Wie umgehen mit der Facebook-Zensur

Ich bin in der Vergangenheit darauf eingegangen, wie problematisch die Facebook-Zensur ist und warum es Zensur ist. Dazu ist es auch juristisch in höchstem Maße problematisch. Neu hinzugekommen ist jetzt noch die schon vorher von so vielen gehegte große Befürchtung, dass Facebook seinen Algorithmus dazu nutzen könnte, Nachrichten gemäß der politischen Agenda seiner Führung zu filtern. Da ich zwischenzeitlich das Lesen von anderen Webseiten, auf die ich nicht durch Facebook gefunden habe, praktisch eingestellt habe, erfordert eine Reaktion auf die nun offen gelegten Verhältnisse einiges an Umstellung, will ich mich nicht der Vorauswahl meiner Nachrichten durch Facebook ausliefern.

 

Die Facebook-Zensur fordert eine Verringerung der Abhängigkeit

Facebook ist Monopolist, daran gibt es keine ernsthaften Zweifel. Es mag eine Handvoll anderer Netzwerke geben, doch dort ist entweder keiner (Diaspora), der russische Geheimdienst überwacht alles und wird putinkritisches schon bald zensieren oder gar mit Strafverfolgung in Russland ahnden (VK) oder alle die dort sind sind praktisch inaktiv (Google+). Alle anderen sozialen Netzwerke erfüllen nicht im Ansatz die Möglichkeiten von Facebook und fallen daher ebenfalls als vollwertige Alternative aus, ob es nun Youtube, Snapchat oder Instagram (zu Facebook gehörend) sind. Daher muss der erste Schritt sein, sich im Fall der Fälle von der Facebook-Zensur unabhängig zu machen, indem man die eigene Abhängigkeit von dem Netzwerk verringert. Dies ist aufwendig, sollte sich aber langfristig auszahlen, zumal niemand fordert, dass man sich deshalb von Facebook abmeldet. Man muss es anschließend einfach nur weniger nutzen.

Facebook-Zensur
Gegen die Facebook-Zensur kann man etwas machen!

 

Nachrichten außerhalb von Facebook besorgen

Facebook filtert mit seinem Algorithmus vor. Dazu kommt, dass auch die Betreiber von Seiten teilweise nur einen Bruchteil der Nachrichten auf ihrem Portal veröffentlichen. Zwar wird ein Wechsel weg von Facebook zu mehr Aufwand führen, dafür gehen aber auch gute Artikel nicht mehr verloren, weil der Admin der Nachrichtenseite oder Facebooks Algorithmus sich gegen ein Anzeigen im eigenen Newsstream entschieden haben. Ich bin daher jetzt dazu übergegangen, jede der von mir auf Facebook abonnierten Nachrichtenseiten auch auf mit einem RSS-Reader zu abonnieren. Dazu verwende ich Feedly, das es mir erlaubt, die damit abgerufenen RSS-Feeds nicht nur auch mit meinem Handy zu synchronisieren, sondern zugleich auch noch zu sortieren. Die von mir abonnierten deutschsprachigen Nachrichten sind in einem anderen Ordner als die englischsprachigen oder französischsprachigen. Allgemeine Nachrichten sind wieder anders sortiert als Politische Nachrichten und Kommentare. Vor allem über die USA publizierende Seiten sind wieder in einem anderen Ordner. Das Gleiche gilt für Nachrichtenportale mit den Themen Militär, Streitkräfte, Sicherheitspolitik, Außen- und Geopolitik. Selbst Unterhaltung und Humor kann separat geordnet werden.

Wenn ich also wenig Zeit habe, rufe ich nur die Feeds ab, die in meine Zeit passen. Habe ich mehr Zeit, rufe ich auch die Spalte Humor ab. Auf diese Art und Weise werden alle Artikel nach Thema von mir sortiert und können zu Hause und mobil gelesen werden. Gute Artikel oder lange Artikel die ich später lesen möchte, kann ich mit Feedly auch abspeichern. Facebook-Zensur? Kann mich jetzt nicht mehr betreffen!

 

Vernetzung außerhalb verstärken

Ich bin bislang nicht von Facebook blockiert worden und habe auch relativ wenig Sorgen deswegen. Meine Kommentare sind differenziert und wohl formuliert, sodass ich auch Kritikern und Gegnern meiner Ansichten nur wenig Angriffsfläche bieten sollte, sofern sie noch einen Funken Anstand und Wertschätzung der Meinungsfreiheit in sich tragen. Dennoch kann und will ich mich nicht mehr völlig von einem Netzwerk abhängig machen, das durch meine selbst gewählte Abhängigkeit eine solche Macht über mich gewinnt. Entsprechend fordere ich alle meine Leser und Facebook-Abonnenten auf, meinen Newsletter zu abonnieren, der ihnen einmal wöchentlich eine Zusammenfassung meiner Artikel auf dieser Seite hier liefert.  Sie können sich hier eintragen, wenn sie das noch nicht getan haben. Dazu verweise ich auf meinen Youtube-Kanal und meinen Twitter-Account, wo man ebenfalls mit mir in Kontakt bleiben kann, auch wenn ich auf Facebook freiwillig oder unfreiwillig einmal nicht mehr aktiv sein sollte, sei es dauerhaft oder vorübergehend.

