Deutschland: Land der Eunuchen

In den letzten Monaten merke ich immer mehr, dass ich im falschen Jahrhundert lebe. Ich passe ganz offensichtlich weder in die heutige Zeit, noch in das heutige Volk. Als jemand, der Werte von zu Hause mitbekommen hat, die zwar nicht mit dem Feminismus 3.0, sondern eher mit früheren Zeiten kompatibel sind, habe ich tief verinnerlicht, dass man Frauen beispielsweise niemals schlägt und dass es die Kernaufgabe des Mannes ist, seine körperliche Überlegenheit für den Schutz von Frauen und Schwachen zu verwenden. Ich habe gelernt, dass man Selbstbewusstsein und Zivilcourage zu zeigen hat, und dass es sich für einen Mann geziemt, sich einer Sache zu verpflichten, Loyalität und Ehre zu kennen. Keine Frage, selbst mag ich diesen Ansprüchen auch nicht in jedem Moment meines Lebens genügt haben, doch ich habe mich stets redlich darum bemüht.

 

Männer? Gibt es nicht mehr

Ich las kürzlich, an Silvester gab es acht (!) Vergewaltigungen alleine auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln. Mitten in der Menschenmenge. Mindestens eine Frau wurde schwanger, was eine Penetration mit dem Penis erfordert.  (Edit: Dieser Fall stellte sich inzwischen als erlogen heraus. Das angebliche Opfer war nicht einmal in Köln!) Es gab allein in Köln mindestens 454 Sexualdelikte, im Ganzen wohl über mindestens 1.108 Opfer allein in dieser Stadt.

Doch wissen Sie, was mir besonders auffiel? Nicht eine der Anzeigen scheint wegen Körperverletzung oder Notwehrexzess gestellt worden zu sein. Es scheint nicht einen Verletzten gegeben haben. Ein Mann, also ein echter – das, was es mal zu Zeiten des „binären Geschlechtssystems“ gab – hätte sich in die Menge gestürzt um die Frauen zu retten. Völlig egal, ob es die eigenen Begleiterinnen oder Fremde gewesen wären. Völlig egal, wie viele dieser Barbaren auf dem Vorplatz waren. Weil ein Mann seine Stärke zum Schutz von Frauen einsetzt, auch wenn er selbst dabei Risiken eingeht.

Es hätte auf dem Bahnhofsvorplatz dutzende Schwerverletzte geben müssen und dazu Dutzende, die wegen Notwehrexzess hinter Gitter sitzen. Schwerverletzte, weil ein Mann gegen sechs bis zehn Barbaren eben eher selten gut davonkommt. Weil diese Leute offensichtlich auch nicht verinnerlicht haben, dass man immer nur eins gegen eins kämpft und ein Kampf endet, wenn jemand am Boden liegt. Ansonsten gäbe es nicht so viele Fälle mit Schwerverletzten und Toten nach Kopftritten. Stattdessen sind meine Geschlechtsgenossen offensichtlich wie weinerliche Kinder davon gerannt. Keiner hat den Mut gefunden, sich auf die Meute an Barbaren zu stürzen, die in Köln einen Pogrom veranstaltet haben.

Da es im Normalfall in etwa die gleiche Menge an Männern hätte geben müssen, die die Frauen begleiteten, waren also hunderte Männer vor Ort, die keine Barbaren waren. Sei es als Partner, als Freunde oder Männer, die in einer Männergruppe unterwegs waren, wie Frauen in Frauengruppen ausgehen und feiern. Im Prinzip hätte in etwa ein Mann auf jede Frau kommen müssen. Doch offensichtlich nicht an diesem Abend. Da gab es nicht einen Mann auf der Domplatte, der nicht Barbar war.

Ich kann mich nur voller Verachtung von meinen offensichtlich kastrierten Geschlechtsgenossen meines Volkes abwenden, die ja auch mediale Schützenhilfe bekommen haben. So wurde in der WELT allen Ernstes dazu aufgefordert, in solchen Fällen nicht einzugreifen, sondern lieber mit dem Handy zu filmen.

Männer? Das gibt es in Deutschland nicht mehr!
Männer? Das gibt es in Deutschland nicht mehr!

 

Eunuchen verlangen nach einem Herrscher

Würde das deutsche Volk nicht völlig entmannt sein, wäre es auch nie zu so einem Ereignis gekommen. Es gab ja Journalisten die mit den Tätern sprachen. Ihre einhellige Antwort war: „Die Deutschen sind Schwächlinge. Mit denen kann man alles machen.“

Hier waren es Immigranten, die einer Ideologie des sexuellen Besitzes von Frauen, deren Wertlosigkeit ohne männlichen Schutz und dem Prinzip des Entehrens der Männer durch das Entehren ihrer Frauen folgten. Denn da die Ehre der Männer in der islamischen Kultur ganz wesentlich auf der Bewachung des sexuellen Zugangs zu den Frauen in der eigenen Obhut beruht, ist eine Entehrung der deutschen Frauen auch direkt auf ihre Männer zielend.

Dies ist dabei keineswegs neu und keineswegs auf den islamischen Kulturkreis beschränkt. Vergewaltigung war schon immer eine Kriegswaffe, weil sie Familien und ganze Stämme zerstört. Wenn der Mann miterleben muss, wie seine Frau vergewaltigt wird, wird ihm die eigene Machtlosigkeit und die Dominanz des Kriegsgegners in einer Härte demonstriert, wie sie kaum anders möglich ist. Viele Familien zerbrechen an einer Vergewaltigung, dazu bleiben mögliche Kinder der Vergewaltigung als ewiger Beleg der Demütigung zurück. Es führt nicht nur die Gene des Eroberers und Vergewaltigers in Familie und Stamm, das Kind bleibt auch lebender Beweis und stete Erinnerung des Ereignisses. Dies kann man in den Kriegen in Afrika genauso beobachten, wie man es in den Jugoslawienkriegen beobachten konnte, oder auch in der Vergangenheit in Zentraleuropa. Die Vergewaltigung ist immer auch eine Machtdemonstration.

Da dies mitten in Deutschland passierte, wo die Täter auch trotz der jüngsten Zuwanderung noch nur eine winzige Minderheit sind, belegt es die Verachtung dieser Leute. Es zeigt, dass sie die Deutschen eben nicht als Männer sehen. Denn würden sie solche Taten in ihren heimatlichen Ländern begehen, würden Brüder, Väter, Söhne, Cousins der Frauen sie jagen und erschlagen. Sie würden solch ein Verbrechen mit ziemlicher Sicherheit nicht überleben.

Und doch kamen sie damit durch. Weil die deutschen Frauen eben keine Männer haben, die sie beschützen. Die Allermeisten werden nicht einmal verurteilt werden. Das ist unfassbar in einem Maße, der jeden, der nicht bereits völlig die post-heroische und post-zivilisatorische Gesellschaft in sich aufgesogen hat, sprachlos machen muss.

 

Welcher Mann will Schlachtlamm sein?

Freie Bürger tragen Waffen. So habe ich einen Artikel genannt, in dem ich darauf eingehe, dass es das Naturrecht eines jeden Menschen ist, sich selbst zu verteidigen. Die Reaktionen auf meiner Facebookseite waren geteilt. Aber mit welcher Inbrunst einige Männer ihren unbedingten Willen zur eigenen Hilflosigkeit betonen, ist doch immer wieder neu schockierend.

Der deutsche Mann des 21. Jahrhunderts bettelt lieber winselnd am Telefon um Hilfe um sich dann 20 Minuten zu verstecken, als dass er die Mittel ergreifen würde, sich selbst, seine Lieben und seine Mitmenschen zu beschützen. Lieber hört er die, die ihm lieb sind, sterben, als dass er ihnen selbst hilft. Voller Stolz sagen Männer: „Ich bin lieber Opfer, als eine Waffe zu haben. Lieber zum Handy, statt zur Schusswaffe greifen.“ Die Zeiten, in denen Mann zu sein einmal bedeutete, für sich selbst und seine Taten Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu helfen bevor man Fremde um Hilfe bittet, sind wohl vorbei.

Verstehen kann und werde ich das nie. Mir fehlt die Fähigkeit, dies zu erklären, außer mit einer post-heroischen und post-zivilisatorischen Gesellschaft, deren Teil ich aber nicht bin. Das aber noch als „Mann“ zu bezeichnen, fällt mir schwer. Vielleicht ist daher das neue Geschlechtersystem der Genderunwissenschaften doch richtig. Denn in ein binäres System, das neben dem Mann nur die Frau kennt, passen solche Leute nicht mehr.

Dergleichen übrigens auch mit den ständigen sexuellen Übergriffen in Schwimmbädern. Wäre so etwas vor 50 Jahren passiert, dann hätten die Täter die Abreibung ihres Lebens bekommen und anschließend ihre Lektion gelernt. So aber wissen sie, dass sie es machen können und lachen über die schwächlichen Deutschen. Zurecht. Denn ein Volk von Eunuchen verdient es nicht anders.

 

 

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Freie Bürger tragen Waffen

Erneut wurden gesetzestreue Bürger zu hilflosen Opfern verdammt, weil sie sich an die deutschen Waffengesetze gehalten haben, ihr Mörder aber nicht. Überhaupt, es scheint in Europa für Terroristen und Amokläufer keine Probleme zu geben sich Sturmgewehre oder halbautomatische Selbstladekarabiner zu besorgen, während ihre Opfer generell unbewaffnet sind.

 

Selbstverteidigung ist Naturrecht

Es ist keine Frage der Erlaubnis oder der Genehmigung, sich selbst verteidigen zu dürfen. Es ist Naturrecht. Es ist etwas, das uns nicht genommen oder gegeben werden kann, egal was die Gesetze sagen. Niemand darf zu einem hilflosen Opfer verdammt werden. Egal, mit welchem Gesetzestext der Gesetzgeber dies zu tun gedenkt.

Angesichts immer mehr Anschlägen, auch in Deutschland, durch Täter mit Schusswaffen, muss klar sein, dass freie Bürger auch Waffen tragen dürfen müssen. Nicht nur, weil die Schusswaffe die demokratischste aller Waffen ist. Weil allein die Schusswaffe eine 75 jährige Großmutter befähigt, es mit einem 22 jährigen, vor Testosteron überschäumenden, Schläger aufzunehmen und eine Chance gegen seine Aggression zu haben. Weil allein sie es Frauen und Schwachen ermöglicht, sich gegen physisch weit überlegene Gegner oder gegen eine Überzahl effektiv zu verteidigen. Sondern auch, weil alleine Schusswaffen gegen Terroristen und Amokläufer helfen, sei es zur Notwehr oder zur Nothilfe.

Hätte der deutsche Staat es mir erlaubt eine Schusswaffe zu besitzen und auch bei mir zu führen, statt sie in einen Safe zu verdammen wie bei Jägern, Sammlern und Sportschützen, und wäre ich der Filmer des bekannten Handyvideos gewesen, dann hätte der Amoklauf des Täters an dieser Stelle vor dem McDonalds geendet.

 

Ich habe ein Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung

Ich bin volljährig, habe mir nie etwas zu schulden kommen lassen, außer ein paar Strafzetteln für Falschparken oder Überschreiten der bezahlten Parkezeit, und drei Strafzetteln wegen geringfügig überhöhter Geschwindigkeit. Ich habe nie eine Körperverletzung begangen und gegen mich wurde noch nicht einmal ein Ermittlungsverfahren begonnen.

