Mainpost: Oder wie sich Zeitungen um ihre Glaubwürdigkeit schreiben

In der Würzburger Mainpost Online-Ausgabe ist ein Bericht über einen Vorfall, bei dem ein Mann im Schwimmbad Mädchen und eine junge Frau unsittlich berührt hat und daraufhin festgenommen wurde. Die Meldung lässt keinerlei Hinweise zu, wer der Mann war.

Dieser Badebesuch war für einige Mädchen nicht so entspannt.
Dieser Badebesuch war für einige Mädchen nicht so entspannt.

 

Nicht Lügen- aber Dummpresse

In Zeiten wie diesen weiß man es in so einem Zusammenhang schlicht, wer der Täter war. Man könnte 500 Euro wetten, dass es ein Fremder war. Ob zwingend ein „Flüchtling“ (darum schreibe ich das in Anführungsstrichen) aus 2015 oder vielleicht ein Asylbewerber von 2013 (interessanterweise waren alle illegalen Einwanderer von 2015 „Flüchtlinge“, davor aber nicht), tut dabei nichts zur Sache. Dies bedeutet aber nichts anderes als:

  1. Die Mainpost erreicht durch das Weglassen nichts. Fast jeder Leser hat gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen und weiß daher, dass es ein „Flüchtling“ war.
  2. Die Mainpost vermittelt dabei, dass sie dem Leser bewusst Fakten vorenthält. Welchen Wert hat aber eine Zeitung, die wichtige Dinge vorenthält, obwohl sie ihr bekannt sind?
  3. Sollte wider Erwarten doch ein Autochthoner der Täter gewesen sein, wären wegen des Verschweigens der Mainpost Vorurteile gestärkt worden.

„Lügenpresse“ bedeutet, dass bewusst und geplant falsche Dinge gemeldet werden. Natürlich kommen Lügen in deutschen Medien auch vor, aber nicht systematisch und von oben gesteuert. „Sie kommen vor“, sind aber nicht systemimmanent. Normalerweise sind es jedoch solche Auslassungen, mit denen die Medien ihre Leser beeinflussen und ihnen Dinge vorenthalten wollen. Dass der Pressekodex hier erlaubt die Herkunft zu verschweigen, ist bekannt, wenn auch falsch. Ein für das Verständnis notwendiger Sachbezug liegt vor! Aus oben genannten Gründen. Dazu bin ich erwachsen. Ich brauche niemanden, der mir sagt was ich zu wissen habe und was nicht. Eine Zeitung die mich so bevormundet soll ich anschließend für Geld kaufen? 

Doch es kommt noch besser: Die Polizeimeldung zum Thema zeigt, dass sie von der Mainpost fast wortgleich übernommen wurde. Allerdings nur fast, weil man vor der Veröffentlichung noch die Hinweise auf die Täterherkunft entfernt hat. D.h. es wurden dem Leser gezielt Informationen vorenthalten, indem man einen fertigen Text noch änderte. Das ist ein ganz anderes Kaliber, als wenn man in einem selbst verfassten Text nicht alles sagt. Statt zu Informieren werden gezielt Informationen vorenthalten. Ist das der Zweck einer Zeitung? Da wäre eine Nichtveröffentlichung besser gewesen.

Ich finde es nur noch schade. Die Mainpost verspielt sich auf diese Art und Weise ihre Glaubwürdigkeit. Dabei hat sie mehrere mir bekannte Mitarbeiter, die auch bei gegenteiligen politischen Ansichten fair und ausgewogen berichten. Gerade mit der Politikredaktion hatte ich in meiner Zeit als Politiker zu tun und hatte nicht einen Grund zur Klage. Man ging fair und seriös mit mir um.

