Jihad Bells! Jihad Bells!



Mein letztes Buch befasst sich mit der „Flüchtlingskrise“ und ist hier käuflich zu erwerben: Nein, wir schaffen das nicht!: Warum die aktuelle Flüchtlingskrise zu einer Staatskrise wird.

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„Was sollen nur 2.000 Soldaten in Syrien schon ausrichten?“

Wer mich länger liest, dürfte wenig davon überrascht sein, dass ich Trumps Entscheidung zum überhasteten Rückzug aus Syrien für katastrophal halte. Ich habe in der Vergangenheit darüber geschrieben, dass Interventionen zwar falsch sein können, dass es aber auch dramatisch negative Folgen haben kann, wenn sie unterbleiben.

Hier soll es jedoch um die gerade ständig zu hörende Aussage gehen, was denn nur 2.000 Soldaten ausrichten sollen. Kurz gesagt: alles!

Diese 2.000 Soldaten haben selbst noch nicht einmal gegen den IS gekämpft und entsprechend auch nur vier Gefallene in 2 Jahren zu beklagen gehabt. Sie waren dort, um einheimische Kräfte auszubilden und zu koordinieren. Und um sie in Gefechten gegebenenfalls mit Artillerie und Luftangriffen zu unterstützen. Dies erhöht die Schlagkraft von lokalen Kräften um ein Vielfaches.

Es waren kurdische und mit diesen verbündete arabische Kräfte, die mit US-Unterstützung den Großteil des IS-Gebietes im Norden Syriens befreit haben. Die US-Truppen leisteten dabei Feuerunterstützung und koordinierten die Kräfte, was den Ausschlag gab.

2.000 Mann sind mehr als genug um Einfluss zu nehmen und die kurdische Selbstverwaltungszone zu halten, wenn sie einheimische Milizen koordinieren, ihnen mittels Artillerie und Luftwaffe beistehen. Dazu fungieren sie als Stolperdraht. Sind irgendwo Soldaten mit Stars and Stripes auf dem Oberarm, so weiß der Angreifer, dass ein Angriff auf diese Truppen einen Gegenschlag der stärksten Militärmacht der Welt wahrscheinlich macht. Sollten iranische Truppen also diese 2.000 Mann angreifen und tatsächlich überwältigen können, was angesichts der Stärke der US-Luftwaffe, auch in der Region, alles andere als wahrscheinlich ist, so wüsste der Iran, dass er im Persischen Golf und aus der Luft über dem Iran eine Antwort erhalten würde. Eine Antwort, die so schmerzhaft wäre, dass ein möglicher Sieg über US-Truppen in Syrien es nicht wert wäre. (Siehe auch Die Ökonomie des Krieges)

Pro-Assad Kräfte haben es übrigens einmal zusammen mit russischen Söldnern versucht, die US-Kräfte in Syrien anzugreifen. Sie wurden aufgerieben.

Darüber hinaus sind die Truppen in Syrien ein Faustpfand, das den USA ein Mitspracherecht garantierte. Trump kritisierte Obama für seine Schwäche dem Iran gegenüber und wegen seiner fehlenden Unterstützung Israels. Er selbst wird Israel ein Syrien in iranischer Hand mit iranischen Terrorgruppen am Golan hinterlassen. Mit US-Truppen im Rojava hätte Trump sein angebliches Verhandlungsgeschick nutzen können, um nicht nur die eigenen kurdischen und arabischen Verbündeten vor Ort nicht den Türken und Assad ans Messer zu liefern, sondern auch, um einen Abzug der iranischen Truppen und Milizen und eine Pufferzone zum Golan auzuhandeln. Stattdessen hinterlässt er Israel ein Syrien, das gefährlicher für es ist, als unter Obama.

