Gute Verfassungfeinde, schlechte Verfassungsfeinde

Sie erinnern sich garantiert an die Empörung, als bei den Demonstrationen in Chemnitz einige Neonazis auftauchten, die ihre Parolen brüllten und den Hitlergruß zeigten. Diese waren meines Wissens nicht zu den Demonstrationen eingeladen, sondern hatten sich, wie es bei jeder Demonstration möglich ist, einfach beteiligt.

Als ich 2010 in Bayern eine Demonstration organisierte und die Beteiligung von Neonazis fürchtete, sagte mir die Polizei, ich dürfe niemanden von einer Demonstration ausschließen, auch als Organisator nicht. Eine Demonstration ist eine öffentliche Veranstaltung. Alles, was ich im Falle der Beteiligung von Neonazis machen könne, sei die Demonstration für beendet zu erklären. Effektiv bedeutet das, dass eine Beteiligung von Neonazis entweder ertragen werden muss, oder effektiv das Demonstrieren verhindert.

Eine also, solange man sein Demonstrationsrecht wahrnehmen möchte, nicht zu verhindernde Teilnahme von Neonazis machte die Demonstrationen in Chemnitz zu „Nazidemos“.

 

Auf der anderen Seite verbünden sich SPD, Grüne und FDP offen mit einem ganzen Sammelsurium von Verfassungsfeinden und vom Verfassungsschutz beobachteten Parteien, um geplant mit ihnen zu demonstrieren.

Aber gut. Manche Tiere sind eben gleicher und eine geplante Demonstration mit der gewaltbereiten Antifa oder praktisch jeder verfügbaren kommunistischen und leninistischen Organisation, die die freiheitliche Ordnung abschaffen möchte, ist legitim.

Nein, ist sie nicht. Wer sich an so etwas beteiligt, ist nicht mehr satisfaktionsfähig. Erst recht nicht, wenn er sich gleichzeitig über nicht geplante Teilnahme von Neonazis bei einer Demonstration echauffiert.

Wer so etwas macht, hat jedes Recht verloren, sich legitim über Bündnisse mit ekelhaften Personen oder Organisationen am rechten Rand zu beschweren.

 

Mitgliedsorganisationen

 

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Schade um die CSU

Im Herzen fühle ich mich zwischen CSU und FDP. Die FDP ist mir zu links und versteht nicht, dass Liberalismus auch dann Feinde der individuellen Freiheit bekämpfen muss, wenn sie eine andere Hautfarbe und Religion haben und Einwanderer sind. Die CSU könnte dagegen noch wirtschaftsfreundlicher sein.

Aber ich habe mehrfach CSU gewählt und wäre ich als EP-Abgeordneter 2014 aus der AfD ausgetreten, wäre ich möglicherweise noch 2014 zur CSU gewechselt.

Ich denke es ist wohl bewiesen, dass die CSU in Bayern weitgehend eine gute Arbeit geleistet hat, ansonsten wäre Bayern nicht mit Abstand das beste Bundesland in Deutschland.

Leider hat die Partei aber auch Merkels Wahnsinn mitgetragen, in typischer Drehhofer-Manier. Daher hat sie wohl leider diese herbe Schlappe redlich verdient. Denn die Union wird, wenn überhaupt, dann nur durch große Schmerzen lernen und die Merkel-Bande loswerden können.

 

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Das Leben in Panama (II) – Politische Einstellungen der Einwanderer

Das Spannende an Panama ist, dass von ein paar Hippies abgesehen, jeder Einwanderer hier rechts ist.
An sich klar, denn in ein Land ohne Sozialsystem wandert keiner ein, der an Umverteilung glaubt und als Soyboy unter Testosteronmangel leidet. Selbstbewusste und Starke, die glauben sie können für sich selbst sorgen, sind rechts.

Gerade habe ich mit einem Italiener gesprochen und war vorsichtig, weil Politik ja immer ein heikles Thema ist. Er hat dann erklärt, Italien sehe heute aus wie Afrika, feiert Salvini und sagt, Muslime die auch nicht anpassen sollen in ihren „Müllländern“ bleiben. Er selbst erklärt er sei „extrem rechts“. Jeder Europäer hier ist rechts. Oder zumindest fast jeder.

Aber, lustigerweise, wer gerade aus den USA kommt, kommt wegen Trump. Das heißt, die die Amerikaner hier sind „links“, was natürlich kein Widerspruch ist. Denn der normale „linke Amerikaner“ ist in Europa immer noch eine Mischung aus klassischem Liberalen und Konservativen.

Beim Gespräch mit anderen Einwanderern komme ich mir manchmal vor, als sei ich der Linkeste hier. 🤣

 

 

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Das Leben in Panama (I): Höflichkeit

Ich lebe nun seit fast einem Jahr in Panama und lerne das Land noch immer kennen. Auf Facebook habe ich immer wieder Details aus dem Land veröffentlicht, aber vielleicht interessiert das ja auch meine Leser hier. Daher werden die Einträge von Facebook nach und nach hierher übertragen, während neue Berichte von nun an zuerst hier erscheinen werden.

 

Höflichkeit

Panameños sind extrem höflich. Jeder wünscht einem einen guten Morgen oder guten Abend, beim Betreten des Aufzuges wird man begrüßt und man verabschiedet sich. Wenn man wie ich um Höflichkeit bemüht ist und sich beim Durchgehen einer Tür umsieht, ob noch andere durchgehen wollen und dann die Tür aufhält, In Deutschland habe ich es dagegen oft genug erlebt, dass andere es wie eine Selbstverständlichkeit sahen, wenn man ihnen die Tür aufhielt. Als sei man ein Portier. Nur dass hier auch dem Portier dafür gedankt würde.

Panameños respektieren ihre Alten ganz besonders. Es gibt sogar ein Gesetz, das Jubilados Vorzüge einräumt. Sie erhalten beispielsweise günstigere Preise in öffentlichen Verkehrsmitteln und meines Wissens müssen (!) Restaurants und Kinos ihnen einen Rabatt einräumen. In Behörden und Banken gibt es eigene Schalter für Jubilados, die daraufhin natürlich viel kürzer anstehen müssen.

Ein Freund sagte mir, die Ubahn der Stadt habe keine Sitzplätze. Wie, keine Sitzplätze? Naja, natürlich habe sie welche, aber die Einheimischen stehen alle für Frauen auf. Das heißt, es sitzen nur Senioren und Frauen, Männer stehen alle. In Deutschland ist es dagegen inzwischen eine Besonderheit, wenn jemand auch nur für gehbehinderte Senioren in der Straßenbahn aufsteht.

Als ich mit einer Bekannten zu einer Behörde gegangen bin, wurden wir an der Schlange vorbeigewunken, da sie an Krücken ging. Der Umstand, dass sie in dem Moment gehbehindert war, sparte uns also rund 30 Minuten Wartezeit.

Wie das alles allerdings mit der völlig mangelnden Pünktlichkeit einher geht, ist für einen Deutschen nur schwer zu begreifen. Man erscheint pünktlich zum Termin, der andere kommt aber gerne mal erst eine Stunde später. Eine Nachbarin ist Ärztin und hat mir erzählt, teilweise kommen die Patienten zu ihrer eigenen Operation zwei Stunden zu spät. Als Deutscher empfinde ich das als Affront, weil ich meine Zeit nicht gestohlen habe. Aber hier ist es normal.

