Fundsachen-Propaganda: Oder wenn das Geld plötzlich auf der Straße liegt

Auf Facebook ist meine ganze Timeline ist voll mit Häme und Belustigung, über die täglich in den Medien erscheinenden Berichten über Geld, das von Asylbewerbern gefunden wurde.

In der Tat ist auffallend, wenn Flüchtlinge 500 Euro Scheine finden, die sie stolz in die Kamera halten. In mehreren Jahren Betreiben eines eigenen Ladens mit Waren zu Stückpreisen jenseits der 500 Euro, habe ich im Ganzen wohl keine drei 500 Euro Scheine in Händen gehalten. Ein süffisanter Kommentar eines Facebook-Kontakts angesichts der Schwemme an gefundenen Geldbörsen war entsprechend auch:

Kein Wunder, dass die alle herkommen. Hier liegt das Geld ja offensichtlich auf der Straße.

Geld
In Deutschland liegt das Geld offensichtlich auf der Straße

Teilweise wird überrascht gefragt, ob die Initiatoren dieses Mal geizig waren, wenn nur 150 Euro gefunden wurden. Jetzt lese ich gerade als sarkastischen Kommentar, dass in einem Flüchtlingsheim nun ein eigenes Fundbüro eröffnet habe.

Flüchtlinge

So, liebe Medien, reagieren die Menschen auf Propaganda. Sie glauben Euch kein Wort mehr.

Nun lassen Sie mich etwas klar stellen. Ich glaube nicht, dass die Fälle erlogen sind. Einer oder zwei davon vielleicht, durch irgendwelche Aktivisten, die den Flüchtlingen Geld in die Hand drücken und die Presse rufen. Die überwältigende Mehrheit der Fälle dürfte dagegen stimmen. Allerdings haben in den letzten Wochen vermutlich nicht nur 10 Asylbewerber Geld gefunden und abgegeben, sondern auch 800 Deutsche (1 Mio Asylbewerber und 80 Mio Deutsche). Zu den ehrlichen Findern kamen natürlich auch Fundunterschlagungen, durch Asylbewerber, wie durch Deutsche. Denn gäbe es nur so wenig Funde wie in den Meldungen, bräuchte man ja keine Fundbüros. Alleine in Würzburg werden vermutlich täglich 10 bis 50 Geldbeutel und Handys gefunden.

Der Unterschied ist jedoch, dass ich niemals in die Zeitung kommen werde, wenn ich 10 Euro finde und abgebe. Findet in Deutscher etwas und gibt es ab, erscheint es nur bei außergewöhnlichen Umständen. Sei es nun gefundenes Gold oder große Barbeträge.

Was bedeutet das? Ich glaube, die Medien suchen sich gerade händeringend alles zusammen, was Flüchtlinge gut erscheinen lässt. Wenn fast täglich Berichte von Morden, Mordversuchen, Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen durch Asylbewerber erscheinen, scheint wohl der Drang zu herrschen, dagegen mit Propaganda anzukämpfen. Um jeden Preis müssen die Asylbewerber möglichst gut dargestellt werden. Und wenn es mit Gefühl gemacht wird, klappt es durchaus auch. Ich selber halte mich mit Kritik an den bestehenden Verhältnissen nicht zurück, den ersten Bericht über einen ehrlichen Finder von 1.450 Euro habe ich jedoch auch geteilt, mit dem Kommentar: „Das ganze Bild„. Für mich gehört es schlicht zur Aufrichtigkeit, dass man bei aller Kritik das Individuum nicht vergisst und nicht zu differenzieren aufhört. Inzwischen lösen solche Berichte jedoch auch bei mir nur noch Häme aus.

Liebe Medien. Zumindest auf Facebook geht Eure Kampagne gerade richtig nach hinten los. Menschen die merken, dass sie manipuliert werden sollen, reagieren mit Verärgerung. Und dann mit Reaktanz. Indem Ihr also Stimmung für Asylbewerber machen wollt, sorgt Ihr dafür, dass ich selbst von absolut integeren Mitgliedern großer demokratischer Parteien inzwischen lese, sie fühlten sich durch die Presse belogen und verarscht und es würde nicht mehr lange dauern, bis die Stimmung überkoche.

01.08.2015: Bargeld 1000 Euro

http://www.bild.de

29.07.2015: Bargeld 130 Euro

http://www.rp-online.de

23.07.2015: Bargeld 1500 Euro
http://www.schwaebische.de/

21.07.2015: Bargeld 1000 Euro und Sparbuch
http://www.ksta.de

09.07.2015: Geldbörse und Bargeld 1450 Euro
http://www.bild.de

02.06.2015: Bargeld 10 Euro
http://www.suedkurier.de

06.05.2015: Geldbörse und Bargeld 50 Euro
http://www.nwzonline.de

04.05.2015: Rucksack und Bargeld 180 Euro
http://www.werra-rundschau.de

03.01.2015: Geldbörse und Bargeld 730 Euro
http://www.presseportal.de

25.12.2014: Geldbörde und Bargeld 50 Euro
http://www.pnp.de

2 Antworten auf „Fundsachen-Propaganda: Oder wenn das Geld plötzlich auf der Straße liegt“

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