Volker Pispers ist ein ekelhafter antiwestlicher Propagandist.

Update, 06.03.2015; 15:44 Uhr:

Dieser Text ist als Wutschrift entstanden, weil bei mir plötzlich überall der ausgemachte Unsinn von Volker Pispers auftauchte und auch nicht als „Satire“, sondern als „Wahrheit“ verkauft wurde. Unter diesem Einfluss wurde die Wortwahl getroffen, zumal mich dieser „Kabarettist“ schon seit längerem wegen seiner Inhalte ärgert, auch wenn er durchaus mal lustig sei kann.

Würde ich es heute erneut schreiben, würde ich andere Worte wählen. Den Inhalt würde ich jedoch praktisch unverändert, teilweise vielleicht noch ein wenig präzisierter, lassen.

Update ende. 

 

Im Deutschen Staatsfernsehen, Abteilung 3sat, hat Volker Pispers eine Märchenstunde auf Kosten der GEZ-Zahler halten dürfen. Dabei präsentierte er sich als der ekelhafte antiwestliche Kretin, der er ist und brachte es mit zahlreichen Falschaussagen und Klitterungen zu billigen Lachern.

 

Minute 1:08: „Ein paar Betten sollten wir vielleicht auch bereithalten, für die Flüchtlinge die demnächst aus der Ukraine zu uns herkommen werden. Sie wissen, auch da entsteht die Zivilgesellschaft gerade durch einen sehr schönen Bürgerkrieg.“

Fakt ist: es ist kein Bürgerkrieg. Der Krieg war von Russland geplant, wurde durch russische Truppen ausgelöst und wird durch 90% russische Truppen und Söldner geführt. Es ist kein Bürgerkrieg und kein Aufstand, sondern eine Invasion durch Russland.

 

Minute 1:28: „Keiner kann verstehen, warum Moskau im Osten der Ukraine Separatisten unterstützt anstatt beim Aufbau eines schönen NATO-Stützpunktes mitzuhelfen.

Fakt ist: Der Aufnahmeantrag in die NATO wurde 2008 in Bukarest abgelehnt. Ein Beitritt des Landes in die NATO stand somit außer Frage. Zudem waren Militärstützpunkte auf der Krim von Russland gepachtet, womit eine fünfstellige Zahl russischer Soldaten dort stationiert werden durften. Ein Beitritt des Landes stand somit, solange nicht-NATO-Truppen dort stationiert sind, außer Frage.

 

Wann hat es das jemals gegeben? Ahistorische Apologetik eines Aggressors

Ab Minute 1:41 sagt fängt er mit einer antiamerikanischen Litanei an, in der Interventionen der USA aufgezählt werden.

Minute 1:48: „Ich erinnere mich dunkel daran, dass die USA in Afghanistan die Taliban und die Mudschaheddin unterstützt haben.“

Fakt ist: Das ständige Wiederholen einer Lüge macht sie nicht wahr. Die USA haben Mudschaheddin in Afghanistan unterstützt, das ist richtig. Die Taliban existieren jedoch erst seit 1994, lange nachdem die USA aufgehört hatten, Kämpfer in Afghanistan zu unterstützen!

Die Unterstützung der Mudschaheddin fand im Rahmen des Kalten Krieges statt, wo der Rechtsvorgänger Russlands, die Sowjetunion, ihrerseits nicht nur Rebellengruppen, sondern auch Terroristen aller Couleur gegen den Westen unterstützt hat. Jedwede Terrorgruppe mit „rot“ im Namen, sei es die RAF, die Japanische Rote Armee oder auch der Berufsterrorist Ramirez Sanchez – alle wurden durch „Russland“ in Form seines Rechtsvorgängers unterstützt. Dies war im Rahmen des Kalten Krieges und sollte und kann daher heute kein Maßstab mehr sein.

Minute: 1:57: „Ok, in Nicaragua, haben die USA die Contras finanziert im Kampf gegen die Sandinisten, die waren auch demokratisch gewählt. Äh. Wenn wir jetzt schon dabei sind. Iran 1953. Der demokratisch gewählte Ministerpräsident wurde vom CIA geputscht. Weggeputscht um den alten Shah wieder zu installieren und Salvador Allende, der demokratisch gewählte linke Präsident Chiles wurde mit einem faschistischen Putsch hinweggefegt, organisiert von den USA. Sie haben in Libyen die Rebellen unterstützt um Gaddafi loszuwerden. Man könnte auch zusammenfassend sagen: Die vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten 40 Jahren nochmal [wohl: „noch mit] jedem Schwein und Verbrecher auf der Welt zusammengearbeitet, solange die wirtschaftlichen Interessen der amerikanischen Großkonzerne gewahr geblieben sind.

Fakt ist: Lassen wir kleine Fehler weg und ignorieren sie. Ob Pinochets Putsch beispielsweise „faschistisch“ zu charakterisieren ist, möchte ich bezweifeln, doch das ist irrelevant.

Ja, er hat Recht. Die USA hat eine lange Liste der Interventionen in ihrer Vergangenheit. Und ja, die USA hat im Kalten Krieg mit Diktaturen zusammengearbeitet, solange sie antikommunistisch waren. Noch auf FDR, vor dem Kalten Krieg, geht das Bonmot zurück: „Somoza may be a son of a bitch, but he’s our son of a bitch.“. Diese Politik prägte durchaus einige der Präsidenten des Kalten Krieges, wenngleich beispielsweise Carter mitten im Kalten Krieg Shah Reza Pahlevi fallen ließ, gerade weil er eine Diktatur führte.

Russlands Militärinterventionen und Kriege
Russlands Militärinterventionen und Kriege

Die Aufzählung Pispers ist jedoch an Geschichtsvergessenheit und Einseitigkeit nicht zu überbieten, wenn sie zur Verteidigung Russlands aufgeführt wird, während gleichzeitig die unzähligen Verbrechen „Russlands“ zur gleichen Zeit, also der Sowjetunion, nicht aufgezählt werden. Russland hat mit Waffengewalt mehrere demokratische Bewegungen blutig niedergeschlagen. 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschechoslowakei,  Die Sowjetunion war es, die in Afghanistan einmarschiert ist, weshalb die USA überhaupt erst auf die Idee kamen die Mudschaheddin zu finanzieren. Schon 1948, fünf Jahre vor dem Iran, hat die Sowjetunion die Regierung der Tschechoslowakei wegputschen lassen um dort ein Kommunistisches Regime zu installieren. Die Sowjetunion feuerte unzählige Bürgerkriege und Aufstände im Kalten Krieg an. Sie führte Putsche und Mordanschläge am Fließband durch, während ihre Statthalter und Verbündeten, zumannen mit der Sowjetunion selbst, wohl 150 Millionen der eigenen Staatsbürger ermordeten.

Die von der Sowjetion unterstützte Revolution Maos kostete mit Großem Sprung nach vorne und Kulturrevolution rund 80 bis 90 Millionen Menschenleben (nach Rudolph Rummel), dazu kommen die 63 Millionen unter Stalin (Rummel) und die Millionen unter Pol Pot. Auch jedes andere der kommunistischen Klientelregimes hat im Inland fleißig gemordet, der durch die Sowjetunion erschaffene und unterstützte und bis heute von Russland unterstützte Staat Nordkorea mordet noch heute.

All dies ignoriert Pispers, was die Einseitigkeit seiner Aufzählung offensichtlich werden lässt und seinen Auftritt zu einem infamen Propagandastück macht.

Kleinere Fehler ignorierend und einige tatsächlich lustige Spitzen später sagt er dann bei Minute 4:03: „Man darf vielleicht auch mal daran erinnern, dass Russland den Westen nie überfallen hat.“

Fakt ist: Auch hier ist schlicht falsch was er schreibt. Wo Pispers den „Westen“ sieht, weiß ich nicht. Ich würde aber durchaus Schweden, Finnland und Polen dazu zählen, die alle in den letzten Jahrhunderten ihre dicke Portion russischer Angriffe erleiden durfte. Finnland und Polen wurden  zuletzt 1939 von Russland überfallen!

