Ruhe in Frieden, Türkei.

Der Versuch der Türkei, Teil des Westens zu werden, ist gescheitert. Der Gründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk hatte dereinst gesagt: „Es gibt viele Kulturen, aber nur eine Zivilisation: die Europäische.“ Sein Werk wurde gestern für immer zerstört. Die Türkei hat sich von der „einzigen Zivilisation“ Atatürks abgewendet.

Die Zukunft der Türkei ist der Islam.

 

Der Westen half beim Werk.

Ob Atatürk die Armee von Anfang an als Hüter der republikanischen Verfassung geplant hatte oder sie sich nur dazu entwickelt hat, kann ich mangels spezieller Landeskenntnisse nicht sagen. Unbestritten ist jedoch, dass das türkische Militär mit mehreren Putschen und Putschdrohungen gegen frühere Versuche von Islamisten zur Umgestaltung des Landes vorging. Bis 2016 waren diese Bemühungen erfolgreich und jeder Versuch von Islamisten, die republikanisch-säkulare Ordnung zu zerstören, scheiterte.

Erdogan und seine Partei haben offensichtlich daraus gelernt. Das zumindest wäre ein Erklärungsansatz, wieso die islamistische AKP sich so vehement um die Aufnahme in die EU bemühte. Man könnte islamistische Missionierungsbemühungen und Kolonisationspläne über Auslandstürken anführen. Ein deutlich sichtbarer Effekt der Beitragsverhandlungen waren jedoch die durch die EU erzwungenen Reformen in der Türkei. Angefangen mit der Abschaffung der Todesstrafe wurde von der EU vor allem die Entmachtung des Militärs gefordert.

Natürlich ist es für ein EU-Mitgliedsland undenkbar, dass das Militär sich berufen sieht, jederzeit nach eigenem Gusto gewählte Regierungen abzusetzen – und dazu auch durch seine besondere Struktur in der Lage ist. So war die Beförderung von Offizieren eine alleinige Entscheidung des Offizierskorps selbst, was damit ausschließlich Kemalisten in Positionen mit Entscheidungsbefugnis aufsteigen ließ.

Indem die AKP sich mit aller Energie dem EU-Beitritt verschrieb, konnte das Militär schlechterdings dagegen opponieren. Immerhin versprach die EU ja eine Modernisierung und gerade die Westbindung, die Atatürk für sein Land als Vision gesehen hatte. Und während die AKP die einzig wirkliche Gefahr für die Islamisierung, das Militär, ausschaltete, konnte sie sich der bürgerlichen Unterstützung sicher sein. Denn welcher moderne, säkulare Türke konnte schon gegen den EU-Beitritt sein?

Man muss Erdogan Respekt zollen, für seine strategisch brilliante Vorgehensweise, den propagierten EU-Beitritt zur Islamisierung des Landes zu nutzen. Hatte sich das Land schon in den letzten Jahren weg vom Kemalismus entwickelt, ist die Entwicklung nun wohl abgeschlossen. Die kemalistische moderne Türkei gibt es nicht mehr. Jetzt ist das Neoosmanische Reich zurück.

 

Siehe auch: RIP Turkey, 1921-2017

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann können Sie mich auf Patreon (hier klicken) unterstützen oder speichern Sie sich diesen Link hier als Lesezeichen für Ihre Einkäufe auf Amazon ab, um mich künftig mit etwa 5% Ihrer Einkaufssumme zu unterstützen – ohne Mehrpreis für Sie! Folgen Sie mir hier auf Facebook und tragen Sie sich hier in meinen Newsletter ein, um mehr von mir zu hören.

[mc4wp_form id=“2093″]

2 Antworten auf „Ruhe in Frieden, Türkei.“

  1. Hallo Torsten,

    führe doch mal bitte die Begriffe „Islamisierung“ und „Islamisten“ konkret aus. Denn vom nominalistischen bzw. konzeptualistischen Standpunkt bezeichnen Allgemeinbegriffe, vor allem bei solchen mit Verschwörungsideologischen Hintergrund, keine eigenständige Wirklichkeit, sondern existieren nur im Denken; sie sind nur inhaltslose Konventionen zum Zweck der sprachlichen Verständigung.
    http://de.verschwoerungstheorien.wikia.com/wiki/Eurabien