Normal bedeutet aber keineswegs, dass sie sich des Problems nicht bewusst wären. Es gibt beispielsweise Memes im lokalen Teil des Internets und auf lokalen Webseiten und Facebookseiten, wo unter der Überschrift: „Wie kannst Du Panama besser machen“ immer als Punkt 1 steht: „Sei pünktlich“.

Lustigerweise stand in einem Buch über Panama, dass die Einheimischen immer zu spät seien – von Ausländern aber Pünktlichkeit erwarten.

 

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Holocaust: Man konnte es wissen, musste es aber nicht

In meiner Filterblase auf Facebook geht gerade ein sieben Jahre alter Artikel neu herum. In ihm wird von einem Tagebuch berichtet, das ein Zeitzeuge zur Zeit des Nationalsozialismus geschrieben hat und wie ihm klar war und wurde, dass die NS-Regierung mordet. Er sprach von „der Ausrottung der Juden und Polen“. Lesen Sie den Artikel selbst, er ist es wert.

Geteilt wird dieser Artikel mit zwei Begleittexten. Entweder, dass er belege, damals habe jeder alles gewusst und dürfe sich nicht entschuldigen, oder aber, dass sich in der Zukunft keiner herausreden dürfe, was heute passiere.

Beides ist zu kurz gegriffen.

 

Informationen sind immer verfügbar

Ich erinnere mich an einen Fall vor einigen Jahren, wo ein Professor in Russland zu vielen Jahren Lagerhaft wegen Spionage für die USA verurteilt wurde. Sein Verbrechen: Er hatte Zeitungsausschnitte an die Botschaft der USA geschickt. Zeitungsausschnitte, also frei verfügbare Informationen.

Leider finde ich keine Artikel zu dem Urteil mehr, aber ich habe ein ähnliches Urteil aus Dänemark gefunden, wo ein Hochschullehrer anscheinend wegen der Weitergabe von Kontaktdaten von vielversprechenden Studenten wegen Spionage verurteilt wurde.

Kivimäki would never have received a five-month prison sentence for espionage, had he passed on a list of names of promising students who could be recruited to work for France, the US, the UK or Israel, and if he had passed on information about the director of the Danish Centre for Military Studies to French, American or British diplomats,” he said.

Die Weitergabe von Kontaktdaten von Personen, die garantiert in Sozialen Netzwerken aktiv waren, wurde als Spionage ausgelegt. Weil der Hochschullehrer sie Russen gegeben hatte, die von der Justiz als Agenten identifiziert wurden. Auch hier wurden keine Geheimdokumente weitergegeben. Niemand lief mit einer Kamera im Knopfloch herum und fotografierte militärische Anlagen oder Blaupausen. Es wurden frei verfügbare Informationen gesammelt.

Tatsächlich ist es nämlich so, dass fast immer fast alles bekannte Wissen mit ein wenig Arbeit verfügbar ist, heute dank Internet natürlich noch viel mehr als früher. Egal was Sie lernen wollen, Sie werden mit Fleiß und Intelligenz die notwendigen Informationen beschaffen können.

Elliot Higgins, ein Studienabbrecher und Angestellter hat daraus eine Karriere gemacht, indem er während seiner Arbeitslosigkeit Videos und Bilder aus Syrien ansah und sich im Internet die Informationen beschaffte, was das für Technik sei. Ohne jeden militärischen oder fachlichen Hintergrund machte er sich so selbst zu einem Experten für die verwendeten Waffen in Syrien und zu einem Fachmann für Open Source Recherche. Heute unterrichtet er seine Methoden sogar. Das von ihm gegründete Unternehmen Bellingcat konnte unter Heranziehung der unterschiedlichsten freien Informationen wie Bilder von Webseiten, Google Maps, Fotos auf Sozialen Netzwerken, etc., die Position von russischer Artillerie, die auf ukrainische Truppen schoss, akkurat innerhalb Russlands identifizieren, sie konnte den Ort von Hinrichtungsvideos erkennen und vieles mehr.

Der Schauspieler Shia LaBeouf hat im Rahmen einer Kunstaktion gegen den US-Präsidenten Donald Trump eine Fahne mit „He will not divide us“ an einem geheimen Ort in den USA aufgehängt. Die Fahne war in nur knapp über einem Tag gefunden und entfernt. Die Trolle hatten dabei Sternenkonstellationen und Kondensstreifen analysiert, um den Ort innerhalb des gewaltigen Landes einzugrenzen.

Doch während alle Informationen verfügbar sind, kommt es darauf an, sie zu nutzen. Und vor allem: Sie richtig zu nutzen. Die Auswahl, welche Informationsquellen zuverlässig sind und welche man nutzt und wie man sie nutzt ist die wirkliche Kunst. Man muss auch intelligent und kreativ genug sein, um selbst auf die Idee zu kommen, gewisse Informationen als Quelle zu nutzen. Und diese anschließend mittels Quellenkritik (Hier ein längerer Artikel zur Quellenkritik von mir) richtig bewerten.

Es kommt also darauf an, was Sie mit den Informationen machen!

 

Man muss halt Fragen stellen – und zwar die richtigen

Friedrich Kellner, der Protagonist aus dem eingangs verlinkten Artikel, verwendete teils sehr kreative und an sich krude Methoden, um an Informationen zu kommen. Er nahm beispielsweise die Zahl der Todesanzeigen einer Zeitung, multiplizierte sie mit der Zahl der Tageszeitungen und multiplizierte das mit der Zahl der Tage des Monats. So kam er zu einer Rate von mindestens 30.000 gefallenen Deutschen pro Monat. Selbstverständlich ist eine solche Rechnung unsinnig und bestenfalls eine sehr grobe Annäherung, für ihn diente sie jedoch als Mittel, um zu erkennen, wie verlustreich der Krieg war.

Die jeweils aktuelle Propagandawelle setzte er in Beziehung zu dem, was oft nur wenige Wochen zuvor berichtet worden war oder was die NS-Funktionäre vor Jahren gesagt und geschrieben hatten.

Um das zu können, muss man über ein ausreichendes Gedächtnis und die Zeit für intensive Zeitungslektüre verfügen. Gleichzeitig muss man aber auch in der Lage sein, die Wichtigkeit zu erkennen und den entscheidenden Aussagen zu glauben. Und während einem das keine belastbaren Informationen gibt, so kann man daraus doch Schlüsse ziehen. Hitler sagte in einer Reichstagsrede vor Kriegsbeginn Folgendes:

„Ich will heute wieder ein Prophet sein, wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“

Wenn sich Friedrich Kellner an diese Rede erinnerte, und als an ein internationales Publikum gerichtete Reichstagsrede muss sie jedem zugänglich gewesen sein, der sich für die Politik interessierte, so konnte er eins und eins zusammenzählen, was wohl mit den Juden passiert, die abgeholt wurden, deren Hab und Gut zurückblieb und deren Wohnungen sofort umverteilt wurden. Dazu brauchte er keinen Zeugen, der ihm von Massenerschießungen an der Ostfront berichtete, den er aber sogar hatte.