Doch auch sonst ist die Aussage in etwa so aussagekräftig wie, „Angola hat den Westen nie angegriffen.“ Ja, es konnte aber auch gar nicht! Russland war Zeit seiner Geschichte vor allem eine Landmacht, was die Projizierung seiner militärischen Macht auf die unmittelbaren Außengrenzen beschränkte. Die Nachbarn, die mit Russland eine Grenze teilen oder teilten, haben folglich in den letzten Jahrhunderten Krieg auf Krieg mit Russland geführt. Nicht immer durch Russland begonnen, wohl aber sehr oft. Dass Russland beispielsweise Amerika nie angegriffen hat mag stimmen, aber es konnte es auch schlicht nicht. Die Seeherrschaft war stets bei den westlichen Mächten, erst Großbritannien, dann den USA. Russland konnte damit nie konkurrieren und KONNTE den Westen somit gar nicht angreifen. Soll die Ermangelung von Fähigkeiten inzwischen tatsächlich der Entlastung dienen? „Herr Richter. Ja, mein Mandant hat die Frau vergewaltigt. Er hat sie aber nicht erschossen, weil er keine Schusswaffe hatte.

 

Bei Minute 4:17: „Es gibt noch ein Land, das noch nie seine Nachbarn überfallen hat. Eines der aggresivsten Länder das wir überhaupt kennen, der Iran. Der Iran hat noch nie ein Nachbarland überfallen. Die sind immer von ihren Nachbarländern überfallen worden.

Fakt ist: Auch hier heißt es: Ständiges Lügen macht keine Wahrheit. Dies ist natürlich blanker Unsinn, und zwar in epochalem Ausmaß. Nur weil es das Mantra der Amerikahasser ist, wird es noch lange nicht richtig. Nicht nur, dass der Iran inzwischen massiv militärisch in Syrien und dem Irak interveniert, also Truppen in andere Länder schickt, was für Pispers bei den USA ein nennenswertes Verbrechen wäre. In den 70ern intervenierte das Land beispielsweise auch im Oman. Doch lassen wir die Interventionen beiseite.

Am 28 Juli 1826 überquerte eine 35.000 Mann starke persische (damals hieß das Land noch Persien, nicht Iran = Land der Arier) Armee unter der Führung von Abbas Mirza die Landesgrenzen und führte eine Invasion der Kahate Talysh und Karabakh durch. 1837 griff Persien/ der Iran Afghanistan an und belagerte Herat. 1821 griff Persien das Osmanische Reich an.

„Noch nie ein Nachbarland überfallen“ stimmt wohl nicht ganz. Man könnte zahlreiche weitere Kriege aufzählen. Der Iran selbst sieht sich in der Tradition der persischen Reiche der Vergangenheit. Das gäbe mehrere Jahrtausende Militärgeschichte und Kriege, die man nun aufzählen könnte. Dabei ist es keine Ausrede, von „Iran“ und nicht von Persien zu sprechen. Das Land besteht in voller Kontinuität weiter und hat seine Umbenennung 1934 einem Facelifting zu verdanken, das es dem westlichen Kulturkreis näherbringen sollte und eine Anlehnung an das Dritte Reich erleichtern sollte, in dem gerade „Arier“ die Rasse der Stunde waren. Das „Land der Arier“, so die Bedeutung von „Iran“, IST Persien. Die Kontinuität vom Iran zu Persien ist dabei weitaus größer, als es die der Bundesrepublik Deutschland zum Dritten Reich ist. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, von „Deutschland hat in seiner Geschichte nie ein Land überfallen“ zu sprechen und dann zu behaupten, Deutschland existiere ja erst seit 1949 oder 1990. So wie Thailand Siam ist und Siam Thailand, so ist auch der Iran Persien oder Persien der Iran.
Dass es seither eng mit Angriffen geworden ist, kann erneut nur unter Berücksichtigung der Umstände fair beurteilt werden. Der Iran war spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts schlicht zu schwach für weitere militärische Abenteuer. Unter diesen Umständen niemanden anzugreifen ist kein Verdienst, sondern schlichte Logik. Dass Liechtenstein schon eine Weile niemanden mehr überfallen hat, wird dem Land ja wohl auch nicht wirklich ernsthaft als positiv angerechnet.

 

Ekelhafte Faktenverzerrung:

Weiter oben wurde ein Teil seines Auftritts bereits erwähnt, der jedoch eine genauere Kommentierung verdient. Es ist der Teil, in dem Pispers sagt:

Man könnte auch zusammenfassend sagen: Die vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten 40 Jahren nochmal [wohl: „noch mit] jedem Schwein und Verbrecher auf der Welt zusammengearbeitet, solange die wirtschaftlichen Interessen der amerikanischen Großkonzerne gewahr geblieben sind.

Dies ist so dermaßen abscheulich, dass es seinen Geist wahrhaft enttarnt. Ja, die USA haben Diktaturen unterstützt oder zumindest geduldet. Auch wenn sie immer wieder zeigten, dass sie prinzipiell an freiheitlichen Werten und Menschenrechten interessiert waren, waren zumindest einige US-Präsidenten bereit, über diese Dinge hinwegzusehen, wenn die Alternative eine kommunistische Übernahme zu sein schien.

Entscheidend ist hier jedoch, dass diese Politik weitestgehend mit dem Kalten Krieg geendet hat. Auch heute werden noch Länder wie Saudi-Arabien als Partner und Verbündete gesehen, in denen die Menschenrechtslage alarmierend ist. Dies jedoch den USA vorzuhalten ohne zu erwähnen, dass Russland in der Sowjetunion Völkermörder gestützt hat und sich noch heute jedes noch so ekelhafte Regime der russischen Unterstützung sicher sein kann, solange es nur antiwestlich und antiamerikanisch ist, wird beflissentlich ignoriert. Syrien und der Iran sind Käufer russischer Waffen und werden durch Russland mit Vetos im Weltsicherheitsrat geschützt.

Überhaupt: Den USA Interventionen und Kriege vorzuhalten, den USA die Unterstützung von Diktaturen vorzuhalten um damit Russland zu entschuldigen, ist absurd. Ja, die USA machten und machen viel falsch und haben und hatten falsche Freunde. Sie haben sich jedoch nie einen derart abscheulichen Schlächter wie Ramsan Kadyrov als Satrapen im eigenen Land gehalten! Russland fängt mit der Unterstützung von blutrünstigen Diktaturen bereits im Inland an. All das ist Pispers jedoch keine Silbe wert!

Selbsthass ist keine Lösung für islamischen Extremismus

In der Mainpost schreibt der Islamwissenschaftler Dr. Martin Rainer einen längeren Gastbeitrag, bei dem er, unter Verklausulierung, die Aufgabe unserer Meinungsfreiheit fordert.

 

Keine Solidarität für Zeichner

Wenn Dr. Rainer schreibt, die Trauer um verlorenes Leben und der Respekt vor treffender satirischer Kritik erlaube es ihm nicht, sich nach „Je suis Charlie“ mit Charlie Hebdo zu identifizieren. Viel besser würde ihnen stattdessen eine „kritischere, differenzierte Würdigung ihres Werkes“ zur Ehre gereichen. Wie er sich das vorstellt, sagt er im nächsten Absatz: Mit Widerspruch. Statt sich mit einem „Je suis Charlie“ mit dem Blatt, den Toten und seinen Überlebenden zu solidarisieren, ist „Je ne suis pas Charlie“ seine Antwort. Dabei dient das „Ich bin Charlie“ keineswegs einer kritischen künstlerischen Betrachtung der Qualität ihrer Karikaturen, sondern einer Demonstration der Solidarität gegenüber den Ermordeten und gegenüber des Angriffs auf die Meinungsfreiheit.

