Assads Sieg bedeutet noch mehr Flüchtlinge

Mit Hilfe von Schiitischen Milizen und schweren russischen Bombardements konnte die Assad-Regierung in den letzten Tagen ihre territoriale Kontrolle um Aleppo herum weiter ausdehnen und ist praktisch kurz davor, die in Aleppo befindlichen Zivilisten und Aufständischen einzukesseln. Ein Sieg in Aleppo würde die Opposition wohl weitgehend zerschlagen und nur noch den Islamischen Staat und Assad übrig lassen. Damit würde genau das passieren, was der syrische Diktator so geplant hatte. Putinfreunde in Deutschland halten das Ganze vermutlich für einen großartigen Plan. Doch während die gleichen Menschen zumeist auch möglichst keine Flüchtlinge in Deutschland haben wollen, sollten Sie sich des Umstands bewusst sein, dass ein Assad-Sieg nur noch mehr Syrer in Deutschland bedeuten wird. Und das dazu auf sehr lange Sicht.

 

Die Syrer fliehen vor Assad

Tatsächlich fliehen nicht nur die meisten Syrer vor Assad und seinen Bombenangriffen, inzwischen aber auch vor den russischen Flächenbombardements, die Mehrheit sieht ein Ende der Assad-Diktatur auch als Bedingung für ihre Rückkehr an. Angesichts der Brutalität des Regimes müssen dazu hunderttausende Aktivisten und Widerstandskämpfer das Schlimmste befürchten, sollte Assad den Krieg gewinnen und ihr aktuell befreites Territorium wieder erobern. In diesem Fall würden nicht nur hunderttausende Menschen zusätzlich fliehen, sehr viele der Geflohenen würden sich auch schlicht nicht mehr nach Syrien zurück trauen. Ein Sieg der Diktatur würde Deutschland und Europa also nicht nur  weitere hunderttausende Flüchtlinge bescheren, es würde eine Rückkehr vieler bislang Gekommener verunmöglichen, nicht zuletzt weil die deutsche Gesetzgebung diesen Geflüchteten dann auch einen dauerhaften Aufenthalt ermöglichen würde. Dies übrigens sogar richtigerweise, denn Syrern zuzumuten von einer siegreichen Assad-Regierung nach der Ankunft verhaftet und gefoltert zu werden, ist nicht tragbar. Wer jedoch von solchen Repressalien tatsächlich bedroht ist, wird weder durch die Bundesregierung herausfindbar sein, noch werden die Betroffenen es oftmals selbst wissen.

Foto Kyle Huynh (CC BY-NC-ND 2.0)
Syrien braucht Freiheit, nicht Assad! Foto: Kyle Huynh (CC BY-NC-ND 2.0)

 

Assad muss besiegt werden

Viele der jetzt hier Befindlichen haben aufrichtige Angst um ihr Leben und wollen in einem System wie dem von Assad nicht mehr leben. Nicht selten sind ihre Häuser zerstört oder für das Aufbringen der Schlepper-Kosten verkauft worden. Die Menschen haben also nicht einmal mehr Besitz, zu dem es sich zurückzukommen lohnt. Haben sie dazu auch in einem nicht mehr im Bürgerkrieg befindlichen Syrien Angst um ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Freiheit, so werden sie hier bleiben. Verhindern ließe sich dies nur, wenn auch Assad beseitigt wird. Wer also nicht dauerhaft hunderttausende Syrer in Deutschland haben möchte muss erkennen, dass Assads Niederlage eine conditio sine qua non dafür ist. Dass aber ein nicht-Assad Syrien seine Alawitische Diktatur nicht durch eine fundamentalistisch-sunnitische ersetzt, ist keineswegs gewiss. Es ließe sich jedoch beeinflussen. Dazu müsste man aber auch bereit sein, dass sich Deutschland dahingehend engagiert. Mit Isolationismus, Nichtinterventionismus und Putin-Lobpreisungen wird sich nichts an der Situation verbessern und die syrischen Flüchtlinge werden dauerhaft in Deutschland bleiben.

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