Und wer glaubt, eine fehlende US-Einmischung würde Friede, Freude, Eierkuchen bringen, verkennt die Realität. Es gibt keine Welt ohne Hegemon. Ein Rückzug der USA aus dem Nahen Osten hinterlässt ein Vakuum, das andere aufzufüllen suchen und werden. Diese werden darum kämpfen, was wir ja bereits seit Jahren beobachten können, und sich ihre lokale Vorherrschaft mit Hilfe russischer oder chinesischer Oberherrschaft sichern. Zu glauben, eine Welt mit russischem oder rotchinesischem Hegemon sei besser, als eine mit US-amerikanischem, kann wohl kaum jemand ernsthaft glauben, der Westliche Werte schätzt.

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Claas Relotius: Der Spiegel bekam, was er wollte

Es erscheinen gerade im Minutentakt neue Artikel über einen der größten Betrugsfälle der jüngeren Geschichte des Journalismus. Selbst meine Idee, einen Relotiuspreis für besonders kreative Journalisten mit hohem moralischen Sendungsbewusstsein auszurufen, ist mir von Henryk Broder zumindest ansatzweise bereits vorweggenommen worden.

Von Flüchtlingskindern, denen Angela Merkel (wie Heilige oder Propheten) im Traum erscheint, von Flüchtlingen die Geld finden und es zurückgeben, von jungfräulichen Trump wählenden Bürgermeistern, die noch nie das Meer gesehen haben und auf Facebook mit ihrer Frau am Meer posieren… er legte selbst der letzten Überlebenden der NS-Widerstandsgruppe Weiße Rose in den Mund, sie bete nie, nun bete sie aber gegen die AfD.

Von mir daher nur zwei Sachen:

Der Spiegel versucht, seriös zu sein

Im Unterschied zu vielen „alternativen Medien“ oder gar russischer Staatspropaganda, versucht der Spiegel seriös zu sein. Der Fall wird aufgearbeitet, auch wenn er garantiert dramatische finanzielle Folgen haben wird. Vielmehr hätte man mit Relotius auch einfach ein Schweigeabkommen schließen und den Fall verschwinden lassen können.

So würden es viele „alternative Medien“ machen, während Staatsmedien im Osten das Thema gleich ganz unterdrücken würden.

Das ändert nichts daran, dass ich den Spiegel als Drecksblatt empfinde. Was mich zum zweiten Punkt führt.


Der Spiegel wollte belogen werden

Den Amerika-Korrespondenten des Blattes, Marc Pitzke, nenne ich seit vielen Jahren „Anti-Amerikakorrespondent„. Das Blatt hat unter anderem solche Schlagzeilen veröffentlicht:

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Wohlgemerkt: „erwidert“!

Relotius konnte sein Spiel überhaupt nur treiben, weil er genau das schrieb, was im Verlagshaus feste Überzeugung und grundliegendes Weltbild ist. Dass Trump-Wähler alles Iditioten sind weiß man dann dort genauso, wie dass „Flüchtlinge“ tatsächlich alle nur aus aufrechten Motiven gekommen sind, dass die AfD die nächste NSDAP ist und dass Merkel die Reinkarnation von Jesus Christus ist, wenn es um Migration geht.

Relotius gab in der Redaktion wunderschön geschriebene Texte ab, die den Überzeugungen seiner Chefs ensprachen. Daher wurden sie gedruckt und auf aufwendige Überprüfung verzichtet. Wieso auch, man wusste ja, dass das Gesagte der Realität entspricht.

Oder anders gesagt: Claas Relotius hat seinen Job gemacht. Er war nur etwas zu engagiert dabei.