Ich bin geistig gesund und Herr meiner Sinne. Ich bin gesetzestreu und habe in der Bundeswehr eine Waffenausbildung erhalten und schießen gelernt. Selbst meinen Charakter habe ich bereits mehrere Male durch selbstlose Hilfe für andere belegt, unter anderem 2001, als ich zwei Zuwanderern gegen eine Horde Neonazis zu Hilfe eilte und mit körperlicher Gewalt den beiden Menschen gegen die Ausländerfeinde beistand. Als einer der Täter anschließend flüchtete und der übergewichtige Polizist die Verfolgung schon nach wenigen Schritten aufgab, rannte ich dem Täter selbst nach, fing ihn ein und brachte ihn wieder zurück. Dies ist kein Märchen um mich wichtig zu machen, sondern komplett durch Zeugenaussagen zu belegen. Und sofern er noch nicht wegen des Alters vernichtet wurde, müsste es auch noch einen Polizeibericht geben.

Ich bin also an Waffen ausgebildet, bin zuverlässig und gesetzestreu und habe in der Vergangenheit bewiesen, dass ich bereit bin andere Menschen zu schützen. Mit welchem Recht will mir ein Staat verbieten, mein Naturrecht wahrzunehmen? Mit welchem Recht will mich Deutschland dazu verdammen, als Lamm zur Schlachtbank geführt zu werden, weil es mir die Mittel verweigert, die mir und meinen Mitmenschen das Leben retten können?

Weil andere damit vielleicht Unsinn machen würden? Dann sorgt dafür, dass die anderen Menschen den Umgang mit Waffen erlernen, was fast alle Unfälle verhindert. Aber was kann ich für die Fehler und Taten von anderen? Abusus non tollit usum. (Missbrauch hebt den (rechten) Gebrauch nicht auf)

2014 war ich mit Freunden in North Carolina grillen. Dies war einer von zwei Tischen, die so ausgestattet waren. Wer Lust hatte, ging an den Tisch und suchte sich aus womit er schießen wollte. Niemand wurde erschossen. Niemand beging einen Terroranschlag, niemand lief Amok.
2014 war ich mit Freunden in North Carolina grillen. Dies war einer von zwei Tischen, die so ausgestattet waren. Wer Lust hatte, ging an den Tisch und suchte sich aus womit er schießen wollte. Niemand wurde erschossen. Niemand beging einen Terroranschlag, niemand lief Amok.

 

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Freiheit statt Islam

Aus dem Umstand, den Islam abzulehnen, habe ich nie ein Geheimnis gemacht. Doch die Motivation diese Religion abzulehnen ist ebenfalls entscheidend. Ich bin zuletzt darauf eingegangen, dass sich das islamkritische Spektrum natürlich auch aus Personen zusammensetzt, deren Motive ich nicht teile, ja sogar vollends ablehne. Ich habe explizit Rassisten erwähnt, die ihren Rassismus als Islamkritik maskieren und so akzeptabler für die Öffentlichkeit zu machen.

Alleine die Freiheit kann und darf der Maßstab sein!
Alleine die Freiheit kann und darf der Maßstab sein!

 

Der totalitäre Staat ist keine Alternative!

Auf meiner Facebookseite kam anschließend die Erklärung, der Islam sei eine Theokratie, weshalb Muslimen die „muslimische Staatsbürgerschaft“ gegeben werden könne um sie anschließend auszubürgern und abzuschieben. Auch wollten „alle Muslime“ die Theokratie, wie sie ja im Iran und im IS gelebt werde. Wenn wir mal von der atemberaubenden Behauptung absehen, dass alle Muslime etwas wollten, als seien sie Drohnen die über keinerlei eigenen Willen verfügten, ist der Vorschlag natürlich entschieden abzulehnen. Rein semantisch würde ich dazu sagen, der Islam könnte bestenfalls eine „theokratische Religion/Ideologie“ sein, selbst aber keine Theokratie, doch das ist eine unnötige Diskussion.

Ich lehne den Islam ab, weil ich ihn als Gefahr für den freiheitlich-pluralistischen Staat sehe, als Gefahr für meine persönliche Freiheit und die meiner Mitmenschen. Nicht, weil ich glaube, Deutschland sollte monokulturell sein und, auf die Spitze getrieben, jeder der nicht Lederhosen trägt, Weißbier mag, Christ und blond und blauäugig ist, müsse weg. Alle mit Multikulti verbundenen Probleme, oder zumindest fast alle, sind nicht auf unterschiedliche Kulturen zurückzuführen, sondern auf eine: den Islam. Immer und immer wieder.

Der Vorschlag Muslimen die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen würde einen totalitären Staat bedeuten und damit das genaue Gegenteil dieses freiheitlich-pluralistischen Staates, den ich zu verteidigen suche. Der Vorschlag ist damit natürlich auch klar verfassungsfeindlich. Ein Staat, der völlig unbescholtenen Menschen ohne auch nur den Verdacht des Radikalismus oder auch Extremismus ihre Staatsbürgerschaft entzieht, der ist totalitär. Dieser Staat ist derart mächtig, in der Lage und Willens sich über die Rechte seiner Bürger hinweg zu setzen, dass er auch für mich persönlich zu einer erheblichen Bedrohung wird. Weil ein Staat nie mit einer Sache aufhört. Weil als nächstes die nächste Minderheit dran wäre.

 

Islamkritik ohne freiheitlichen Impetus ist wertlos!

Daher lehne ich nicht nur solche Maßnahmen ab, sondern auch die Islamkritik von dieser Seite. Islamkritik ohne freiheitlichen Impetus, die also nicht auf dem tiefen Wunsch nach Freiheit fußt, ist wertlos und kann sogar, wie in diesem Fall, gefährlich sein.

Entsprechend wäre ich bei einer Umsetzung eines solchen Vorschlags nicht nur erbitterter Gegner desselben. Nein, die deutschen Muslime hätten mich an ihrer Seite, notfalls auch mit der Waffe in der Hand. Ich will Freiheit. Die ist durch den Islam ganz genauso bedroht wie durch einen faschistischen / totalitären Staat. Deshalb würde ich gegen die Umsetzung eines solchen Vorschlages notfalls auch mit Waffengewalt kämpfen.

Die einzige Alternative zum Islam darf nur die Freiheit sein, nicht ein totalitärer, faschistoider Staat!

 

Übrigens: Im Dritten Reich wurden Juden ausgebürgert. Dort wurde ebenfalls unterstellt, alle Juden hätten bestimmte Pläne, Absichten und Eigenschaften.

 

 

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Liebe Muslime: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!

Es ist zumutbar, Muslime vor die Entscheidung zu stellen: Entweder mit uns gegen den politischen Islam oder mit diesem gegen uns. Ein dazwischen gibt es schlicht nicht. Es wird Zeit, sie vor diese Wahl zu stellen!

 

Man muss sich den eigenen Dämonen stellen

Ich bin Islamkritiker. Ich halte diese Religion für die größte Bedrohung der Freiheit im 21. Jahrhundert. Gleichfalls unterscheide ich jedoch entschieden und konsequent zwischen Muslimen und dem Islam. Muslime als Individuen können eigene Entscheidungen treffen und ihre Religion nicht nur liberal auslegen, sondern auch gänzlich ablegen.

Als Islamkritiker muss ich mich jedoch auch den eigenen Dämonen stellen. Zur Islamkritik gehört ein intellektuelles Schwergewicht wie Henryk M. Broder, genau wie ein gegen den Islam brüllender Haufen einer NPD-Veranstaltung. Zur Islamkritik gehört nicht nur der kultivierte Intellektuelle mit sinnvollen Konzepten und konsequenter Differenzierung, sondern auch der einfache Rassist, der seinen Rassismus zur Islamkritik umfirmiert hat, um seine Ablehnung fremder Menschen besser verkaufen zu können.

Dass Islamkritik eben nicht nur von einem genuinen Interesse an der Freiheit des Individuums getrieben sein kann, sondern auch durch harten Rassismus ist ein Faktum, das nicht zu verleugnen ist, weshalb ich es nicht nur in meinen Büchern bereits offen angesprochen und somit akzeptiert habe, sondern mich auch entschieden dagegen stelle.

Gleichfalls wäre es unsinnig zu behaupten, der Terrorist Anders Behring Breivik sei kein Islamkritiker gewesen. Natürlich war er es. Er war ein Extremfall, ein Verbrecher und ein Terrorist. Er war ein Islamkritiker, gegen den sich alle Islamkritiker mit aller Entschiedenheit stellen müssen. Hier zu behaupten, „Anders Breivik war kein Islamkritiker. Islamkritiker machen so etwas nicht.“ wäre zwar ein ein bekanntes Argumentationsmuster, aber zugleich zum Himmel schreiend lächerlich.

 

Eigene Dämonen müssen bekämpft werden

Eine gemeinsame und sinnvolle Zukunft können wir Islamkritiker jedoch nur dann mit den Muslimen aufbauen, wenn wir uns den Dämonen in unserer eigenen Mitte stellen. Statt die Verantwortung und jeden Zusammenhang mit den Rassisten und Verbrechern in unserer Mitte zu leugnen, müssen wir sie entschieden bekämpfen.

Entsprechend betone ich nicht nur fast täglich meine Differenzierung zwischen der Ideologie Islam und dem Individuum des Muslims, sondern positioniere mich auch deutlich und entschieden gegenüber Gewalt gegen Muslime. Ich schreibe und rede gegen die Extremisten in den eigenen Reihen genau wie gegen die auf der anderen Seite der Front. Ich werde dies auch weiterhin tun. Sollte ich jemals von einem Terrorplot gegenüber Muslimen erfahren, würde ich umgehend die staatlichen Behörden einschalten.

 

Auch Muslime müssen vor die Wahl gestellt werden

Ich bin jedoch der Überzeugung, dass man allen Menschen gegenüber die gleichen Maßstäbe anlegen muss, egal welcher Herkunft sie sind. Wenn jemand Muslimen gegenüber mehr Nachsicht zeigt als autochthonen Deutschen gegenüber, so ist er in meinen Augen nichts als ein Rassist. Weil er eben impliziert, Muslime seien Wilde, die eben nicht nach unseren hohen Maßstäben bewertet werden dürften. Ich sehe das anders.

Der sogenannte Islamismus, also der politische-, der radikale Islam, kommt aus der Mitte des Islams. Er ist ein integraler Bestandteil dieser Religion und findet seine Begründung in Koran, Sunna und den Hadithen. Selbst nach vorsichtigen Schätzungen hängen aktuell 20 bis 30 Prozent der Muslime dem radikalen Islam an. Von etwa 1,6 Milliarden Muslimen sind dies also lächerliche 320 bis 480 Millionen Menschen. Dazu kommen noch einmal sehr viele weitere, die diese Radikalen gewähren lassen, ihnen Sympathie gegenüber zeigen oder sie gar unterstützen, auch ohne selbst dem harten Kern anzugehören. Sei es wegen ihrer höheren Loyalität gegenüber der Umma, der „Gemeinschaft der Gläubigen“, zu denen sie diese Radikalen zählen oder aus Angst vor diesen Radikalen.

Das Pew Research Forum hat in einer Umfrage erschreckende Zahlen zutage gefördert, die „das ist nur eine kleine Minderheit“ über radikale Muslime als sinnloses Gefasel und pures Wunschdenken demaskiert.

Der "moderate" Teil des Islams.
Der „moderate“ Teil des Islams.

Dass der Islam also in seinem Kern ein erhebliches Problem mit den westlichen Werten hat, zeigt nicht nur diese Umfrage, sondern auch die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam„, die alle fundamentalen Menschenrechte verweigert.

Wenn aber ein gemeinsames Zusammenleben mittel- und langfristig friedlich ermöglicht werden wollen, bleibt uns keine andere Wahl als den Muslimen in unserer Mitte die Frage zu stellen:

„Liebe Muslime: Seid Ihr für uns oder gegen uns?“

Ein Dazwischen gibt es schlicht nicht. Entweder sie sind gegen den politischen Islam oder sie sind es nicht.