Man konnte es also unzweifelhaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wissen, dass den Juden Furchtbares angetan wird, auch ohne selbst Zeuge geworden zu sein oder Zeugen gehört zu haben. Doch können heißt nicht müssen.

 

Paranoia oder Durchblick?

Verzeihen Sie mir bitte die Geschmacklosigkeit vom Holocaust eine Parallele zur heutigen Politik zu ziehen, doch manche Vergleiche müssen vielleicht hinken, wenn man Dinge herausarbeiten will.

Wer mich öfter liest, weiß, wie ich die aktuelle Massenzuwanderung bewerte. Ich habe ja sogar ein Buch darüber geschrieben. Meine Erwartungen sind verheerend und ich sehe eine Prognose nach der anderen eintreffen. Dabei bin ich weder ein Prophet, noch ein Hellseher. ich habe einfach frei verfügbare Informationen aneinander gefügt und daraus Schlüsse gezogen. Damit war ich keineswegs alleine, auch wenn die Mehrheit des Landes es im Besonderen 2015/16 noch deutlich anders sah.

2016 habe ich mit Freunden gegrillt, wobei auch ein Nachbar der Freunde anwesend war, den ich seit Jahren kenne und mag. Dabei kam es auf die Zuwanderung zu sprechen und die Stimmung wurde giftig. Der Nachbar, ein unheimlich sympathischer und netter Typ, erwiderte empört: „Ist denn irgend etwas für Dich schlechter geworden, durch die Flüchtlinge?“

Ich muss hier nicht über die Kriminalitätszahlen oder die explodierenden Zahlen an Gerichtsverfahren wegen Terrorismus referieren – und hier soll es ja auch nicht um dieses Thema gehen –  doch als ich den Mann im Sommer 2018 in Deutschland auf der Hochzeit meiner Freunde wieder traf, sagte ich zu ihm, ich wolle hier weiß Gott keine politische Diskussion anfangen. Ich wolle ausschließlich wissen, ob er es immer noch so sehe.

Er zeigte daraufhin auf die Hochzeitsfeier, die eine geschlossene Gesellschaft in einer Hafenbar war, und fragte mich: „Und? Siehst Du hier irgendetwas? Ist hier irgendwas schlechter wegen der Flüchtlinge?“

Auf einer geschlossenen Gesellschaft wohlhabender Deutscher? Natürlich nicht. Aber wenn es als Maßstab ausreicht, dass man in der eigenen Wohnung noch immer Strom und Wasser hat, dann wird so schnell tatsächlich gar nichts schlechter. Wenn es egal ist, ob sich andere nachts nicht mehr in den Park trauen, solange eine geschlossene Gesellschaft keine Einschränkungen hat, dann ist tatsächlich nichts schlechter geworden.

Was die Motivation dieses Mannes ist, weiß ich nicht. Tatsache ist, dass er mir (und vermutlich sich selbst) glaubhaft verkaufen will, nichts habe sich zum Schlechten verändert. Er glaubt es selbst. Dabei könnte er es sehen, würde er mit meinen Augen in die Welt blicken. Das tut er aber nicht.

Ich habe in einem früheren Artikel hergeleitet, dass die Regierung die juristischen Mittel für eine Diktatur geschaffen hat. Von Lesern wurde mir expressis verbis mitgeteilt, ich sei paranoid. Werden diese juristischen Mittel einmal wie skizziert zur Vernichtung der Existenz Oppositioneller angewendet, war ich derjenige, der es ganz früh erkannt hat und es mit frei verfügbaren Informationen kommen sah. Kommt es allerdings nicht, wird sich keiner an mich erinnern oder bestenfalls über mich lachen. Dann war ich bestenfalls der Irre, der glaubte, die Regierung wolle Böses. Oder eben der Irre, der glaubte, die Zuwanderung der Flüchtlinge würde furchtbar enden.

Doch zurück zum Holocaust und zu den NS-Verbrechen: Um von den Verbrechen zu wissen, musste man es wollen. Man musste sich selbst Fragen stellen, was wohl mit all den Menschen passiert, die verschwinden. Man musste Soldaten aktiv fragen oder vertrauenswürdig (und damit NS-kritisch) genug erscheinen, damit sie sich einem anvertrauten. Man musste intelligent genug sein, um Informationen aus den verfügbaren Quellen richtig zu kombinieren, All diese Bedingungen waren nicht zu viel verlangt, wurden aber auch bei weitem nicht durch jeden erfüllt.

Manche waren zu dumm, andere zu feige. Wieder andere waren bereits so weit in NS-Kreisen etabliert, dass sich ihnen gegenüber aus Angst vor Denunziation keiner mehr anvertraute, während sie selbst ihre knapp bemessene Zeit mit der Lektüre von nur einer strammen Parteizeitung verbrachten, während natürlich keine Feindsender gehört wurden. Andere hat es schlicht nicht interessiert.

 

Es ist ein Stück weit selbstgerecht, zu urteilen

Ich war im zweiten Semester meines Studiums der Geschichte, als ein Professor in seiner Vorlesung über die Zeit des Nationalsozialismus sagte, er selber wäre im Widerstand gewesen. Ich schrieb ihm daraufhin eine Email und fragte ihn, ob das nicht selbstgerecht sei, sich als jemand, der nach dem Krieg geboren wurde, zum Widerständler zu erklären. Ich bekam keine Antwort und stellte anschließend sicher, nie mehr in eine Veranstaltung dieses Professors zu gehen um so nach Möglichkeit einer eventuellen Bestrafung mittels Benotung für meine Kritik zu entgehen.

Für mich ist und bleibt es nämlich anmaßend, sich als Kind einer Nachkriegsgeneration zum Widerstandskämpfer zu erklären. Wenn Sie heute 100 Menschen fragen, ob sie damals im Widerstand gegen das Dritte Reich gewesen wären, werden sich vermutlich 50 zur Reinkarnation von Graf von Stauffenberg erklären. Natürlich. Wer heute weiß, was damals passiert ist, der muss ja dem Widerstand angehören, wenn er irgendeinen moralischen Kompass hat. Nur ist dies eben das Wissen des Rückblicks und die Gnade der späten Geburt. Wir alle wissen, wozu das NS-Regime geführt hat und würden daher auch Informationen aus der Hand des Regimes unter Einbeziehung dieses Wissens betrachten, ihm also nichts einfach so glauben. Und natürlich: Wenn Sie mich per Zeitmaschine zurück schicken, würde ich mich am Widerstand beteiligen. Wie wohl fast jeder von Ihnen.

Zeitmaschinen sind allerdings Fiktion. Zeitgenossen wussten beispielsweise 1939 eben nicht, dass der Krieg mit Millionen und Abermillionen industriell Ermordeten und zig-Millionen Kriegstoten enden würde. Sie wussten nichts vom Holocaust, oder dass bedingungslos Deutschland kapitulieren und die Sowjetunion halb Europa für 50 Jahre beherrschen würde. Sie konnten es bestenfalls erahnen.

Zeitgenossen fehlte nicht nur das Wissen, das wir in der Rückschau haben, sie waren auch bereits jahrelang der staatlichen Propaganda unterworfen, die ihre tatsächlich vorzeigbaren politischen Erfolge effektiv nutzte, um große Teile des Volkes hinter sich zu bringen oder zumindest von jeder Opposition abzuhalten.