An sich sollte daher keiner den Relotius-Skandal brauchen, um dieses Produkt unsinnigen Baummordes zu lesen. Wer aber das präsentierte Weltbild teilt, den wird der Spiegel mit seinen Gegenmaßnahmen garantiert überzeugen können. Denn im Grunde genommen wissen die Leser ja, dass Relotius doch Recht hatte. Oder wie es Alexander Wendt so schön satirisch geschrieben hat:

Wie aus guten Kreisen verlautet, haben Medienmitarbeiter der Millennial-Generation Konsequenzen aus dem Fall Claas…

Posted by Alexander Wendt on Friday, December 21, 2018

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Das Leben in Panama (VI): Ein erster Kontakt mit der Korruption

Korruption existiert in jedem Land der Welt. Die Frage ist daher immer nur, wie weit. Kann man sich von einem Mord freikaufen oder nur die Vergabe eines Auftrages mittels Bestechung erreichen. Dass die Korruption in Panama deutlich verbreiteter ist, als in Deutschland, war mir bekannt. Nun habe ich selbst einen ersten Kontakt gehabt.

Vor einem Jahr wurde mir gesagt, dass jemand 10 Bitcoin bei einem damaligen Kurs von 17.000 Dollar in bar kaufen wolle. Also 170.000 Dollar in bar zu Hause herumliegen habe. Ich lehnte damals ab, da mir klar war, dass es sich um Geldwäsche handeln müsse. Das Geld stammte entweder aus der organisierten Kriminalität oder von Korruption. Dass eben jemand für irgendeine Leistung einen Koffer voll Geld erhalten habe, den er (zum Höchstkurs) in Bitcoin tauschen wollte.

Zwischenzeitlich war mir gesagt worden, dass mein Waffenschein mit Hilfe eines Anwaltes beschleunigt werden könnte. Dieser würde 500 Dollar kosten – und garantiert nur einen Teil der 500 Dollar behalten.

Ein Freund ist unfähig, die Verkehrsregeln einzuhalten. Er scheint geradezu aus Prinzip keinen Anschnallgurt zu tragen und Tempolimits sind für ihn wohl eher die Anweisung: „Mindestens 20 km/h schneller fahren“. Entsprechend wird er wohl wöchentlich auf der Interamerikana herausgefischt. Er hat den Satz der „Gebühren“, die er den Polizisten in bar bezahlt, inzwischen auf 40 Dollar gedrückt. Anfänglich waren es noch 100. Einheimische kommen dagegen wohl oft mit 10 Dollar davon.

Bislang war mein Kenntnisstand, dass die Polizei zwar bestechlich sei, aber von der besten Art der Bestechlichkeit. Man würde ausschließlich nach einem Bruch von Gesetzen behelligt und habe dann praktisch die Wahl, ob man ein ordentliches Verfahren mit einer Zahlung an die staatliche Gebührenkasse wünscht oder ob man dem Polizisten den Kauf eines Geschenkes für seine Frau ermöglicht. Also Stress und Zeit oder eine unbürokratische Erledigung.

Nun war ich vor zwei Tagen auf dem Weg zu einem Restaurant, wo ich mit ein paar Einheimischen zum Abendessen verabredet war. Mittels der App Waze suchte ich den schnellsten Weg und einen Kilometer vor der Ankunft sagte es mir, eine Polizeikontrolle sei auf dem Weg. Gut, kein Problem. Meine Autopapiere sind in Ordnung, das Auto ist versichert, mein Führerschein ist gültig und ich habe nichts getrunken und keine Drogen genommen.

In der Kontrolle erklärte mir nun der Polizist nach Entgegennahme meines Führerscheins und einer (vermeintlichen) Eingabe meiner Daten in sein Handy, dass ein Strafzettel für 100 Dollar von mir nicht bezahlt worden sei und er daher meinen Führerschein einziehen müsse. Ich sagte, das könne nicht sein. Ein wenig hin und her und er forderte mich auf, an den Straßenrand zu fahren. Dort bat er um meine Fahrzeugpapiere. Wieder sagte er, er müsse meinen Führerschein einziehen, weil ich nicht bezahlt habe.