Wer den Islam als Rechtfertigung für Gewalt heranzieht, muss von allen bekämpft werden. Gerade auch von den Muslimen.
Wer den Islam als Rechtfertigung für Gewalt heranzieht, muss von allen bekämpft werden. Gerade auch von den Muslimen.

Es wäre im Interesse der Muslime selbst, den radikalen Islam zu bekämpfen

Der radikale Islam entspringt nicht nur aus der Mitte der Muslime, er erzeugt auch seine ersten Opfer und die meisten Opfer unter ihnen. Auch wenn Terroranschläge wie Nizza, Würzburg, Paris, Brüssel, New York, Orlando, Montreal, London, Madrid und viele weitere in unser Gedächtnis eingeprägt sind, so findet die überwiegende Mehrzahl der Anschläge doch tagtäglich in islamischen Staaten statt, mit Muslimen als Opfer.

Sie sind also nicht nur der fruchtbare Schoss, aus dem der radikale Islam entspringt, sondern zugleich auch der Körper, den dieser Krebs zerfrisst. Entsprechend gibt es für mich keinen nachvollziehbaren Grund, warum sie diese Pest nicht mit aller Entschlossenheit bekämpfen und ausrotten sollten. Damit wären sie unsere natürlichen Verbündeten und zugleich die ersten Kämpfer an dieser Front.

Der Erfolg des radikalen Islams, der sich ja erst im 20 Jahrhundert wieder wirklich ausgebreitet hat, belegt jedoch, dass die entscheidenden Teile der Umma ihn offensichtlich nicht als ausreichendes Problem sehen. Sie tolerieren ihn, sie instrumentalisieren ihn oder unterstützen ihn gar. Dies ist intolerabel und unentschuldbar.

Ich habe schon oft darauf hingewiesen, dass schon heute Muslime gegen den radikalen Islam kämpfen. Als Soldaten und Geheimdienstoffiziere mit der Waffe in der Hand, wie auch als Mütter, die den eigenen Sohn bei der Polizei melden. Oder wie Präsident al-Sisi von Ägypten, der in öffentlichen Reden den radikalen Islam gegeißelt hat. Diese Menschen müssen unterstützt werden, und zwar entschieden.

Allerdings dürfen wir es auch jenen Vertretern des Islams, die alle Schandtaten und Verbrechen aus der Mitte ihrer Religion mit der ewig gleichen Floskel „das ist nicht der Islam“ oder „das war kein Muslim“ beiseite wischen, dies nicht mehr durchgehen lassen. Das Übernehmen von Verantwortung und das Anerkennen der Existenz eines Problems ist essentiell für eine erfolgreiche Konfrontation und schlussendlich eine Lösung des Problems. Wer sich schon dem ersten Schritt, der Anerkennung eines Problems, verweigert und jeden Zusammenhang leugnet, der behindert eine Lösung. Wenn beispielsweise ein Aiman Mazyek nach Terroranschlägen nur ewig gleiche Floskeln eines Leugnen des Zusammenhangs mit seiner Religion und copy & paste Beileidsbekundungen als Reaktion kennt, dann ist er Teil des Problems und nicht ein Teil der Lösung.

Im Kampf gegen den radikalen Islam gibt es keine Grauzonen. Hier dürfen und müssen wir ein Bekenntnis und ein Engagement eines jeden Muslims erwarten. Wir dürfen und müssen es einfordern, weil wir schlicht keine andere Wahl haben.

 

 

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Widerstandsrecht und der 20. Juli 1944

Das Attentat auf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitverschwörer jährt sich heute zum 72. Mal. Angesichts des Gedenkens dieser Helden, die in verzweifelter Lage den großen Wurf versuchten, um im Zweifelsfall nur der Welt und der Geschichte gegenüber zu beweisen, dass es auch ein anderes Deutschland gibt, scheint der perfekte Moment gekommen zu sein, um einmal über das Widerstandsrecht zu reden. Gerade auch, nachdem gerade in der Türkei ein Putsch gescheitert ist und den Putschisten möglicherweise sogar die Todesstrafe droht.

Ein deutscher Held!
Ein deutscher Held!

 

Das Widerstandsrecht ist einzigartig – und doch missverstanden

Es heißt, allein die deutsche Verfassung, das Grundgesetz, kennt weltweit ein in der Verfassung niedergeschriebenes Widerstandsrecht. Allein im deutschen Grundgesetz sei es expressis verbis legalisiert, mit Gewalt gegen den eigenen Staat und seine Vertreter vorzugehen, wenn diese diktatorisch geworden sind und eine andere Abhilfe nicht mehr möglich ist. Artikel 20 des Grundgesetzes Abs. 4 garantiert das Recht eines jeden Deutschen, gegen jeden Widerstand zu leisten, der es unternimmt, die dort in Abs. 1 bis 3 niedergelegte Verfassungsordnung zu beseitigen, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Dabei wird es jedoch massiv missverstanden.

Ob das Widerstandsrecht nun an der Zeit sei zu wirken, liest man als Frage auf Webseiten und in Sozialen Netzwerkern bei fast jeder wichtigen Entscheidung. Ob das die „Euro-Rettung“ war oder Merkels Grenzöffnung, immer wieder berufen sich Kommentatoren auf das Widerstandsrecht. Nicht nur, dass Art 20. das Widerstandsrecht nur auf die staatliche Ordnung bezieht, die für sich durch eine Massenzuwanderung ebenso wenig beseitigt wird, wie durch die Euro-Rettung, so ist dies doch auch hier ein interessantes Missverständnis. Denn das Recht zum Widerstand wird niemals gelten – und zugleich doch immer!

 

Das Widerstandsrecht gilt nie und immer

Kommentatoren implizieren, sie glaubten eine bestimmte Linie könne überschritten werden, ab wann das Widerstandsrecht gelte. Tatsächlich ist dies nicht der Fall. Denn, und hier wird es amüsant und absurd zugleich: Wer das Widerstandsrecht in Anspruch nimmt und mit Gewalt gegen die Regierung vorgeht, der wird verhaftet und vor Gericht gestellt werden. Wenn ihm dort in höchster Instanz zugesprochen wird, dass das Widerstandsrecht zurecht in Anspruch genommen habe, so wäre dies ein „Schrödingers Gerichtsurteil„. Einerseits besagt das Urteil des Gerichtes, dass die demokratische Grundordnung nicht mehr Bestand habe. Gleichzeitig belegt das Urteil des Gerichts, dass die demokratische Grundordnung Bestand hat und ein Widerstandsrecht nicht gerechtfertigt ist, weil die Judikative offensichtlich die bedrohte Ordnung des Staates anerkennt und dies mit Urteilen bestätigt.

Oder anders gesagt: Wer vor Gericht Recht bekommt, dass er im Recht war das Widerstandsrecht zu beanspruchen, der belegt gleichzeitig, dass er vor Gericht noch eine „andere Abhilfe“ möglich gewesen wäre, nämlich der Weg über die Gerichte, und dass damit das Widerstandsrecht nicht gerechtfertigt war.

 

Tatsächlich dient es der Ermutigung und der Legende

In meinem Verständnis, und ich bin kein Jurist, dient das Widerstandsrecht daher einem anderen Zweck. Es ist keineswegs eine Rote Linie, ab der Gewalt gerechtfertigt ist. Vielmehr dient das Widerstandsrecht als schriftliche Bestätigung für Widerständler. Es soll Leuten wie dem Grafen von Stauffenberg sagen, dass ihr Akt des Terrorismus, ihr Mordanschlag und ihr Hochverrat genau dies jeweils nicht ist, weil sie das Recht wahrnehmen, die Diktatur zu beseitigen. Leute wie er sollen ermutigt werden und anderen, die zweifeln und sich auf Treue, Diensteid oder Ähnliches berufen sagen: „Nein, Ihr dürft Euren Eid brechen. Hier steht es schwarz auf weiß.“

Graf von Stauffenberg und seine Mitverschwörer konnten lange Zeit zugleich als Verräter und Terroristen bezeichnet werden und wurden dies auch. Dies waren sie womöglich auch de jure, de facto natürlich nicht. Ein Recht die Hitler-Diktatur zu beseitigen war jederzeit gegeben. Die wenigen Helden, die es aktiv versuchten, sind mit dem gebührenden Respekt zu würdigen. Mit einem Widerstandsrecht wird also ermöglicht, dass Verschwörer gegen die staatliche Ordnung von der Nachwelt nicht verurteilt werden, ob nach einem Scheitern oder einem Erfolg. Es soll einer nachfolgenden Regierung ermöglichen und auftragen, die Verschwörer gegen die alte Ordnung freizusprechen und zu rehabilitieren, weil sie das Recht zu ihren Taten hatten.

Wenn wir zur Gegenwart zurückkommen, so haben die Putschisten in der Türkei möglicherweise (ihre Motive und Begründung ist mir keineswegs umfassend genug bekannt) ein Widerstandsrecht für sich in Anspruch genommen. In der Gegenwart hilft es ihnen kein bisschen, vielleicht werden sie hingerichtet. Aber wenn die Türkei ein solches Recht in ihrer Verfassung hätte, so hätten sich vielleicht mehr Truppenteile und auch ein Teil der Zivilgesellschaft beteiligt, während zugleich eine zukünftige Regierung sie ohne Probleme rehabilitieren könnte, weil sie ja bei ihrer Tat das ihnen garantierte Recht zum Widerstand in Anspruch nahmen.

 

 

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Liebe Freunde von der #refugeeswelcome-Fraktion

Liebe Freunde der #refugeeswelcome-Fraktion. Ihr habt in Sozialen Netzwerken und an den Bahnhöfen die Öffnung unserer Grenzen bejubelt und dafür gekämpft, dass jeder Mensch nach Deutschland einreisen kann. Viele von Euch haben gleichzeitig alle Kritiker dieser Politik vehement bekämpft, gerne auch unter Verwendung von diffamierenden Bezeichnungen. Doch Schwamm drüber. Ihr habt ja gewonnen. Glückwunsch dazu.

"Refugees Welcome" um jeden Preis!
„Refugees Welcome“ hat gewonnen.

 

Nichts ist umsonst

There’s no such thing as a free lunch.“ hat Milton Friedman geschrieben. Und so ist natürlich auch die islamische Massenzuwanderung nicht gratis. Doch Kosten und Risiken sind normal. Wir alle wissen, dass der „individuelle Personenverkehr“, also auf gut Deutsch, die Existenz von Autos, jedes Jahr eine vierstellige Zahl von Toten in Deutschland fordert. Letztes Jahr waren es rund 3.500 Menschenleben, die dort verloren gingen. Dennoch kommt keiner auf die Idee, Autos zu verbieten, weil ihr Nutzen für die Allgemeinheit so gewaltig hoch ist, dass diese 3.500 Toten als notwendige Kosten verstanden werden. Auch wenn die meisten von uns dies nicht so trocken und nüchtern ausrechnen und aussprechen, ist dies dennoch Konsens. „Autos sind zu gut, als dass uns 3.500 Tote davon abhalten könnten.“ Bei der Kernenergie war dagegen die Angst vor Toten, bis heute hat sie ja keinen Toten in Deutschland gefordert, so groß, dass man das Risiko nicht einzugehen bereit war.