Letztendlich ist es nichts anders als „Ich bin ein Berliner“ auf die Gegenwart übertragen. So wenig wie damals John F. Kennedy sagen wollte: „Ich bin wirklich ein Berliner, spreche also Euren Dialekt und habe ebenfalls schlechtes Benehmen als >Berliner Schnauze< kultiviert“, so wenig bedeutet „Je suis Charlie“, dass man jede Karikatur des Blattes gut heißt. Es war und ist nichts anderes als eine Solidaritätserklärung mit bedrohten Menschen. Diese will ihnen Dr. Rainer jedoch verweigern.

 

Selbsthass statt Verteidigung der Freiheit

Anschließend erklärt Dr. Rainer, „wir“ hätten Schuld an dem tragischen Attentat, weil wir es versäumt hätten, die „satirische Provokation angemessen zu würdigen, nämlich durch unseren Widerspruch„. Nun, Die Brüder Kouachi haben es angemessen gewürdigt, mit dem Feuer aus ihren Kalaschnikows.

Als die Grenzen der Freiheit überschritten wurden, in dem Moment, als die Würde einer Weltreligion in ihrem heiligen Kern angegriffen wurde, da wäre unser Widerspruch die richtige Antwort gewesen. Aber stattdessen haben wir durch unser Schweigen die Antwort anderen überlassen, denen, die keine andere Sprache haben als die der Gewalt.„, schreibt Dr. Rainer in bester Tradition des westlichen Selbsthasses der Intellektuellen. Es erinnert an die Titelseiten „Wie konnten wir sie soweit treiben?“ nach dem 11. September 2001, als man die Schuld am Massenmord nicht bei den Mördern suchte, sondern bei den Opfern.

Dabei ist diese Betrachtungsweise inhärent rassistisch, nichts anderes. Sie besagt nämlich, dass der arme radikale Muslim am Ende eben nichts anderes kann als Köpfe abzuschneiden und Redaktionsräume im Blut der Redakteure zu tränken. Die Schuld wird vom Täter auf das Opfer transferiert. Warum trug die Frau auch nachts einen Minirock? Sie hat die Vergewaltigung doch provoziert.

 

Islamwissenschaftler blendet islamische Geschichte aus

Absurder wird es noch, wenn Dr. Rainer, den die Mainpost als „Islamexperten“ bezeichnet, schreibt: „Damit haben wir Mitschuld daran, dass in der muslimischen Welt Frustration und Empörung einen Nährboden für Wut und Hass gebildet haben.

Nicht nur, dass die Muslimbrüder, die Keimzelle von fast allem sunnitischen Terrorismus heute, schon 1928 von Hassan al-Banna gegründet wurden, Wut und Hass sind im extremistischen Islam seit jeher fest verwurzelt. Mohammed selbst ließ Fatuna und Qariba, zwei Sklavinnen von Abdullah ibn Sad ibn Abi Sarh, wegen Spottliedern töten. Abu Afak wurde im angeblich biblischen Alter von 120 Jahren auf Befehls Mohammed durch Salem ibn Omayr getötet, weil er Anekdoten und Gedichte über Mohammed verfasst hatte. Mohammed selbst hatte gefragt: „Wer wird für mich mit diesem Schurken fertig?“ Weil Asma bint Marwan den Mordbefehl respektlos kommentierte, wurde auch sie getötet.

Schon Mohammed machte mit Spöttern kurzen Prozess, ungeachtet ihres Geschlechts oder Alters, was nach Sure 33:21 „Wahrlich, im Gesandten Allahs ist für euch ein schönes Vorbild“ nachahmenswert für Muslime ist, die dieser Interpretation des Islams folgen.

Der radikale Islam hat seit seinem Entstehen wenig Erbarmen mit seinen Kritikern und mit den Kritikern seines Propheten gekannt. Dies fehlender Selbstkritik auf unserer Seite und fehlendem Widerspruch gegenüber Karikaturen zuzuschreiben, ist untragbar und erneut ein Beispiel der inhärenten Überzeugung von den Muslimen als „Edlen Wilden“, eine zutiefst rassistische Einstellung.

 

Gott soll man nicht lästern

Dr. Rainer schreibt, wir hätten die abendländische Aufklärung nicht verstanden. „Haben wir unsere abendländische Kultur bereits verloren, dass wir vergessen haben, dass man Gott nicht lästert, und Propheten nicht verunglimpft?“ Dabei ignoriert er, dass gerade durch die Aufklärung eine zunehmende Trennung von Staat und Kirche stattfand, auch wenn sie bei uns nach wie vor nicht vollendet ist.

Seine Aussage ist somit geradezu eine groteske Verkehrung der Aufklärung. Gerade die Aufklärung war es, die Kritik an Göttern und Propheten überhaupt erst ermöglicht hat. Wieso auch sollte ich Gott nicht lästern dürfen? Welchem Gott übrigens? Ich bin ungläubig und glaube daher weder an den dreifaltigen Gott, noch an JHWH, noch an Allah. Auch glaube ich nicht an die tausenden Hindu-Götter – und sollen Indianer nicht Gott in allem sehen? Ist nicht jeder unnötig gefällte Baum letztendlich ein Angriff auf die Religion der amerikanischen Ureinwohner?

Damit zeigt Dr. Rainer nichts anderes als die Forderung, einer potentiell gewalttätigen Religion gegenüber Vorsicht walten zu lassen. Vermutlich während er ein Steak auf dem Teller hat, das aus einer für viele Inder heiligen Kuh gemacht wurde.

Haben wir das demokratische Grundprinzip vergessen, dass die Freiheit des Einzelnen spätestens dort aufhört, wo er die Rechte der anderen verletzt?„, schreibt Dr. Rainer weiter, wobei er beflissentlich ignoriert, dass eine Kritik an Allah und an Mohammed eine Kritik an etwas Unpersönlichem, an einer Überzeugung ist. Keine Kritik und kein Angriff auf Menschen, zumindest nicht, solange diese ihn nicht auf sich beziehen wollen. So wie man selbstverständlich jede deutsche Partei zum Antichristen des politischen Spektrums erklären kann, ohne deswegen gleich die „Rechte der anderen“, sprich ihrer Mitglieder, zu verletzen, so muss auch eine Kritik an Ideologien und Religionen als Fundament der Freiheit verstanden werden.

Nie hat, zumindest wäre es mir nicht bekannt, Charlie Hebdo in Karikaturen oder Texten erklärt, „Die Muslime sind alle…“. Entsprechend ist es eine zutiefst kollektivistische Denkweise, Kritik an einer Ideologie und Religion auf die Individuen zu transferieren. Wird einzelnen unter diesen Individuen gar Verständnis ob begangener Bluttaten zugestanden, und nicht anders ist sein Text zu interpretieren, ist der Gipfel der Selbstverleugnung und Selbstaufgabe unserer Freiheiten erreicht.

 

Eigenwillige Betrachtung der Geschichte

Noch interessanter werden Dr. Rainers Ausführungen jedoch, wenn er den obligatorischen Bezug auf das NS-System herstellt, der auf die absurde Gleichsetzung „Die Muslime sind die Juden von heute“ abzielt.

So schreibt er: „Satirische Provokationen hat es auch unter den Nationalsozialisten gegeben. Karikaturen von Juden bereiteten damals den Pogromen den geistigen Boden. Haben wir daraus nichts gelernt?“ Nun, Herr Dr. Rainer, wir könnten daraus lernen, dass im NS-System unter Vorschieben verschiedener Gründe, satirische Darstellung in weiten Teilen verboten war. Während im NS-System „satirische Provokationen“ (welch herrlicher Euphemismus) gegenüber Juden publiziert wurden, wäre der Versuch Satire über das Dritte Reich, seinen Rassenkrieg und seine Vernichtung menschlichen Lebens mit einem Aufenthalt im KZ, möglicherweise ohne Rückkehr, entlohnt worden. Dazu zielten die genannten antisemitischen Karikaturen der NS-Zeit keineswegs auf radikale Vertreter, die Religion an sich oder Mose ab. Sie richteten sich ausdrücklich pauschal gegen „die Juden“ und dämonisierten diese bar jeden Bezugs zur Realität.