Ich wollte einen Freund zum Übersetzen anrufen, woraufhin er mich aufforderte aufzulegen. Die Diskussion ging weiter, während ich wartete und er mir sagte, er würde jemanden anrufen, um Genaueres zu erfahren. Nach 10 Minuten kam dann ein anderer Polizist und gab mir meinen Führerschein zurück und sagte, ich solle weiterfahren.  Allerdings war ich zu deutsch dafür. Wie? Was ist jetzt mit dem Strafzettel? „Ihr Kollege hat aber doch gesagt…“. Er nahm mir also den Führerschein wieder ab und ging zu seinem Kollegen.

Der erklärte mir erneut, dass ich einen unbezahlten Strafzettel habe. Ich rief nun meinen Freund an und bat ihn, zu übersetzen. Demnach habe ich einen Strafzettel, er könne aber nicht sehen, von wann. Der Polizist überlege sich nun, was er tun könne und ob er mich weiterfahren lassen solle.

Ich wartete weiter und schließlich gab mir nach weiteren 5-10 Minuten der Polizist meinen Führerschein zurück und schickte mich los.

Ich war vor allem konsterniert, dass so etwas möglich ist. Panama hat kein Postsystem, einen Strafzettel können sie einem also gar nicht zustellen. Nicht zuletzt deshalb wird man auch bei einem Vergehen unmittelbar von der Polizei gestoppt. Das war mir aber nie passiert. Gibt es nun seit neuestem Radarfallen? Und was soll das, dass man dann den Führerschein verliert? Wie soll man ein Ticket bezahlen können, von dem man gar nicht weiß? Um dann irgendwann an einem Feiertag um 2 Uhr nachts mit drei schlafenden Kindern irgendwo auf dem Land in einem Funkloch zu erfahren, dass man den Führerschein abgeben und zu Fuß laufend in der Nacht nach einem Hotel suchen müsse?

Ich fuhr also heute zur Verkehrsstelle, um meine Strafe zu bezahlen. Dort stellte sich heraus, dass weder auf meinen Führerschein, noch auf mein Kennzeichen ein Vergehen registriert sei. Sofern das System des Polizisten keine Fehlfunktion hatte, hatte er wohl meinen Ford Mustang gesehen, und dann noch einen weißen Gringo darin, und gedacht, dass der sicher Geld habe. Sein „Ich muss ihren Führerschein abnehmen“ sollte mich wohl dazu bringen, ihn mit einer Spende zu überzeugen, mich diesen Abend laufen zu lassen.

Das erklärt auch, warum er den Führerschein nicht direkt abnahm und mir erklärte, ich müsse schauen, wie ich weiter komme. Das erklärt, warum sein Kollege mich nach 15 Minuten fahren lassen wollte. Und das erklärt, warum ich am Ende problemlos fahren konnte.

Ich kam das erste Mal mit Korruption in Verbindung – und diese panamesischen Polizisten das erste Mal mit einem Deutschen. Statt nämlich einfach zu zahlen, war ich besorgt, was ich denn falsch gemacht hätte. Wie ich das künftig vermeiden könnte und wie ich nun pünktlich zu meiner Verabredung kommen könnte. Ich dachte gar nicht daran, einem von drei anwesenden Polizisten Geld anzubieten, da dies am Ende ja noch mehr Probleme hätte machen können.

Die Polizisten mussten also lernen, dass ich zu dumm war um zu kapieren, dass sie eine Bestechung von mir wollten. 😀

 

Zur Sicherheit habe ich mir nun für 25 Cent einen Auszug aus meinen einwandfreien Fahrzeug- und Führerscheinregister erstellen lassen, der nun bei den Autopapieren liegt. Wenn so etwas wieder einmal vorkommt, werde ich den Polizisten darum bitten, mir zu zeigen, wo er sieht, dass ich einen Strafzettel haben soll.

Wenn dies nicht reicht, werde ich ihn um seine Dienstnummer, seinen Namen und seine Wache bitten und ihm sagen, dass ich mit diesen Daten nun einen Freund anrufen werde, der in der Antikorruptionsbehörde des Präsidialamtes arbeitet. Damit dürfte meine Weiterfahrt kein Problem mehr sein.

 

 

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