Lieber Bürgermeister von Quickborn Thomas Köppl

Lieber Herr Köppl,

da ist Ihnen nun also eine Peinlichkeit passiert. Sie wollten sich gegen die angenommene Herabwürdigung von Frauen durch die AfD stellen, indem Sie einen Screenshot des Grundgesetzes posteten. Leider mit auf dem Screenshot: Die Titel von ziemlichen Unterwerfungs-Pornos, bei denen Frauen herabgewürdigt werden.

Da haben Sie die großartige Idee gehabt, Sie könnten sich wie folgend herausreden:

Ja, ich habe die betreffenden Seiten besucht. […] Eine Gruppe junger Männer hat sich im Skilift ausführlich über BDSM unterhalten. Sorry, da war ich nicht so „up to Date“ […] Das nervt. Die Seite „Xhamster“ (leicht zu merken) wurde öfter genannt. Auf meinem Zimmer angekommen, hab ich mich mal schlau machen wollen. Für die Filme war das Netz zu langsam. Wikipedia hat geklappt und „fifty shades of gray“ war bei Wiki auch gut zur Erklärung. […] Also wer sich informieren möchte, kann diese Seiten besuchen. Ich bin jetzt informiert. Wer es mag, kann bestimmt viel Spaß mit BDSM haben – ich finde es eher verstörend. […] Falls ich erneut Informationsbedarf habe, werde ich wieder entsprechende Seiten öffnen, dass ist mir auch nicht peinlich.

Diese Erklärung ist natürlich äußerst glaubwürdig. Zumal es inzwischen praktisch wissenschaftlich belegt ist, dass jeder Mann wenigstens ab und an mal Pornos sieht, solange er noch im Saft steht.

 

Lieber Herr Köppl. So wäre es richtig gegangen:

Hallo liebe Leser,

der von mir veröffentliche Screenshot war in der Tat ein wenig unglücklich. Ich bin beim Öffnen der Seiten leider mit der Maus ausgerutscht. Allerdings kann ich mögliche Sorgen jedoch zurückweisen. Meine Ehe funktioniert noch bestens, ich hatte mich nur vor dem Screenshot ein wenig inspirieren lassen, da meine Frau und ich uns ja gerade im Urlaub befinden. Damit bin ich übrigens nicht alleine, wie die Universität von Montreal herausgefunden hat. http://www.telegraph.co.uk/women/sex/6709646/All-men-watch-porn-scientists-find.html

Liebe Grüße,

Ihr Thomas Köppl

 

Warum hätten Sie diese Erklärung abgeben sollen?

  1. Kein Mensch glaubt Ihnen, dass Sie diese Seiten nur zur „Recherche“ oder zum „Informieren“ geöffnet hatten. Indem Sie dies nun schreiben, machen Sie sich zum Gespött
  2. Jeder Mann sieht Pornos. Wenigstens ab und an mal. Ich wiederhole: JEDER MANN. Und Sie sind ein Mann!
  3. Nur weil jeder Mann Pornos sieht, müssen Sie damit natürlich nicht hausieren gehen. Sie sind es aber versehentlich. Wiedergutmachen können Sie dies nur, indem Sie selbstbewusst dazu stehen ohne etwas Großes daraus zu machen. Mit meiner Erklärung erreichen Sie Folgendes:
    a) Sie geben das Offensichtliche zu.
    b) Sie betonen, dass Ihre Ehe in bester Ordnung ist und beruhigen damit konservative Wähler. Sie sind immerhin in der CDU
    c) Sie kommentieren den Fauxpas augenzwinkernd und zeigen so, dass Sie über sich selbst lachen können.
  4. Mit dem „auf der Maus ausrutschen“ hätten Sie einen Fehler Ihrerseits gleich noch zu einer wunderbaren Replik in Richtung AfD gemacht.

Hätten Sie es so gemacht, dann hätten Sie sich nicht zum Gespött gemacht, was nun langsam in wirklich jeder Tageszeitung steht. Sie hätten sich selbstbewusst und entschieden der Situation gestellt und dabei Stärke gezeigt. Mit einer so kurzen und bestimmten Antwort hätten Sie kaum Möglichkeit für Angriffe gelassen.

Wenn Sie mal wieder in so einer Situation sein sollten – oder jemand anderes dies ist – ich stehe Ihnen gerne für das Verfassen solcher Notfall-Pressemitteilungen zur Verfügung.

Kontaktieren Sie mich einfach!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.