Darum drückt Saudi-Arabien den Ölpreis

Von Seiten des saudischen Ölministers kommen eindeutige Aussagen. Man kümmere sich nicht darum, wie weit der Ölpreis fallen werde. Selbst wenn er auf 20 Dollar je Fass stürzen sollte, Saudi-Arabien wird seine Förderung nicht vermindern. Dies alles, obwohl auch Saudi-Arabiens Produktionskosten vermutlich bei etwa 25 Dollar liegen, das Land aber einen Preis von 94 Dollar für einen ausgeglichenen Staatshaushalt benötigt. Das bedeutet, auch wenn das Öl selbst noch mit Gewinn verkauft wird, reißt der niedrige Preis dennoch ein Loch in das saudische Budget – und die Saudis weiteten ihre Förderung sogar noch aus. Doch wieso machen sie das? Um wichtig für die USA zu bleiben und um den Iran in die Knie zu zwingen.

 

Dumpingpreise helfen nicht gegen Fracking

Es gibt Theorien, Saudi-Arabien würden mit dem niedrigen Ölpreis die amerikanische Förderung aus Schieferschichten, das sogenannte Fracking, austrocknen wollen. Dies ist zwar die tatsächliche Auswirkung, da die Förderkosten dort bei niedrigen Ölpreisen unterschritten werden, aber dennoch wohl eher eine Milchmädchenrechnung. Sofern nämlich nicht die Propagandakampagnen gegen Fracking durch die konventionellen Förderländer erfolgreich sind, wird die Förderung von Öl und Gas mittels Hydraulic Fracking zwar stoppen, nach einem Preisanstieg aber wieder beginnen. Durch niedrige Preise wird ja weder die dafür notwendige Technologie vergessen, noch die vorhandenen Energieträger „schlecht“ – sie sind ja keine verderbliche Ware. Natürlich würden solch einem Stopp der Förderung Firmen zum Opfer fallen, doch die Mehrzahl der Unternehmen würde überleben, während gleichzeitig die Möglichkeit für andere entstünde, in diesem Bereich tätig zu werden.

Erdöl ist der Treibstoff der Weltwirtschaft.
Erdöl ist der Treibstoff der Weltwirtschaft.

 

 

Es geht um Einfluss in den USA

In diesem Zusammenhang wird auch geschrieben, Saudi-Arabien würde seine Marktanteile in den USA erhalten wollen. Dies dürfte richtig sein. Allerdings nicht zwingend, weil dies ein gutes Geschäft für das Königreich ist, sondern aus politischen Erwägungen. Selbst wenn die Saudis bei ihren Verkäufen in den Vereinigten Staaten noch Geld machen, sind die politischen Renditen weit wichtiger.

Saudi-Arabien leidet massiv unter der Abwendung der USA aus dem Nahen Osten. Der alte Deal „Öl für Sicherheit“ scheint in Frage zu stehen. Im wahabitischen Königreich ist man schwer enttäuscht, weil die USA sich im Aufstand gegen Assad in Syrien derart herausgehalten haben, dass man sich selbst gezwungen sah, massiv einzugreifen. Obamas Akzeptanz von Mohammed Mursi, dem ägyptischen Prösidenten der Muslimbrüder, war für Saudi-Arabien genauso inakzeptabel wie die amerikanische Reaktion auf den Putsch durch das ägyptische Militär gegen den Islamisten, der sein Land gerade in eine radikalislamische Diktatur umzuwandeln versuchte.

Inaktivität verbunden mit Handlungen die das Königreich als falsch ansieht haben dazu geführt, dass sich das Königshaus gezwungen sah, selbst immer mehr zu einem Akteur zu werden, statt nur aus dem Hintergrund die Fäden zu spinnen. Nicht zuletzt deshalb musste sich das Land aus der Deckung wagen und die neue ägyptische Regierung finanzieren.

Die USA mögen heute, dank Fracking, in der Lage sein ihren eigenen Bedarf an Öl zu decken, importieren aber nach wie vor Öl aus Saudi-Arabien. Solange also die Saudis ihre Marktanteile behalten, bleiben sie ein wichtiger Versorger der Vereinigten Staaten, was ihnen Gewicht in Washington gibt und geben muss. Auch wenn eine Autarkie möglich ist, ist die Umsetzung doch ein zeitaufwendiger und teurer Prozess, so dass die Interessen und Belange der Saudis dank ihrer Marktanteile in den USA von Belang bleiben müssen.