Die einzig ehrliche Antwort auf die Frage. „Wären Sie im Dritten Reich im Widerstand gewesen?“ kann also nur sein: „Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe inständig, ich wäre kein Mitläufer oder gar Täter gewesen, sondern im Widerstand.“ Alles andere ist vermessen.

Um das abzuschließen: Jeder konnte es wissen, der es wissen wollte. Daran kann kein Zweifel bestehen. Der Umfang mag nicht absehbar gewesen sein, aber dass die deutschen Truppen in Osteuropa nicht Glück und Frieden als Befreier brachten, sondern Tod und Verderben, weit über die feindlichen Soldaten hinaus, war evident. Dass die Behinderten, Juden und Zigeuner abgeholt wurden und verschwanden, dass ihr Eigentum vom Staat verkauft wurde, war nicht zu übersehen.

Aber genauso klar ist, dass viele es nicht wissen wollten, weil sie andere Sorgen oder einfach nur Angst vor einer Denunziation hatten. Dass sie auf die Hochzeitsgesellschaft zeigten und sagten: „Wo macht die Regierung hier etwas Schlechtes?“ Dass sie sich einfach nicht dafür interessierten und nie auch nur einen Gedanken dahingehend verschwendeten.

Im Nachhinein daher über die eigenen Eltern und Großeltern zu urteilen, fällt leicht, ist aber vielleicht nicht immer gerecht. Viele von uns haben evidente Entwicklungen um uns herum nicht erkannt. Andere haben Entwicklungen erkannt, die nie eingetroffen sind, sie waren also paranoid.

 

Ich glaube nach wie vor nicht, dass Donald Trump die Republik in den USA beschädigen wird, während intelligente Leute meines Umfeldes nach seiner Wahl das Ende des Westens erklärten und genau diese Erwartung äußerten. Ich glaube nach wie vor nicht, dass die AfD eine Gefahr für die liberale Demokratie ist. Ich glaube nach wie vor, dass die Zuwanderung der sogenannten Flüchtlinge eine Katastrophe ist und dass die Regierung sich mit den Gesetzesänderungen der letzten Jahre eine beängstigende Machtfülle zur Vernichtung der Existenz von Oppositionellen verschafft hat.

Vielleicht liege ich mit all dem falsch. Dann habe ich die offen erkennbaren Zeichen nicht gesehen, dass die AfD das Vierte Reich will und Trump die USA in eine rassistische Diktatur der Weißen verwandeln will. Vielleicht lag ich auch völlig falsch mit meiner Bewertung der Flüchtlingskrise und all diejenigen, die ihr schulterzuckend begegneten und sie gar zur Chance erklärten, hatten Recht. Vielleicht wird der Rechtsstaat halten und keine Regierung je auf die Idee kommen, die ihr zur Verfügung stehenden Mittel je nutzen. Dann war ich nur paranoid.

Der Umstand, dass jeder etwas sehen kann, heißt eben nicht, dass er es sehen muss. Es heißt nur, dass er sich nicht damit herausreden kann: „Ich konnte es nicht wissen.“ Doch, konntest Du.

 

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Deutschland finanziert Judenmord

Deutschland überweist jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag an die Palästinensische Regierung.

Stolze sieben Prozent des Haushaltes der Autonomieregierung wird für Zahlungen aufgewendet, die an Terroristen gehen. Deren Höhe hängt von der Schwere der Straftat ab. Je schlimmer das Verbrechen, desto mehr Geld gibt es.

The PA paid terrorists and their families more than $347m. in 2017. Terrorists who have been sentenced to three to five years in Israeli prisons receive the average income of a Palestinian, about $580 per month. The families of those who committed more severe crimes and were involved in killing Israelis receive five times that each month for the rest of their lives.

Terrorists receive more from the PA if they are married, for each child they have, if they live in Jerusalem or if they’re an Israeli citizen.

Bildergebnis für payments for terrorists palestine

 

70 Jahre nach dem Holocaust finanzieren deutsche Steuergelder also weiter Judenmord.

 

Das ist Halil Jabrin. Er ist der 16-jährige palästinensische Terrorist, der Ari Fuld, einen israelischen Vater von 4…

Posted by Inside Israel on Friday, September 28, 2018

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Ich bin zurück

In den letzten Monaten war hier sehr wenig los. Seit meinem Auswandern nach Panama habe ich begonnen, immer weniger Nachrichten aus Deutschland zu lesen. Für die eigene geistige Gesundheit und den eigenen Seelenfrieden gibt es am Ende nichts Besseres. Mit der Veröffentlichung meines Buches habe ich aus meiner Sicht mehr als die Meisten zum Thema getan, da ich damit schon ab Frühjahr 2016 in sauber recherchierter Art und Weise die Konsequenzen der katastrophalen Politik von Angela Merkel dargelegt habe.

Wer wissen will, was diese Politik bedeuten kann, konnte es spätestens ab dann auch in Buchform lesen. Indem ich aber das Land dauerhaft verlassen habe und und die Regierung Merkel im September 2017 nun sogar demokratisch bestätigt wurde, hat die Mehrheit der Deutschen ihre Politik für mindestens akzeptabel befunden. Ich habe also meinen Teil zur Aufklärung getan und spätestens ab September 2017 ist das Schicksal selbstgewählt. Es gibt also keinen Grund, warum ich mir davon weiter meine Stimmung trüben lassen sollte.

Ich brauche entsprechend keine täglichen Nachrichten über Messermänner, Warnungen der Polizei davor, alleine Joggen zu gehen oder die tägliche Runde brutaler Vergewaltigungen, normalerweise durch längst abgelehnte Asylbewerber, die gar nicht mehr im Land sein sollten.

 

Indem ich weniger Nachrichten konsumiere hat sich jedoch nicht nur meine Stimmung erheblich verbessert, ich hatte schlicht auch weniger zu schreiben. Daher nahm meine Tätigkeit in diesem Bereich ebenfalls ab. Als ich schließlich wieder etwas mehr machte, verlegte sich der Fokus auf ein Krypto-Projekt, Steemit, bei dem ich auf fast jeden Artikel Autoren-Rewards bekam. Es machte also Sinn, vor allem dort zu schreiben, selbst Kleinigkeiten.

Leider hat Steemit mit seinen neuesten Änderungen dafür gesorgt, dass ich jeden Glauben an das Projekt, der schon vorher erschüttert war, verloren habe. Ich werde nun also wieder vorrangig hier schreiben und veröffentlichen. Dabei werde ich auch fremde Inhalte veröffentlichen, da ich vor einigen Monaten erstmals die Erfahrung hatte, dass mich Facebook wegen einer Farce gesperrt hatte. Entsprechend gibt es keinen rationalen Grund, mich unnötigerweise von der Seite abhängig zu machen. Ich hatte, falls es Sie interessiert, auf einen Kommentar, der jedem, der die Schleppertätigkeit der sogenannten „Seenotretter-NGOs“ auf dem Mittelmeer kritisiert, den Wunsch nach einer Ermordung der „Flüchtlinge“ unterstellte nur sarkastisch mit einem Einzeiler geantwortet: „Hitler! Hitler darf man bei so etwas nie vergessen.“

Facebook bewertete diesen Kommentar, der sich unzweifelhaft bequem und weit innerhalb der Meinungsfreiheit bewegt, als „Hassrede“, löschte ihn und sperrte mich für 3 Tage.

