Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch Syrien

Am 22.06.2012 wurde eine türkische Militärmaschine durch die syrische Luftabwehr abgeschossen. Während aktuell die Informationen noch sehr wage sind und sich massiv widersprechen, scheinen folgende Dinge passiert zu sein:

Eine türkische RF-4, die Aufklärungsvariante des zweisitzigen Überschallflugzeugs Phantom, flog in dem Luftraum zwischen der türkischen Provinz Hatay und dem von der Türkei besetzten Teil Zyperns. Anschließend flog das Flugzeug von Hatay nach Südwesten im internationalen Luftraum zwischen Zypern und Syrien, um nach Hatay zurückzukehren. Erneut wendete die Maschine und flog nach Südosten, um allerdings kurz darauf nach Südwesten abzudrehen und in den syrischen Luftraum einzudringen. Dort wurde sie nach syrischen Angaben mit hoher Geschwindigkeit im Tiefflug auf Syrien zufliegend geortet. Die syrische Luftabwehr eröffnete daraufhin mit Rohrartillerie das Feuer und schoss das Flugzeug ab.

Von der Türkei her gibt es dabei sich widersprechende Aussagen. Einmal wird zugegeben, dass das Flugzeug im syrischen Luftraum war. Dann erklärt der türkische Außenminister Davutoglu, der Flugzeug sei im internationalen Luftraum abgeschossen worden. Außerdem sei das Flugzeug unbewaffnet gewesen und nicht gewarnt worden. Deswegen schaltet die Türkei nun die NATO ein, die sich am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung treffen wird. Die britische Regierung hat bereits angekündigt, dass sie zu einer „robusten Reaktion“ bereit sei. Daher einmal zu den Fakten:

Das Flugzeug war unbewaffnet und wurde nicht gewarnt
Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine RF-4E gehandelt hat, eine Aufklärungsmaschine. Diese ist allerdings weitestgehend baugleich mit der F-4E, von der die türkische Luftwaffe über 120 im Einsatz hat. Die als Militärflugzeuge identifizierbaren Flugzeuge, möglicherweise waren es zwei, flogen also im Tiefflug mit hoher Geschwindigkeit auf das syrische Festland zu, auf dem momentan Krieg herrscht. Der Luftabwehr dürfte es dabei unmöglich gewesen sein herauszufinden, ob die Flugzeuge unbewaffnete Aufklärer, oder aber Jagdbomber auf dem Weg zu einem Angriff waren. Angesichts der Verletzlichkeit von Einrichtungen gegen gelenkte Waffen ist es zumindest nachvollziehbar, dass auf einen Anflug von Kampfflugzeugen nicht erst ausführlich diplomatisch reagiert wird. Die 12-Meilen-Zone kann von einem Kampfflugzeug mit 900km/h in weniger als 80 Sekunden durchflogen werden, es bleibt also nicht viel Zeit für eine Reaktion.

Das Flugzeug wurde im internationalen Luftraum abgeschossen
Selbst wenn das Flugzeug nicht durch 23mm, sondern durch 57mm FLAK abgeschossen wurde, so ist ein Abschuss von Land im internationalen Luftraum unmöglich, da die effektive Reichweite auch des größeren Kalibers nur bei etwa 4500m liegt. Selbst die maximale Reichweite liegt nur bei 12km, also noch deutlich innerhalb der 12-Meilen-Zone die 17,3km umfasst. Insofern ist die syrische Erklärung schlüssig, das Flugzeug sei in einem Kilometer Entfernung abgeschossen worde.
Sofern sich der Abschuss mittels FLAK bestätigt, kann ein Abschuss von Land überhaupt nicht im internationalen Luftraum erfolgt sein.