    Real sind hingegen nur die konkreten Einzeldinge. Der Islamismus ist ein Begriff aus den Sozialwissenschaften der 1970er Jahren zur Charakterisierung von verschiedenen Ideologien und Bewegungen mit einem spezifischen Verständnis des Islam verwendet wird. Zur Frage der Abgrenzung des Begriffs „Islamismus“ von anderen Begriffen wie „Islam“, „islamischer Fundamentalismus“, „islamistischer Terrorismus“ und „politischer Islam“ existieren sehr unterschiedliche Auffassungen. Französische Wissenschaftler und Journalisten sahen sich in den 1970er Jahren vor der Herausforderung, den politisch-fundamentalistischen und extremistischen Islam korrekt zu beschreiben und einzuordnen. Dieses Bestreben wurde maßgeblich ausgelöst durch die Anwesenheit und das Wirken des schiitischen Ruhollah Chomeini (Islamisch-sozialistische Revolution im Iran, Politischer Panarabismus, Islamistischer Fundamentalismus) Paris sowie die in Ägypten und Algerien aufkeimenden Protestbewegungen, die sich auf ein fundamentalistisch ausgelegtes Islamverständnis bezogen. Der Begriff des Fondamentalisme traf jedoch in Frankreich aufgrund seines amerikanischen Ursprungs auf Ablehnung. Die Alternative des Intégrisme schied ebenfalls aus, da sie zu stark mit christlich-katholischen Bezügen konnotiert war. Folglich setzte sich zunehmend der Begriff des Islamisme durch, wenn auch gegen anfängliche Widerstände. Der Orientalist und Historiker Maxime Rodinson sprach sich vehement gegen Islamisme bzw. Islamismus aus und gab zu bedenken, dass die Verwendung dieses Begriffs es den Rezipienten erschweren könne, fortan zwischen Extremisten und einfachen Gläubigen zu unterscheiden.

    Genau diese kognitive Verzerrung aufgrund eines sophistisch geprägten Neologismus namens „Islamismus“, ist in der heutigen Realität eine systematischen Tatsache und entspricht dabei nichts anderem als pur indoktrinärer Ideologie. Ehrlich gesagt geht mir dieser kultivierte inkohärente Infantilismus – wahrlich ein Abgesang auf die deutschsprachige Denktradition – mit Platons Ideenlehre bzw. dem neuplatonischen Universalienrealismus – nur noch auf den Sack, weil dieser Stumpfsinn das absolute gegenteil zum Aristotelismus und Liberalismus darstellt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Universalienproblem#Scholastik

    Denn die Islamkritik als sachlich geübte Religionskritik sollte von Kritik im Sinne einer radikal Anti-ideologischen Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit abgegrenzt werden. Jedoch geschieht dies häufig nicht weil die Grundlage jeglicher Islamkritik, auf die ideologische Methodik welche von Christen einige Jahrzehnte nach dem Auftreten Mohammeds angewandt wurde, zurück zu führen ist. Dabei betrachteten viele Christen der dogmatischen Trinitätslehre, den Islam als eine christliche Irrlehre (Häresie). Der Islam wurde bereits im beginnenden Frühmittelalter in christlichen Quellen erwähnt. Zu den frühesten erhaltenen islamkritischen Schriften gehört beispielsweise Johannes von Damaskus († 749), der im zweiten Kapitel seines Buches „Die Quelle der Weisheit“ mit dem Titel „Über die Häresien“ die These aufstellt, Mohammed sei von einem nestorianischen Mönch beeinflusst gewesen. Inhaltlich verweist er unter anderem darauf, dass es – abgesehen von Mohammed wegen seiner Offenbarung selbst – niemanden gab, der die Herabsendung des Koran bezeugen konnte. Das sehr viele Menschen des Christlichen Abendlandes diesbezüglich, sich selbst nach über 1200 Jahren kein stück Geistig weiterentwickelt haben, könnte einem schon zu denken geben.

    „Vom Wahnsinn gab Goethe die einfache Definition, daß er darin bestehe, wenn man von der wahren Beschaffenheit der Gegenstände und Verhältnisse, mit denen man es zu tun habe, weder Kenntnis habe noch nehmen wolle, diese Beschaffenheit hartnäckig ignoriere.“ -Goethes Unterhaltungen mit dem Kanzler Friedrich von Müller

    Verfassungsreform der Türkei:

    Als Verfassungsänderungen sind unter anderem vorgesehen:

    – Die Militärgerichtsbarkeit wird aufgehoben.