Nun hat auch die islamische Massenzuwanderung Kosten. Nicht nur finanzieller Art, sondern auch in der Art von Gewaltausübung. Wir alle erinnern uns noch an die Silvester-Pogrome*, bei der von Basel bis Helsinki und in 14 deutschen Bundesländern tausende junge muslimische Männer Jagd auf Frauen machten und es eine ganze Reihe schweren sexuellen Belästigungen, sexuellen Übergriffen, Vergewaltigungen, auch Massenvergewaltigungen an einer vierstelligen Zahl von weiblichen Opfern gab. Diese Täter waren noch nicht einmal organisiert, was das Potential für spontane Taten dieser Art unter nicht geringen Anteilen der männlichen muslimischen Zuwanderer belegt. Jetzt ist in meiner Heimatstadt der erste IS-Terroranschlag in Deutschland „geglückt“, auch wenn es zum Glück keine Todesopfer gab. Dass aber unter den Kommenden Islamisten sein würden, musste jedem klar sein. Dass unter den Kommenden Terroristen sein würden, ebenfalls.

 

Zwei einfache Fragen

Daher möchte ich Euch, die ihr für das Gute kämpft, und das streite ich keineswegs ab, nun zwei einfache Fragen stellen, um deren Beantwortung ich bitte:

  1. Sind Ereignisse wie die Silvester-Pogrome und IS-Anschläge ein Kollateralschaden, den Ihr akzeptiert? Sind das eben die Späne die fallen, wenn gehobelt wird? Akzeptiert Ihr dies als Kosten der Zuwanderung?
  2. Was ist der kollektive Nutzen der islamischen Massenzuwanderung, der die mit ihr entstehenden Kosten rechtfertigt. Welchen Nutzen haben wir alle, welchen Nutzen habe ich persönlich davon, wenn Millionen junger Männer aus islamischen Ländern nach Deutschland kommen?

Ich bitte Euch um ehrliche Antworten. Sind die Kosten es wert und seid Ihr bereit, sie zu akzeptieren? Welchen Nutzen haben wir davon? Dies sollte mit einem einfachen „Ja!“ oder mit einem „Ja, diese Kosten sind es wert, weil…“ zu beantworten sein. Die Beantwortung sollte doch leicht fallen.

Ich hätte um ein Haar Opfer des IS-Terroristen sein können, der nur 200 Meter von meiner üblichen Angelstelle entfernt, an der ich oft bis ein Uhr nachts sitze, erschossen wurde. Ich war nur glücklicherweise an diesem Abend nicht am Wasser. Ich wäre um ein Haar an Silvester in Köln gewesen, wenn Krankheit nicht die Reise zu einer Silvesterfeier dort verhindert hätte.

Daher, so höflich ich nur fragen kann: Bitte erklärt mir, welchen Nutzen ich von dieser Zuwanderung habe, damit ich auch bereit bin, die Kosten zu bezahlen. Aktuell verstehe ich es nämlich nicht.

 

Wikipedia: „Der Begriff Pogrom bezeichnet die gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden.“ Wikitonary: „Ausschreitungen gegen bestimmte Personengruppen in einer Gesellschaft“

 

 

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Darum konnte Erdogan mit seiner Maschine nach Istanbul fliegen

Einer der Gründe, weshalb viele an einen inszenierten Putsch glauben ist, dass Erdogan mit der Präsidentenmaschine und eingeschaltetem Transponder nach Istanbul geflogen ist. Dies ist ein Screenshot von flightradar24.com, der mir auf die Facebook-Seite gepostet wurde. Selber konnte ich den Flug leider nicht in der Datenbank von Flightradar finden, was vielleicht daran liegt, dass der Flug jetzt Tage her ist.

Die soll die Transponderdaten des Flugzeuges mit Erdogan an Bord zeigen.
Dies soll die Transponderdaten des Flugzeuges mit Erdogan an Bord zeigen.

Die Frage scheint berechtigt, wie der türkische Präsident sein Flugzeug mit eingeschaltetem Transponder benutzen konnte, wo doch die Putschisten über Flugzeuge verfügten. Um 23 Uhr verkündeten die Militärs die Machtübernahme, schon um 0:20 Uhr landete Erdogan in Istanbul. Laut des Screenshots betrug seine Flugzeug 1:37 Stunden.

Schon um 19:29 Uhr wurden die Brücken geschlossen und um 19:50 überflogen Jets Ankara, während Hubschrauber über Istanbul waren. Schon um 22:59, also kurz nach dem Zeitpunkt des Stars der Regierungsmaschine mit Erdogan, berichtete der türkische Sender NTV vom Abschuss eines Hubschraubers der Putschisten in Ankara durch ein Kampfflugzeug der Loyalisten. Spätestens jetzt war die Luftherrschaft also wieder gesichert. Schließlich hatte die Welt berichtet, die Putschisten hätten über sechs F-16 verfügt, die von der Luftwaffenbasis in Malatya gestartet seien.

Um 23:39 und um 00:27 Uhr kam es zu Explosionen am Parlamentsgebäude von Ankara, ob durch Flugzeuge ist mir bislang nicht bekannt. Spätere Meldungen lassen erwarten, dass dies die Luftangriffe auf Panzer der Putschisten waren.

 

Zu wenig Flugzeuge, zu wenig Reichweite

F-16 Jets haben eine Einsatzreichweite von etwa 600 Kilometern. Mit anderen Flugprofilen, vor allem durch Flug in großer Höhe und mit geringerer Geschwindigkeit, und einer geringeren Verweildauer vor Ort kann diese Distanz gestreckt werden, aber nicht beliebig. Weitere Zusatztanks erlauben ebenfalls eine größere Reichweite, aber merklich weniger Waffenzuladung.

Eine F-16 der türkischen Luftstreitkräfte. Sechs Flugzeuge dieses Typs waren auf Seiten der Putschisten im Einsatz.
Eine F-16 der türkischen Luftstreitkräfte. Sechs Flugzeuge dieses Typs waren auf Seiten der Putschisten im Einsatz.

 

 

Die Entfernung per Luftlinie zwischen Malatya und Istanbul beträgt 851 km, womit sich Istanbul bereits theoretisch außerhalb der Reichweite von in Malatya gestarteten F-16 befindet. Mit Zusatztanks und anderen Flugprofilen dürfte ein Erreichen Istanbuls jedoch kein Problem sein, die dort geflogenen Show of Force Flüge sind jedoch Treibstoffintensiv, vor allem wenn sie in Überschall stattgefunden haben sollten. In diesem Fall wäre die Verweildauer der F-16 vor Ort in Minuten gewesen.

Erdogan befand sich in Marmaris im Urlaub. Die Entfernung per Luftlinie zwischen Malatya und Marmaris beträgt 899 km, also haben F-16 über dem Ort noch weniger Zeit, durch ihre Präsenz einen Flug Erdogans mit einem Hubschrauber zu verhindern. Dalaman, von wo aus Erdogan gestartet ist, ist 856 km von Malatya entfernt und somit kaum näher. Dazu darf davon ausgegangen werden, dass die Präsidentenmaschine unter Garantie Geleitschutz erhalten hat.

Mir noch unbekannt ist die Frage, ab wann die Putschisten-Jets nicht mehr in Malatya starten konnten. Dies wäre noch zu klären. Aktuell deutet jedoch alles darauf hin, dass sie einen Einsatz geflogen sind und danach die Luftherrschaft über der Türkei an die Loyalisten überging. Damit ist es rechnerisch unmöglich gewesen, dass die sechs F-16 der Putschisten den Flug Erdogans verhindern konnten.

Da sich das Militär in all seinen Führungsstellen an die Seite der Regierung gestellt hat, ist davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Flugs Erdogans nicht nur die Luftherrschaft wieder fest in den Händen der Loyalisten war, sondern auch dass dieser Umstand der Regierung selbst bekannt war. Für Erdogan bestand somit schlicht keine Gefahr mehr in der Luft. Er konnte fliegen und dies natürlich mit eingeschaltetem Transponder.

 

Update:

Reuters berichtet, zwei F-16 hätten die Präsidentenmaschine, die mit zwei F-16 als Geleitschutz flog, mit ihrem Radar beleuchtet, aber nicht gefeuert. Laut Reuters seien es sogar Maschinen der Putschisten gewesen: „A senior Turkish official confirmed to Reuters that Erdogan’s business jet had been harassed while flying from the airport that serves Marmaris by two F-16s commandeered by the coup plotters but that he had managed to reach Istanbul safely“

Es wäre noch zu klären, ob es wirklich Maschinen der Rebellen gewesen sind, was angesichts der gleichen IFF-Kennung nicht aus der Luft zu erkennen gewesen sein dürfte. Das wiederum würde erklären, warum sie nicht gefeuert haben, weil es unwahrscheinlich ist, dass zwei Maschinen der Putschisten ein Zivilflugzeug eskortieren. Wie bei allen Dingen, wo die Informationen erst hereintröpfeln, können sich die Umstände und ihre Bewertung mit wechselnder Informationslage natürlich ändern. So möglicherweise auch hier. Vielleicht haben also doch Putschisten-Flugzeuge Erdogan bedroht. Ich halte es jedoch weiterhin für unwahrscheinlich, dass gegen 23 Uhr noch Putschisten-Flugzeuge im Westen des Landes operierten. Zumindest keine aus Malatya.

 

Siehe auch: 

http://torstenh.de/warum-ein-putsch-scheitert/

 

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Warum ein Putsch scheitert

Es liegen noch nicht einmal im Ansatz alle Informationen über den Putschversuch in der Türkei vor, schon glauben alle zu wissen, wer dahinter steht. Natürlich nicht die Putschisten. Nein, bekannte „Experten“ erklären, Erdogan habe es selbst angezettelt und wer sonst vehement gegen jede Verschwörungstheorie wettert behauptet nun mit dem Brustton der Überzeugung, der Präsident eines NATO-Landes habe einen Putsch gegen sich selbst inszeniert. Andere zeigen, dass ihr Hass auf die NATO inzwischen das Niveau des großen Antisemitismus erreicht hat, der ebenfalls hinter jeden Ereignis ja eine jüdische Weltverschwörung sehen kann. So gibt es allen Ernstes Thesen im Internet, die NATO habe die Putschisten angestachelt, um eine nun wieder erfolgende Annäherung zwischen Russland und Erdogan zu torpedieren. Bei Großereignissen wie diesen ist es üblich, dass sich jeder mit ihnen beschäftigt und sich fast jeder dazu äußert, selbst wenn er von den relevanten Thematiken keinerlei Ahnung hat.

Nun ist es viel zu früh zu erklären, was die Hintergründe des Putschversuches gewesen sein sollen. Es gibt noch fast keine Informationen über die beteiligten Einheiten und erst Recht keine über die verantwortlichen Köpfe. All jenen, die ihr Heil generell in Verschwörungstheorien suchen, kann ich ohnehin niemals überzeugende Argumente liefern. Wer Ockhams Rasiermesser für das Gerät zum Trimmen von Barthaaren eines gewissen „Ockham“ hält und seine eigene Intuition für einen gerichtsfesten Beweis, dem kann ich nicht helfen. Aber es gibt genügend Menschen die das Vorgehen der Putschisten einfach nicht verstehen und daher mangels Verständnis an eine Verschwörung (über die der Putschisten hinaus, was natürlich eine Verschwörung war) glauben. Diesen will ich hier einen Erklärungsansatz liefern. Da es aber zu früh für eine Erklärung ist und sich einige meiner Aussagen in der Zukunft als falsch heraus stellen können, kann ich nicht genug betonen, dass es ein Erklärungsansatz ist. Es ist eine theoretische Abhandlung, keine Schilderung von Fakten. Es ist Spekulation, denn mehr ist anhand der Informationslage ohnehin nicht möglich.