Auch eine Bezugnahme auf das angeblich so tolerante Kalifat von Cordoba darf natürlich nicht fehlen. Dies ignoriert nicht nur, dass alle nicht muslimischen Untertanen dort im Rahmen der Dhimma auch nur euphemistisch als „Bürger zweiter Klasse“ bezeichnet werden können, es ignoriert auch, dass dieser Mythos eines toleranten Zusammenlebens ein Produkt antiklerikaler Propaganda der Aufklärung ist und beispielsweise der Orientalist Bernard Lewis schrieb, dass der „Mythos spanisch-islamischer Toleranz besonders von jüdischen Gelehrten gefördert wurde, denen er als Stock diente, um ihre christlichen Nachbarn zu schlagen„.

Dass die islamischen Bewohner des Kalifats immer wieder Raubzüge ins christliche Hinterland führten und ganz Südfrankreich terrorisierten, wird genauso ausgeblendet, wie die Verwüstung von Zamora 981, von wo 4.000 christliche Gefangene als Sklaven ins Kalifat gebracht wurden oder die Zerstörung von Barcelona 985, der alle Bewohner durch Mord oder Versklavung zum Opfer fielen. Der dafür verantwortliche Abu Aamir Muhammad ibn Abdullah ibn Abi Aamir, al-Hajib al-Mansur war nicht nur für 50 Feldzüge gegen Christen während seiner Herrschaft bekannt, sondern auch dafür, alle philosophischen Bücher zu verbrennen, derer er habhaft wurde. Er machte 997 auch Santiago de Compostela dem Erdboden gleich und zeigte seine Toleranz gegenüber der christlichen Pilgerstadt, indem er die christlichen Überlebenden in die Sklaverei führte und zwang, die Glocken von Compostala tausende Kilometer weit nach Cordoba zu tragen, wo sie in Lampen für die Moschee umgescholzen wurden.

Die Historikerin Bat Ye’or weißt darauf hin, dass die Maßlosigkeit, die Regelmäßigkeit und der systematische Charakter der Verwüstungen die der griechischen, slawischen und lateinischen Heeren der Zeit weit übertraf.

Dass in al-Andaluz im Rahmen der Dhimma Toleranz herrschte, ist eine blanke Ignoranz der Fakten. Weil die islamischen Eroberer die einheimischen Verwaltungskräfte und Fachleute brauchten und die Dhimma zudem eine hervorragende Art der Beschaffung von Reichtum für die Eroberer (Stichwort Dschizya und Kharaj) war, wurden die „Buchgläubigen“ geschützt, aber nicht aus einem Wunsch tolerant zu sein. Das gleiche Prinzip wendet heute übrigens der „Islamische Staat“ an, der sogar die Jeziden unangetastet lässt, die in Erdölraffinerien unabkömmliche Aufgaben erfüllen.

Die nach Bernard Lewis herrschende „rituelle Demütigung“ der nichtmuslimischen Bewohner der iberischen Halbinsel zeigte sich auch in dem Rechtsgutachten von Ibn Abdun, dem Vertreter der in al-Andaluz vorherrschenden maliktischen Rechtsschule, das 1100 verfasst wurde.

«Ein Muslim darf einen Juden nicht massieren, auch nicht einen Christen. Er darf nicht ihren Abfall beseitigen und nicht ihre Latrine reinigen; es ist angemessener, dass Juden und Christen dieses Gewerbe ausüben, denn es ist das Gewerbe der am meisten Verachteten» (Nr. 153).

«Man darf nicht zulassen, dass ein Steuereintreiber, Polizist, Jude oder Christ, sich wie ein Notabler, ein Jurist oder ein Reicher kleidet, sondern man muss sie hassen, den Verkehr mit ihnen meiden und darf sie nicht mit ‹Der Friede sei mit dir› grüssen, denn ‹der Satan hat von ihnen Besitz ergriffen und sie das Gedenken Allahs vergessen lassen. Sie gehören zur Partei des Satans. Wahrlich, die zur Partei Satans gehören, werden ja (letzten Endes) den Schaden haben› (Sure 58:19). Sie müssen ein Abzeichen tragen, an dem man sie erkennt, das ihnen zur Schande gereicht» (Nr. 169).

«Man darf dem Juden und auch dem Christen kein wissenschaftliches Buch verkaufen, es sei denn, der Verfasser bekenne sich zu ihrer Religion, denn sie übersetzen wissenschaftliche Bücher und schreiben sie ihren Anhängern und Bischöfen zu, während ihre Verfasser Bischöfe sind» (Nr. 206).

Phasen tatsächlicher Toleranz mit einer Aufweichung der harten Regeln gegenüber den Dhimmis wechselten sich jedoch mit Phasen blutiger Unterdrückung ab, die beispielsweise 1066 zum Massaker von Granada führten, bei dem 4.000 Juden erschlagen wurden.

 

Forderung der Aufgabe der Freiheit

Dr. Rainer führt seine Ausführungen fort, indem er schreibt: „Eine multiethnische Demokratie von der Größe Europas kann nur mit klaren Regeln funktionieren; Regeln die auch der individuellen Freiheit dort Grenzen setzen, wo das allgemeine Interesse eines friedlichen Zusammenlebens gefährdet wird. Die Freude an der provokativen Überschreitung aller Grenzen, ohne Rücksicht auf Verluste, das ist ein 68er-Relikt aus dem letzten Jahrhundert, das sich unsere moderne Gesellschaft nicht mehr leisten kann.

Damit fordert er nichts anderes als die Aufgabe der Freiheit. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit definieren sich nämlich nicht dadurch, sich verschiedene Varianten einer Aussage aussuchen zu dürfen. Ob man nun sagen oder schreiben darf: „Der Diktator ist gut“, „Der Diktator ist großartig“ oder „Der Diktator ist wunderbar“ ist keine Meinungs- und Pressefreiheit mehr. Die herrscht nur, wenn man auch „Der Diktator gehört aufs Schafott“ schreiben darf.

Meinungsfreiheit herrscht konsequenterweise nicht, wenn man 90% sagen darf. Auch nicht, wenn man 95 oder 99% sagen darf, sondern ausschließlich, wenn man 100% sagen darf.

 

Die Forderung nach Beschränkung ist das Einknicken vor der Gewalt

Die ausgedrückte Forderung die eigenen Aussagen zu beschränken ist somit nichts anderes, als die Aufgabe der Meinungsfreiheit. Dies ist umso dramatischer, als sie selbstverständlich vor allem selektiv zu erfolgen hat. Auch wenn Dr. Rainer das Christentum und das Judentum mit einbezieht, so gibt es natürlich noch unzählige andere Ideologien und Religionen, die ihren Anhängern wichtig sind. Diese zeichnen sich zumeist jedoch dadurch aus, dass eine Fundamentalkritik an ihnen nicht in einem Blutbad enden kann.

Dr. Rainer bestätigt dies sogar expressis verbis: „Eine multiethnische Demokratie von der Größe Europas kann nur mit klaren Regeln funktionieren; Regeln die auch der individuellen Freiheit dort Grenzen setzen, wo das allgemeine Interesse eines friedlichen Zusammenlebens gefährdet wird.