 

Es war der Täter ein „Flüchtling“

Und natürlich war es auch ein „Flüchtling“. Die erste Ahnung beim Lesen des Textes auf der Mainpost täuschte nicht.  Es mag noch nur rein subjektiv sein, da ich mir die Zeit für eine umfassende Studie spare, aber einige Taten konzentrieren sich in Deutschland nun einmal praktisch exklusiv auf kleine Tätergruppen. So, wie man ernsthafte Probleme hat, eine Überfall-Gruppenvergewaltigung mit ethnisch deutschen Tätern zu finden, so sind solche „eine Reihe weiblicher Teenager und junger Frauen im Schwimmbad begrapscht“ Vorfälle rein subjektiv ebenfalls einer klar abgrenzbaren Tätergruppe zuzuordnen. Dies nicht zu nennen verhindert ganz offensichtlich nicht, dass es bekannt wird und Menschen ihre Schlüsse daraus ziehen. Es erreicht nur, dass die Probleme nicht gelöst werden können.

Die Polizei verschweigt hier die Umstände nämlich keineswegs:

Laut Zeugenangaben soll der 21-jährige Afghane zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr einer Gruppe junger Mädchen von Becken zu Becken gefolgt sein. Dabei soll er insgesamt fünf Schülerinnen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren und eine 24-Jährige unter anderem im Intimbereich unsittlich berührt haben. Der Bademeister brachte den Mann in sein Büro und verständigte von dort aus die Polizei.

Unmittelbar nach Eingang der Mitteilung machte sich eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt auf den Weg zu der Badeanstalt am Nigglweg. Die Beamten nahmen den Tatverdächtigen, der in einer Asylbewerberunterkunft im Landkreis Würzburg untergebracht ist, vorläufig fest.

Hier geht die Mainpost übrigens auf die Kritik ein.

 

 

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Meinungsfreiheit und der Fall Gedeon

Nachdem in der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg nicht die notwendige Zweidrittel-Mehrheit für den Ausschluss des Abgeordneten Dr. Wolfang Gedeon zu bekommen war, hat Prof. Dr. Jörg Meuthen die Fraktion mit zwölf Abgeordneten verlassen. In der Abstimmung hatten zehn Abgeordnete gegen den Ausschluss gestimmt – stolze 43 Prozent!

 

Der Fall Gedeon ist eindeutig

Im Bezug auf Wolfgang Gedeon gibt es keine Zweifel. Seine Aussagen sind so eindeutig, dass der einzige Weg seine antisemitische Gesinnung deutlicher zu demonstrieren das Erscheinen in SA-Uniform gewesen wäre. Wer die „Protokolle der Weisen von Zion“ als Quelle heranzieht und für glaubwürdig hält, über dessen Position muss nicht mehr diskutiert werden. Noch einmal: Eindeutiger kann man nur noch mit direkten Vernichtungsforderungen seinen Antisemitismus belegen.

Dennoch fand sich, nachdem der Fall Publik wurde, keine notwendige Mehrheit in der AfD-Fraktion. Vielmehr wurde geradezu ein Offenbarungseid geleistet, als man Gutachter bemühen wollte, um über Gedeons Antisemitismus zu befinden. Die Fraktion bewies damit ein an die Titanic heranragendes humoristisches Talent, das aber wohl eher der Realsatire zuzuweisen ist.

Die nächste Frage, die von der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg per Gutachter geklärt werden wird.
Die nächste Frage, die von der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg per Gutachter geklärt werden wird.

In einer Pressekonferenz schilderte Jörg Meuthen nun, dass man sich nicht schnell genug auf Gutachter habe einigen können. Daher habe man sich am 05. Juli 2016 dazu entschlossen, über den Verbleib von Wolfgang Gedeon in der AfD-Fraktion abzustimmen. 13 Stimmen für seinen Ausschluss trafen auf zehn dagegen. Stolze 43 Prozent der AfD-Fraktion in BW hatte also kein Problem mit einem knallharten Antisemiten. Das, obwohl bereits zwei Gutachter den klar antisemitischen Charakter von Gedeons Aussagen bestätigt hatten. Darunter auch Professor Patzelt, der sich wegen seiner seriösen und objektiven Kommentierung von AfD und Pegida auch in der Partei großen Respekts erfreuen kann.