 

Die iranische Bedrohung

Doch es geht nicht nur darum, einen Fuß in der Tür Washingtons zu behalten. Gerade das Zurückweichen der Amerikaner am Golf und die Perspektive auf einen Atom-Deal mit dem Iran, der ihm nach Ansicht vieler regionaler Player, wie Israel und Saudi-Arabien, die Kernwaffe ermöglichen würde, ist für die Saudis eine Horrorvorstellung. Die immer wieder aufkommenden Gerüchte einer zu erwartenden Toleranz israelischer Überflüge im Falle einer Angriffe auf die iranischen Atomanlagen zeigen die Besorgnis der sunnitischen Macht gegenüber den Schiiten aus Teheran genauso wie die immer wieder aufkommenden Spekulationen, die Saudis könnten selber nach Kernwaffen greifen und ihre ballistischen Raketen mit nuklearen Sprengköpfen aus Pakistan ausstatten.

Die Rivalität und der Gegensatz zwischen den beiden Staaten zeigt sich dabei über den ganzen arabischen Raum. In Syrien findet ein Stellvertreterkrieg zwischen der vom Iran gestützten Assad-Regierung und der durch die Sunniten gestützten FSA und radikalere Gruppen wie Jaysh al-Islam statt, die von Saudi-Arabien und andere sunnitische Golfmonarchien unterstützt werden.

Der Iran dagegen unterstützt nicht nur das alawitische Regime von Basher al-Assad, dessen Sekte dem schiitischen Islam zugerechnet wird. Sein Regime wäre ohne Ausbilder aus den iranischen Revolutionären Garden, die die NDF aufgebaut haben und das Regime mit Waffen, Kämpfern, Treibstoff und Geld stützen, möglicherweise längst gefallen. Ein weiterer Klientelstaat ist der Teil des Libanons, der durch die schiitische Hisbollah kontrolliert wird, die massiv von iranischer Unterstützung abhängig ist. Die Hisbollah erhält den Großteil ihrer Waffen aus dem Iran, in der Regel über die Syrische Grenze. Ohne Assad wäre diese mächtige Waffe des Irans von wesentlichen Teilen ihres Waffennachschubs abgeschnitten. Kisten mit Gewehren und Panzerfäusten mögen sich weiter in ihr Gebiet schmuggeln lassen, SCUD-Raketen eher nicht. Der Irak schließt den schiitischen Halbmond, und damit die Landbrücke zu Assad und zur Hisbollah, ab und ist seit Nuri al-Maliki ein Verbündeter des Iran. Spätestens seit den Erfolgen des Islamischen Staats ist er von dem Schiitischen Bruder so abhängig, dass er de facto zu einem Klientelstaat des Irans geworden ist.

Im Norden findet Saudi-Arabien also einen Ring aus regionalen Playern, die de facto Marionetten des Irans sind. Sein nur durch das rote Meer getrennte Nachbarland Ägypten hatte sich unter dem Muslimbruder Mursi ebenfalls dem Iran angenähert. Während eine Übernahme Bahreins durch Schiiten und damit den Iran nur mit Waffengewalt bislang verhindert werden konnte, greifen nun die schiitischen Houthi nun auch noch im südlichen Nachbarland Jemen nach der Macht. Saudi-Arabien sieht sich damit im Prinzip eingekreist und weiß hinter jeder schiitischen Bewegung den langen Arm Teherans.

 

Der Iran soll in die Knie gezwungen werden

Dieses Gefühl einer Einkreisung, die noch nicht einmal völlig von der Hand zu weisen ist, ist nicht nur der Grund für die Annäherung Saudi-Arabiens an den vermeintlichen Erzfeind Israel und Kooperation mit dem Land, die sogar bis hin zu gemeinsamen Kriegsplänen gehen soll. Sie ist auch Grund für die Waffenkäufe Saudi-Arabiens, die in Deutschland solche Panik ausgelöst haben. Tatsächlich könnten iranische Panzerkolonnen aber wohl binnen zwei bis drei Stunden den Südirak durchqueren und an der saudischen Grenze stehen.