Köpfe werden aktuell aber nur von Vertretern einer Religion abgeschnitten, was das „friedliche Zusammenleben“ ein klein wenig einschränkt. Die Reaktion darauf sollte nicht ein Hinterfragen sein, also ein „Warum leitet Ihr aus Eurer Religion das Recht ab, Köpfe abzuschneiden“, sondern eine Verkehrung von Ursache und Wirkung, indem er „Nicht mehr mit Meinungsfreiheit provozieren, dann schneiden sie keine Köpfe mehr ab.“ sagt.

Dabei ist dies nicht nur ein Selbstmord aus der Angst vor dem Tod, es ist zugleich ein Verrat an all den moderaten Muslimen, die nun hören, dass Kritik an der radikalen Auslegung des Islams verboten gehöre. Es öffnet dazu weiteren Forderungen von Extremisten Tür und Tor. Wieso sollten sie auch mit ihren Forderungen aufhören, wenn wir so bereitwillig einknicken, wie es sich Dr. Rainer wünscht?

 

Individualismus und Kollektivismus

Die Karikaturen von Charlie Hebdo sind niemals ein Angriff auf die Muslime, als Menschen und Individuen, gewesen, sondern ausschließlich auf den Islam und auf extremistische Vertreter von ihm. Dies muss eine freie Gesellschaft aushalten, sonst ist sie nicht mehr frei.

Statt in kollektivistischer Manier dazu überzugehen, die Kritik an einer Überzeugung allen Individuen zuzuschreiben, ob diese es sich nun ausgesucht haben, der Überzeugung anzuhängen oder nicht, sollten die Freiheit mit Überzeugung umarmt werden. Wenn überhaupt Grenzen gezogen werden müssen, dann ausschließlich dort, wo man Personen angreift.

Wer also „der Islam ist…“ schreibt, muss um jeden Preis in seiner Meinungsäußerung geschützt werden, egal wie weit er geht. Grenzen dürfen erst dort gezogen werden, wo er „Die Muslime sind…“ schreibt.

Das Charlie Hebdo Attentat und Huffington Post

Voraussichtlich am 10. April erscheint meine Medienkritik über die Huffington Post Deutschland.

Das Charlie Hebdo Attentat und Huffington Post. Eine Whitewashing-Analyse: Wie die Redaktion der Huffington Post Deutschland alles versuchte, die Hintergründe eines Attentats zu verharmlosen

Dabei analysiere ich, wie in der Huffington Post durch die angestellten Redakteure alles getan wurde, um die Hintergründe des Attentats zu verharmlosen und wie mittels Relativierungen und insinuierter Äquidistanz die Zusammenhänge mit dem Islamismus geleugnet wurden.

Hier bestellen:

Buchrezension zu „Gott Bewahre“ von John Niven

John Niven ist Bestsellerautor. Einer der ganz erfolgreichen und ganz großen. Entsprechend gespannt war ich auf das Buch, von dem ein sehr geschätzter Bekannter meinte: „Das ist lustig.“ Nach Lachen war mir allerdings sehr schnell nicht mehr zumute.

 

Logikfehler über Logikfehler

Im Himmel vergeht die Zeit langsamer. Ein Tag dort entspricht 56 Jahren auf der Erde. So erklärt Niven, dass Gott eine Woche Angeln war und sich die Welt seither aus der Renaissance bis 2011 entwickelt hat. Dumm nur, dass Jesus mit Jimi Hendrix befreundet ist, mit dem er öfter eine Jam-Session abhält und Gras raucht. Wie soll das gehen, wenn der erst wenige Stunden da ist?

Nachdem die Welt sich richtig mies entwickelt hat, entscheidet Gott sich nach seiner Rückkehr dazu, seinen Sohn Jesus erneut auf die Erde zu schicken. Er teilt es ihm am nächsten morgen mit, doch überraschenderweise kommt der Junge keineswegs im Jahr 2067 auf der Erde an, sondern in der Gegenwart. Wie geht das?

Kindersprache mit Fäkalien beschmiert

Nivens Buch zeichnet sich durch vieles aus, das ich persönlich nicht gerade als Prädikat sehen würde. Über seine politischen Ansichten kann ich noch ein Stück hinweg sehen. Dass er Guantanamo in einem Satz mit Auschwitz nennt, obwohl dort kein einziger Mensch ermordet wurde, geschenkt. Dass er Guantanamo im Satz noch vor Kambodscha nennt, das ist eben künstlerische Freiheit. Was mich aber unheimlich nervt ist, dass seine Sätze sich anhören, als ob ein Zwölfjähriger sie formuliert hat. Vielleicht ist das schlicht das Geheimnis seines Erfolgs, immerhin gibt es weit mehr Menschen die einen Text für Zwölfjährige verstehen, als solche die einen mit aufwendigen Formulierungen gespickten und mit Fremdwörtern angereicherten Text verarbeiten können. Für mich persönlich ist es allerdings, wie auch schon „Illuminati“ des geradezu pervers erfolgreichen Dan Brown, eine intellektuelle Beleidigung.

In dem von mir geschriebenen verwende ich durchaus auch einmal einen Fäkalausdruck. Im Schützengraben und unter Beschuss unterhält man sich eher selten so, wie man es beim Sonntagsfrühstück tun würde. Charaktere aus der Gosse oder voller Empotionen nutzen mitunter genauso Kraftausdrücke wie jemand der bewusst provozieren will. Niven hingegen scheint eine geheime Wette gehabt zu haben, wie oft er in einem Buch „Fuck“ und Konsorten unterbringen kann, während es noch abgedruckt wird. Das zumindest lässt sich anhand der Häufigkeit von Fäkalausdrücken in der deutschen Übersetzung erahnen.

Natürlich muss eine solche Geschichte dann auch durch Genitalhumor angereichert werden. Der Gründer des KKK wird durch Schwarze mit riesigen Penissen vergewaltigt, die von Satan nach der Größe ihres Gemächts befragt werden. Gott fragt einen Angestellten im himmlischen Büro wie es steht, woraufhin dieser zwischen seine Beine greift und „alles steif“ oder etwas Ähnliches sagt.

 

Das wird zu einem Bestseller weltweit?

Ich vermute, mir wird die typisch deutsche Arroganz des „Bildungsbürgertums“inne. Vielleicht ist es so zu verstehen, dass ich angesichts solcher Zeilen angewidert bin. Intellektuell, sprachlich, stilistisch… Aber wie zum Teufel kann ein Buch mit solch einer Qualität ein Bestseller weltweit werden?

Ausschnitt aus John Niven: Gott Bewahre.
Ausschnitt aus John Niven: Gott Bewahre.

Ich will gar nicht behaupten, dass ich solch eine Story schreiben könnte. Würde ich es können und wie Dan Brown mit zwei Büchern 300 Millionen Dollar verdienen können, würde ich es wohl doch ziemlich sicher machen. Dennoch möchte ich aber sagen: Selbst wenn ich es könnte, würde ich gar nicht so schreiben wollen!

 

Schwerer Anfang mit erträglichem Ende

Die bisherige Kritik konzentriert sich auf den ersten Teil, wenn das Buch im Himmel spielt. Im zweiten Teil wechselt die Geschichte zu dem 31 jährigen Jesus, der in New York City lebt. Ab diesem Zeitpunkt gewinnt die Geschichte auch für mich an Geschwindigkeit, sodass ich durchaus zufrieden bin, durchgehalten zu haben. Ab jetzt wird das sprachliche Niveau zwar auch nicht höher, die Geschichte ist jedoch zunehmend spannend und auch lustig. So ist es wohl kein Zufall, dass ich den Rest des Buches in weniger als zwei Tagen durchgelesen hatte.

