Demokratie in Afghanistan

Trotz einer Einschüchterungskampagne der Taliban, die 39 Selbstmordattentate in den letzten zwei Monaten vor dem Wahltag verübten und massive Angriffe auf die Wähler ankündigten, sind heute 60% aller wahlberechtigten Afghanen wählen gegangen. In teilweise langen Schlangen standen die Wähler an, um ihre Stimme abzugeben.

Das alles in einem Land, dessen Bevölkerung – so die „öffentliche Meinung“ in Deutschland – die Demokratie gar nicht will, nicht braucht und nicht zu ihr in der Lage ist. Selbst der höchstwahrscheinlich durch Wahlfälschung wiedergewählte Hamid Karzai hält sich an die Verfassung und gibt die Macht ab.

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Gedenkstein für die für die Freiheit, Sicherheit und Zukunft Afghanistans gefallenen Soldaten der Koalition und der Afghanischen Streitkräfte. Foto: isafmedia via flikr (CC BY 2.0)

Demokratie dank Soldaten

Auch wenn in dem Land weiß Gott vieles falsch läuft, von der Todesstrafe für Konvertiten hin zur Unterdrückung von Frauen, so hat es nun doch eine wohl sogar halbwegs funktionierende Demokratie, deren Wähler sie so sehr zu schätzen wissen, dass sie sogar trotz Terroranschlägen in größeren Zahlen wählen gehen, als in Deutschland die meisten Wahlen an die Urnen locken.

Dieser Tag und dieses Ereignis sollte jeden mit Demut erfüllen, der aus dem heimischen Deutschland große Sprüche über andere Menschen reißt und ihnen die Fähigkeit zur Demokratie mit einem schlichten „Die brauchen einen starken Mann. Demokratie funktioniert da nicht“ abspricht. Dieser Tag sollte auch all die Peaceniks mit Scham erfüllen, die Soldaten Mörder nennen, während diese „Mörder“ unter Einsatz ihres Lebens anderen Menschen die Möglichkeit geben, über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.

An einem Tag wie heute sollte man den Soldaten aller beteiligten Nationen seinen Respekt zollen und ihnen die Dankbarkeit zeigen, die sie verdienen. 3.205 von ihnen sind auch dafür gefallen, dass die Afghanen wählen gehen dürfen. Über 23.000 wurden teils schwer verwundet und werden teilweise ihr Leben lang gezeichnet sein. Wir sollten ihnen für ihren Einsatz danken!

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