Für meinen Blog gehe ich nun wieder dazu über, bei meinen Beiträgen wieder mehr auf die Suchmaschinenoptimierung zu achten. Auf Facebook ist meine Leserschaft so dramatisch größer, dass SEO praktisch vernachlässigbar schien. Sollten die Besucher jedoch nicht mehr über Facebook kommen, sollte ich weiterhin zu finden sein. Dazu wird es mir helfen, wenn ich auch auf Google zu finden bin.

 

Publikationen aus Facebook heraus verlagern

Ein weiterer wichtiger und hilfreicher Schritt ist es, die eigenen Veröffentlichungen aus Facebook heraus zu tragen. Zwar habe ich nie längere Artikel exklusiv auf Facebook veröffentlicht, manche Kommentare wurden jedoch so lang, dass sie praktisch eigene Artikel wurden. Diese waren dann nur auf Facebook zu finden und unterlagen dort der Maasschen Zensur. Indem ich sie auf meinen Blog lege, kann nur noch ein ordentliches Gericht mit einem rechtsstaatlichen Verfahren etwas dagegen sagen. So geht das übrigens in einem Rechtsstaat, lieber Herr Verfassungsminister Maas.

Um der Facebook-Zensur also weiter vorzugreifen, werden künftig immer mehr meiner Kommentare und Artikel vor allem hier und auf Youtube veröffentlicht werden. Damit erreiche ich es dann, dass eine Sperrung meiner Seite auf Facebook mir nicht mehr meine Inhalte wegnehmen kann. Wenn Sie noch keinen Blog haben, sollten Sie das jetzt ändern. Auf WordPress.com können Sie sich kostenlos einen eigenen Blog anmelden, der so schnell nicht mehr zensiert wird.

 

Monopole gehen an ihrer Schwerfälligkeit und an ihrer Selbstgefälligkeit zugrunde

Ich habe damals StudiVZ verlassen, weil das damals noch populäre soziale Netzwerk eine massive Zensur von nicht-linken Inhalten betrieben hatte. Im Besonderen Islamkritisches verschwand dort sehr schnell, gerne auch mit dem eigenen Account zusammen. Auf Facebook gab es keine Zensur, solange man keine Nippel veröffentlichte. Dies hat sich nun offensichtlich geändert, seitdem Facebook zum Monopolisten in weiten Teilen der Welt geworden ist. Indem ich mich nun aber zunehmend unabhängig davon mache, verringere ich meine Abhängigkeit und schwäche zugleich auch die Marktmacht von Facebook. Das ist übrigens, um mal wieder politisch-freiheitlich zu werden, der Grund warum Monopole ohne staatlichen Schutz ungefährlich sind. Sie sind niemals von Dauer, solange ihnen der Staat nicht mithilfe von Gesetzen dabei hilft. Weil sie immer irgendwann zu schwerfällig, zu teuer, zu selbstgefällig oder größenwahnsinnig werden und den Kunden eine so schlechte Balance aus Qualität und Preis liefern, dass diese sich gierig auf eine noch so kleine Alternative stürzen, die dem Monopolisten dann in Windeseile den Rang abläuft. Facebook droht gerade, genau diesen Weg zu gehen.

 

 

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Facebook: Zensur und Beeinflussung

Gizmodo berichtet, dass Facebook konservative Nachrichten unterdrückt hat, die dem sozialen Netzwerk des dezidierten Linken Zuckerberg nicht gefallen haben. Nach seiner Einführung der Zensur in Deutschland, erlaubt sich das führende soziale Netzwerk erneut etwas, das man nur noch mit Übermut erklären kann. Offensichtlich ist den Leuten in Menlo Park ihre Reichweite zu Kopf gestiegen. Es wird jedoch ein Erwachen geben.

 

Facebook hat enorme Macht

Dass Facebook konservative Nachrichten an der Verbreitung hindert, ist ein krasser und kaum zu unterschätzender Eingriff. Ein wesentlicher Teil seiner Nutzer nutzt Facebook inzwischen hauptsächlich oder gar alleinig zur Informationsbeschaffung, so auch ich. Alle von mir regelmäßig gelesenen Zeitungen, ob deutschsprachige oder englischsprachige, habe ich auf Facebook abonniert. Zeitungen oder Zeitschriften denen ich Priorität zuweise, werden mir entweder zuerst im Newsfeed angezeigt oder bei ihren Veröffentlichungen bekomme ich Nachrichten. So konnte Facebook meine Nachrichtenaggregator im Internet werden, da ich von dort aus dann weiter auf die Suche gehe, statt täglich auf geschätzten 40 bis 50 Webseiten nachsehen zu müssen, was dort heute veröffentlicht wurde.