Warum (1)

 

Die Grundlagen eines Putsches

Bei einem Militärputsch verschwören sich Offiziere darin, die Regierung abzusetzen. Dabei sind jedoch viele Umstände zu beachten. In Streitkräften mit einem gefestigtem Korpsgeist kann eine Vorbereitung völlig anders ablaufen als in den türkischen Streitkräften vor dem 15. Juli 2016. In Ägypten setzte das Militär beispielsweise Mohammed Mursi eine Frist, in der er ihre Forderungen zu erfüllen habe. Man erklärte also ganz offen von Seiten der Militärführung: „Tue was wir wollen, oder wir putschen.“ Als er es nicht tat, wurde geputscht. Möglich war dies nur, weil das Militär ohne jeden Zweifel hinter seiner militärischen Führung stand und der Putsch von der obersten Führung der Streitkräfte durchgeführt wurde. Dass es nennenswerte Zahlen an Überläufern geben könnte, stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte. Feldmarschall as-Sisi befahl den Putsch und die Soldaten gehorchten. Ähnlich war es beispielsweise auch beim Putsch von General Augsto Pinochet in Chile oder den zahlreichen Putschen in Thailand. Militärs mit geschlossenem und gefestigtem Korpsgeist und intakter Befehlskette führten Militärputsche durch, bei denen sie einfach befahlen und ihre Befehle befolgt wurden.

In all diesen Fällen gab es häufig nicht einmal Verschwörungen. Es gab keine geheimen Abmachungen in nennenswertem Umfang. Teilweise wurde der Putsch gar Tage voraus angekündigt. Möglich war dies, weil das Militär jeweils eine so gefestigte Struktur hatte, dass es als ausgeschlossen angesehen wurde, Teile der Streitkräfte würden die Putschisten vor Beginn ihrer Ausführung ausschalten oder gar der Polizei eine Verhaftung erlauben.

Dies war in der Türkei nicht so. Seitdem die AKP 2002 in der Türkei die Wahl gewonnen hatte, hat sie mit Hilfe der von der EU geforderten Demokratisierungsbestrebungen den kemalistischen Korpsgeist des Militärs unterhöhlt. Nach und nach wurde die Macht des Militärs gebrochen und es in steigendem Maße unter zivile Kontrolle gestellt. Dazu kamen zwei wesentliche Ereignisse. Zum einen die Ergenekon-Verschwörung, bei der hunderte oppositionelle Führungskräfte verhaftet wurden, darunter viele hohe Offiziere. Sie sollten einen Putsch vorbereitet und einen tiefen Staat gebildet haben. Nachdem ein Teil zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurde, hob das oberste Gericht alle Urteile auf, da die Verschwörung nie bewiesen wurde. Die Betroffen waren aber dennoch nicht nur über Jahre als Hochverräter diskreditiert, sondern zum Teil auch über Jahre in Haft oder Untersuchungshaft. Die Personen wurden also nicht nur aus dem Verkehr gezogen, sondern auch eine glaubhafte Drohkulisse erzeugt, was passiert, sollte man sich der Planung eines Putsches verdächtig machen. Mehrere Urteile mit lebenslangen Freiheitsstrafen, wegen des vorgeworfenen Planens eines Putsches, zeigten, was an Haft zu erwarten sein würde. Dies konnte nur einschüchternd auf das Militär wirken, zumal die Verhaftungen eben durch die Streitkräfte geduldet wurden. Ein Brigadegeneral oder Obrist mit dem Wunsch nach einem kemalistischen Umsturz musste zusehen, wie seine vermuteten Gesinnungsgenossen verhaftet, gedemütigt und lebenslang hinter Gittern verschwanden, während keiner seiner Kameraden in Uniform etwas dagegen zu tun wagte. Die Ergenekon-Affaire musste sich als effektive Abschreckung erweisen!

Der andere Faktor ist, dass die AKP-Regierung inzwischen dem Militär das genommen hat, was ihm so lange den Erhalt des kemalistischen Korpsgeistes ermöglicht hat. Sie hat den türkischen Streitkräften das Recht genommen, die Offiziere selbst auszuwählen und zu befördern. Diese seit vielen Jahrzehnten geltende Praxis hatte es ermöglicht, dass kemalistische Generäle dafür sorgten, dass jeder Führungsnachwuchs ebenfalls kemalistisch war. Wer es nicht war, wurde entweder nie Offizier oder nie befördert und blieb daher bis zu seinem Ausscheiden aus den Streitkräften bedeutungslos. Indem die Regierung der Türkei diese Praxis jedoch beendete, begann die kemalistische Orientierung der Streitkräfte zu zerfallen. ,Über Nacht konnten deshalb natürlich keine islamistischen Generäle auftauchen, aber der Weg zur Islamisierung der Streitkräfte wurde eröffnet. Gleichzeitig wurde Offizieren deutlich gemacht, dass eine strikte Einhaltung kemalistischer Prinzipien nun nicht mehr für die eigene Karriere erforderlich war, was ebenfalls dem Zerfall des kemalistischen Korpsgeistes förderlich war.

Als nun die Putschisten von 2016 ihre Tat zu planen begannen, standen sie vor völlig anderen Grundlagen als alle vorhergehenden Putschisten in der Türkei. Anders als früher, würde ein Putsch nicht mehr durch die oberste Führung der Streitkräfte durchgeführt werden. Anders als früher wäre wohl auch das nur scherzhafte Ansprechen eines Putsches nicht etwa folgenlos geblieben, sondern hätte drastische Folgen für die eigene Karriere und höchstwahrscheinlich sogar für die eigene Freiheit gehabt. Jeder, den man eventuell einweihen konnte, könnte der Regierung und den Behörden von den Plänen erzählen, diese damit zum Scheitern und die Putschisten hinter Gitter bringen. Es musste also die Zahl der Mitwisser auf ein Minimum reduziert werden. Schon gestern hatte ich spekuliert, dass ich es führ wahrscheinlich halte, der Putsch sei von Batallionsebene aus begonnen worden, also vorrangig von den Dienstgraden Major bis Oberst. Mich würde daher nicht verwundern, wenn wir am Ende erfahren, dass die Putschisten eine gemeinsame Vergangenheit haben, beispielsweise dass sie zu weiten Teilen eines Jahrgangs einer Militärakademie oder einer Weiterbildung entstammen. Um so einen Putsch unter den Bedingungen von 2016 zu planen, braucht man absolut vertrauenswürdige Partner und die hat man vor allem bei langer gemeinsamer Geschichte.

Die Zahl der Putschisten war also eingeschränkt. Der von mir vermutete Dienstgrad der Putschisten war hoch genug um eigenständig Kommandos zu geben, allerdings jeweils wohl kaum über mehr als etwa 1.000 Mann.

Obristen können durchaus erfolgreich putschen, aber nur unter anderen Bedingungen. Putsche durch Obristen sind oft genug erfolgreich, wenn das Militär sich hinter ihrem Ziel vereinigt und wenn ihre Maßnahme dem Willen wesentlicher bestimmender Teile des Volkes entspricht oder wenn die Entmachteten keinen Widerstand leisten. 1960 gab es keinen Widerstand in der Türkei durch die Entmachteten. Gaddafi war erfolgreich, weil jeder König Idris weghaben wollte, Nasser war erfolgreich, weil jeder König Faruq loswerden wollte. Keine dieser Bedingungen war hier gegeben.

 

Wie man einen Putsch durchführt

Wir wissen noch nichts über die Motive der Putschisten. Daher kann ich nicht oft genug betonen, dass dies hier eine Spekulation ist und keine Darstellung von Fakten. Es ist der Versuch einer logischen Erklärung anhand von Erkenntnissen über vergangene Militärputsche und über militärische Vorgehensweisen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wegen der oben genannten Umstände gab es also nur wenige eingeweihte Putschisten. Mich würde es nicht wundern, wenn die Zahl irgendwo zwischen 6 und 15 Obristen liegen dürfte. Man hatte also keinen ausreichend hohen Dienstgrad zur Verfügung um das Kommando über größere Einheiten zu haben, beispielsweise eine ganze Armee oder gar eine ganze Teilstreitkraft, während man gleichzeitig auch nur eine sehr beschränkte Anzahl an Soldaten zur Verfügung hatte. Die Putschisten sahen nun in den vergangen Monaten eine immer offener ausgelebte autokratische Praxis des türkischen Staatspräsidenten, der trotz seiner eigentlich rein repräsentativen Funktion de facto einfach die Macht usurpiert hatte. Während also die Demokratie ohnehin bereits im Argen lag, schritten die Islamisierungstendenzen der AKP-Regierung ohne Unterlass fort und der von der AKP-Regierung lange Zeit mit bewusstem und geradezu demonstrativem Ignorieren unterstütze IS begann, das Land mit einer Terrorwelle zu überziehen. Währenddessen dürfte es auch in der Türkei nicht wenigen Menschen klar sein, dass der nun fast schon als Bürgerkrieg zu beschreibende Konflikt in den kurdisch besiedelten Gebieten im Osten des Landes ebenfalls nicht nur vermeidbar gewesen wäre, sondern geradezu gezielt von Erdogan vom Zaum gebrochen wurde, um seine Macht im Lande zu sichern und verstärken. Während die kemalistischen Offiziere (ich nehme einfach mal an, dass sie es waren) zusahen, wie ihr Land den Terrorstaat nebenan durch weitgehendes Ignorieren von Schmuggel und Rekrutierung unterstützte, sahen sie die Fundamente sowohl von Kemalismus wie auch von der Demokratie in Windeseile erodieren, während zeitgleich Kameraden in einem völlig sinnlos begonnen Bürgerkrieg gegen die Kurden fielen und die Islamisten des IS ihre Landsleute ermordeten. Permanent unter der Bedrohung einer Entdeckung der eigenen Putschpläne stehend, entschlossen sie sich zu handeln. Ihre Wahl dürfte gewesen sein, ihr Bestes in einer Stunde der Not ihres Landes zu versuchen oder einzupacken und zu hoffen, dass die kommende Diktatur des Erdogan niemals von ihren Putschplänen erfahren würde, um sie so auch ohne durchgeführten Putsch lebenslang zu inhaftieren. Wenn wir von dieser Sicht ausgehen, war es das einzig logische, zu handeln. Sie versuchten den großen Wurf, egal wie klein ihre Chancen auch waren. Weil sie keine andere Wahl mehr sahen.

Man hört, der Putsch sei stümperhaft durchgeführt worden. Nun liegen bei weitem nicht alle Informationen vor, aber ich will dies nach meinem aktuellen Kenntnisstand bestreiten! Wenn meine Vermutung von nur einer Handvoll Obristen stimmt und diese alle das Kommando über ein Bataillon gehabt haben sollten, dann hätten sie einige tausend Soldaten befehligt, nicht mehr. Da man nicht jeden Koch mit einem Gewehr in der Hand zum Putschen schicken kann, waren die verfügbaren Kräfte, also wen man tatsächlich auf die Straße schicken kann, entsprechend noch einmal deutlich kleiner. Wenn man sich im Zugzwang sieht und nicht über genug Personal verfügt, dann muss man das Beste daraus machen und dies haben die Putschisten getan. Denn, das einzige worauf sie hoffen konnten war, dass sich nicht eingeweihte Offiziere mit ihren Einheiten beteiligen würden. Alles andere würden ihre beschränkten Kräfte verhindern. Um die Beteiligung anderer Einheiten zu erreichen, muss man diesen zeigen, dass man es ernst meint. Um Unentschlossene wenigstens von dem Versuch einer Niederschlagung des Putsches abzuhalten, muss man Stärke beweisen und abschrecken. Beides wurde versucht.