Will ich die Möglichkeit, so viel ich will und unzensiert zu veröffentlichen, ist und bleibt die eigene Webseite noch immer die beste Wahl. Daher wird hier künftig wieder etwas mehr los sein.

 

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Die Ökonomie des Krieges (II) – Abschreckung und Wehrpflicht

Rütliweise in der Schweiz. Es ist der 1. August 1941. Der Präsident des Schweizer Parlaments wartet auf einem Podest vor Abordnungen aller Kantone auf das Ankommen eines wichtigen Gastes. Abordnungen von Soldaten in grauen Uniformen stehen Spalier. Auf einen Befehl ihres Kommandeurs springen sie plötzlich ins Achtung, als ein schwarzer Mercedes mit Standarten auf der Motorhaube auftaucht. Als der Wagen anhält packt ein Windstoß die Standarten und dreht sie parallel zum Beobachter. Die rote Fahne mit dem Hakenkreuz wird deutlich sichtbar, als Adolf Hitler aussteigt um im zweiten Rütlischwur die Schweiz endlich nach 650 Jahren wieder heim ins Reich zu holen.

Nach einem kurzen Militärischen Konflikt hatten die Schweizer Streitkräfte im letzten Jahr kapituliert, nachdem die Regierung wegen massiver innerer Streitigkeiten auf eine Mobilisierung verzichtet hatte, um Deutschland nicht zu provozieren. Festungsbauten waren die Jahre davor nicht erfolgt, da Politiker sie als Geldverschwedung abgetan hatten. „Brot statt Bunker! Weder Deutschland, noch Frankreich sind eine Bedrohung für uns.“
Guisans Kriegstreiberei hatte zu seiner Entlassung aus dem Militärdienst zum Jahreswechsel 1938/39 geführt, während das massive Wachstum der Frontenbewegung das Land im Inneren geschwächt hatte.

26/07/1944. Als die USS Iowa langsam in die Bucht von Tokio einläuft, schießen die beiden größten Schlachtschiffe der Welt, Yamato und Musashi, je 21 Salven Salut, um das offizielle Inkrafttreten des Friedens- und Freundschaftsvertrages zu bezeugen.
Nachdem der Kaiser 1941 einen Überraschungsangriff als eines Samurais unwürdig verboten hatte, war die Kriegserklärung an die USA volle drei Tage vor dem Abfeuern des ersten Gewehrs erfolgt. Die Erklärung hatte dabei langatmig die angebliche Ungerechtigkeit gegenüber des Kaiserreichs erklärt. Der nur zwei Wochen vorher zum Botschafter ernannte Admiral Yamamoto Isoroku hatte in den folgenden Tagen großartiges rhetorisches Geschick bewiesen, als er der amerikanischen Presse ein aufs andere Mal erklärte, wieso Japan durch die USA zu diesem Schritt gezwungen wurde. Seine geschickt geschliffenen Worte hatten große Sympathie auf Seiten der Amerikaner geschaffen, die sich lieber auf Deutschland konzentrieren wollten, das der japanischen Kriegserklärung nicht nur gefolgt war, sondern umgehend mit dem Versenken von Schiffen vor der Ostküste begonnen hatte. Dabei fielen mehrere Passagierschiffe den deutschen Torpedos zum Opfer, die Überlebenden wurden von den Ubooten aus mit Maschinengewehren im Wasser beschossen, die Rettungsboote gezielt versenkt, damit möglicht viele Menschen ertrinken.

Der Krieg hatte trotz des deutlichen industriellen Ungleichgewichts zugunsten der Japaner begonnen, das Kriegsglück sich aber mehr und mehr in Richtung der USA verschoben. Zu groß war das Kräfteungleichgewicht. Als der japanischen Heeres- und Marineleitung nach einer großen verlorenen Seeschlacht klar wurde, dass ein militärischer Sieg nicht zu gewinnen sein würde, fühlte man vorsichtig in Richtung eines Verhandlungsfriedens vor. Dabei hatte die Propaganda Japans so gut gewirkt, dass die amerikanische Öffentlichkeit mehrheitlich glaubte, die Japaner seien eigentlich von den USA falsch behandelt und daher zum Krieg getrieben worden. Es gäbe also keinen Grund, Japan mit aller Kraft in die Knie zu zwingen. Vielmehr gab es sogar Stimmen, die den Wert einiger Inseln im Pazifik so gering bewerteten, dass man sie doch durchaus den Japanern überlassen könnte, wenn das Resultat davon wieder gute Beziehungen wären. Die verbissene Gegenwehr der Japaner bei den wenigen amphibischen Landungen der Amerikaner hatten ihr Übriges getan, um der amerikanischen Öffentlichkeit zu zeigen, dass ein militärischer Sieg über Japan enorm teuer werden würde. Viele stellten daher offen die Frage: „Warum?
Am Ende wurde de facto ein weißer Friede mit Rückkehr zum status quo ante bellum geschlossen, zumal sich Japan als Kämpfer gegen den chinesischen Faschismus erklären konnte, hatte Deutschland doch Chinas Armee ausgebildet und gute Kontakte zu Chiang Kai-Shek unterhalten. Dies ermöglichte den japanischen Unterhändlern zu erreichen, dass die amerikanischen Sanktionen von vor dem Krieg aufgehoben wurden und Japan Ziel, China zu ordnen akzeptiert wurde.
Nach gewonnen Seeschlachten konnten sich die Amerikaner also als Sieger fühlen und hatten ihre westliche Flanke gesichert, war die japanische Marine doch arg geschwächt worden, während amerikanische Werften Schiff auf Schiff produziert hatten. In Japan hatte man dagegen alles erreicht, was das einflussreiche Heer wollte. Die Rohstoffe flossen wieder und der Krieg in China würde nun endlich zu gewinnen sein.

Absurde Szenarien? Vielleicht. Aber nicht völlig undenkbar. Sie zeigen, was vielleicht passiert wäre, wenn der der Kosten-Nutzen Faktor meines ersten Beitrags zu dem Thema Ökonomie des Krieges sich durch den unterschiedlichen Kampfeswillen beider Seiten verändert hätte. Eine Schweiz ohne Bereitschaft zu kämpfen wäre vom Dritten Reich unterworfen worden, ein die USA nicht mit Pearl Harbor zur Weißglut treibendes Japan hätte auf eine USA hoffen können, die zu Verhandlungen bereit gewesen wäre.