    – Im Notstandsrecht entfällt die bisher vorhandene Form der Ausnahmezustandsverwaltung, in welcher das Militär in die Verwaltung eingreifen darf.

    – Die praktisch nicht relevante Ausnahme von Akten des Präsidenten von der gerichtlichen Nachprüfbarkeit entfällt.

    – Die Zahl der Parlamentssitze wird von 550 auf 600 erhöht.

    – Das passive Wahlrecht wird von 25 auf 18 Jahre herabgesetzt.

    – Verfassungsrechtlich wird neben der ohnehin geltenden Unabhängigkeit zusätzlich ausdrücklich die Unparteilichkeit der Richter festgeschrieben.

    Im Zusammenhang mit der Einführung des sogenannten Präsidialsystems erfolgen folgende Änderungen:

    – Der Ministerrat wird als Staatsorgan abgeschafft; damit entfällt auch das Amt des Ministerpräsidenten.

    – Die Befugnisse des Ministerrats werden auf den Präsidenten übertragen, nicht aber das Gesetzesinitiativrecht (Ausnahme: Das Haushaltsgesetz).

    – Misstrauensvotum und Vertrauensfrage werden abgeschafft. Als einziges Kontrollmittel bleibt das Ermittlungsverfahren, das gegenüber dem Präsidenten auch auf gewöhnliche Straftaten erstreckt wird.

    – Der Präsident ernennt und entlässt die Minister nach Belieben ohne Mitwirkung des Parlaments.

    – Der Präsident ernennt und entlässt seine Stellvertreter, deren Anzahl in der Verfassung nicht begrenzt ist.

    – Die Wahlen zur Großen Nationalversammlung und zum Präsidenten der Republik haben alle fünf Jahre (das nächste Mal ist geplant für den 3. November 2019) am gleichen Tag zu erfolgen. Seit der Verfassungsänderung von 2007 wird der Staatspräsident vom Volk auf fünf Jahre gewählt, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Weitere Einzelheiten sind im Präsidentenwahlgesetz geregelt. Das PräsWahlG wurde am 19. Januar 2012 verabschiedet.

    – Der Präsident kann das Parlament vorzeitig auflösen; dasselbe Recht hat das Parlament mit 3/5-Mehrheit. In beiden Fällen ist auch über das Amt des Präsidenten eine Neuwahl abzuhalten.

    – Der Präsident hat das Recht, Präsidialverordnungen zu erlassen. Dadurch kann u. a. aber nicht in Grundrechte eingegriffen werden, die Verordnungen dürfen Gesetzen nicht widersprechen und treten außer Kraft, wenn über den Gegenstand der Verordnung das Parlament ein Gesetz beschließt.

    – Die Rechtsverordnung mit Gesetzeskraft, mit welcher der Ministerrat aufgrund Ermächtigung und mit nachträglicher Kontrolle durch das Parlament auch Gesetze ändern konnte, entfällt.

    – Das suspensive Veto des Präsidenten soll zukünftig nicht mehr mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder, sondern nur mit der Mehrheit der Gesamtzahl der Mitglieder überstimmt werden können.

    – Der Staatspräsident soll Mitglied einer Partei sein können. Im Ergebnis kann er damit auch Vorsitzender einer Partei werden oder bleiben.

    – Der (Hohe) Richter- und Staatsanwälterat, welcher erst 2010 von 7 auf 22 Personen aufgestockt und ausschließlich vom Parlament bestimmt wurde, soll wieder auf 13 Mitglieder verkleinert werden. Dessen Mitglieder sollen künftig ausschließlich von Präsident und Parlament bestimmt werden, ein Mitwirkungsrecht der Richterschaft, der Justizakademie, des Kassationshofs und des Staatsrats entfällt.

    Also diese Verfassungsreform des aktuellen Verfassungsrecht, sieht ganz klar nach einer verfassungslosen Willkürlichen Autokratie aus, dem Gegenstück zur Verfassungsgemäß Souveränen Demokratie und Grundvoraussetzung für eine Diktatur, Despotie oder Tyrannei.