Syrien hat das Recht seinen Luftraum zu verteidigen
Auch wenn es einem angesichts des Bürgerkriegs nicht passen mag, aber noch ist die Regierung Assad die legitime Regierung des Landes. Es gibt keinen UN-Beschluss, der eine Verletzung des Luftraums durch die Türkei rechtfertigen würde. Dies mag sich vielleicht schnell ändern, vielleicht ist dies auch notwendig und gut, aber das soll hier nicht diskutiert werden. Aktuell zumindest hat Syrien offensichtlich nur sein eigenes Staatsgebiet, in dem ein Kriegszustand herrscht und entsprechend weniger Toleranz gegenüber Grenzverletzungen herrschen dürfte, vor dem Eindringen eines fremden Kampfflugzeugs geschützt.
Daher dürfte es spannend werden, ob die türkische Regierung versucht diesen Vorfall zum Anlass zu nehmen, Artikel 5 des NATO-Vertrags zu aktivieren. Wäre der Abschuss im internationalen, oder gar im türkischen, Luftraum erfolgt, so könnte die Türkei dies als Angriff Syriens auf die Türkei interpretieren und entsprechend den Bündnisfall ausrufen.
Ambitionen in diese Richtung ließ die Regierung Erdogan in der Vergangenheit bereits erkennen. Rechtmäßig wäre es in diesem Zusammenhang (es soll keineswegs das Assad-Regime verteidigt werden!) allerdings nicht.

Flugroute nach der staatlichen syrischen SANA Nachrichtenagentur.

Siehe auch:
Widersprüchliche Angaben im Focus 
Syrien arbeitet scheinbar wieder enger mit der PKK zusammen, was bereits 1998 zu Kriegsdrohungen der Türkei geführt hat.
Passend zu den Spannungen nach dem Abschuss berichtet der türkische Geheimdienst, dass Syrien der PKK freie Hand gebe
Die Türkei sucht nach Wegen um eine Intervention zu rechtfertigen, in der FAZ 

Richtigstellung: „Deutsches Geld“

Wenn Medien und Politiker davon sprechen, dass das innereuropäische Ausland „Deutsches Geld“, oder aber „Geld vom deutschen Staat“ wolle, so erzählen sie Unsinn. „Deutschland“ hat per Definition kein Geld, da alles Geld unter Verfügungsgewalt des Staates letztendlich unmittelbar (als Steuern), oder mittelbar (über frühere Steuern, künftige Belastungen, Enteigungen, Druckerpresse, etc.) von deutschen Bürgern geraubt wurden.

Richtig wäre also: Europäische Staaten wollen an das Geld der deutschen Bürger um ihre Sozialstaatsutopien fortleben zu lassen!

Die Schlacht um Midway – Die Fakten


Yamamotos Flaggschiff, die Yamato

Mit dem 70. Jahrestag der Schlacht um Midway befassen sich gerade allerlei Publikationen mit dem Thema. Die vermittelten Informationen beruhen dabei allerdings noch weitestgehend auf Fushida, der in Japan seit Jahrzehnten als Hochstapler und Schwätzer enttarnt ist.

Auf Basis eines Artikels bei WELT ONLINE von Berthold Seewald möchte ich einige Mythen richtigstellen und die neuesten Forschungsergebnisse präsentieren:

Yamamoto war derart von seiner Überlegenheit überzeugt, dass er zur Täuschung ein Ablenkungsmanöver gegen die westlichen Aleuten-Inseln, die zum US-Bundesstaat Alaska gehörten, in Gang gesetzt hatte.

Das ist falsch. Ein Ablenkungsmanöver müsste entsprechend zeitlich angepasst sein, was Operation AL nicht war. Zum Herauslocken der feindlichen Flotte, wie oftmals kolportiert wird, hätte die Operation AL Tage vorher stattfinden müssen, um den Gegner in Richtung der Aleuten zu locken.
Tatsächlich sind die Aleuten viel zu weit weg, um irgendeinen Effekt auf eine potentielle Schlacht bei Midway haben zu können. In Wirklichkeit sollte Operation AL zeitgleich mit der Invasion Midways stattfinden, um davon profitieren zu können, dass die USN anderenorts beschäftigt ist. Das Ziel der Operation war die Besetzung von Attu und Kiska, sowie die Ausschaltung von Dutch Harbor, nicht ein wie auch immer geartetes Ablenkungsmanöver!

Im Gegensatz zu Nimitz, der seine Flotte vom sicheren Pearl Harbor aus dirigierte, befand sich Yamamoto auf dem Superschlachtschiff „Yamato“, das zur Hauptflotte gehörte. Um die Funkstille nicht zu stören, konnte er daher nicht mit seinen Admiralen offen Kontakt halten, mit dramatischen Folgen. Bereits am 30. Mai empfing er Signale, die auf die Anwesenheit amerikanischer Träger bei Midway hindeuteten, konnte sie aber nicht an seine Luftwaffe weitergeben.