Demonstrierter Kampfeswillen ist entsprechend enorm wichtig für die Verteidigung einer Nation, da er abschreckend wirkt. Finnland hat dieses Verständnis 2014 eindrucksvoll belegt. Als Russland die Ukraine überfiel, war die unmittelbare militärische Gegenreaktion dieses Nachbarn Russlands simpel. Sie bestand aus Papier. Aus einem einfachen Brief. Einen Brief vom Verteidigungsministerium, der an alle 900.000 ehemaligen Soldaten im Wehralter verschickt wurde. Ein einziger Brief zeigte Russland damit durch die Blume: „Wenn Ihr das mit uns versucht, werden wir 900.000 Mann aufbieten, um uns zu wehren!““ Angesichts der gemeinsamen militärischen Vergangenheit war dieser eine Brief eine glaubwürdige und effektive Drohung. Finnland zeigte mit diesem Brief, dass es mit seinen 900.000 im Ernstfall einberufenen Soldaten das Land verteidigen und damit die russischen Kosten eines Angriffs enorm nach oben treiben würde. Dass Finnland Russland je militärisch besiegen könnte, glauben weder die Russen, noch die Finnen. Darum geht es jedoch auch gar nicht.

Finnland muss nicht in der Lage sein, in Moskau einzumarschieren, wenn es einen Krieg vermeiden will. Es muss noch nicht einmal in der Lage sein, einen russischen Einmarsch in Helsinki vermeiden zu können. Es muss ausschließlich stark genug sein, um einen russischen Einmarsch in Helsinki zu teuer in russischen Verlusten zu machen. Dies reicht völlig für eine militärische Abschreckung aus.

Wehrpflicht in Deutschland

Dies sei in den Kontext zur aktuellen Debatte um eine WehrpflichtDienstpflicht gebracht. Eine Dienstpflicht ist selbstverständlich abzulehnen. Hier geht es tatsächlich, wie der Name mit erfrischender Ehrlichkeit zeigt, um einen Reichsarbeitsdienst 2.0, der nur über die Maskerade einer Wehrpflicht erfolgen soll. Denn das, was gefordert wird, hat mit einer tatsächlichen Wehrpflicht wenig zu tun. Laut CIA World Factbook erreichen in Deutschland jährlich 405.438 Männer und 384.930 Frauen das wehrfähige Alter. Physisch sind davon etwa 90% im weitesten Sinne zu gebrauchen. Nicht jeder ist zu 30km Märschen in der Lage, aber im Falle eines Levée en masse wären 90% kampfbereit zu machen.
Würde also eine Wehrpflicht von einem Jahr bestehen, würde Deutschland über Nacht ein stehendes Heer von etwa 700.000 Mann haben. Selbst bei kürzeren Dienstzeiten wäre die von Deutschland völkerrechtlich anerkannte Obergrenze der Streitkräfte von 370.000 Mann (davon maximal 345.000 Soldaten der Land- und Luftstreitkräfte) erreicht oder überschritten.
Daher geht es bei der aktuellen Dienstpflicht also eben nicht um eine Wehrpflicht, sondern um genau diesen Reichsarbeitsdienst, weil nur jene eingezogen werden würden, die laut „hier“ rufen. Der Rest würde als von Steuergeldern bezahlter Billigarbeiter in die Sozialbereiche geschickt werden.

Wer nicht glaubt, dass die Bürger Eigentum des Staates sind und dieser daher sklavenhaltergleich frei über sie verfügen darf, muss eine solche Dienstpflicht ablehnen. Freie Bürger dürfen nicht dazu gezwungen werden, als billige Arbeitskräfte in Altenheime zu gehen. Doch dies ist kein Argument gegen eine echte Wehrpflicht.

Eine echte Wehrpflicht kann Sinn machen

Ich sage immer gerne, dass Militärausgaben entweder die wichtigsten oder die dümmsten Ausgaben eines Staates sind. Ein Dazwischen ist kaum möglich. Wer keinerlei militärische Bedrohung hat, der braucht schlicht keine Streitkraft. Denn wenn man davon ausgeht, dass die eigenen Soldaten niemals kämpfen werden, dann ist ein Militär nur eine verdammt teure Karnevalsgruppe. Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, bei dem nicht etwa sinnvolle Tätigkeiten wie Rasen mähen durchgeführt werden, sondern stattdessen noch mehr Geld für hohe Löhne und teures Gerät verschwendet wird. Meine Wahlheimhat Panama hat dies erfreulicherweise eingesehen und verzichtet auf Streitkräfte. Wer hier Uniform trägt, ist Polizist oder Grenzschützer.
Besteht jedoch eine echte militärische Bedrohung, so sind Militärausgaben der wichtigste Ausgabenpunkt überhaupt eines Staates. Wenn Taiwan wegen zu schwachen Militärs in 5-10 Jahren von Rotchina erobert wird, so werden 23 Millionen Chinesen ihre Freiheit verlieren. Alles nur, weil der Staat aktuell sein Geld lieber für Sozialprogramme ausgibt, als für den Selbsterhalt.

Wenn also beurteilt wird, dass die militärischen Bedrohungen, sei es durch Russland, Rotchina und den staatlichen oder nichtstaatlichen Dschihad groß genug sind, dass eine militärische Abwehr vorbereitet werden muss, dann muss auch das entsprechende Militär geschaffen werden.

Dies allein, die militärische Sicherung der individuellen Freiheiten, rechtfertigt eine Wehrpflicht. Dies allein, und eben nicht „so bekommt die Bundeswehr wieder gute Rekruten“, „der Zivildienst wird schmerzlich vermisst“, „das hat noch keinem geschadet“ oder „da lernen sie was fürs Leben“ kann zur Rechtfertigung dienen, die eigenen Bürger für eine kurze Zeit de facto zu versklaven.

Würde es aber unter solchen Umständen zu einer Wehrpflicht kommen, so müsste sie fair sein. Dann dürfte es kein Drücken mehr geben, keinen Zivildienst. Es dürfte noch nicht einmal ein Ausmustern geben. Denn beides war oft genug eine Farce. Mein bester Freund machte Zivildienst, indem er dem Kreiswehrersatzamt gegenüber erklärte, er könne aus Gewissensgründen keine Waffe anfassen. Gleichzeitig war er im Schützenverein. Er hatte schlicht keine Lust auf das Militär. Während ich tauglich gemustert wurde, wurden die besten Sportler der Klasse ausgemustert. Sie waren zwar „fit wie ein Turnschuh“, hatten aber als Fußballspieler vor Jahren mal einen Kreuzbandriss gehabt, was für eine sichere Ausmusterung genügte.

Wenn eine Wehrpflicht kommen würde, so müssten alle eingezogen werden, ohne Unterschied. Israel findet eine Verwendung für unter dem Down-Syndrom leidende Freiwillige. Andere Streitkräfte haben Querschnittsgelähmte aufgenommen. Irgendjemand muss schließlich auch hinter dem Telefon sitzen, UvD machen oder die Wäscherei betreiben.

Wer auch nach einem sicheren Einziehen noch immer kein Gewehr anfassen möchte, der soll während dieser Zeit eben ein gleich schweres Eisenrohr mit sich herumtragen.

Eine solche Wehrpflicht würde, wie oben gezeigt, rund 700.000 Menschen beiden Geschlechts jährlich in Uniform bringen. Deutschland braucht nicht derart viele Soldaten. Entsprechend müsste eine solche Wehrpflicht auf drei Monate Grundausbildung beschränkt werden. Anschließend würde das Land theoretisch irgendwann einen Brief wie Finnland an über 36.000.000 Menschen verschicken können. (Laut CIA-Factbook sind aktuell in Deutschland 18.529.299 Männer und 17.888.543 Frauen im wehrfähigen Alter (16-49)).

