Kann eine Regierung neue Jobs schaffen?

Als Milton Friedman Rotchina besuchte, zeigten Staatsbeamte ihm ein Kanalprojekt, an dem gerade gearbeitet wurde. Friedman sagte: „Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Warum benutzen die Arbeiter keine Maschinen wie Bulldozer und Bagger beim Ausheben des Kanals, sondern Schaufeln?“ Der Beamte antwortete: „Wenn wir diese großen Maschinen verwenden würden, könnten wir nicht so viele Jobs schaffen.“ Friedmans antwortete: „Ach, es ist eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Ich dachte Sie wollten einen Kanal bauen? Wenn Sie Jobs schaffen wollen, dann nehmen Sie den Arbeitern doch die Schaufeln weg und geben Sie ihnen Löffel.“

Fortschritt und Wohlstand kommen nicht durch den Staat
Nicht der Staat, sondern der freie Unternehmergeist ließ das erste Flugzeug fliegen.

Jobs schaffen ist einfach, Wohlstand schaffen nicht

Viele Parteien und Interessensgruppen wollen Jobs schaffen und haben dies auf ihrer Agenda. Dabei ist das Erschaffen von Arbeitsplätzen relativ einfach. Mit einer Zerstörung aller Traktoren, Mähdrescher und anderen landwirtschaftlichen Gerät könnten beispielsweise Millionen neue Arbeitsplätze in der Landwirtschaft geschaffen werden – über Nacht. Allerdings kann wohl kaum jemand dies für eine tatsächliche Lösung der Arbeitslosigkeit halten.

Wirtschaftlicher Fortschritt, und dieser nutzt allen, entsteht allerdings weniger bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern vielmehr bei der Zerstörung von Arbeitsplätzen die wir nicht mehr brauchen.

 

Fortschritt durch ökonomische Nutzung der beschränktesten Ressource: Arbeitskraft

Im Kaiserreich ernährte ein Landwirt vier weitere Menschen. 1950 konnte ein Landwirt bereits zehn weitere Personen ernähren und 2004 war die Zahl der durch einen Landwirt versorgten Menschen auf 143 angestiegen.

Doch während die Produktivität durch die Mechanisierung und die Einführung zahlreicher Erfindungen wie Düngemitteln und Pestiziden entsprechend anstieg, verloren unzählige Menschen ihren Arbeitsplatz in der Landwirtschaft.

Indem jedoch zahllose Menschen ihre Tätigkeit in der Landwirtschaft aufgeben mussten, wurden die Produkte deutlich billiger. Entsprechend müssen die Menschen heute viel weniger für ihr Essen ausgeben, als noch vor einigen Jahrzehnten. Das so gesparte Geld wird stattdessen für andere Dinge verwendet.

Menschlicher Fortschritt ist dabei stets eine Geschichte der Arbeitsplatzvernichtung durch neue Erfindungen. Ob die Weber, die zu hunderttausenden ihre Arbeitsplätze durch Webmaschinen verloren, ob die genannten Landwirte oder die Nagelschmiede, die wegen industriell gefertigten Nägeln im 50er Pack ihr Handwerk aufgeben mussten – Fortschritt war immer die Folge eines wirtschaftlicheren Umgangs mit der wertvollsten Ressource von allen, der menschlichen Arbeitskraft.

Opfer des Fortschritts
Opfer des Fortschritts: 40.000 Berufsmusiker.
Wer Arbeitsplätze sichern will, verbietet Tonbandaufnahmen!

 

Fortschritt geht nicht ohne Opfer

Als sich die industrielle Fertigung von Nägeln etablierte, wurden die bislang so nötigen Nagelschmiede arbeitslos. Solch ein Fortschritt bringt es natürlich mit sich, dass die bislang in den arbeitsintensiveren Tätigkeiten beschäftigten Menschen neue Fertigkeiten erlernen müssen oder auch zeitweilig arbeitslos sein werden.

Doch während Arbeitslosigkeit schlecht ist, ist die Alternative weitaus schlimmer. Diese Veränderungen in der Arbeitswelt sind der Preis, den wir für einen wirtschaftlichen Fortschritt bezahlen müssen. Solche Veränderungen künstlich und durch Zwang zu verhindern würde bedeuten, auch Wachstum, Innovation und die Bekämpfung der Armut zu verhindern.