Während Saudi-Arabien zwar den Vormarsch des Irans aufhalten möchte, hat das Königreich kein Interesse an einem militärischen Konflikt. Mit dem Ölpreis hat es nun ein Mittel gefunden, das sich als hoch effektiv erweisen könnte. Die iranische Wirtschaft ist noch mehr von den Rohstoffpreisen abhängig als die des saudischen Königreichs, zumal der Iran eben nicht gleichzeitig über vergleichbaren Reichtum zum Abfedern verfügt. Schon während der hohen Ölpreis wüteten in der „Islamischen Republik“ Inflation und Wirtschaftskrise. Ein Ölpreis um 60 Dollar oder noch niedriger, wird die Hilfe, die der Iran seinen schiitischen Glaubensbrüdern geben kann, schnell zusammenschmelzen lassen.

 

Der große Kollateralnutzen

Während es also Saudi-Arabien um den über 1.000 Jahre alten innerislamischen Bürgerkrieg geht, profitiert der Rest der Welt unheimlich davon. Der Einbruch der Ölpreise senkt nämlich nicht nur weltweit die Transportkosten und macht damit die Produktion effektiver und kostengünstiger. Er sorgt auch für eine erhöhte Kaufkraft der Konsumenten. Während so der Wohlstand und die Wirtschaftsleistung in den Industrienationen und den konsumierenden Ländern steigen, bricht den Erdölproduzenten das Einkommen weg. Da das Schicksal Erdöl jedoch vor allem unter das Territorium von Despotien und Diktaturen gelegt hat, können diese nun plötzlich ihre Rüstungsprogramme, ihre Sozialprogramme zum Erkaufen der Ruhe und ihre staatsterroristischen Programme nicht mehr finanzieren. Betrachtet man die nennenswerten Exportländer für Erdöl, bleiben ja nur Norwegen und Kanada, denen man mit gutem Gewissen den Rohstoff abkaufen kann. Beide Staaten sind aber diversifiziert genug, dass der Preisverfall beim Erdöl ihre Volkswirtschaften nicht erheblich schädigt. Da der geringe Preis auch nur die Produzenten schädigt und dem Rest nutzt, profitiert eine gewaltige Mehrheit der Welt von dem Preisverfall.

Nach den Sanktionen bekommt Russland nun auch mit einem verfallenden Ölpreis eine weitere Quittung für einen Überfall auf die Ukraine, was ganz im Sinne der USA sein dürfte und auch im ganzen Westen Zufriedenheit auslösen dürfte. Da ein Aggressor für seine Aggression nicht belohnt werden darf, ist diese Bestrafung von Putins Diktatur ein willkommenes Ergebnis, das von den Saudis vielleicht zwingend beabsichtigt war, aber wohl mindestens als erfreuliches Nebenprodukt ihrer Preispolitik gesehen wird, während sie so erneut den Amerikanern gegenüber ihre Wichtigkeit beweisen können. Immerhin ist es auch Russland, das Syrien und den Iran im Weltsicherheitsrat und mit Waffenlieferungen stützt und gestützt hat.

Doch es kommt noch besser. Saudi-Arabien hat in den letzten Jahrzehnten wesentliche Teile seines Wohlstands in die Förderung des sogenannten „Islamismus“ gesteckt. Streng orthodoxe Moscheen wuchsen in Regionen mit bis dahin überzeugt säkularen oder moderaten Muslimen aus dem Boden, was inzwischen seine Wirkung zeigt. Während es einmal galt, „Die Religion der Albaner ist das Albanertum“, kämpfen heute Kosovo-Albaner auf Seiten des Islamischen Staats für eine Variante des Islams aus den Zeiten Mohammeds. Indem nun aber Saudi-Arabien den Ölpreis nach unten treibt, muss es dadurch entstehende Loch in seinem Budget füllen. Das so verbrauchte Geld kann nicht mehr in eine Förderung des religiösen Extremismus fließen. An dieser Stelle macht Saudi-Arabien nun effektiv nichts anderes, als eine Subvention unserer verringerten Energiekosten. Statt also den ideologischen Weg für die nächsten Terroristen zu bereiten, führt bezahlt Saudi-Arabien einen Teil unserer Tankrechnung. Da sage mal einer, ein zwischenstaatlicher Gegensatz sei ausschließlich schlecht…