 

Die Aussagekraft ist fatal

Jemanden wie Wolfgang Gedeon nicht umgehend kaltzustellen, spricht Bände. Mal ganz davon abgesehen, dass die Vorwürfe seit vielen Monaten bekannt gewesen sein sollen und erst nach dem öffentlichen Aufschrei reagiert wurde, sagt es Folgendes aus: 43 Prozent der gewählten Landtagsabgeordneten der Partei haben kein Problem mit einem knallharten Antisemiten in ihrer Mitte. Dreiundvierzig Prozent! Und das nicht unter den Mitgliedern eines Ortsverbandes in der ländlichen Provinz, sondern unter den gewählten Abgeordneten.

In Berlin wurden AfD-Mitglieder bei der Gegendemonstration zur antisemitischen al-Quds-Demonstration ausgeschlossen. Während es die AfD-Abgeordneten waren, die im EP gegen die Anerkennung von „Palästina“ stimmten und damit ihre klar proisraelische Haltung belegten, war der Ausschluss im Angesicht des Falles Gedeon nicht nur nachvollziehbar, sondern richtig. Mitglieder einer Partei, die jemanden wie ihn in ihrer Mitte hat, haben auf einer Demonstration für Israel nichts zu suchen. Daran ändert auch die Inkonsequenz der Veranstalter dieser Demonstration nichts, die gegen Teilnehmer der SPD nichts einzuwenden hatten. Der Partei, die in der Fatah gemeinsame Werte sieht. Gleiches hätte auch für Mitglieder der Linkspartei gelten müssen.

In einer jungen Partei können immer Irrläufer auftauchen. Will die Partei aber selbst keine Irrläuferpartei sein, dann muss sie solche Personen umgehend und mit glaubwürdiger Entschlossenheit aus ihrer Mitte entfernen. Dass sie dies nicht getan hat, wird der Partei nicht vergessen und erst Recht nicht so schnell verziehen werden. Selbst wenn Gedeon in vier Monaten aus der Partei geworfen werden sollte: Dass die Partei ihn nicht sofort kaltgestellt hat, war ein überdeutliches Zeichen. Dass 43 Prozent ihrer Vertreter kein Problem mit seinen Aussagen hatten belegt, dass man die antisemitischen Probleme in der Partei leider nicht mehr mit „nur ein (paar) Irrläufer“ verniedlichen kann.

Das mag nicht jeden von der Wahl der AfD abhalten. Vielleicht finden das Manche auch ganz besonders gut. Aber welcher bürgerliche Wähler will noch eine Partei wählen, die knallharte Antisemiten in ihrer Mitte duldet?

 

Aber die Meinungsfreiheit… ?

Mir wird aus AfD-Kreisen zugetragen, dass zumindest ein Teil der Abgeordneten wohl gegen den Ausschluss gestimmt habe, weil sie für die Meinungsfreiheit eintreten würden. Die AfD dürfe ihrer Meinung nach Aussagen nicht verurteilen, sondern solle immer für die Meinungsfreiheit eintreten.

Dies belegt jedoch keinen unbändigen Freiheitswillen, sondern die geistig-moralische Kapitulation dieser Abgeordneten. Niemand hatte verlangt, Gedeon solle füsiliert werden. Ob seine Aussagen strafrechtlich relevant sind, muss ein Gericht urteilen und solange gilt die Unschuldsvermutung, könnte man sagen. Dass sie in ihrer Deutlichkeit keine Fragen offen lassen, könnte daran theoretisch auch nichts ändern.