Würden für diese Menschen auch die notwendigen Waffen vorgehalten werden, so hätte Deutschland damit ein Abschreckungspotential, das jeden staatlichen Angriff mit nicht-ABC Waffen ausschließen würde.
Drei Monate sind dabei kurz genug, dass es die Jugend nicht allzu lange vom Arbeiten abhält, es raubt den Menschen nur drei Monate ihres Lebens (und natürlich ist das ein Raub von Lebenszeit). Gleichzeitig ist es lange genug, um den so ausgebildeten wenigstens eine rudimentäre Kampfkraft zu verleihen, die damit allerdings schon deutlich höher ist, als bei vielen außereuropäischen Streitkräften. Im Besonderen, wenn diese Reservisten dann durch gut ausgebildete Unteroffiziere und Offiziere geführt werden. Diese ließen sich in der Folge dann tatsächlich leichter werben, denn wer die verpflichtende Grundausbildung überstanden hat, weiß, was ihn erwartet und ob es ihm taugt. Er weiß auch, dass er das meiste Unangenehme bereits hinter sich gelassen hat und wie sehr es ihm ge- oder missfallen hat.

Aus freiheitlicher Sicht hätte es zudem den Vorteil, dass anschließend fast jeder Bürger eine passable Ausbildung an Schusswaffen hätte und so die sich gegen Waffen richtende Stimmung in Deutschland nicht mehr auf 70 Millionen Menschen stützen könnte, die noch nie eine Schusswaffe in der Hand hatten. Würde ich nun ernsthaft beabsichtigen, die Libertären unter meinen Lesern zu überzeugen, so könnte man noch eine anschließende Übernahme der Ordonnanzwaffen durch die Wehrpflichtigen ermöglichen, wie es in der Schweiz der Fall ist. Dort herrscht schließlich auch nicht Mord- und Totschlag, obwohl hunderttausende Sturmgewehre in Privathaushalten lagern. In der Folge hätte nach der Ausbildung jeder, der sich nicht als gemeingefährlich oder geisteskrank erwiesen hat, sein Sturmgewehr zu Hause. Dann wäre durch so eine Wehrpflicht nicht nur der Staat gegen äußere Bedrohungen, sondern auch das Individuum gegen Tyrannei des eigenen Staates effektiv geschützt.

Das wären wenigstens Gründe für eine echte Wehrpflicht. Zu erklären, man bräuchte das Militär wieder als Schule der Nation, ist absurd. Beim Militär kommen weitgehend ausgereifte Menschen an, die in wenigen Monaten nicht zum verantwortungsvollen und ordentlichen Menschen werden, nur weil sie Uniform tragen. Zu solchen Menschen werden sie in den Jahren davor.

Deutschland rettete durch die Aufnahme der „Flüchtlinge“ ab 2015 nicht ein einziges Menschenleben

Fakten, die nicht schmecken:

Deutschland hat mit der Aufnahme der sogenannten Flüchtlinge nicht ein Menschenleben gerettet. Jeder der Flüchtlinge war bereits in Sicherheit.

Selbst wenn wir die deutschen Opfer durch diese Flüchtlinge außer Acht lassen, starben tausende durch Deutschlands Flüchtlingsaufnahme. Weil sie sich aus sicheren Ländern mit einer Art Todeslotterie auf den Weg nach Deutschland gemacht haben. Sie ertranken in der Ägäis oder erstickten in den Kühllastern in Österreich. Alan Kurdi, dessen Leichnam für Propagandaaufnahmen weltweit herhalten musste, ist in Sicherheit in der Türkei aufgewachsen. Seine eigene Familie gab zu, dass sich die Familie auf den Weg in den Westen gemacht hatte, um es dort besser zu haben. Die Versprechen von Medien, Politik und NGOs, dass er im Westen mit einer Illegalen Einreise Aufnahme finden würde, brachte ihn aufs Meer, wo er dann ertrank.

Keiner dieser Menschen wäre gestorben, würde Deutschland nicht seine zynische Todeslotterie durchführen, die eine legale Einreise für Asylbewerber unmöglich macht, ihnen aber das Schlaraffenland bei illegaler Einreise verspricht.

Jeder der Beteiligten hier hat Blut an den Händen. Ob das „Zentrum für politische Schönheit“, die NGO-Schlepper im Mittelmeer, die politischen Steigbügelhalter dieser Politik aus CSU, CDU, FDP, Grüne, LINKE, SPD oder ob in den privaten und öffentlich-rechtlichen Medien, die mit „BILD hilft“ und ähnlichen Aktionen diese Todeslotterie in Gang gesetzt haben.

Noch einmal: Nicht ein einziger Mensch wurde durch die Flüchtlingsaufnahme ab 2015 vor dem Sterben gerettet. Alle waren bereits in Sicherheit, ob im Libanon, in Jordanien, in den kurdischen Autonomiegebieten, in der Türkei oder den Staaten den Balkan hinauf.
Vielmehr starben wegen dieser Politk unzählige auf dem Weg, wie zum Beispiel diese 71 hier, deren Blut an den Händen von Merkel und all ihren Helfern klebt.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tote-im-kuehllaster-25-jahre-haft-fuer-die-schlepper-a-1212963.html

 

 

Mein aktuelles Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird.

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Passdeutsche und Assimilierung: Weshalb die Lust auf die Fußball-WM nicht aufkommen mag

Ich mag den Begriff „Passdeutscher“ nicht. Für mich ist Einwanderung ein natürlicher Vorgang, der, sofern intelligent und egoistisch gesteuert, einem Land massiv von Nutzen ist. Auch wenn meine bekannte Familiengeschichte sich im Bezug auf ihre Migration auf Zentraleuropa beschränkt, vor allem mit Hugenotten im Stammbaum, so bin doch auch ich „migrantischer Herkunft“, wenn man so will.

Eine Migration wird jedoch nur dann zu einem allgemeinen Erfolg, wenn die Migranten sich assimilieren. In meinem Freundeskreis befinden sich mehrere Personen mit slawischen Nachnamen, bei denen niemand denken würde, sie wären keine Deutschen. Halb Berlin scheint von Menschen mit dem Nachnamen „-owski“ und „-itz“ bevölkert zu sein. Diese Menschen sind assimiliert. Sie sehen ihren migrantischen Anteil der Familiengeschichte als Annekdote, so wie ich meine hugenottische Herkunft. Sie sind Deutsche.

Hier muss man tatsächlich den Linken ein Stück weit Recht geben, wenn sie von den zwei Seiten einer Einwanderung sprechen, bei der auch die Autochthonen ihren Anteil leisten müssen. Eine Assimilierung kann tatsächlich nur funktionieren, wenn die angestammte Bevölkerung sie akzeptiert.

Wer dem Migranten, der in bayerischer Mundart spricht, seine Kinder Franz, Xaver und Roswita nennt, jeden Sonntag in der Kirche ist, beim Leonhardiritt teilnimmt und beim Bier in Lederhosen von seinem erfolgreichen Maibaumdiebstahl schwärmt, die Zugehörigkeit abspricht, weil sein Teint etwas dunkler ist, der wird diesem Migranten und seinen Kindern schwer verkaufen können, wie sie sich in eine Gesellschaft und ein Volk assimilieren können und sollen, wenn dieses sie auch trotz größter Anstrengung und voller Selbstaufgabe der Kultur ihres ethnischen Hintergrundes als Fremdkörper empfindet und bezeichnet.