USA: Die größte Bedrohung für den Weltfrieden

Putins Propaganda-Sender RT Deutsch hat in einer Sendung die USA als größte Bedrohung des Weltfriedens bezeichnet und war überrascht, auf der Straße in Berlin weitaus mehr zu finden, die Russland als Bedrohung ansahen. In Erwartung dass in der Umfrage von 2014 Russland prominenter genannt werden wird, sagen die Journalistendarsteller, dass die „Medien der Atlantikbrücke“ wohl ganze Arbeit geleistet haben wird, um Russland als Gefahr darzustellen. Dass Russland wieder einmal ein Nachbarland überfallen hat,  hat damit natürlich nichts zu tun. Auch nicht, dass dank Russland die Friedensordnung der Nachkriegszeit passe ist. Nein, die Medien werden Schuld haben!

 

Die USA sind tatsächlich die größte Bedrohung für den Weltfrieden

Allerdings hat Russlands Propagandasender tatsächlich Recht, wenngleich auch unfreiwillig. Die USA sind aktuell tatsächlich die größte Bedrohung für den Weltfrieden, allerdings in anderer Art und Weise als durch RT Deutsch insinuiert wird.

Der Grund liegt vielmehr darin, dass der schlechteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten all das leichtfertig zerstört hat, was die Welt seit dem Ende des Kalten Krieges merklich sicherer gemacht hat.

Reden gut ablesen zu können, macht keinen guten guten Präsidenten. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. Foto: Jacopo Werther
Reden gut ablesen zu können, macht keinen guten guten Präsidenten.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. Foto: Jacopo Werther

Der viel gescholtene Weltpolizist USA hat in der Tat mit der entschlossenen militärischen Reaktion auf Saddam Husseins Versuch sich Kuwait 1990/1991 anzueignen der Weltgemeinschaft eine deutliche Nachricht geschickt. „Wer glaubt Nachbarländer erobern zu können, muss damit rechnen, dass die amerikanische Militärmacht seine Streitkräfte zerschlägt.“

Das entschlossene Auftreten des republikanischen Präsidenten George H. W. Bush legte das Fundament. Die rasche und fast ohne eigene Verluste ablaufende Zerschlagung der irakischen Armee war ein Schock für das selbstbewusste chinesische Militär, das in seinem Aufbau wie die irakischen Streitkräfte vor allem auf Masse gesetzt hatte.

So konnte der Nachfolger des 41. Präsidenten, der Demokrat Bill Clinton, mit gerade einmal zwei amerikanischen Flugzeugträgern die Taiwankrise 1995/96 entscheiden und den militärischen Druck Rotchinas auf Nationalchina (Republik China oder Taiwan) abfangen und die Volksrepublik zur Aufgabe zwingen.

Die 1991 als extrem überlegen bewiesene militärische Macht der USA verhinderte so nicht nur 1995/96 einen Krieg zwischen den beiden chinesischen Staaten und sicherte so die Freiheit von 23 Millionen Chinesen auf der früher einmal Formosa genannten Insel Taiwan, sie verhinderte auch viele weitere militärische Konflikte, die nie in den Medien auftauchten. Sie tauchten nie auf, weil das Demonstrieren der Entschlossenheit der USA dafür sorgte, dass die entsprechenden Machthaber eventuell angedachte militärische Abenteuer nie auch nur versuchten. Die wahrscheinlich scheinende oder vielleicht sogar sicherer militärische Antwort der USA auf eine Aggression wirkte zuverlässig abschreckend.

Ohne hier ein neues Fass aufnachen zu wollen – dass der libysche Diktator Gaddafi sein Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ausgerechnet 2003 freiwillig offen legte und aufgab, ist kein Zufall. Dass das Regime, das jahrzehntelang staatlichen Terrorismus betrieb, nicht an Massenvernichtungswaffen kam, lag unzweifelhaft an der im gleichen Jahr erfolgten Invasion des Iraks, die mit einem Entwicklungsprogramm für Massenvernichtungswaffen der dortigen Diktatur begründet wurde.