 

Lockere Geschichte ohne großen Anspruch, die eine politische Mission hat

Im Ganzen kann ich nun durchaus verstehen, wieso das Buch ein Bestseller geworden ist. Das Buch hat eine vernünftige Geschichte, winzige Kapitel konzentrieren sich wunderbar auf das Prinzip des Konflikts und kommen meist in zwei bis drei Seiten auf den Punkt. Das Ganze ist in einfacher Sprache geschrieben, sodass das Buch wirklich durch jeden gelesen werden kann. Es ist etwas Neues und etwas Lustiges, was ein großes Publikum nicht zuletzt durch die geringe sprachliche Zugangsbeschränkung erreichen kann.

Mich persönlich, aber das ist eben persönlich, hat neben der einfachen Sprache auch die offensichtliche politische Mission von Niven gestört. Offensichtlich hält er die US-Republikaner für die Ausgeburt der Hölle, sodass er massiv gegen sie schießt, woimmer er kann. In diesem Licht wirkt der erste Teil des Buches, der im Himmel spielt, auch mehr wie eine wirklich große Provokation gegenüber konservativen Christen. Ein in Worte gefasster ausgestreckter Mittelfinger, sozusagen. Dies stört aber nicht jeden. Genauso, wie die Sprache nicht jeden stört, schließlich mag auch nicht jeder Shakespeare oder Opern, wie ich.

Wer also nichts gegen einfache Sprache, gegen Fäkal- und Genitalhumor und nichts gegen Bashing der US-Republikaner hat, der wird in „Gott Bewahre“ ein flüssig zu lesendes kurzweiliges Buch finden.

 

Fazit: Eingeschränkt empfehlenswert

Buchrezension zu „Worm: Der erste digitale Weltkrieg“ das Buch zu „Conficker“ von Mark Bowden

Im Jahr 2015 will ich endlich mal meinen großen Haufen an nicht gelesenen Büchern abarbeiten, wobei ich dem Stapel auch einige Sachbücher und Klassiker hinzugefügt habe. Teil der Leseliste für 2015 ist auch „Worm: Der erste digitale Weltkrieg“ von Mark Bowden. Er behandelt den Kampf von Sicherheitsexperten gegen den Wurm Conficker.

 

Spannend und informativ

Das Buch ist kein Roman, sondern eigentlich nur einer Erzählung der Geschichte des Kampfes einer ganzen Reihe von Experten gegen einen Wurm, dessen Urheber bis heute nicht identifiziert wurde. Auf einem Sicherheitsleck bei Windows aufbauend schufen wohl mehrere absolute Experten einen Wurm, der in seiner Finesse und in seinen Fähigkeiten überragend war – und ist. Zwei Updates des Wurms erschienen binnen weniger Monate und gehen noch heute um!

Auch wenn das Buch nicht als Roman geschrieben ist, liest es sich doch ähnlich fesselnd. Auch ohne selbst wirkliche Kenntnisse über Computersicherheit zu haben, kann der Leser der Handlung und den Ereignissen folgen, was Bowdens Fähigkeiten zu erzählen geschuldet sein dürfte. Dabei wird nicht nur der monatelange Kampf gegen einen Wurm mit unglaublichem Zerstörungspotential erzählt, gleichzeitig lernt der Leser auch eine Menge über die Verletzlichkeit des eigenen Rechners und die Verletzlichkeit der heutigen Infrastruktur.

Wer hätte beispielsweise geahnt, dass 2009 tatsächlich jemand (er wurde wohl nie gefasst!) hunderte USB-Sticks auf dem Parkplatz des Pentagon verstreute und sich ein dummer Mitarbeiter fand, der einen der USB-Sticks aufsammelte und im Pentagon in einen Computer steckte? Der Speicherstick erhielt übrigens einen Wurm, der daraufhin das geschlossene Netzwerk des Pentagons infizierte.

Von uns weitgehend unbemerkt findet bereits ein weltweiter Konflikt statt, der nur selten solche Wellen schlägt wie der Hacking-Angriff von Nordkorea auf Sony. Und das beeindruckende ist: Conficker ist noch heute aktiv, wenngleich die Zahl der von ihm infizierten Rechner inzwischen auf nur noch 6 Millionen aktive Computer zurückgegangen ist. Das ist aber immer noch genug um mit einer DDoS-Attacke dramatischen Schaden anzurichten.

Fazit: Lesenswert!

Sony hat die Zukunft des Kinos erfunden

Vielleicht, oder eher ziemlich sicher, wird Weihnachten 2014 in die Geschichte der Unterhaltungsindustrie eingehen, mit dem Film „The Interview“. Nicht nur, weil eine Diktatur versucht hat die Veröffentlichung des Films zu verhindern und dazu auch vor Cyberangriffen, laut Definition „kriegerische Akte“, nicht zurückschreckte. Nicht nur, weil es damit Erfolg zu haben schien und die ganze Welt über einen Film sprach den kaum jemand gesehen hatte, was für sich natürlich sofort Verschwörungstheorien befeuerte. Sondern, weil Sony damit eher versehentlich die Zukunft des Kinos erfunden haben könnte.

 

Ein Film über die Ermordung eines Diktators führt zum Cyberkrieg

The Interview ist eine Komödie über zwei zweitklassige Journalisten, die mit Hilfe einer Boulevard-Fernsehsendung nach Nordkorea reisen. Die CIA kontaktiert beide und bittet darum, dass sie den Diktator des Landes, Kim Jong-Un, töten. Sie nehmen an. Wie zu erwarten entwickelt sich das Ganze weitaus anders als geplant. Soviel zur groben Handlung, die für sich genommen keinen außergewöhnlichen Film geschaffen hat. Der Film selbst ist unterhaltsam, aber sicher kein Meisterwerk. Man würde ohne das Drumherum vermutlich schon bald nicht mehr über ihn sprechen. Das hat sich jedoch geändert, als Hacker die Sony-Computer gehackt haben und Interna veröffentlicht haben.

Der Schaden bei Sony selbst dürfte wohl beschränkt sein. Es wurden unschöne Interna bekannt, gleichzeitig erhielt der Konzern jedoch eine weltweite Berichterstattung, ohne dafür bezahlen zu müssen. Inzwischen reagierten wohl die USA ihrerseits mit einer Cyberattacke und schalteten das Nordkoreanische Internet über viele Stunden de facto ab.

 

Die Revolution liegt in der Veröffentlichung

Die wirkliche Revolution liegt jedoch in der Veröffentlichung des Films. Nachdem die Premieren in den Kinos zunächst abgesagt wurden und manch einer vermutete, der Film könnte vielleicht nie veröffentlicht werden, entschied sich Sony kurzfristig, den Film über Streaming-Portale wie Google Play zu verkaufen und zu verleihen.

Entscheidend hierbei ist, dass der Film in ganzer Länge und in bester 1080p Qualität vom Hersteller selbst einen Tag vor der Premiere in Kinos selbst veröffentlicht wurde. Das ist für einen der großen Spieler nichts anderes als eine ausgemachte Revolution. Eine Revolution, welche die ganze Kinowelt umkrempeln könnte.

Natürlich hat es wohl keine zwei Stunden gedauert, bis der Film auch „gratis“ auf illegalen Downloadportalen auftauchte, doch dank der Gratis-Werbung in praktisch allen Medien dürfte der Verkauf und Verleih des Films wohl bestens funktionieren. Fehlende Zwischenhändler wie auch fehlende Kopier- und Logistikkosten lassen die „Herstellungskosten“ je Kopie in den Keller sacken, was die Marge für Sony auch trotz Raubkopien lukrativ machen könnte. Sieht man sich an, was der Konzern auf dem Weg zum Kunden nun an Kosten spart, bleibt ein gewaltiger Batzen Geld bei Sony liegen. Geld, welches der Konzern sonst nie gesehen hätte.

Sony ermöglicht die Filmpremiere im Heimkino noch vor der im richtigen Kino! Screenshot Google Play.
Sony ermöglicht die Filmpremiere im Heimkino noch vor der im richtigen Kino! Screenshot Google Play.

 

Ist das Heimkino das neue Kino?