Die Yamato war mit den notwendigen Kommunikationseinrichtungen ausgestattet, um Flottenoperationen führen zu können, ganz im Gegenteil zu der drückenden Enge auf der Insel der Akagi.
Doch Yamamotos Halten der Funkstille ist nicht im Geringsten als ein Vorenthalten von Informationen zu verstehen. Tatsächlich war auch die Kido Butai mit allen notwendigen Kommunikationsmitteln ausgestattet um die Nachrichtendienstlichen Funksprüche aus der First Communications Unit in Tokyo zu erhalten. Es gab für Yamamoto schlicht keinen Grund anzunehmen dass Nagumo nicht voll im Bilde sein könnte.

Als dem japanischen Kommandeur Nagumo (er hatte auch den Angriff auf Pearl Harbor geführt) gemeldet wurde, dass ein zweiter Angriff nötig sei, ließ er eine zweite Welle seiner Maschinen für Angriffe gegen Landziele munitionieren. […]

Erst um 7.40 Uhr wurde Nagumo gemeldet, dass sich nördlich von Midway feindliche Marineeinheiten befänden. Umgehend fällte er seinen verhängnisvollen Entschluss: Die Bomber der zweiten Welle sollten gegen Seeziele umgerüstet werden. Zugleich befahl er, mit voller Kraft dem Feind entgegen zu fahren, zum einen, um die rückkehrenden eigenen Maschinen aufzunehmen, zum anderen, um die Vernichtungsschlacht zu führen.

Da die in Reserve gehaltenen Flugzeuge zum Einsatz gegen eventuell auftauchende Schiffe nicht startbereit an Deck standen wäre es praktisch unmöglich für Nagumo gewesen,  seinen Angriff auf die US Flugzeugträger zu starten bevor die Flugzeuge von Tomonagas Angriff auf Midway zurückkamen. Auf zeitgenössischen Flugzeugträgern ohne schrägem Flugdeck konnten Flugzeuge jedoch nur entweder Landen oder Starten, nicht beides gleichzeitig.
Die ständigen Angriffe auf die Kido Butai in der Folgezeit verhinderten darüber hinaus effektiv das Vorbereiten eines eigenen Angriffs.

In den Hangars stapelten sich bald Bomben und Torpedos, die normalerweise in die sicheren Munitionsdepots gebracht worden wären. Für die Betankung der Rückkehrer standen Treibstoffaggregate bereit. Da erreichten die Torpedobomber der „Hornet“ und „Enterprise“ die japanischen Träger.

Was Seewald mit „Treibstoffaggregaten“ meint ist ein Rätsel. Erfreulicherweise verbreitet er nicht den Mythos von Fushida, dass die Decks der Träger mit Flugzeugen bedeckt gewesen seien, tatsächlich erfolgte gerade die Aufmunitionierung und Betankung in den Hangars. Allerdings wären mir wie auch immer gestaltete „Treibstoffaggregate“ etwas Neues. Das Problem war eher, dass die Hangars mit betankten Flugzeugen befüllt waren und die japanische Seite nur völlig unzureichende Sicherungen gegen Schäden an den Leitungen für Flugzeugbenzin in ihren Schiffen hatte.

Noch einmal zeigte sich die Überlegenheit der kaiserlichen Piloten und ihrer Flugzeuge. Fast alle Angreifer wurden von den Zero-Jägern abgeschossen. Doch während diese noch um die Flugzeugträger engagiert waren, erreichten 68 US-Sturzkampfbomber in etwa 5000 Meter Höhe das Kampfgebiet, nachdem sie sich zuvor verflogen hatten.

Auch hier ist Seewalds Formulierung seltsam und unverständlich. Wenn die Zeros „um die Flugzeugträger“ engagiert sind, so sind sie ja auch in der Lage, die amerikanischen Sturzkampfbomber abzufangen.
Im Allgemeinen wird berichtet, der Angriff der Torpedobomber der VT-8 hätte die Zeros auf Meeresnähe herabgezogen, was den höher fliegenden SDB-2 den  Weg freigemacht hätte. Dies ist falsch, genau wie Seewalds Erwähnung von den 5.000 Metern Flughöhe im Bezug auf die Zeros „um die Flugzeugträger“.