Inzwischen ist jedoch ein Präsident im Amt, der glaubt eine Außenpolitik der USA funktioniere völlig ohne militärischen Druck. Ein Präsident, der große Angst hat seine Streitkräfte zu verwenden, weshalb sogar die Kommandoaktion zur Ergreifung oder Tötung von Osama bin Laden monatelang nicht durchgeführt wurde.

Ein Präsident, der Rote Linien zieht, dem dann aber der Mumm fehlt sie durchzusetzen. Diese Angst vor der eigenen Macht hat sich inzwischen viele Male bewiesen. Dass beispielsweise die gegenüber Assad geäußerte Rote Linie eines Einsatzes von Chemiewaffen folgenlos überschritten wurde, hatte unmittelbare Folgen.

Erschreckend deutlich wurde die Glaubwürdigkeit roter Linien durch Obama bei der Krim-Krise. Am 28. Februar 2014 warnte Obama “There will be costs for any military intervention in Ukraine“, also “Für eine militärische Intervention in der Ukraine wird ein [schmerzhafter] Preis zu zahlen sein.” Am nächsten morgen hatten russische Truppen interveniert.

Indem die einzige Macht, die in der Lage ist Diktatoren und Aggressoren weltweit in den Arm zu fallen, sich offensichtlich weigert dies zu tun, wird die Welt ein unsicherer Ort. Weltweit werden sich nun die Potentaten ermutigt sehen, die unzähligen existierenden territorialen Konflikte militärisch zu lösen. Wenn die USA ihnen nicht in den Arm fällt, ist niemand sonst dazu willens oder in der Lage.

Damit wird die USA zur größten Bedrohung für den Weltfrieden.

 

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Ein russischer nuklearer Erstschlag: Das undenkbare Denken

Inzwischen ist es klar: Russland führt eine Invasion in seinem Nachbarland durch. Noch immer nur mit einigen tausend Soldaten und vielleicht 20.000 Söldnern, aber eben mit seinen regulären Streitkräften. Was vor einem Jahr undenkbar schien, ist heute Tatsache. Ein Land in Europa überfällt ein anderes um sein Territorium mit militärischen Mitteln zu erweitern. Der Staatsführer des Landes lügt seine Kollegen offen an. Er verhandelt und erklärt Friedenswünsche, während seine Panzer bereits den Marschbefehl haben. Er bedient sich machiavellistischer Methoden, von denen der Westen fest überzeugt war, sie gehörten in Europa der Vergangenheit an.

Eine Kernwaffe detoniert. Symbolbild.
Eine Kernwaffe detoniert. Symbolbild.

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Rote Linien im Sand

die ich gestern noch fand, hat die Flut mitgenommen… So könnte Howard Carpendales bekanntes Lied heute lauten. Indem Obama seine Roten Linien ständig neu zieht und nicht zu seinem Wort steht, macht er die Welt unsicherer.

Karikaturisten sind voll der Häme ob Obamas lächerlicher Rote-Linien Politik. Foto: Screenshot Google Suche
Karikaturisten sind voll der Häme ob Obamas lächerlicher Rote-Linien Politik. Foto: Screenshot Google Suche

Rote Linien funktionieren nur, wenn man sich daran hält

2012 hatte Obama erklärt:

„We have been very clear to the Assad regime, but also to other players on the ground, that a red line for us is we start seeing a whole bunch of chemical weapons moving around or being utilized,“ the president said. „That would change my calculus. That would change my equation.“

Als in Syrien dann der Einsatz von Chemiewaffen gegen Aufständische und die Bevölkerung erfolgte, zögerte er und ließ sich schließlich von Wladimir Putin dazu bewegen, auf einen Militärschlag zu verzichten, wenn das syrische Regime seine Bestände der Vernichtung zuführt.

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Russlands Propaganda um die Raketenabwehr

An russischen Apologeten ist in Deutschland wahrlich kein Mangel. Immer wieder werden „Provokationen“ des Westens, der NATO und der USA ins Feld geführt, auf die Russland ja nur reagiere. Während einiges daran durchaus wahr sein mag, ist ein immer wieder ins Feld geführtes Argument es nicht: die Raketenabwehr. Hier sitzen die Deutschen mehrheitlich russischer Propaganda auf, zumal die Medien es versäumt haben, die Fakten darzulegen.