„Gote ist, wer mit den Goten zieht“ soll es in der Antike während der Völkerwanderungen geheißen haben. Nicht die ethnische Herkunft, sondern die bedingungslose Zugehörigkeit zur Schicksalsgemeinschaft und die Loyalität gegenüber Volk und König waren entscheidend. Wer also assimilierte Migranten pauschal wegen ihrer Herkunft als „Passdeutsche“ abwertet, wird die Assimilierung nicht nur massiv erschweren, sondern tendenziell verunmöglichen. Von dem gewählten Volk abgelehnt bleibt den Migranten am Ende ja nichts anderes übrig, als ihre Loyalität einer anderen kulturellen Heimat zuzuwenden.

Der Wunsch zur Assimilierung darf nicht zur Ignoranz führen

Während der Wunsch, eine Assimilierung zu ermöglichen und zu propagieren, die Verwendung des Begriffes „Passdeutscher“ falsch macht, darf so etwas jedoch nicht zu einer ignoranten Verweigerung von Fakten führen. Als in Brüssel der letzte Anschlag (lustige Formulierung übrigens: „der letzte Anschlag“, weil es inzwischen eben so viele gibt) stattfand, schrieb mir ein Schlaumeier auf Twitter, dass es ja „Belgier“ gewesen seien. Als in Katalonien die Anschläge stattfanden, sprachen die Medien von „Spaniern“. Als in Lloret de Mar eine junge Frau von drei Männern vergewaltigt wurde, sprach u.a. DIE WELT von „Deutschen“. Nur in spanischen Medien konnte man lesen, dass es „deutsch-Marokkaner“ waren.

Gewisse Straftaten konzentrieren sich nachweislich auf bestimmte kulturelle Hintergründe. Autochthone Gruppen-Überfallvergewaltiger werden sie in den letzten 12 Monaten wenige finden können, wenn Sie überhaupt einen Fall finden. Migrantische zu finden, im Besonderen mit der Herkunft aus Nordafrika und Naher- bis mittlerer Osten, ist jedoch kein Problem.

Islamische Terroristen mögen häufig europäische Pässe haben, sie sind jedoch praktisch immer migrantischer Herkunft, auch wenn die Zahl der Konvertiten unter den Terroristen langsam steigt. Einen Mohammed Salah, der unter „Allahu Akbar“ Menschen ermordet als „Spanier“ zu bezeichnen, ist ignorant, die Intelligenz beleidigend und vor allem die Problemlösung verhindernd.

Jeder Wunsch eine Assimilierung durch bedingungslose Akzeptanz zu ermöglichen muss enden, wenn diese Akzeptanz zur Verharmlosung oder Verheimlichung der kulturellen Prävalenz von Straftaten führt. Nicht nur, weil diese Verheimlichung so die Lösung verhindert, sondern auch, weil sie die allgemeine Akzeptanz gegenüber Migranten verringert. Die meisten Menschen in Deutschland werden diesen Effekt in den letzten Jahren bereits am eigenen Leib oder zumindest im eigenen Umfeld verspürt haben.

Deshalb handhabe zumindest ich es so, dass ich den Begriff Passdeutscher ablehne und nicht nutze – bis eine betreffende Person sich durch ihre Taten klar von dem Volk distanziert hat, dessen Pass sie hat. Ein Deutscher türkischer Herkunft sollte entsprechend als Deutscher gelten, bis er fundamentalistische islamische Überzeugungen an den Tag legt, Verbrechen begeht oder seine mangelnde Loyalität gegenüber der neuen Staatsbürgerschaft und die gleichzeitig fortdauernde Loyalität gegenüber seiner ethnischen Herkunft beweist. Und dies bringt mich zur anstehenden Fußball-WM.

Söldner des F.C. Deutschland können mich schwer begeistern

Ich liebe Fußball und habe den Sport auch selbst im Verein betrieben. Auch ohne Nationalist zu sein, war meine Anhängerschaft gegenüber der deutschen Nationalmannschaft zu keinem Zeitpunkt Inhalt einer Debatte für mich. Seitdem der Anteil migrantischer Spieler in der Mannschaft steigt, stößt es mir jedoch immer stärker negativ auf, dass die migrantische Herkunft mit mindestens 90%iger Sicherheit daran zu erkennen ist, ob der Spieler die Nationalhymne mitsingt oder nicht.

Gerade diese erhebliche Korrelation konnte nur den negativen Beigeschmack und die Unterstellung hinterlassen, dass nicht wenige der Migranten das deutsche Team gewählt haben, weil sie sich in diesem bessere Karrierechancen erhoffen. Sie spielen nicht für Deutschland, weil es eine Ehre für sie ist, ihr Land zu repräsentieren, sondern weil Geld, Titel und in der Folge ein höherer Marktwert locken.

Dies sind legitime Gründe, sich für eine Mannschaft zu entscheiden, sollten aber keine legitime Motivation sein, sie in einer Nationalmannschaft aufzunehmen. Indem man Söldner akzeptiert, wird eine Nationalauswahl in ihrer Zusammensetzung wie ein Fußballverein. Man kauft und verkauft Spieler und der eine oder andere wechselt schon mal zum Erzrivalen, weil dort das Gehalt höher ist. Die Fans bleiben Anhänger ihres Vereins, selbst wenn nach vier Jahren keiner der Spieler mehr übrig ist, weil alle durch Neuverpflichtungen von anderen Vereinen ersetzt wurden.

Die Deutsche Nationalmannschaft war für mich genau das nicht. Es war ein nationales Team, eine Auswahl deutscher Spieler zur Vertretung meines Heimatlandes. Gündogan und Özil haben jedoch ihr Schweigen während der Nationalhymne bei ihren kürzlichen Treffen bestätigt, indem sie begeistert ihren Präsidenten Erdogan trafen. Den Präsidenten der Türkischen Republik, die sich gerade zur Diktatur häutet.

Dass ein solches Verhalten keinerlei Konsequenzen für ihre Aufstellung hat, zeigt, dass es inzwischen weitgehender Konsens zu sein scheint, dass die Nationalmannschaft eben nicht mehr das, sondern der F.C. Deutschland ist. In Ordnung. Aber ich bin eben nicht Fan eines Fußballvereins in Landesfarben.

Ich habe noch keine Pläne, wie und wo ich die Spiele ansehen will. Guten Fußball mag ich weiterhin und den kann ich bei vielen Nationalmannschaften sehen, nicht nur bei der Deutschen. Aber eine besondere Begeisterung ist verflogen.

Aber sehen Sie es positiv. Rechte, die mir wöchentlich schreiben, ich sei ein Verräter und Feigling, weil ich das Land verlassen habe, werden nun nicht mehr durch die Zugehörigkeit zur gleichen Fangruppe wie ich beschmutzt, während Linke nun viel entspannter eine Mannschaft ohne nationale Untertöne bejubeln können, deren Vereinsfarben und Vereinshymne nur zufällig denen Deutschlands entsprechen.