Der Angriff der letzten Torpedobomberstaffel VT-8 auf die Kido Butai erfolgte rund eine Stunde vor dem entscheidenden Angriff durch die Sturzkampfbomber! Dies hätte es den Zeros ohne weiteres ermöglicht erneut auf die vorgeschriebenen Flughöhen und Positionen zurückzukehren. Die Steigleistung der Zero ist zudem mehr als ausreichend, was ein Sinken auf Meereshöhe ebenfalls nicht zu einem Problem macht.
Tatsächlich war das Problem, dass die Zeros mit einem so schlechten Funkgerät ausgestattet waren, dass eine Leitung der CAP (Combat Air Patrol) über der Kido Butai nicht effektiv möglich war.
Die berühmten Angriffe durch die Torpedobomber hatten dabei nicht den Erfolg die Jäger auf Meereshöhe herabzuziehen und damit den SBD-2 den Weg zu öffnen, sondern vielmehr weitere Angriffsvorbereitungen seitens der Japaner zu verhindern. Die japanischen Flugzeugträger konnten wegen der notwendigen Abwehr- und Ausweichmanöver, sowie wegen des notwendigen Durchwechseln und Verstärken des CAP die Arbeiten zur Vorbereitung des eigenen Angriffs nicht fortsetzen.

Den gravierendsten Fehler macht Seewald, mit den meisten darüber schreibenden Journalisten und Autoren jedoch mit der Aussage:

Die Übermacht der Japaner war erdrückend.

Der japanische Aufmarsch stellte sicher, dass die Mehrzahl der eigenen Truppen dem Feind kaum je treffen würden. Yamamoto setzte bei dem Einsatz praktisch jedes verfügbare Schiff ein, was mehr einer Flottenparade denn einer ernstzunehmenden Operation glich. Der Operationsplan war dabei so kompliziert gehalten, dass die Schiffe über hunderte oder gar tausende, bezieht man die Aleuten mit ein, Seemeilen verstreut waren.
Wenn aber die Mehrzahl der japanischen Schiffe weder den Feind erblickten noch von ihm entdeckt wurden kann kaum von einer erdrückenden Übermacht in der Schlacht gesprochen werden.

Nagumos 20 Schiffen standen tatsächlich sogar 25 Schiffe der USN gegenüber. Auf seinen vier Flugzeugträgern hatte er 248 Flugzeuge zur Verfügung. Ihm gegenüber stand die USN mit drei Flugzeugträgern und 233 Flugzeugen auf diesen. Dazu kamen noch einmal etwa 120 Flugzeuge von Midway!
Verglichen mit den vier Flugdecks der Japaner hatten die Amerikaner also auch vier Flugplätze zur Verfügung, von denen einer sogar schwere Bomber trug und noch dazu nicht versenkt werden konnte!

Auf der taktischen Ebene muss also von einer Übermacht der Amerikaner gesprochen werden!

Innerhalb von fünf Minuten hatte Japan den Kern seiner Trägerflotte verloren. Yamamoto wusste, was das bedeutete, brach er doch trotz seiner drückenden Überlegenheit an Schlachtschiffen das Unternehmen ab und ließ die Eroberung der Aleuteninseln als Sieg feiern. Den Verlust seiner Träger hielt Japans Marine dagegen selbst vor der Armee-Führung des Kaiserreichs zunächst geheim.

Dies ist erneut falsch. Yamamotos „Main Body“ mit den Schlachtschiffen um die Yamato war viel zu weit entfernt um überhaupt eingreifen zu können!

 

Weitere Mythen:

Nicht von Seewald, aber in vielen anderen aktuellen Veröffentlichungen in Deutschland:

Japans Flugzeuge waren bereit zum Start für den Angriff auf die US-Flugzeugträger als die Bomben der SBD-2 einschlugen.

Tatsächlich war die Kido Butai noch mindestens 30 Minuten vom Beginn des Starts der Kampfflugzeuge entfernt. Es dürften keine oder kaum Flugzeuge auf Deck gestanden sein.