Noch ist es viel zu früh, um ein Fazit zu ziehen. Wenn man aber davon ausgeht, dass Sony nicht völlig schwerfällig ist, sondern seine Finanzabteilung die Ergebnisse dieser Veröffentlichung genau im Auge behält, könnte sich eine direkte Veröffentlichung von großen Hollywoodfilmen direkt auf Streaminganbietern zur Zukunft des Kinos entwickeln.

Persönlich gehe ich praktisch nicht mehr ins Kino, da man für zwei Personen bei einem Film mit Überlänge und in 3D (häufig ist das keine Wahl, sondern die einzige Option) inzwischen mehr für die beiden Karten bezahlt (12 Euro und mehr pro Stück), als die Blue-Ray des Films ein paar Monate später im Laden kostet. Warum also sollte ich mehr Geld dafür ausgeben, einen Film einmal zu sehen, wenn ich alternativ eine Kopie bekomme, die ich bei Nichtgefallen weiterverkaufen kann?

Indem Sony nun direkt ermöglicht den Film zu kaufen, fällt diese Hürde weg. Dazu kommt, dass heute Kinos zwar noch mit einer großen Leinwand punkten können, ansonsten die Technik in nicht wenigen Wohnungen kaum noch auf einem schlechteren Stand ist. Dazu kann man in Wohnungen den Film pausieren, während man das Bad aufsucht, kann eigene Getränke zu einem Bruchteil der Kosten konsumieren und bei Bedarf auch im „Kino“ rauchen. Dazu kommt, dass hinter einem sitzende Kinder die die ganze Zeit reden und mit ihren Füßen auf die Rückenlehne stampfen schlicht nicht vorkommen können.

Kurzum: Alles zusammengefasst, haben nicht wenige Filmfreunde das bessere Kino zu Hause. Indem Sony nun ermöglicht einen aktuellen Film auch dort zu sehen, könnte eine neue Ära für Kinofilme anbrechen. Sony macht mehr Gewinn. Der Film ist billiger, da das Leihen des Films billiger ist als nur eine Kinokarte, geschweige denn, wenn man die Kosten auf mehrere Freunde umlegt. Zu Hause braucht man nicht anzustehen und schlechte Manieren anderer Kinobesucher zu ertragen, während man genau die Snacks bekommt die man will, zu einem Bruchteil der Kosten. Somit gewinnen mit dieser Variante sowohl Sony, als auch der Filmfreund.

Setzt sich diese Variante um, weil Sony von ihr profitiert (und das sollte der Konzern eigentlich), dann könnte die Kinolandschaft schon sehr bald sehr anders aussehen. Vielleicht hat gestern die Revolution für Kinofilme begonnen. Wir werden es sehen.

Gesinnungstests unter Freunden mit dem Stern

Das Magazin Der Stern gibt auf seiner Homepage eine Anleitung, wie man seine Freundesliste auf Facebook von Pegida-Anhängern säubert.

Pegida geht Ihnen auf die Nerven? Und sie wollen keine Freunde, denen Pegida gefällt? Mithilfe eines Links können Sie nun sehen, ob einer Ihrer Freunde bei Facebook mit der Bewegung sympathisiert.

 

"Ingsoc" Die Partei aus "1984" von George Orwell.
„Ingsoc“ Die Partei aus „1984“ von George Orwell.

 

Ein Freund und politischer Feind

Zu meiner Schulzeit am Ende des letzten Jahrtausend hatte ich einen guten Freund. Wir haben uns oft gesehen und jahrelang zusammen Computer gespielt. Fast jedes Wochenende wurden die PCs in Autos gepackt und in seinen Keller gebracht, wo wir beide und zwei weitere Freunde Platz hatten, um unzählige Partien Counterstrike zu spielen. Was sich nach einer stinknormalen Jugend eines heute etwa 30jährigen anhörte, hatte eine besondere Komponente.

Mein Freund war Kommunist. Nicht nur irgend etwas halbgares, sondern 110 % Kommunist. Ich war 110% Antikommunist, schon damals. Doch während wir beiden Teenager gelegentlich mal eine kleinere Diskussion um Politik hatten, die vermutlich auch vehement geführt worden sein dürfte (ich erinnere mich nicht mehr), stand unsere Freundschaft nie zur Debatte. Wir beide wussten, dass es schlicht irrelevant war, was der andere politisch dachte. Wir waren Freunde, wollten zusammen Bier trinken und Computer spielen und vielleicht auch mal an unseren Mopeds herumschrauben. Warum also hätten wir uns unsere Freundschaft wegen gegenteiliger politischer Ansichten stören lassen?

 

Mit Gesinnungstests für eine eindimensionale Welt

Der Stern verweist auf einen Blogartikel, der erklärt wie man mittels Graph Search bei Facebook nach Freunden sucht, die bestimmte Seiten mögen. Neben einem fertigen Link für Freunde die die Pegida-Seite geliked haben, werden gleich auch noch Links für die NPD und die AfD angeboten. Dies soll einem helfen, Freunde mit der falschen Gesinnung einfacher zu finden und sie so aus der eigenen Freundesliste zu entfernen.

Schon in meinem letzten Blogartikel habe ich Norbert Bolz zitiert, der eine in Deutschland unbekannte Selbstverständlich genannt hat. Zur Meinungsfreiheit gehört es nicht nur, dass Andere ihre Meinung sagen dürfen ohne hinter Gittern zu landen. Es gehört auch dazu, dass man Respekt vor ihrer Meinung zeigt.

Ein Freundeskreis entwickelt sich normalerweise selbständig. Man wird mit den meisten Freunden Gemeinsamkeiten teilen und ein politischer Mensch wie ich dürfte vor allem auf Facebook „Freunde“ haben, die wie er selbst ticken. Dennoch habe ich nie einen Gesinnungstest gemacht um herauszufinden, wie jemand tickt, da es schlicht die Privatsache der Personen ist. Wenn ich mit jemandem Rennradfahren gebe, dann wird doch das Rennradfahren nicht schlecht, nur weil er die „falsche“ Partei wählt.

Selbstverständlich habe ich auch Leute entfreundet, auch wegen politischer Sachen. Dies aber normalerweise nur, weil sie entweder schlicht dumm waren, kein Benehmen hatten oder aber langweilig waren. Viele andere hingegen habe ich stumm gestellt, weil ich zwar nichts von ihnen hören will (aus politischen oder anderen Gründen), aber eben die Freundschaft nicht beenden möchte.

Damit mir jedoch etwas davon auffällt, mussten sie sich offen zu politischen Themen äußern. Welche Seiten sie geliked haben, ist schlicht irrelevant für mich.  Würde ich nach dem Vorbild des Stern vorgehen, würde ich in einer schrecklich eindimensionalen Welt leben.

 

Nur Konfrontation bringt Fortschritt

Wenn ich an meine eigene Vergangenheit zurückdenke, so habe ich einige Dinge geglaubt und auch vertreten, die schlicht Unsinn waren. Während ich einen Teil durch mein Studium und damit durch Bildung ablegen konnte, wurden die anderen Überzeugungen zum Wanken gebracht, indem man mich konfrontiert hat.

Tage- und nächtelang habe ich beispielsweise Diskussionen um Israel geführt, weil von mir respektierte Freunde sich die Zeit genommen haben, den anders denkenden, mich, damit zu konfrontieren und mit ihm zu diskutieren, statt schlicht den Kontakt abzubrechen. Mich persönlich hat das enorm bereichert und mir dabei geholfen, viele Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und vieles Gewohnte und kritiklos Gelernte einer Überprüfung zu unterziehen.

Dass im „Land der Dichter und Denker“ inzwischen ein Geist herrscht, der die intellektuelle Isolation für einen angestrebten Zustand erachtet, ist erschütternd. Wie, wenn nicht durch Reibung, kann man seine Ansichten spitz feilen und damit präzisieren?