Raketenabwehr

Putins Lüge, die Raketenabwehr in Polen bedrohe Russland

Putin wird nicht müde zu betonen, die Raketenabwehr bedrohe Russland. Aus diesem Grund ordnete er die Verlegung von Iskander-Raketen in die Exklave um Königsberg an, die bislang aber noch nicht erfolgt sein könnte. Die Iskander wären dazu in der Lage, die Anlagen des Raketenschirms in Polen zu bekämpfen. Das Problem ist nur: Putin lügt! Das russische strategische Raketenarsenal ist nicht, ich wiederhole: nicht, von der Raketenabwehr betroffen und bedroht.

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Chinas Marco-Polo-Brücke Moment

Shinzo Abe hat in seiner vielbeachteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die aktuelle Situation in Ostasien mit 1914 verglichen. Seiner Aussage zufolge ähnelt das Verhältnis zwischen der VR China und Japan wohl der in Europa am Vorabend des Großen Krieges. Der Ministerpräsident Japans liegt falsch. Tatsächlich kann man die Situation eher mit der der 30er Jahre vergleichen

Marco Polo Brücke
Chinesische Truppen beim Verteidigen der Marco-Polo-Brücke.
Bild: gemeinfrei

 

Rückblick zur Zeit japanischen Hegemonialstrebens

Wenn Abe sich auf die Geschichte beruft, ist ihm vielleicht klar dass die Zeit der Julikrise und davor nicht der beste Vergleich zur aktuellen Situation in Asien ist. Vielmehr dürfte die Lage heute mit der der 1930er Jahre vergleichbar sein. Dort war allerdings Japan der Täter und China das Opfer.

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Die Zukunft der Rüstung

kommt mal wieder aus Amerika.
Nachdem dort die Beschaffung eines neuen Amphibienpanzers, des „Marines’ Expeditionary Fighting Vehicle“ – für das USMC gescheitert ist, hat sich die DARPA zu einem revolutionären Schritt entschlossen: Crowdsourcing!

In einem Wettbewerb werden weltweit kreative Köpfe dazu aufgerufen, ihren Entwurf für das neue Panzerfahrzeug einzureichen. Das Ganze geschieht mit einer dafür publizierten Software, auch wird ein detaillierter Anforderungskatalog ausgegeben. Jeder der geforderten Punkte muss erfüllt werden, sonst scheiden die Mitbewerber aus. Mitbewerber sind hier im übrigen ausdrücklich keine Firmen, sondern freischaffende Teams, die von einer Prämie von 1.000.000 Dollar angelockt werden sollen.

Auch dieses Projekt wird Geld kosten, schließlich werden zumindest eine Handvoll der finalen Designs als Prototypen gebaut und getestet werden müssen. Dass allerdings alleine die Entwicklung 3 Milliarden, wie bei dem jetzt abgebrochenen EFV kosten wird, dürfte auszuschließen sein.

Die USA zeigen hier in vorbildlicher Art und Weise, wie man Gerät zu deutlich günstigeren Preisen entwickeln könnte.

Via Danger Room.

Red Flag: F-22 vs. Eurofighter

Gerade gehen einige Artikel über die simulierten Luftkämpfe zwischen F-22 Raptor und deutschen Eurofightern durch die Fachmedien und -blogs. Die weiteste Verbreitung erhielt das Ganze nach einem Bericht im Danger Room.

F22<br /><br /><br />
F-22 Raptor bei Red Flag 2011 in Nevada (U.S. Air Force photo by Senior Airman Brett Clashman)

Nach dem Bericht haben bei simulierten Luftkämpfen zwischen US-F-22 und Luftwaffe Eurofightern die deutschen Piloten sehr gute Ergebnisse erzielt. Schon vor dem Bericht im Danger Room tauchten einige Fotos auf, die F-22 Abschussmarkierungen an Eurofightern zeigten.

Inzwischen kocht das Ganze hoch und der Autor des Artikels auf Danger Room wird als unpatriotisch beschimpft. Tatsächlich ist das Ergebnis in sich durchaus nachvollziehbar.

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