Die Sperrung der Bosporusbrücken ist unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Auf den Bildern war zu sehen, dass die Putschisten nur eine Fahrspur gesperrt hatten. Darüber hinaus hatten sie nur auf zwei von drei der Brücken eine Fahrspur gesperrt. Was also sollte diese Aktion überhaupt? Ganz einfach: Sie sollte ein Zeichen setzen. Mit dem Besetzen von zentralen Verkehrsknotenpunkten wie diesen Brücken war der Putsch nicht mehr zu ignorieren. Damit wurde jedem Offizier einer nicht beteiligten Einheit klar, was los war. Ein ernsthafter Versuch einer Sperrung wurde also gar nicht unternommen, würde er unter einem Angriff durch Loyalisten ohnehin zusammenbrechen. Wie sehr der erste Teil dieses Plans funktionierte, haben wir alle gesehen. Die Bilder von Soldaten und Panzern auf den Brücken gingen um die Welt. Jeder Offizier der türkischen Streitkräfte wusste, was Sache ist. Dass das ausgelöste Verkehrschaos eine Reaktion erschweren würde, dürfte ein positiver Nebeneffekt gewesen sein.

Um einen Putsch erfolgreich durchzuführen, muss man die Reaktionsmöglichkeiten der bestehenden Ordnung möglichst ausschalten oder zumindest einschränken. Dies wurde gemacht. Das Parlament wurde blockiert und bombardiert. Es wurden Soldaten geschickt um Erdogan zu verhaften und laut seiner Aussage wurde sein Aufenthaltsort kurz nach seinem Verlassen ebenfalls bombardiert. Mit ihren beschränkten Ressourcen – ich gehe ja nur von wenigen Bataillonen aus – versuchten die Putschisten also das Möglichste zu erreichen. Sie versuchten Erdogan auszuschalten und das Parlament in seiner Handlungsfähigkeit einzuschränken. Wenn man schon nicht alle verhaften können würde, und ein Sturm auf das Parlament wurde ja gar nicht versucht, würde man sie wenigstens in die Schutzräume treiben, wo ihre Möglichkeiten zur Kommunikation eingeschränkt sein würden. Die Verhaftung Erdogans hätte geklappt, hätte man den  Bereich um seinen Aufenthaltsort umfangreicher absperren können, wofür mehr Soldaten nötig gewesen wären. Sie hätte geklappt, wenn man mit eigenen Kampfflugzeugen oder eigener Luftabwehr die Evakuierung hätte verhindern können. Doch diese Möglichkeiten standen nicht zur Verfügung. Man versuchte also wohl einen Bombenangriff in den ersten Momenten der Verwirrung, bevor die loyalen Teile des Militärs reagieren würden, während man einen Trupp Soldaten zur Verhaftung schickte.

Durch Angriffe auf den Militärgeheimdienst sollte dieser paralysiert werden und seine überlegenen Kommunikationsmittel dem Dienst der Loyalisten entzogen werden. Die Festnahme des Generalstabschefs sollte verhindern, dass dieser vor das Fernsehen tritt oder per Funk direkt Befehle zur Niederschlagung gibt. Ich würde, ohne die Fakten zu kennen, hier wetten, dass der Generalstabschef von den ihn festnehmenden Soldaten gefragt wurde, ob er sich an dem Putsch beteiligen wolle und ihn gar führen wolle, dass er aber ablehnte. Indem aber das Militär im Rahmen der eigenen Möglichkeiten „enthauptet“ wurde, sollte die Kommandostruktur aufgeweicht werden, was ein Überlaufen von anderen Einheiten erleichtern würde. Gleichzeitig würde ein solches Ausschalten der Militärführung die Koordinierung der Gegenwehr extrem erschweren und die Reaktionszeiten verlängern. Dies zeigt, dass die Putschisten wohl zu Beginn über einige Flugzeuge verfügten, diese aber sehr schnell vom Himmel verschwanden, sobald der Rest des Militärs seine Flugzeuge und Flugabwehr aktivierte und auf den vorhanden Militärflughäfen seine Kontrolle konsolidierte.

Ein weiterer Faktor zum Garantieren des Erfolgs eines Putsches ist das Besetzen von Verkehrsknotenpunkten, um die Bewegungsmöglichkeiten von Loyalisten und den Köpfen der Regierung einzuschränken, damit diese sich nicht mehr konzentrieren können. Mit den geringen vorhanden Kräften wurde dies versucht. Sowohl die Flughäfen von Ankara, wie auch der von Istanbul wurden besetzt. Als jedoch loyalistische Zivilisten und Polizeistreitkräfte nach der Aufforderung von Erdogan zu diesen Orten eilten, hätten die schwachen Kräfte der Putschisten in die zumeist unbewaffnete Menge schießen müssen, um die Menschen trotz ihrer geringen Zahl aufzuhalten. Da zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass sich nicht das ganze Militär geschlossen hinter die Putschisten stellt, wurde fast überall darauf verzichtet und die geringen Kräfte der Putschisten ergaben sich oder rückten freiwillig ab, als die Tötung ihrer unbewaffneten Landsleute sich als einzige Alternative dazu erwies. Nicht zuletzt auch, weil die einfachen Soldaten ja nicht vorab informiert wurden, sie würden putschen. Sie folgten schlicht ihren Befehlshabern und fanden sich unvermittelt als Aufständische gegen die Regierung wieder. Um weitere Verkehrsknotenpunkte zu besetzen, also Autobahnkreuze, Eisenbahnknotenpunkte und Ähnliches, waren die Kräfte der Putschisten schlicht zu schwach.

Um erfolgreich zu putschen, muss man nicht nur die Verkehrsknotenpunkte besetzen, sondern auch die Kommunikation lahmlegen, damit sich die Loyalisten überhaupt nicht organisieren können. Dies wurde im Ansatz versucht, indem man es tatsächlich schaffte, soziale Netzwerke (Twitter, Facebook und wohl auch Youtube) zu sperren, was für die Schwäche der Putschisten eine beeindruckende Leistung ist, mussten sie doch genau wissen, wo eine solche landesweite Sperrung zu erreichen ist und diese auch durchführen. Die Sperrung zeigt, dass der Versuch des Abschneidens der Kommunikation durchaus ernsthaft versucht wurde, zumindest im Rahmen der Möglichkeiten. Darüber hinaus besetzte man das staatliche Fernsehen. Dort ließ man eine Erklärung verlesen, wonach man den Säkularismus wiederherstellen würde und verhängte eine Ausgangssperre. Angesichts geringer eigener Kräfte konnten nicht alle Fernsehsender auf einmal besetzt werden, bei CNN Türk versuchte man es ja etwas später noch zusätzlich. Da ein staatlicher Sender am schnellsten mit der Organisation eines Widerstandes beginnen würde, unterliegt er doch der Kontrolle der Regierung gegen die gerade geputscht wird, war er natürlich das erste Ziel. Indem man dort seine Erklärung verlesen lassen würde, würde man zudem klar machen, dass es kein Scherz oder Internet-Hoax ist, seine Ernsthaftigkeit beweisen und zugleich das ganze Land erreichen. Man würde die Möglichkeiten schaffen, dass andere Einheiten ebenfalls überlaufen konnten.

Der Plan war, wenn wir meine Annahme der verfügbaren Möglichkeiten akzeptieren, weder schlecht, noch dumm, noch unprofessionell. Er war den Umständen entsprechend und musste mit der Hoffnung arbeiten, er würde als Fanal gelten, der die Gegner Erdogans zu den Waffen ruft.

Nachtrag: „Der prominente türkische Autor und Journalist Ahmet Sik bringt die Möglichkeit ins Spiel, dass die Regierung von dem Plan Wind bekam und die Umstürzler sich zum Handeln gezwungen sahen, bevor ihre Vorbereitungen abgeschlossen waren.“ so die Wirtschaftswoche. Dies wäre in der Tat eine sehr plausible Erklärung.

 

Warum ein Putsch scheitert

Das Problem der Putschisten war also, dass sie ziemlich sicher nur dem zweiten Glied der Offiziersränge entsprangen. Ansonsten hätte sich auch ein ranghoher General gefunden, der seinen Namen für den Putsch hergegeben hätte. Da dieser aber wohl nicht zur Verfügung stand, wurde die Erklärung der Putschisten ohne die Nennung der Offiziere verlesen. Ihre geringe Anzahl machte den ganzen Putsch davon abhängig, dass sich andere Einheiten nach Bekanntwerden des Putsches sofort an die Seite der Putschisten stellen würden. Wäre Erdogan verhaftet worden, wäre dies vielleicht sogar passiert. Die Absetzung von 29 Obristen und inzwischen einer zweistelligen Zahl an Generälen deutet zumindest darauf hin, dass die AKP-Regierung immerhin bei etwa 60 hohen Offizieren und Kommandeuren von Einheiten (nicht jeder dieses Dienstgrades kommandiert allerdings eine eigene Einheit) eine Gefahr sah. Hätten sich all diese Offiziere mit ihren Einheiten beteiligt, wäre es vielleicht anders ausgegangen.

Die Putschisten führten also ein Vabanque-Spiel. Vermutlich, weil sie keine andere Wahl mehr sahen. Mit ihren Putschplänen waren sie ohnehin bereits verdammt und die Gelegenheit schien günstig. Wäre der Putsch von der militärischen Seite her erfolgreich gewesen, wäre er nämlich auch politisch erfolgreich gewesen. Denn auch wenn die einhellige Meinung ist, im 21. Jahrhundert dürfe kein Putsch mehr passieren, so waren die äußeren Umstände für das 21. Jahrhundert geradezu perfekt. Erdogans Verhalten hat in den letzten Monaten immer mehr ausländische Partner vor den Kopf gestoßen, während die Türkei selbst auch unter einer Militärregierung unangreifbar wirkt. Wäre es unter normalen Umständen zu einem Putsch gekommen, wären harte Sanktionen durch den Westen und nach dessen Vorbild anschließend auch durch andere wichtige Staaten die Folge gewesen. Die Mitgliedschaft der Türkei in der NATO wäre suspendiert worden und man hätte versucht, die  Putschisten mit enormem wirtschaftlichen Druck zum Einknicken zu bewegen. Indem aber Russland wieder von der NATO als Bedrohung verstanden wird, könnte die NATO 2016 unmöglich das Mitgliedsland mit der zweitgrößten Armee vor den Kopf stoßen. Man braucht schlicht die türkischen Soldaten für die Verteidigung der NATO. Doch auch ein Blick nach Süden zeigt, wieso die äußeren Umstände geradezu perfekt für einen Putsch waren. Wer will in der Türkei Chaos und einen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Zusammenbruch, ja vielleicht gar einen Bürgerkrieg, wenn man sieht was gerade in Syrien passiert? Niemand hätte das türkische Militär schwächen wollen, auch nach einem Putsch nicht, weil es, und nur es, als Bollwerk gegen die Ausbreitung des IS nach Norden fungiert. Die Rolle der Türkei im Kampf gegen den IS als Bereitsteller von Überflugrechten und Basen ist zu wichtig, als dass man auf sie hätte verzichten können, nur weil die Militärs einen Islamisten, den ohnehin keiner mochte, weggeputscht hätten.

Allerdings waren die Veränderungen und Säuberungen im türkischen Militär bereits zu effektiv gewesen. Wie oben geschildert konnten die Putschisten kein großes Netzwerk aufbauen und die Führung des Militärs wurde nach dem Beginn wohl ziemlich sicher gefragt, lehnte eine Beteiligung aber ab. Die wenigen Einheiten mussten also auf Verstärkung von Überläufern hoffen, wofür sie alles Nötige getan hatten. Allerdings zeigt sich hier, was für eine Verzweiflungstat es war.