Dennoch geht diese Argumentation ins Leere. Wer harten und überdeutlichen Antisemitismus als Meinungsfreiheit in der eigenen Mitte duldet, der goutiert diese Aussagen. Um Meinungsfreiheit zu verteidigen, muss man die dies Äußernden nämlich keineswegs im eigenen Club, oder in dem Fall in der eigenen Fraktion, belassen. Meinungsfreiheit besagt, dass Menschen sich äußern dürfen. Sie besagt keineswegs, dass sie gleichzeitig das Anrecht auf Mitgliedschaft in jedweder Vereinigung haben. Oder würden die jetzt für Gedeons Meinungsfreiheit eintretenden Abgeordneten auch das Fordern legaler Kinderschändung, legaler Euthanasie, legaler „Abtreibung im vierten Trimester“ oder islamistischer Propaganda in ihrer Mitte dulden und nicht mit Fraktionsausschluss beantworten?

Wer aber einen Islamisten aus seiner Mitte ausstoßen würde, einen knallharten Antisemiten nicht, der zeigt, welchem von beiden er sich näher fühlt. Und sagt damit eine Menge über sich selbst aus.

 

Eine unwählbare Alternative

Ich habe schon vorher vieles an der AfD auszusetzen gehabt, wie beispielsweise ihre, in meinen Augen, wahnsinnige Außenpolitik. Aber sie war die einzige Partei mit glaubwürdiger Islamkritik und Ablehnung der „Flüchtlingspolitik“ der Bundesregierung. Das hätte möglicherweise einen Kompromiss in der Wahlkabine erlaubt, zumal eine Stimme für die AfD als einzige Chance schien, wollte man in Richtung der Bundesregierung in diesen beiden Belangen ein Zeichen senden. Einer „Gedeon-Partei“ meine Stimme zu geben, verbietet sich jedoch von selbst. Daran wird auch ein möglicher späterer Parteiausschluss des Abgeordneten so wenig ändern, wie ein Parteiausschluss der ihn unterstützenden neun Abgeordneten.

Die Ereignisse in der Fraktion haben gezeigt, dass die Akzeptanz oder zumindest Toleranz unmissverständlichen Antisemitismus gegenüber kein Randphänomen ist, sondern selbst in den allgemein als bürgerlicher verstandenen westdeutschen Fraktionen nahe an der Mehrheit liegt. Dies wird entweder ein Großreinemachen erfordern das die Partei in ähnlich großem Maße reduziert oder sie dauerhaft als Partei der Antisemiten einordnen. Genau diese Einordnung wird der Partei aber erhebliche Probleme verschaffen, auch und gerade beim Wähler.

Im Sommer 2015 hatte ich im Zuge der Abwahl von Bernd Lucke folgendes geschrieben:

Was die AfD-Mitglieder dabei völlig ignorieren, ist die politische Realität in Deutschland. Vielleicht unterliegen sie aber auch der Hybris, sie könnten sich über diese Realität hinwegsetzen. Die politische Realität ist nämlich, dass „der Wähler“ in Deutschland durchaus „rechte“ Positionen zu wählen bereit ist. Eine Einschränkung der Zuwanderung ist durchaus konsensfähig, auch die CSU fordert so etwas ja gerne mal, ohne Taten folgen zu lassen. Eine „islamfeindliche“ Politik ist ebenfalls wählbar, auch hier gibt es ja gelegentliche Ausfälle seitens der christsozialen bayerischen Populisten.

Was hierbei aber entscheidend ist, ist dass rechtsradikale und faschistische Parteien in Deutschland aufgrund seiner Geschichte nachhaltig diskreditiert sind. Was in Frankreich mit eine FN und in Österreich mit einer FPÖ funktioniert, wird ganz massive Schwierigkeiten in der Bundesrepublik bekommen. Denn während die Positionen Wähler finden können, werden sie nur gewählt, wenn der Wähler selbst dabei nicht den Eindruck hat, er würde eine „Nazipartei“ wählen. Er selbst hält sich nämlich nicht für einen Rechtsradikalen und ist es sehr oft ja auch nicht.