Die Zerstörung von alten Arbeitsplätzen zeigt den Menschen zudem, wo die Arbeitsplätze der Zukunft sein werden. Ständig entstehen neue Arbeitsplätze an Stelle der durch den Fortschritt verloren gegangenen. Statt einem Nagelschmied gibt es heute den Fachverkäufer im Baumarkt und statt Webern haben wir heute hunderttausende Beschäftigte im Verkauf und der Logistik der großen Textilketten.

Binnen nur einhundertfünfzig Jahren hat sich die Gesellschaft verändert. Von einer mehrheitlich landwirtschaftlichen Beschäftigung entwickelte es sich über eine mehrheitlich industrielle hin zu einer mehrheitlich auf Dienstleistungen fokussierte Beschäftigung. Die Zukunft wird wohl aus mehrheitlich auf Wissen basierenden Arbeitsplätzen bestehen.

Die Zerstörung von alten Arbeitsplätzen zeigt den kommenden Generationen also auch, welche Fähigkeiten in der Zukunft noch benötigt sein werden und wo es die künftigen Arbeitsplätze geben wird.

 

Nicht Regierungen, sondern der freie Markt schafft Arbeitsplätze

Regierungsprogramme geben solche Signale nicht. Tatsächlich dienen die meisten staatlichen Programme zur Schaffung von Arbeitsplätzen vielmehr der Stillung der Bedürfnisse der Politiker und nicht der von Konsumenten und dem Markt. Regierungen können sehr gut Arbeit schaffen, was sie jedoch praktisch nie können ist das Erschaffen von Arbeitsplätzen, die auch Wohlstand schaffen. Will man Wohlstand schaffen braucht man Menschen wie Hasso Plattner, Bill Gates oder Steve Jobs.

Das beste Programm der Menschheitsgeschichte zur Erschaffung von Arbeitsplätzen ist der freie Markt und der Unternehmergeist, den er ermöglicht.

 

Nach Professor Steve Horwitz, Learn Liberty

4 Antworten auf „Kann eine Regierung neue Jobs schaffen?“

  1. Ein Grund mehr, warum der Beamtenstatus wirklich nur für staatshoheitliche Aufgaben vergeben werden sollte, aber nicht zum Beispiel für Lehrer und Professoren. Ich fürchte aber, dass auch diese logische Schlussfolgerung innerhalb der AfD nicht durchsetzbar ist. Soviel Altruismus traue ich den Mitgliedern des Bayrischen Fauchausschusses für Bildung und Familie sowie unserem prominenten Sprecher nicht zu.

    1. Durch die Schulpflicht sind alle Kinder zum Schulbesuch gezwungen und werden dort „unter der Aufsicht des Staates“ (siehe Art. 7 Grundgesetz) zumindest (mit)erzogen. Das geschieht durch zahlreiche staatliche Vorgaben wie Lehrpläne, Prüfungsordnungen, Gliederung des Schulsystems et cetera. Lehrerinnen und Lehrer, wirken zwangsweise auf Schülerinnen und Schüler ein und entscheiden über die Lebenschancen der Schülerinnen und Schüler kraft staatlichen Auftrags und unter seiner Kontrolle und Leitung. Wenn das keine hoheitliche Tätigkeit ist!
      Freilich gibt es viele Funktionen im Staatsapparat, die nicht primär hoheitlich sind, den Bürger nur mittelbar interessieren, wie beratende und beobachtende Institutionen (zum Beispiel statistische Ämter). Je mehr der Staat aber sein Wirken in die Gesellschaft hineintreibt, desto mehr „hoheitliche“ Aufgaben schafft er. Das Übel liegt also nicht im Beamtenstatus, sondern an der fehlenden Aufgabenkritik. Brauchen wir beispielsweise wirklich eine Behörde, welche die Benzinpreise beobachtet?

      1. Ich gestehe dem Staat gern zu, Rahmenbedingungen für schulische Bildung zu schaffen. Das schliesst keinesfalls den Beamtenstatus für Lehrer ein. Ebenso wenig das alleinige Recht zu unterrichten. Stichwort Homeschooling: Was im Ausland perfekt funktioniert, steht in Deutschland unter Strafe. Bezeichnend, dass die Schulgesetze noch aus dem dritten Reich stammen. Ich sehe nicht ein, dass der Staat sich über Gebühr in unsere Familie einmischt und ich sowie meine Kinder hilflos einem verbeamteten Bildungsapparat ausgeliefert sind. Der Staat hat keinen Anspruch auf Lufthoheit über die Kinderzimmer.

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