    Natürlich auch total islamistisch, falls man damit nicht die islamisch-theologische Orthodoxie meint, welche im Sinne des Panislamismus äusserst kritisch aufgefasst wird. Der Ursprung des Islam ist nicht die überlieferung, von Gottes Wort in der Heiligen Schrift des Koran, sondern Mohammeds Abschiedspredigt als Glaubensverkündung und Berufung des Islam. Auszüge:

    Hört mir gut zu, sodass ihr mit Würde und Ehre weiterhin friedlich lebt. Seid auf keinen Fall ungerecht und unterdrückt niemanden. Seid kein Werkzeug des Zwangs, der Unterdrückung und der Folter. Gebt der Unterdrückung nicht nach. Akzeptiert keine Ungerechtigkeit. Habe ich mich deutlich ausdrücken können? 

    O ihr Menschen! Hört gut auf meine Worte und denkt gut nach. Wisst, dass Muslime aller Rassen Brüder sind. Alle Gläubigen sind Brüder. Kein Besitztum eines Bruders ist halal, solange dieser es nicht genehmigt. Lasst kein Unrecht, Trug oder Verrat zu.

    Soll ich euch erklären, wer ein Muslim ist? Jemand, der anderen Muslimen keinen Schaden zufügt; weder durch seine Zunge noch durch seine Hand. 

    Soll ich euch erklären, wer ein Gläubiger ist? Jemand, von dem man mit Bestimmtheit weiß, dass er weder dem Eigentum noch dem Leben von Menschen Schaden zufügt. 

    Wie die Unantastbarkeit des heutigen Tages ist es für einen Gläubigen haram (verboten), einen anderen Gläubigen zu schädigen. Verleumdung eines Gläubigen durch einen anderen ist auch haram. Es ist auch haram, wenn er seine Ehre und Würde beschädigt. Einen Gläubigen ins Gesicht zu schlagen ist für einen Gläubigen auch haram. Falls er ihn grob behandelt und verletzt, ist dies auch haram. Habe ich es klar und deutlich verkündet? Allah, sei auch Du mein Zeuge!

    O ihr Gläubigen, kehrt nach mir nicht zur Gotteslästerung zurück, werdet nicht zu Ungläubigen, die sich gegenseitig die Köpfe abschlagen. Ich habe euch das Buch Allahs, den Koran und die Sunna seines Gesandten hinterlassen, die deutliche religiöse, wissenschaftliche, administrative und politische Regeln beinhalten; die verhindern werden, dass ihr den rechten Weg verlasst, falls ihr euch an sie haltet.

    O ihr Menschen! Ihr habt nur einen einzigen Herrn, nur einen einzigen Vater. Gemäß dem Islam sind alle Menschen gleich. Ihr seid alle Kinder Adams und Adam wurde aus Lehm erschaffen. Vor Allah sind die Wertvollsten unter euch diejenigen, die bei ihm Zuflucht nehmen, sich eng an seine Befehle halten, sich von Sünden reinigen und sich vor seinem Zorn hüten. Ein Araber ist nicht mehr wert als ein Nichtaraber, noch ist ein Nichtaraber mehr wert als ein Araber; weder ist ein Schwarzer mehr wert als ein Rothäutiger, noch ein Rothäutiger mehr als ein Schwarzer; das einzige Maß der Überlegenheit ist Takwa (Gottesfurcht, Frömmigkeit).

    O ihr Menschen! Vermeidet Übertreibung in der Religion. Jene, die vor euch kamen, haben entschieden aufgrund ihres Extremismus verloren. Lernt die Handlungen der Hadsch (Pilgerreise) von mir. Ich weiß nicht, ob ich in einem Jahr noch einmal den Hadsch vollziehen kann. Diejenigen, die hier sind, sollen meine Worte an diejenigen, die nicht hier sind, weiterleiten.

    Hört gut zu! Während ich für ein Teil der Menschheit nichts werde machen können, werde ich andere wiederum retten.  Ich werde “O Allah, meine Gefährten” sagen. “Du hast keine Ahnung, was sie im Namen der Religion alles erfunden haben” wird er antworten. Ich bin euer Vorläufer, der an den Paradiesbrunnen auf euch warten wird.
    http://www.derletzteprophet.info/abschiedspredigt-al-khutba-al-wada

    Ganz schlimm dieser Radikale Islam.

    mfg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.