezeichnet werden.

Eine Wahl nach demokratischen Standards war es jedoch schon alleine deshalb nicht, weil transparente Urnen verwendet wurden, in die die Wahlzettel ungefaltet eingeworfen wurden. Die Wahlzettel selbst waren dabei dünn genug, dass auch auf der Rückseite deutlich genug zu erkennen war wo das Kreuz bzw. der Haken (scheinbar macht man dort Haken, keine Kreuze) gemacht wurde.

Wer waren die Schützen auf dem Majdan?

In einem vom russischen Geheimdienst abgehörten Telefonat zwischen Catherine Ashton und Urmas Paet, dem Außenminister Estlands, spricht dieser davon, eine Ärztin habe ihm gesagt dass es die gleichen Schützen gewesen seien, die sowohl Demonstranten wie auch Polizisten erschossen haben. Da es nicht zufällig vom Geheimdienst veröffentlicht wird, soll es die Revolution in der Ukraine diskreditieren. Doch was sagt dieser Mitschnitt bislang eigentlich aus?

Update:

Die ukrainische Ärztin hat sich inzwischen geäußert: „Ich selbst habe nur Demonstranten untersucht, die Wunden der Militärs kenne ich nicht“ Siehe Ende der Artikels.

Update Ende,

Vorsicht: Bilder von Schwerverletzten und Leichen untermalen das Video!

 

Paet berichtet, dass laut der Ärztin Olga Bogomolez die getöteten Menschen von beiden Seiten durch die gleichen Scharfschützen („the same snipers“) erschossen worden sein sollen. (8:30). Als Arzt sagt sie, sie könne beurteilen dass es die identische „Handschrift“ („hand writing“) und die gleichen Kugeln seien, die getötet haben (8:40). Es sei richtig verstörend, dass die neue Koalition es nicht untersuchen wolle. (8:50).

Auch wenn die sich Russland verbunden fühlenden Menschen nun frohlocken und sich bestätigt sehen, sollte hier, wie sonst auch, zunächst einmal hinterfragt werden, statt sich blindlings auf die in das eigene Weltbild passende Meldung zu stürzen.

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Ukraine: Rammstoß als politisches Druckmittel

Die militärischen Chancen der Ukraine im jetzigen Konflikt sind nicht wirklich erfolgversprechend, auch politisch scheint kaum noch Hoffnung auf einen Erhalt einer ukrainischen Krim zu bestehen. Sollten jedoch Wille und Einigkeit oder aber die Verzweiflung im Land groß genug sein, könnte die Ukraine einen politischen Druck erzeugen, der möglicherweise Russland und den Westen zu Zugeständnissen zwingen könnte. Vergleichbar wäre dies jedoch ein wenig mit einem Banzai-Angriff oder einem Rammstoß auf hoher See.

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Eine Brieme mit Rammsporn
By Rama (Own work) [CC-BY-SA-2.0-fr], via Wikimedia Commons

Rammstoß als Taktik

In der Seefahrt gibt es seit jeher den Rammstoß. Dabei steuert man das eigene Schiff bewusst und geplant in ein anderes und rammt es. Mit etwas Glück wird dabei der eigens dafür angebrachte Rammsporn ein großes Leck unter der Wasserlinie bei dem anderen Schiff reißen. Begünstigt wird dies durch die Physik, da Schiffe an den Seiten gegen Druck empfindlicher sind als von vorne. Auch die verwenden Hölzer brechen naturgemäß leichter quer durch, als dass sie sich durch einen Stoß entlang der Fasern brechen ließen. Dennoch birgt diese Taktik hohe Risiken, selbst mit Vorbereitung des Schiffes.

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Russlands Krieg beginnt

Nun hat Russland den ukrainischen Streitkräften auf der Krim also scheinbar ein Ultimatum gestellt, bis morgen 4:00 Uhr MEZ seine Waffen abzugeben. Dies ist, ohne jeden Zweifel, ein Kriegsakt.

Korrektur: Zum Zeitpunkt des Verfassens des Artikels hatte Interfax die Meldung des Ultimatums verbreitet, die von sehr vielen weiteren Medien übernommen wurde. Auch am Tag danach ist beispielsweise auf der WELT noch von einem Ultimatum zur Übergabe der ukrainischen Schwarzmeerflotte zu lesen. Zumindest das oben genannte Ultimatum zur Übergabe aller Waffen wurde jedoch nicht aus Moskau bestätigt. Es war entweder eine Zeitungsente oder eine eigenmächtige Aktion von Offizieren vor Ort.

Krimkrieg
Soldaten ohne Hoheitszeichen in Simferopol

Die Schwäche des Westens ermöglicht Russlands Eroberung der Krim

Es muss sich die Frage stellen, wieso Russland jetzt diesen Schritt geht. Die ukrainischen Truppen auf der Halbinsel sind von Verstärkungen abgeschnitten, die russischen Truppen sind bei weitem in der Überzahl. Warum also riskiert Putin jetzt den Ausbruch von Feindseligkeiten, wo er doch nur noch das Referendum über eine Unabhängigkeit der Krim oder deren Anschluss an Russland abwarten und ggf. manipulieren müsste?

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Russland holt sich die Krim

Nachdem Truppen unbekannter Herkunft zunächst zwei Flughäfen auf der Krim besetzt hatten, sind nun russische Verstärkungen gelandet. In zunehmendem Maße wird klar, dass eine russische Krim, ob direkt, militärisch besetzt oder über ein Marionettenregime, das Resultat sein wird.

Crimea in Ukraine
By TUBS [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Nach dem Umsturz in Kiev haben Truppen ohne Hoheitszeichen den Flughafen bei Sevastopol und den Flughafen von Simferopol besetzt. Zuvor hatten Berkut-Einheiten von der Krim zum Isthmus der Halbinsel verlegt um diesen blockieren zu können. Auch wenn Berkut an sich aufgelöst wurde, scheinen sich die Einheiten auf der Krim herzlich wenig darum zu scheren.

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