Deutschland braucht Uber

Nun hat also ein Gericht verboten, dass Uber in Deutschland seinen Dienst anbieten darf. Was den Taxi-Lobbyisten gefallen dürfte, ist eine Katastrophe für die Bevölkerung.

 

Konkurrenz verbessert die Leistung für den Konsumenten

Nun wäre es einfachste Ökonomie, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Allerdings ist Uber ein großer Konzern und noch dazu aus Amerika, was für Viele bereits Grund genug zu sein scheint, gegen das Unternehmen zu sein. Dabei hat die Liberalisierung des Fernbusverkehrs heute dazu geführt, dass man für teilweise nur neun Euro bundesweit verreisen kann. Zwar mag die Busfahrt länger dauern, dafür hat man jedoch einen gesicherten Sitzplatz und W-Lan auf der ganzen Strecke. Wer es also nicht zu eilig hat, kann, verglichen mit der Bahn, bei deutlich geringeren Kosten die Fahrt nutzen um zu Arbeiten, zu lesen oder auch nur zu surfen.  Auch als die Bahnmitarbeiter wieder einmal streikten und die Züge massenweise ausfielen, gab es nun plötzlich eine günstige Alternative für Reisende zu Flugzeugen, Taxis und Autos. Doch das ist noch nicht alles. Nicht nur, dass der einfache Mann davon profitiert, selbst die Bahn bewegt die neue Konkurrenz auf der Straße zur Reaktion. So soll, was noch vor wenigen Jahren undenkbar schien, künftig eine Platzreservierung nichts mehr kosten und bald sogar gratis W-Lan auch in den Zügen zur Verfügung stehen.

Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs sorgte somit nicht nur zu einer günstigeren Alternative zur Eisenbahn, zu deren Schutz das die Fernbusse verbietende Gesetz einst beschlossen wurde, es verbessert auch die Bahn selbst, da sie sich der Konkurrenz anpassen muss. Am Ende gewinnt somit wirklich jeder, selbst wenn er überhaupt nicht zu Konkurrenz wechseln wollte.

Uber
Uber ist großartig für alle, außer für Taxifahrer.

 

Kein Mensch braucht einen Personenbeförderungsschein

Die legalistische Begründung für das Verbot von Uber ist nun das Fehlen eines Personenbeförderungsscheins. Dieser ist zum Führen eines Taxis gesetzlich erforderlich. Früher mag dies sogar eine gewisse Rechtfertigung gehabt haben, da zu Zeiten ohne Navigationssysteme ein unerbittlich tickender Taxamater eine Zumutung für jeden Kunden gewesen wäre, hätte der Taxifahrer nicht erweisen müssen, dass er die Straßen seines Einsatzgebietes kennt.

Wozu aber sollte heute ein Personen befördernder Fahrer dies noch benötigen? Omnipräsente Navigationsapps sorgen nicht nur für ein sicheres Ankommen selbst bei völliger Ortsunkenntnis des Fahrers, sie können auch Schleichwege anzeigen und bei Verkehrsbehinderungen automatisch Ausweichrouten ermitteln. Die Strecke wird dabei auf der App angezeigt, sodass der Fahrer große Probleme hat, absichtliche Umwege zu fahren, was keineswegs eine Seltenheit ist, wie ich auch selbst schon erlebt habe. Dazu bietet Uber gleich noch mehrere weitere Vorteile. Die Kunden können ihre Fahrer bewerten und sie können über die App bargeldlos, ja sogar ohne eine mitgeführte Kredikarte bezahlen. Der Fahrer hat so kein Bargeld mehr bei sich und wird damit garantiert weniger durch Überfälle bedroht sein.

Der gestiegene Wettbewerb verringert die Kosten für Nutzer. Dies wird Trunkenheitsfharten genauso reduzieren wie den Zwang für Frauen, nachts und betrunken alleine durch einen Park oder ein Waldstück nach Hause zu gehen. Kunden wie auch Fahrer sind namentlich erfasst, was das Risiko für Kriminalität von jeder Seite merklich weiter verringert. Denn während genau dies immer wieder auch als Argument aufgeführt wird, so sind Taxifahrer doch auch nichts anderes als Menschen. Entsprechend kann es wenig überraschen, dass einzelne von ihnen betrunken am Steuer saßen, Kundinnen vergewaltigt, Kunden beraubt oder gar Kunden ermordet haben.

Dazu kommt, dass Taxifahrer sich gerne einmal weigern einem bei dem Koffer zu helfen, rechtlich müssen sie dies auch nicht tun. Sitzt man im Taxi und der Fahrer steckt sich eine Zigarette an, ist man im Prinzip genauso hilflos, wie wenn plötzlich unerträgliche Musik gespielt wird. Auch all dies kommt mit einem Dienst wie Uber nicht mehr vor, da der Fahrer sehr bald ohne Kunden dasteht, wenn diese sich regelmäßig über ihn beschweren.

 

Kartelle helfen nur den Kartellinhabern

Nein. Uber ermöglicht eine Konkurrenz, die das Produkt für die Konsumenten erschwinglicher, transparenter und besser macht. Das Taxikartell zu erhalten, wie es gerade Gerichte und Politik tun, nützt dabei nur einem: Den Kartellinhabern. Statt dieses Relikt aus der Vergangenheit zu erhalten sollte sich Deutschland lieber an der Liberalisierung des Fernbusverkehrs ein Beispiel nehmen und auch die kommerzielle Personenbeförderung vollständig liberalisieren. So wie es in einer Marktwirtschaft üblich ist, profitiert bei einer wirklichen Liberalisierung (nicht bei einer Neureglementierung, sondern bei wirklich freiem Austausch von Leistungen) am Ende nur noch einer: der Konsument. Dessen Interesse muss dabei über dem Interesse von Kartellen stehen, die sich zudem nur dank staatlicher Reglementierung etabliert haben, nicht etwa weil ihr Produkt die Konkurrenz aus dem Markt gedrängt hätte.

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