Die Urteile bei Ergenekon belegen, dass Putschisten in der Türkei lebenslange Haft droht, jetzt wird ja sogar über die Todesstrafe diskutiert. Ein kemalistischer hoher Offizier mit Kommandogewalt über eine größere Einheit erfuhr also, wie tausende seiner Kameraden in vergleichbarer Position, in der Nacht des Putsches von dem Ereignis. Nachdem er davon erfuhr, musste er sich entscheiden. Wer länger als nur ein, zwei Minuten für die Antwort brauchte, würde sich verdächtig machen, er habe überlegt den Putsch unterstützen zu wollen. Dies könnte ein Grund für die verhafteten Generäle und Obristen sein. In diesen ein, zwei Minuten muss er nun also, selbst wenn er Sympathie hat und einen Putsch eigentlich herbeisehnt, die Entscheidung treffen, ob er sich beteiligt. Er wird darüber nachdenken. Dann wird er die Konsequenzen überdenken. Es ist nicht die Führung des Militärs, sondern nur ein paar des zweiten Glieds. Damit sind die Putschisten massiv in der Unterzahl und ihnen fehlt die eigentliche militärische Legitimation im Sinne der Kommandokette, um so etwas zu befehlen. Jederzeit kann jemand mit höherem Rang kommen und den Soldaten einfach die Rückkehr in die Kasernen oder das Niederlegen der Waffen befehlen. Sie meutern also. Sollte er sich ihnen anschließen, würde er sich höchstwahrscheinlich einer verlorenen Sache anschließen. Die Folge davon wäre sein Tod oder lebenslange Haft. Wenn er sich allerdings nicht beteiligt, was droht ihm dann? Gut, die AKP-Regierung behält die Kontrolle, was für ihn furchtbar ist. Aber wenn ihn dies nicht so weit bringt sein eigenes Leben für die Bekämpfung opfern zu wollen, dann droht ihm: nichts! Sollten die Putschisten erfolgreich sein, würden zu viele Einheiten sich nicht beteiligt haben, als dass er dafür von den Putschisten bestraft werden würde. Ihm würde kein Haft drohen, vermutlich noch nicht einmal die Enthebung von seinem Kommando. Auf der einen Seite wartet also der fast sichere Untergang, auf der anderen Seite wartet der Status Quo. Für die allermeisten Offiziere dürfte die Entscheidung unter diesen Umständen einfach gewesen sein. „Wenn nicht von der Division der Befehl kommt auszurücken, mache ich nichts. Ich warte einfach auf Befehl von oben.“ Damit blieb die Verstärkung für die Putschisten aus und als sich die Gegenwehr organisierte, brach er schnell in sich zusammen.

 

Aber, wie sind all diese Dinge zu erklären?

Es werden Bilder herumgereicht, wonach Erdogans Präsidentenmaschine lange über Istanbul mit eingeschaltetem Transponder kreiste. Dies muss der Beweis sein, dass er es inszeniert hatte. Nein, muss es nicht. Denn der einzige Beleg über die Verfügbarkeit von Kampfflugzeugen mit der Fähigkeit eine Verkehrsmaschine abzufangen für die Putschisten, sind die zu Beginn des Putsches geflogenen „Show of Force“ Flüge im Tiefflug und mit Überschall. Bislang sehe ich noch nicht einmal hier eine eindeutige Bestätigung, dass es wirklich Jets in den Händen von Putschisten waren, allein die Verfügbarkeit von Hubschraubern ist eindeutig belegt. Theoretisch hätten diese Jets im Tiefflug auch Loyalisten sein können, die die Putschisten abschrecken sollten, auch wenn dies unwahrscheinlich ist. Vermutlich waren es Jets in den Händen der Putschisten, doch was bedeutet das? Nicht viel. Nur, dass sie zu Beginn eine Handvoll Jets zur Verfügung hatten. Eine Handvoll von Hunderten, über die die türkische Luftwaffe verfügt. Diese Jets verbrauchen im Überschallflug in niedriger Höhe jedoch so extrem viel Treibstoff, dass ihre Flugzeit eher in Minuten, denn auch nur in halben Stunden anzugeben ist, braucht eine F-16 doch den Nachbrenner um Überschall zu erreichen. Damit waren diese Jets schon nach kurzer Zeit dazu gezwungen, zum Auftanken zu landen. Da wir oben erörtert haben, dass und warum die Putschisten nur über sehr beschränkte personelle Mittel verfügten, ist hier der Zeitpunkt, wo ein erneuter Start mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits durch Loyalisten verhindert wurde. Vielleicht konnten ein paar Jets auch zwei oder gar drei Einsätze fliegen, spätestens dann war jedoch Schluss.

Dies weiß auch der türkische Präsident, wenn nach dem ersten Schock die Informationen wieder halbwegs geordnet zu fließen beginnen. „Herr Präsident, wir haben alle Flugplätze mit Jets wieder unter Kontrolle, keine Jets der Putschisten sind mehr in der Luft.“ Wird ihm anschließend betätigt, dass sich keine Einheit mit Luftabwehrraketen am Putsch beteiligt hat und ist seine Präsidentenmaschine mit Werfern für Düppel und Wärmetäuschkörpern ausgestattet, wovon auszugehen ist, besteht fast kein Risiko mehr. Zumal die Präsidentenmaschine unter Garantie in dieser Nacht von Kampfflugzeugen eskortiert wurde, die ihre Transponder eben nicht eingeschaltet hatten. Wenn ihm also bestätigt wird, dass der Luftraum sicher sei, dann kann er in seiner Präsidentenmaschine starten. Wenn er anschließend über Istanbul kreist bis er die Bestätigung hat, dass der Flughafen wieder unter Kontrolle sei, dann erklärt dies auch die Transponderdaten.

Eine andere Aussage, von der ich gelesen habe, war, dass es ja unmöglich ein Zufall sein könnte, dass er einen Tag nach dem Putsch bereits eine Liste mit 2.700 Richtern habe, die zu entlassen seinen. Stimmt, das war kein Zufall. Dass seine Regierung sehr umfangreiche Listen mit Regimegegnern erstellen kann und erstellt, wissen wir spätestens seit Ergenekon. Dass eine zunehmend diktatorische Regierung unter Erdogan Listen mit Regimegegnern hat, sollte nun wirklich nicht überraschen. Dies war eher zu erwarten. Erst Recht, nachdem das türkische Justizsystem mit seiner Aufhebung der Ergenekon-Urteile der Regierung gezeigt hatte, dass es noch „auf Linie gebracht“ werden muss.

Erdogan profitiert aber doch! Stimmt, das tut er. Aber dies belegt mitnichten seine Komplizenschaft. Dass er die Ereignisse für eine Umgestaltung des Landes weiter in Richtung Diktatur und Neoosmanisches Reich nutzen wird, habe ich gestern bereits kommentiert, bevor die ersten genau dahin gehenden Maßnahmen bekannt wurden. Dass er es jedoch tut, auch dass seine Unterstützer mit wildem Allahu Akbar-Gebrülle und dem Hochhalten des einen Fingers sich wie die Anhänger des IS gebärdeten, dass ein bereits entwaffneter und ergebener Soldat auf einer der Brücken in Istanbul enthauptet wurde, zeigt ja genau, warum die Putschisten ihren Putsch durchführten, wenn es denn tatsächlich echte Kemalisten mit Sorge um ihr Land waren, was aktuell ja noch nicht bestätigt werden kann. Dass er davon profitiert, ist davon unbenommen. Schröder hat von der Oderflut profitiert, deshalb hat er dennoch keine Dämme sprengen lassen und mit chemischen Mitteln Starkregen auslösen lassen, um so gegen Edmund Stoiber zu gewinnen.

Der Putsch kam aber so unerwartet! hört man Leute sagen. Nein, kam er nicht. Schon das ganze Frühjahr über haben weltweit und im Besonderen in den USA Thinktanks vor der Möglichkeit eines Militärputsches in der Türkei gewarnt und seine Möglichkeit erörtert. Überraschend kam der Militärputsch nur für all jene, die sich davor nicht für diesem Thema interessiert hatten. Insidern war die Möglichkeit eines solchen Ereignisses seit langem bewusst! Die AKP selbst wusste ganz genau, dass sie seit 2002 von einem Putsch bedroht war. Genau deshalb führte sie ja die oben genannten Maßnahmen durch. Dass sie daher einen Plan für den Fall eines Putsches in der Schublade hatte, ist nicht nur logisch, alles andere wäre unverantwortbar fahrlässig gewesen. Dass sie also vorbereitet war, ist eigentlich selbstverständlich. Eine Komplizenschaft oder Inszenierung belegt dies aber ebenfalls nicht im Ansatz.

 

Kurzum, wenn wir die aktuell noch sehr dünne Informationslage zugrunde legen: Der Putsch war keineswegs dilettantisch, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten durchaus professionell durchgeführt. Alle vermeintlichen Belege für Verschwörungen sind völlig ausreichend, und erst Recht unter Anwendung von Ockhams Rasiermesser, durch Zufälle, Umstände der Nacht, Umstände militärischer Vorgehensweisen und Technik, sowie den Charakter von Erdogan und seiner Partei zu erklären. Dazu zeigt Erdogan seinen Charakter ja nur zu deutlich, wenn er mehrere hundert Tote und einen Militärputsch allen Ernstes als „Geschenk Gottes“ bezeichnet. Nötig wäre eine Inszenierung nicht gewesen. Denn die Welt hatte längst die neuen Realitäten der Türkei anerkannt, wo ein Präsident sich ohne verfassungsgemäße Grundlage einfach vom Grüßaugust zum Herrscher machte. Angela Merkel war ja zu Verhandlungen mit dem zeremoniellen Staatsoberhaupt angereist, wegen der „Flüchtlingskrise“, nicht etwa zum de jure Entscheider, dem Ministerpräsidenten. Erdogan hatte seine Macht bereits konsolidiert. Der Putschversuch hilft ihm bei dem Ausbau der Macht und der Ausschaltung der Opposition natürlich ungemein, das habe ich gestern erörtert. Aber dass er nutzen daraus ziehen kann, belegt nichts außer seinem Charakter. Dazu wäre es ein politisches Todesurteil und seine Garantie für eine Verhaftung, sollte jemals bekannt werden, dass er den Putsch gegen sich selbst inszeniert hätte. Dann würde er wegen Hochverrats und Mordes vor Gericht kommen und nach seinen möglicherweise bald selbst eingeführten neuen Gesetzen zum Tode verurteilt werden. Nein, ich denke nicht, dass er eine solche Inszenierung nötig gehabt hätte.

Dies heißt nicht, dass eine Inszenierung vollends auszuschließen wäre. Dies heißt nicht, dass man seinen rechten Arm darauf verwetten kann, dass unter Garantie der Geheimdienst nicht von Putschplänen wusste und auch nicht die Putschisten vielleicht ermutigt hätte, um Erdogan den Vorwand für den Umbau des Landes zu geben. Es heißt nur, dass es unwahrscheinlich ist. Es heißt nur, dass man ruhig ansprechen kann, es könnte theoretisch so sein, man sich aber nicht dazu hinreißen lassen sollte, es felsenfest zu behaupten, ohne es nach quellenkritischen Maßstäben belegen zu können.

 

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Einschätzung zum Putsch in der Türkei

Zwei Einschätzungen von mir von 00:17 Uhr 16.07.2016 und von 07:30 Uhr 16.07.

 

Erstkommentar zum Putsch

Man würde meinen, dass ein Putsch 2016 am Rande der EU und in der NATO nicht mehr möglich wäre. Und während das vor fünf Jahren sicher der Fall gewesen wäre, ist die Türkei mit dem Islamischen Staat jetzt so wichtig, dass es sich niemand leisten kann, ein Embargo zu verhängen oder mit starken Wirtschaftssanktionen zu reagieren. Sehr geschickt also von den Militärs, so lange auszuhalten und zu warten.