Interventionismus ist Weg in den Sozialismus

Via Facebook

„Wenn Leute, die die Einführung des Sozialismus an Stelle der Marktwirtschaft anstreben, interventionistische Maßnahmen befürworten, so ist dies, im Hinblick auf das von ihnen angestrebte Ziel, durchaus logisch und konsequent. Diejenigen aber gehen kläglich irre, welche den Interventionismus als eine dritte, mögliche Lösung des Problems der Wirtschaftsordnung der menschlichen Gesellschaft betrachten, nämlich als eine Wirtschaftsordnung, die, wie sie sagen, gleichweit vom Sozialismus wie vom Kapitalismus entfernt sein, und die das „Gute“ beider Systeme vereine, jedoch das „Schlechte“ in ihnen vermeide.

Der Interventionismus kann nicht als eine Wirtschaftsordnung betrachtet werden, welche auf die Dauer zu bestehen vermag. Er ist eine Methode zur ratenweisen Verwirklichung des Sozialismus. Die Produktion kann entweder durch die Wünsche der Verbraucher gelenkt werden, wie sie in deren Kaufen oder Nichtkaufen zum Ausdruck kommen, oder aber durch den Staat, den gesellschaftlichen Zwangsapparat. Irgendein konkreter Produktionsfaktor, z. B. ein Block Stahl, kann entweder gemäß den Befehlen der Verbraucher oder gemäß den Befehlen der Bürokratie verwendet werden. Eine Zwischenlösung gibt es nicht. Was Optimisten als eine Wiederbelebung des Liberalismus ansehen, ist lediglich eine Verlangsamung des Marsches zum Sozialismus. […]

Alle diese Bewegungen erscheinen natürlich gemäßigt, wenn man sie mit der durchgreifenden Gründlichkeit der Diktatoren vergleicht. Aber Interventionismus, mag er mehr oder weniger gemäßigt sein, bleibt darum noch immer Interventionismus. Denn alle interventionistischen Maßnahmen machen, wie Engels treffend bemerkte, „weitere Eingriffe in die alte Gesellschaftsordnung notwendig“ und führen damit schließlich zu vollständigem Sozialismus.“

— Ludwig von Mises

Taiwan im Würgegriff – Nationalchinas Geschichte

Mit diesem Posting beginne ich eine Reihe von Artikeln über Taiwan. Die auf der Insel Formosa herrschende Nationalchinesische Regierung, auch unter  „Republik China“ firmierend, ist eines meiner Beschäftigungsfelder seit vielen Jahren. Die chinesische Demokratie hat es mir angetan, ich fürchte jedoch ihr baldiges Ende kommen.

Historischer Hintergrund
Formosa, so der alte Name für Taiwan, war 1895 nach dem Vertrag von Shimonoseki an Japan gefallen. Es blieb bis 1945 in japanischen Besitz, wonach es Nationalchina, die Republik China unter Chiang Kai-Shek, übergeben wurde.
Als der Chinesische Bürgerkrieg bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufflammte, konnten sich die Kommunisten (auch Rotchina genannt) militärisch durchsetzen. 1949 flüchtete Chiangs Armee mit über einer Million Mann auf die Insel Formosa. Da Nationalchina über die Marinestreitkräfte der chinesischen Republik verfügte, konnte sich die Regierung halten und die Insel bis heute dem rotchinesischen Einflussgebiet entziehen.
Ursprünglich mit dem Anspruch auf eine Rückeroberung des Festlandes, wurde diese Idee spätestens seit den 70er Jahren utopisch. Heute hat Taiwan, die Republik China, 2% der Bevölkerung des ehemaligen Bürgerkriegsgegners und rund 10% des Bruttoinlandsprodukts.

Das kommende Ende der freien Chinesen
Nationalchina war 60 Jahre lang vor Rotchina sicher. Zunächst noch aus eigener Kraft, sorgten die USA seither mit Waffenlieferungen und –Verkäufen für ein Nationalchina, das sich selbst verteidigen kann. Seit Rotchina jedoch dank der wirtschaftlichen Reformen Deng Xiaopings unaufhaltsam an Stärke gewinnt, ändert sich die Kraftverteilung scheinbar unaufhaltsam. Die Waage ist bereits deutlich zur Rotchinesischen Seite hin ausgeschlagen, und schon bald wird Nationalchina hoffnungslos unterlegen sein.
In absehbarer Zeit scheint eine Situation zu drohen, die dem Melierdialog gleicht. So wie Athen Melos im Peloponnesischen Krieg das Messer auf die Brust setzte und die neutrale Stadt nur vor die Wahl zwischen Anschluss an den Attischen Seebund, oder aber die vollständige Vernichtung stellte, so wird eine Großmacht China schon in absehbarer Zeit Taiwan ins „Mutterland“ eingliedern wollen.

