Ein russischer nuklearer Erstschlag: Das undenkbare Denken

Inzwischen ist es klar: Russland führt eine Invasion in seinem Nachbarland durch. Noch immer nur mit einigen tausend Soldaten und vielleicht 20.000 Söldnern, aber eben mit seinen regulären Streitkräften. Was vor einem Jahr undenkbar schien, ist heute Tatsache. Ein Land in Europa überfällt ein anderes um sein Territorium mit militärischen Mitteln zu erweitern. Der Staatsführer des Landes lügt seine Kollegen offen an. Er verhandelt und erklärt Friedenswünsche, während seine Panzer bereits den Marschbefehl haben. Er bedient sich machiavellistischer Methoden, von denen der Westen fest überzeugt war, sie gehörten in Europa der Vergangenheit an.

Eine Kernwaffe detoniert. Symbolbild.
Eine Kernwaffe detoniert. Symbolbild.

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Es gibt keine Gewissheiten in Krieg und Politik

Nachdem es zunächst schien als ob die russischen Truppen sich  langsam von der ukrainischen Grenze zurückzögen, eskaliert die Lage in der Ukraine nun recht dramatisch. Doch auch wenn die Ukraine wohl keine militärische Hilfe von außen erhalten wird, heißt das noch lange nicht, dass ein Krieg mit Russland völlig unmöglich ist. Gerade Gewissheiten bergen große Risiken.

Ukrainische Luftlandetruppen.
Ukrainische Fallschirmjäger.
(Photo by U.S. Army Staff Sgt. Brooks Fletcher, U.S. Army Europe Public Affairs)

Josh Billings hat den Spruch hinterlassen, „Probleme bereitet einem nicht was man nicht weiß, sondern das, was man sicher weiß ohne dass es stimmt.“. Dieser schlaue Spruch sollte uns allen gerade in der Bewertung geopolitischer Zusammenhänge nie aus dem Kopf verschwinden. Nach über 20 Jahren Ende des Kalten Krieges und einem zusammengebrochenen Ostblock scheint ein Krieg gegen Russland jenseits aller Vorstellungskraft. „Natürlich ist ein Krieg gegen Russland undenkbar“ ist das Credo, nach dem sich Europa und die NATO auch in der Gestaltung ihrer Außen- und Sicherheitspolitik orientieren. „Russland weiß genau, wie weit es gehen darf.“ ist eine andere gängige Aussage. Mit Ausnahme Polens rüsten die westlichen Staaten ab, da eine konventionelle Konfrontation mit einer Großmacht undenkbar scheint.

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Geopolitische Opportunitätskosten – oder warum Interventionen sinnvoll sein können

Es scheint heutzutage Allgemeinwissen und Konsens in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung zu sein, dass militärische Interventionen schlecht sind und keinen Sinn ergeben. Sie kosten Unmengen, sie ändern nichts und Menschen sterben. Fertig ist das Mantra rechter und linker Peaceniks und patriotischer Isolationisten. Dabei kann der Isolationismus verheerende Folgen haben.

Frieden

Einigeln hilft nichts mehr

Die Zahl derer, die sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr aussprechen, sind gewaltig. 61% wollen eher weniger, denn mehr Auslandseinsätze, nur eine Minderheit von nicht einmal einem Drittel der Deutschen ist offen für ein stärkeres Engagement.

Dabei ist diese isolationistische Mentalität in der heutigen Zeit völlig deplatziert. Im 19. Jahrhundert mögen Staaten noch eine Chance auf Autarkie gehabt haben, so dass Konflikte außerhalb der eigenen Grenzen „nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert“ waren, wie es Bismarck zugeschrieben wird. Heute jedoch ist auch Deutschland in höchstem Maße vom Ausland abhängig. Ohne Importe von Energie dreht sich binnen weniger Wochen kein Rad mehr in Deutschland, ohne Nahrungsimporte verhungern die Menschen. Wenn in Südkorea, China oder Japan ein Krieg ausbricht, dann kann vermutlich erst einmal kein deutsches Auto mehr die Fertigungsstraße verlassen, fehlen doch die Bauteile von Zulieferern. Auch ist die deutsche Wirtschaft zwingend abhängig vom Außenhandel. Dieser kann jedoch nur florieren, wenn die potentiellen Kunden noch Geld haben und durch stabile politische Verhältnisse noch zum Kauf von Waren in der Lage sind.

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Winston Churchill zur Krim-Krise

Winston Churchills Rede vor dem US-Kongress zur Kirm-Krise und zu Russlands Annexion der Halbinsel:

Winston Churchill
Winston Churchill 1943
Bild: Public Domain

Ein Land wie Ihres, das immense Gebiete und Wohlstand sein eigenen nennen kann, dessen Verteidigung vernachlässigt wurde, kann Krieg nicht vermeiden indem es die Grauen des Krieges erhöht, oder sogar durch ständiges Bezeugen seiner Friedfertigkeit oder indem es die Opfer von Aggression woanders ignoriert. Krieg wird in den jetzigen Umständen ausschließlich durch die Ansammlung von Abschreckungsmitteln gegen den Aggressor vermieden.

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Chinas Chancen aus der Krim-Krise

China ist zu guten Teilen ein Gewinner der Krise auf der Krim und in der Ukraine. Es erhält seine guten Beziehungen zu Russland, während sich sowohl wirtschaftliche wie auch diplomatische Optionen auftun.

Rotchina

Neue wirtschaftliche Optionen für die VR

Nachdem Russland mit militärischer Gewalt gegen die Ukraine vorgegangen ist, wird der Westen reagieren. In Europa wurde zu deutlich klar, dass eine Abhängigkeit von russischen Rohstoffen ein Risiko ist. Nicht nur, weil Russland schon mehrfach belegt hat, dass es bereit ist seine Exporte als Waffe zu nutzen, sondern auch, weil die für den Kauf russischer Rohstoffe verwendeten Geldmittel letztendlich auch weitere Aggressionen des Kreml finanzieren könnten.

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