Ob es gelingen wird, ist aber wohl noch unklar. Erdogan hat die Macht des Militärs massiv geschwächt. Einerseits durch die Ergenekon Verfahren, wo viele Köpfe hinter Gittern verschwanden und andererseits, indem das Recht des Militärs auf Auswahl der Offiziere diesem genommen wurde.

Das kann das Militär nicht über Nacht zur islamistischen Bande machen, aber es kann dazu führen, wonach es gerade aussieht. Dass nämlich keineswegs alle Teile des Militärs koordiniert putschen, wie das früher der Fall war. Nun könnte es zu Gefechten zwischen Loyalisten und Putschisten kommen. Dazu ist Erdogans Popularität unter seinen Anhängern nicht gering. Ein Generalstreik auch nur der AKP-Anhänger könnte für eventuell erfolgreiche Putschisten gefährlich werden.

Spannend dürften auch wieder die Reaktionen aus dem Westen sein. Obama wird es vermutlich wie schon in Ägypten verurteilen, dass ein Islamist aus dem Amt entfernt wird. Und auch wenn das Wegputschen von Islamisten sehr problematisch ist, scheint es teilweise nötig zu sein. Zumindest dann, wenn das Militär anschließend die Macht wieder übergibt, wie es früher in der Türkei war.

Ein weiterer Faktor wird die Rolle der Gülen-Bewegung spielen, mit der sich Erdogan ja verworfen hat. Sie soll inzwischen eine große Rolle im Militär spielen und ist eben nicht kemalistisch. Sie könnte kemalistische Teile des Militärs aus strategischen Gründen stützen, aber damit wäre der Militärputsch keineswegs per se kemalistisch.

Wir werden sehen.

 

Eine weitere Einschätzung nach der Nacht

Ich würde sagen, der Putsch in der Türkei ist gescheitert, auch wenn es zu früh ist um das endgültig zu sagen.

Allerdings hat das Militär sich wohl nur in kleinen Teilen beteiligt, was den Erfolg der Erdoganschen Methoden zur Beseitigung von Kemalisten belegt. Mit Ergenekon und seinen Änderungen zur Offiziersbeförderung hat er eine rein kemalistische Generalität genauso verhindert, wie der Wandel in der Bevölkerung (mit immerhin über 50 Prozent AKP Unterstützung und meines Wissens noch weitaus höherer Unterstützung unter den Jungen – die Wehrpflichtige sind) sich in einer Wehrpflichtarmee bei den Mannschaftsdienstgraden niederschlägt.

Dass die Putschisten nun über keine Kampfflugzeuge mehr verfügen sollen zeigt, wie wenige Soldaten der Luftwaffe sich beteiligt haben. Dass sie es nicht geschafft haben Erdogan zu verhaften, zeigt wie wenige Einheiten des Heeres sich beteiligt haben, weil sie eben nicht landesweit eingreifen konnten. Dass die Soldaten auf den Bosporusbrücken inzwischen verhaftet worden sein sollen zeigt, dass sie nicht die Moral hatten, sich mit Waffen (ernsthaft) der Verhaftung durch die Polizei zu widersetzen.

Es ist der wahrscheinlichste Fall, dass sich nur wenige Einheiten überhaupt beteiligt haben und deren Mannschaftsdienstgrade als nicht-Berufssoldaten weder über den Koprsgeist noch über die gleiche Überzeugung wie ihre kommandierenden Offiziere verfügen. Das erklärt das bisherige Bild.

Dazu kommt, dass die wahrscheinliche Verwicklung der Gülen-Bewegung eine in hohem Maße polarisierende Bewegung involviert, mit der andere Erdogan-Gegner nichts zu tun haben wollen.

Anders gesagt: Es wirkt wie eine Verzweiflungstat, vielleicht mit übermäßigem Optimismus und der Hoffnung, der Rest würde sich schon beteiligen, wenn man erst einmal loslegen würde. Mich würde nicht wundern, wenn es wie auch bei 23-F in Spanien oder bei so vielen anderen Putschen von Generalsseite die Beteiligung sehr dünn war, sondern es eher von Bataillonskommandeuren, also Major bis Oberst durchgeführt wurde. Das würde auch die Beteiligung der Truppen erklären. Aber, dieser Teil meiner Aussage ist zum jetzigen Zeitpunkt eine reine Spekulation und lediglich ein Aufzeichnen von Gedanken, kein Nennen von Fakten. Es sollte daher nur so verstanden werden.

Die Folgen:

Erdogan hat bereits angekündigt, das Militär säubern lassen zu wollen. Wenn der Putsch jetzt in den nächsten Stunden scheitert, und davon ist zunehmend auszugehen, dann wird er genau das machen. Die Abgeordneten der AKP werden in höchstem Maße empört sein und allen Maßnahmen zustimmen. Die der Opposition wollen sich nicht als Verräter bezeichnen lassen (die CHP hat gestern Nacht ja ebenfalls den Putsch verurteilt, was sie auch schon alleine wegen der Möglichkeit eines Siegs der Loyalisten musste) und werden daher ebenfalls zustimmen.
Erdogan dürfte seine Machtposition dramatisch festigen und das Militär als Machtfaktor nachhaltig ausschalten. Möglicherweise dürfen wir Gesetze erwarten, die eine Entfernung von Offizieren aller Dienstgrade nach Wunsch der Regierung erlaubt, sodass am Ende kein einziger säkularer, kemalistischer Offizier übrig bleibt.
Auch innerhalb der Politik dürfte er seine Macht festigen. So einen Putschversuch überstanden zu haben gibt ihm Legitimität und verursacht bei seinen Anhängern eine erhebliche Geschlossenheit. Ihm werden Gesetzesvorhaben und Verfassungsänderungen zu seinen Wünschen deutlich leichter gelingen.
Wenn seine Regierung ebenfalls das Kriegsrecht ausruft (nicht nur die Putschisten), dann ist es wohl tatsächlich möglich, dass er Verfassungsänderungen unter diesem Eindruck durchpaukt, möglicherweise mit inhaftierten oppositionellen Abgeordneten wegen angeblicher Beteiligung oder Unterstützung des Putsches, was ihm die notwendigen Mehrheiten verschafft.
Die Parallele zum Reichstagsbrand ist nicht zu übersehen. Dass Erdogan den Putsch aber selbst angeleiert hat, halte ich für eine zu verwegene Theorie, als dass ich sie unterstützen würde. Auch wenn es theoretisch möglich wäre, dass sein Geheimdienst die Putschisten zur Tat verleitet hat. Sollte dies so gewesen sein, wäre es ein politischer Geniestreich.
Da Erdogan als gewählter Präsident und seine gewählte Regierung gerade von einem Putsch bedroht waren und diesen überlebt haben – sofern er scheitert, wonach es gerade aussieht – wird es auch aus dem Ausland kaum Proteste geben, wenn das Vorgehen von Erdogan jetzt einer weiteren Konsolidierung seiner Macht dient. „Er muss ja dafür sorgen, dass es nicht wieder passiert.“ Das könnte seine Macht als quasi-Diktator endgültig festigen, wenn von der EU und der NATO Unterstützung seiner Maßnahmen kommt, statt sie zu verurteilen oder gar mit Sanktionen zu beantworten. Genau diese Unterstützung ist nach dem Putsch aber zumindest für eine kurze Zeit zu erwarten.

Das Blutopfer der politischen Korrektheit

Nun also Nizza. Die aktuelle Meldung: 80 sind tot. Vermutlich wird die Zahl noch steigen. Was soll man dazu noch groß sagen? Inzwischen ist es ja Alltag, dass auch im Herzen Europas der Islam seine blutige Spur durch die Straßen zieht. In Frankreich gab es in den letzten anderthalb Jahren einen „islamistischen“ Terroranschlag alle zwei Monate. 13734888_10154337874636171_4462717716666968994_o

Doch was kümmert uns das? Wir alle wissen, was jetzt in den kommenden Tagen wieder zu hören sein wird. Was uns unsere „Eliten“ aus Politik und Medien erzählen werden. Allen voran natürlich Heiko Maas, mit dem ich mich bereits einmal in diesem Buch zum Thema ausführlicher befasst habe.

Das hat nichts mit dem Islam zu tun!

Islam bedeutet Frieden!

Das war ein Angriff auf den Islam! Das war anti-islamisch!

Zuwanderung hat damit nichts zu tun!

Das Schlimme an dem Anschlag ist, dass Rechte, wie die AfD, ihn ausnutzen werden!

Wir brauchen dringend einen Kampf gegen rechts!

Dass nur eine Religion eine blutige Spur durch die ganze Welt zieht und jeden verdammten Tag ein Dutzend oder mehr tödliche Terroranschläge in ihrem Namen, von ihren Mitgliedern und unter Ausrufen von „Allah ist der Größte“  stattfinden, wen kümmert es?

Dass fast jeder muslimische Terrorist in Europa „Flüchtling“ oder Nachkomme von „Flüchtlingen“ war, wen kümmert es?

Dass es eine auffällige Korrelation zwischen der Präsenz von Muslimen und islamischem Terror gibt, wen kümmert es?

Nein, die Rechten sind das Problem. Wer auch nur auf die Idee kommt, die muslimische Einwanderung begrenzen zu wollen, ist die wahre Gefahr! Wir brauchen unbedingt mehr muslimische Zuwanderung, schon alleine um uns selbst zu beweisen, wie tolerant wir doch sind.

Oder wie ein Freund gerade gepostet hat:

„Yesterday a man hit you with a rock. So, you banned rocks. Today a man hits you with a brick. So, you ban bricks. Tomorrow after you get hit with big stick, I doubt you will be smart enough to seek out why the man continues to attack you. Unless of course the dude knocked some sense into you.“

„Gestern hat ein Mann Dich mit einem Stein geschlagen. Also hast Du Steine verboten. Heute hat Dich ein Mann mit einem Ziegel geschlagen. Also wirst Du Ziegel verbieten. Morgen, nachdem Du mit einem großen Stock geschlagen wurdest, bezweifle ich, dass Du herausfindest, warum der Mann Dich immer wieder angreift. Außer natürlich, der Typ hat es geschafft Dir etwas Vernunft einzuprügeln.“

Gewöhnen Sie sich daran, lieber Leser. Was in Nizza passiert ist, was alle paar Monate in Paris passiert, das ist der neue Normalzustand. Vermutlich wird es in wenigen Jahren nach den Staumeldungen kommen. „15 Kilometer Stau auf der A3 bei Regensburg. In Münster ist gegenwärtiger der Innenstadtbereich zu meiden, da eine anti-islamische Aktion stattfindet, bei der bislang 15 Köpfe von ihren Rümpfen getrennt wurden. Jetzt weiter zum Wetter.

Wer einen Feind nicht benennt, kann ihn auch nicht besiegen.
Wer einen Feind nicht benennt, kann ihn auch nicht besiegen.

Wer einen Feind nicht benennt, der kann ihn auch nicht besiegen. Diese 80 Todesopfer in Nizza, die 130 von Paris aus dem November und die 20 aus Paris vom Januar 2015 sind eben die Späne die fallen, wenn die politische Korrektheit ihren Traum der multikulturellen Gesellschaft hobelt. Kein Problem, passiert eben. Für eine, von einer Ideologie bestimmte, bessere Gesellschaft und für den Neuen Menschen wurde schon immer über Leichen gegangen.

Aber wir haben natürlich eine Waffe. Lasst uns unser Profilbild einfärben und jetzt eben #JesuisNice oder #PrayforNice posten. Das wird helfen. Vielleicht könnte Facebook auch einfach ein Skript zur Verfügung stellen, das einfach automatisch täglich „Je suis [aktuelle Stadt von heute]“ postet?

Wir kämpfen mit Hashtags, sie mit Handgranaten. Allahu Akbar.

 

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