Wie soll man kritisches Denken je lernen, wenn man sich nicht mehr mit fremden Ansichten auseinandersetzt? Wie soll man sich geistig weiterentwickeln?

 

Beim Stern hält man all das offensichtlich für falsch. Dort hält man eine konfrontationslose Welt für einen erstrebenswerten Zustand. Wie bedauerlich.

Die einfache Lösung für die Frauenquote

Seitdem ich mich für einen Job bewerbe, habe ich Frauen zu hassen gelernt.

meinte vor zwei oder drei Jahren ein Freund zu mir. Bei jeder Bewerbung musste er lesen: „Aus Gründen der Gleichstellung werden bei gleicher Qualifikation Frauen bevorzugt eingestellt.“ D.h. aus Gründen der Gleichstellung wird unterschiedlich behandelt und diskriminiert. Ihm selbst war mehrfach gesagt worden, dass man ihn gerne genommen hätte, er aber ein Mann sei. Nun ist es also soweit und die organisierte Diskriminierung von Männern wird gesetzliche verordnet, indem die Frauenquote kommt.

Zwar lässt sie die Fakten außer acht, nämlich dass es unzählige kompetente Männer mangels Stellen ebenfalls nie in Führungsposten schaffen. Zwar ignoriert sie Fakten, wie dass Frauen sehr oft weder die nötige Aggressivität zeigen, die für Beförderungen (und das Fordern danach) erforderlich ist, noch den Durchhaltewillen beweisen (beides mangels Testosteron) oder dass Frauen oftmals wegen Kindern Jahre ausfallen und daher weniger Berufserfahrung als gleich alte Männer haben. Auch ignoriert die Quote, dass sie damit alle Frauen beleidigt, weil sie ihnen sagt: „Ihr armen Würstchen bekommt es ohne Hilfe von Papa Staat nicht alleine hin!“ und jede von sich aus erfolgreiche Frau ohne Unterschied zur „Quotenfrau“ erklärt oder zumindest unter diesen Verdacht stellt. Doch Schwamm drüber. Wenn es kommt, muss man einen Umgang damit finden.

 

Das Geschlecht ist ein soziales Konstrukt.

Wie wir von den Gender“wissenschaften“ wissen, ist das Geschlecht ein rein soziales Konstrukt. Dass ich ein Mann bin hat nicht etwa damit zu tun, dass ein Penis zwischen meinen Beinen hängt, sondern es ist die Folge meiner Sozialisierung. Weil ich von meinen Eltern Cowboy & Indianer Playmobil geschenkt bekam bin ich heute ein Mann. Hätte man mir Barbies geschenkt, wäre ich eine Frau. (Dumm nur, dass ich mindestens einmal mit meiner großen Schwester mit den Barbiepuppen gespielt habe, so als Achtjähriger. Aber egal.)

Diese Wahl des eigenen Geschlechts bedeutet aber nicht nur, dass ich ein Mannmann sein kann. Sie bedeutet auch, dass man sich nach dieser neuen „Wissenschaft“ über die Gender selbstverständlich zur Frau erklären kann.

 

Daher lässt sich die Frauenquote von beiden Seiten wunderbar umgehen:

1. Der Arbeitgeber schreibt die Stellen wie gewohnt aus. Findet er einen Mann, den er einstellen möchte, wäre aber vom Staat gezwungen eine Frau einzustellen, hat sich der Eingestellte, pardon: „Die Eingestellte“ zur Frau zu erklären und die Quote ist erfüllt.

2. Bewirbt sich ein Mann um eine Führungsposition, sollte er in seinem Bewerbungsschreiben künftig einfach die Kategorie „Geschlecht“ hinzufügen. In dieser Art: „Geschlecht: männlich / oder weiblich, wenn Quote erfüllt werden muss.“

Fight fire with fire!

 

Noch eine Frage als Nachtrag: Was ist denn bitte mit der trans- cis- wasauchimmer-Quote? Was ist mit dem „Dritten Geschlecht“? Warum werden all diese Menschen diskriminiert, indem sich die Große Koalition auf das binäre Geschlechterbild (O-Ton Genderunwissenschaft) festlegt? Da besteht eindeutig Nachholbedarf!

Ich bin ein Mannmann!

In der Debatte um Proffssx“ Lann Hornscheidt kochen die Emotionen hoch. Viele Menschen sehen das als Zirkus an, andere machen sich darüber lustig und wieder andere sind empört. Es sei ja intolerant, wenn man Lann Hornscheidt nicht so bezeichne, wie sie (ich nutze hier diese Form, weil ich nicht weiß was ich sonst benutzen sollte und „es“ abwertend scheint) sich sieht. Eine Petition zu ihrer Absetzung existiert ebenfalls schon, da sie die Wissenschaft lächerlich mache.

 

Toleranz ist wichtig

Wenn Lann Hornscheidt, als Frau geboren, sich tatsächlich keinem Geschlecht zuordnen kann, dann kann man sich insgeheim darüber amüsieren. Sofern sie sich tatsächlich keinem Geschlecht zuordnen kann und dies nicht nur macht um die kruden Genderthesen voranzutreiben, dann muss es selbstverständlich respektiert werden.

In meinem entfernten Bekanntenkreis war einmal ein Mann, der sich zur Frau umoperieren lassen wollte. Die Tatsache, dass damit sein Penis aufgespalten und in eine Vagina verwandelt werden würde, schien vielleicht Angst zu verursachen, ihn aber nicht völlig abzuschrecken. Wenn aber ein Mann seinen Penis opfern möchte, dann ist es sicher kein Spleen mehr, sondern eine ernste Angelegenheit. Eine Angelegenheit, die höflichen Umgang verlangt.

 

Das Problem ist der staatliche finanzierte Sendungsanspruch

Das Problem mit Lann Hornscheidt ist, dass Sie die kruden Genderthesen, die beispielsweise im norwegischen Fernsehen mit Harald Eia völlig demontiert wurden, qua Amt als Professor (generisches Maskulinum) mit Autorität verbreitet. Wenn an ersten Universitäten bereits Punktabzug erfolgt, wenn man in den Texten nicht das „Binnen-I“ benutzt, also von „KriegerInnen“ schreibt, dann ist etwas im Argen.

Die Häufigkeit von Intersexualität ist mit einem Fall auf 5.000 Menschen überraschend hoch. Es bedeutet doch, dass immerhin 16.000 Menschen in Deutschland intersexuell wären. Ob man es nun wie die WHO als Krankheit ansieht oder nicht, diese Menschen verdienen es, dass man sie nicht marginalisiert und als Zirkusmonster versteht. Etwas irritierend ist aber dennoch, dass es  215 Professuren für Gender-Studies gibt, bei 16.000 Intersexuellen. Das ist eine Professur für 75 Menschen.

Nur zum Vergleich: auf 60.000 Sorben in Deutschland kommt eine Professur für Sorbistik in Bautzen und eine Professur in Leipzig. Das scheint es gewesen zu sein. Bei gleicher Quote hätten die Sorben einen Anspruch auf 800 Professuren.

 

Ich bin ein Mannmann

Wie wir aus den Genderstudies gelernt haben, ist das Geschlecht allein ein soziales Konstrukt. Es ist nicht biologisch festgelegt. Weder durch die Gene, noch durch eventuell vorhandene oder fehlende Körperteile in der Lendengegend.

Meine Sozialisierung hat dazu geführt, dass ich 200% Mann geworden bin. Daher bitte ich künftig darum, in allen Kontaktaufnahmen mir gegenüber nicht „Sehr geehrter Herr Heinrich“, sondern „Sehr geehrterer Herrherrr Heinrich“ zu schreiben. Entsprechend bin ich auch Historikerer oder Autoror. Von mir sollte als Mannmann geschrieben werden. Alles andere wäre intolerant und eine Diskriminierung meiner geschlechtlichen Identität.