So aber, wie eine NPD mit ihrer Forderung nach Mindestlohn, gegen Freihandel oder für den Atomausstieg in Deutschland nicht bei dem Wähler punkten kann, so sehr wird eine in der Öffentlichkeit als rechtsradikal wahrgenommene AfD Probleme beim Wähler bekommen. In Deutschland spielt man einfach nicht mit den Schmuddelkindern.

http://torstenh.de/die-afd-verabschiedet-sich-von-der-konstruktiven-politik/

 

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Frankreich liegt in Afrika

Frankreich ist ein afrikanisches Land. Das zumindest hätte der Eindruck sein können, den man bei dem Viertelfinalspiel der Nationalmannschaften Frankreichs und Islands am 03.07.2016 gewinnt. Das wirklich Amüsante dabei ist jedoch, dass eine solche Benennung von Offensichtlichkeiten anrüchig ist. Was will er damit jetzt sagen? Will er damit sagen, dass…?

Wenn man ausspricht, dass die französische Nationalmannschaft fast ausschließlich aus Spielern besteht, deren nahe familiäre Herkunft südlich der Sahara liegt, dann muss dabei doch etwas Sinisteres der Grund dafür sein, oder nicht?

 

 

Rassismus ist nur, wenn die anderes es machen!

In gewissen Kreisen verkürzt man die Spieler der deutschen Nationalmannschaft bewusst auf ihrer ethnische Herkunft und Hautfarbe, um stolz darauf hinweisen zu können, wie „bunt“ Deutschland bereits sei. Man macht extra Werbespots um zu betonen, wie wenige der Spieler in der deutschen Nationalmannschaft beide Elternlinien bis zur Zeit Friedrichs des Großen in irgendwelche Kuhdörfer Niedersachsens verfolgen können. Da ist es positiv, die Spieler der Nationalmannschaft auf ihre Gene zu verkürzen. Darauf hinzuweisen, dass sie ja aus aller Herren Länder kommen.  Wenn die Handball-Nationalmannschaft anscheinend (fast) rein ethnisch deutsch ist, dann wird sie zur „AfD unter den Nationalmannschaften“ erklärt.

Menschen auf ihre Hautfarbe zu verkürzen ist also nur böse, wenn man nicht links ist. Wenn die Grünen ein Wahlplakat machen, bei dem eine schwarze Frau von einer weißen an den nackten Arsch gepackt wird, ist das natürlich kein Rassismus. Dabei wurde das Hinternmodel nur wegen seiner Hautfarbe ausgewählt.

Menschen auf ihre Hautfarbe verkürzen ist kein Rassismus, wenn man grün ist!
Menschen auf ihre Hautfarbe verkürzen ist kein Rassismus, wenn man grün ist!

Aber versuchen Sie mal, ein Symbolbild einer Menschengruppe zu finden, bei der nicht wenigstens ein Teilnehmer nicht dunkelhäutig oder mit Kopftuch ausgestattet ist. So etwas heute noch zu benutzen ist anrüchig. Im besten Falle wird einem nur vorgeworfen, es entspreche nicht mehr der Realität im Lande. Zu dieser Realität gehörte aber auch, dass verdammt viele Menschen zu fett sind, schlechte Zähne und unreine Haut haben, sowie einen schlechten Kleidungsgeschmack. Aber hier darf die Realität noch ausgeblendet werden, wenngleich „Lookismus“ in der heutigen verrückten Welt auch langsam eingeführt wird.

Wie soll man das rational noch fassen? Hautfarbe ist immer nur so lange egal, wie man einen dunkleren Teint nicht zu einer großartigen Sache erklären kann oder das Fehlen desselben zu etwas Negativen.

Es fehlt eindeutig noch ein Kopftuch. Ansonsten ist es aber wohl schön politisch korrekt.
Es fehlt eindeutig noch ein Kopftuch. Ansonsten ist es aber wohl schön politisch korrekt.