In den kommenden Artikeln sollen die tatsächlichen Machtverhältnisse erklärt, Handungsloptionen erörtert und potentielle Folgen eines „Melierdialogs“ zwischen National- und Rotchina erörtert werden.

Böse Islamisten, gute Islamisten

Islamisten in Deutschland sind böse!
Gerade geht durch die Presse, dass eine Gruppe Salafisten in Deutschland 25 Millionen Ausgaben des Korans verteilen wollen(1). Die Presse ist so verzweifelt, dass N-TV beispielsweise einen „wissenschaftlichen Mitarbeiter mit Drittmitteln“, Dirk Hartwig von Lehrstuhl für Arabistik der FU Berlin, befragt. Die wissenschaftliche Koryphäe mit der stolzen Veröffentlichungsliste von einem Aufsatz in einem Sammelband bescheinigt den glücklichen Redakteuren, dass der verteilte Koran eine Eigenübersetzung sei, die „wissenschaftlich unbedeutend“ ist (2). Dass dies völliger Unsinn ist, sollte dabei klar sein. Gerade die Eigenübersetzung ist interessant, spricht sie doch von dem Verständnis der Initiatoren.
Aber gut, auch die Überlegungen die Verteilung möglicherweise verbieten zu wollen zeigt, wie „böse“ die Salfisten in Deutschland sind. Anderenorts ist es hingegen nicht der Fall.

Islamisten woanders sind gut!
Salafisten und die ähnlich radikalen Muslimbrüder sind nämlich gut, wenn sie nicht in Deutschland sind. Wie sonst wäre zu erklären, dass die Revolutionen in der arabischen Welt in Deutschland so frenetisch gefeiert werden, wo doch von Anfang an klar war, dass die Profiteure beim radikalen Islam zu finden sein werden?
Wer hat denn ernsthaft einen anderen Profiteur von der Beseitigung Mubaraks in Ägypten erwartet, wenn nicht die Muslimbrüder? Als einzige organisierte Opposition zum herrschenden Regime war ihre Machtübernahme von Anfang an sicher.

Islamisten in Syrien an die Macht bomben
In Syrien kämpft aktuell die Regierung des Diktators Assad gegen einen Aufstand, der große Sympathien im Ausland bekommt und inzwischen u.a. vom den Islam nicht gerade modern lebendem Saudi-Arabien unterstützt wird.
Überall treten selbsternannte und tatsächliche „Experten“ für ein wie auch immer geartetes Eingreifen in Syrien ein. Wen sie dabei unterstützen scheint ihnen völlig egal zu sein. Dabei zeigen die Aufständischen, die ohne Zweifel gegen eine verachtenswerte Diktatur kämpfen, deutlich, was von ihnen zu erwarten sein wird. „Alawiten ins Grab, die Christen nach Beirut“ soll einer der weit verbreiteten Slogans sein.

(1)    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-einfluss-der-salafisten-demokratie-ist-das-gegenteil-von-islam-11721140.html

(2)    http://www.n-tv.de/politik/Salafisten-Koran-ist-Eigenuebersetzung-article6018511.html

Flugzeugträger Liaoning: Gamechanger in Pazifik?

Varyag during refitting
By Yhz1221 (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Im August 2011 legte unter großer Aufmerksamkeit der Weltpresse der, in sowjetischer Zeit als Varyag bekannte, erste chinesische Flugzeugträger zu ersten Erprobungsfahrt unter eigener Kraft ab.

Dieses neue Zeichen militärischer Weiterentwicklung machte im Besonderen militärisch ansonsten wenig Interessierten den Eindruck, China verfüge nun ebenfalls über eines der Mittel, welches die USN so stark macht. Tatsächlich ist die Liaoning weit weniger beeindruckend als es erscheinen mag.

„Flugzeugträger Liaoning: Gamechanger in Pazifik?“ weiterlesen