Entweder es sind alle Menschen gleich, dann hat man es schlicht zu ignorieren, welche Farbe Menschen haben, oder sie sind es nicht. Sind sie es aber nicht, dann geht das in jede Richtung. Wenn man stolzer Schwarzer sein darf, dann muss der andere auch stolzer Weißer sein dürfen. Wenn es eine Datingseite nur für Schwarze geben darf, dann muss es auch eine nur für Weiße geben dürfen. Keiner kommt auf die Idee, seinen Bekanntenkreis nach Haarfarben zu sortieren. Weil Haarfarben offensichtlich tatsächlich egal sind. Und zwar völlig egal.

Ich würde einen schwarzen Freund nicht als „meinen schwarzen Freund“ bezeichnen, weil das schlicht irrelevant wäre. Er ist mein Freund. Relevant wäre es nur, wenn gefragt würde, ob und wie viel Sonnencreme wir für den Strand brauchen. Einen italienischstämmigen Freund bezeichne ich auch nicht als „meinen italo-Freund“, weil auch das scheißegal ist. Es ist erst dann relevant, wenn es um seine von seinem Vater vermittelten Kochkünste, seine Vorliebe für besonderen Kaffee oder seine Anhängerschaft zur italienischen Fußballnationalmannschaft geht.

Wäre ich aber links, so müsste ich nun wohl prahlen, wie divers mein Freundeskreis sei.
Ich habe X schwarze Freunde, X türkische, X italienische und X Schwule.“ Nicht zu vergessen natürlich die Jüdischen. Jüdische Freunde dürfen in so einer Aufzählung genauso wenig fehlen wie muslimische. Dabei ist es ganz einfach: Entweder sind es meine Freunde oder sie sind mein Alibi-Kabinett.

 

Hautfarbe sei irrelevant, wird uns überall gesagt. Gleichzeitig wird demonstriert, dass sie das goldene Kalb ist, um das die ganze Rasselbande tanzt.

 

Vielleicht könnte man sich endlich mal entscheiden? Ist es nun ein Relevanzkriterium? Dann kann man gerne betonen, wie viele Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft dunkle Haut haben. Dann kann man gerne dafür sorgen, dass bei vier Personen im Stockbild immer ein Schwarzer ist. Dann kann man auch gerne Quoten für Dunkelhäutige einführen, weil es ja offensichtlich wichtig ist, dass in dem Bundestag 10 Prozent Schwarze sind, so wie es wichtig ist, dass die Schleswiger im Landtag in Schleswig-Holstein sitzen können.

Wenn es aber nicht relevant ist, dann sind das ganz einfach nur deutsche Nationalspieler. Dann ist ein Stockbild mit fünf blonden, blauäugigen Männern genauso viel wert wie eines, das schön politisch korrekt mit den richtigen Quoten an Männern, Frauen, Dunkelhäutigen und Muslimen besetzt wurde.

Wenn sich eine linke Anetta Kahane darüber echauffieren darf, dass der Osten Deutschlands zu weiß sei, dass muss sich auch ein rechter Politiker äußern dürfen, dass Berlin-Neukölln „zu schwarz“ sei. Tit for Tat. Entweder, Oder. Ganz oder gar nicht. Menschen auf ihre äußeren Merkmale zu verkürzen ist entweder in Ordnung oder es ist es nicht. Das sollte doch eigentlich ganz einfach sein, oder nicht?

 

Man könnte es natürlich auch einfach so handhaben, wie Morgan Freeman es in dem unten stehenden Video vorschlägt:

Moderator: „Wie werden wir Rassismus los?“

Freeman: „Hören Sie auf, darüber zu reden. Ich höre auf, Sie einen weißen Mann zu nennen. Und ich werde Sie darum bitten, mich nicht mehr einen schwarzen Mann zu nennen. Ich kenne Sie als Mike Wallace, Sie kennen mich als Morgan Freeman.“

 

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