Indem nun aber Facebook manipulierend in den Newsstream eingreift, kann es meine Wahrnehmung, und natürlich die all seiner anderen Nutzer, ganz eklatant beeinflussen. Nehmen wir Donald Trump, den ich ausdrücklich nicht schätze. Facebook könnte nun alle Artikel die seine politischen Positionen für vernünftig erklären im Newsfeed seiner Nutzer untergehen lassen und ihre Sichtbarkeit einschränken. Den meisten Nutzern, auch den konservativen, würden entsprechend nur die Nachrichten angezeigt werden, die Trump als Idioten dastehen lassen.

Eine so einseitige Auswahl der Nachrichten, über die Wahl der Nutzer selbst, die ja Seiten „liken“ können, hinaus, würde deren Wahrnehmung von der Welt wesentlich ändern. Theoretisch könnte Facebook im November zur Wahl ausschließlich vorher als Clinton-Unterstützer aufgefallenen Nutzern die Aufforderung zur Wahl anzeigen, während bei allen Konservativen vorrangig Artikel auftauchen würden, die die Nichtwahl als gerechtfertigte Alternative erscheinen lassen. Herausfinden könnte dies niemand, was es angesichts obiger Nachrichten umso wahrscheinlicher macht.

 

Der Monopolist wird übermütig

Letztendlich kann man diese Entwicklung jedoch relativ entspannt sehen, ja sich praktisch schon fast darüber freuen. Was wir gerade erleben, ist ein Monopolist der übermütig wird. Auch wenn es andere soziale Netzwerke gibt, eine so umfassende Abdeckung aller Bedürfnisse an einem sozialen Netzwerk bietet den Älteren (die Jüngeren sind ja inzwischen auf Snapchat) nur Facebook. Vielleicht ist deshalb das soziale Netzwerk, zu dem ich gerade wegen seines Hochhaltens der Meinungsfreiheit von StudiVZ gewechselt war, nun einfach zu besoffen von seiner Reichweite.

Wie bei allen Monopolisten die ihre Macht ausnutzen und ihr Produkt entweder ungerechtfertigt verteuern oder verschlechtern, ist dies jedoch der Beginn ihres Niedergangs, sofern der Staat nicht helfend mit Gesetzen eingreift oder das Unternehmen sich wieder fängt und zu alter Größe zurückfindet. Schon seitdem auf den Druck der Bundesregierung die Zensur auf Facebook Einzug hielt, habe ich all meinen Videos immer einen Abschluss angehängt, der zum Abonnieren auch auf anderen Kanälen auffordert. In jedem Video wird seither dieser Footer angehängt:

Die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen.
Die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen.

Facebook hat mir mit seinem Verhalten gezeigt, dass es langsam aber sicher Zeit wird, sich Alternativen zu suchen. So reagiert der Markt in einem unregulierten Umfeld (Und soziale Netzwerke sind nur reguliert, wenn sie sich regulieren lassen wollen. Ansonsten sitzen sie in Panama oder auf Palau.), indem er bei einer Enttäuschung mit dem Monopolisten nach Alternativen sucht.

Hätte Facebook Mäßigung gekannt und seine Eingriffe nur Minimal gemacht, beispielsweise auf den deutschen Raum im Bezug auf die Zuwanderung beschränkt, so wäre der Leidensdruck nicht groß genug gewesen. Jetzt verärgert das Netzwerk jedoch die Hälfte seines amerikanischen Kundenstamms und zeigt allen Nutzern weltweit, dass Facebook bereit ist sie zu manipulieren! Das ist untragbar und das wird auch nicht auf Dauer ertragen werden.

Wenn Facebook jetzt nicht die Notbremse zieht, wird sein Verhalten die Entstehung einer Alternative nicht nur befördern, sondern erfordern. Das ist das Schöne an der ganzen Sache. Facebook kann sich mit so einem Verhalten selbst kaputt machen.

 

Aktuell gibt es noch keine echten Alternativen

Viele Deutsche wechseln seit der Einführung der Zensur zu VK, dem russischen Klon des Netzwerkes. Zwar sind es bislang auch massiv Rechtsaussen der Gesellschaft, die eine Sperrung wegen ihrer Äußerungen zu den Flüchtlingen befürchten oder bereits erlebt haben, doch das Netzwerk müsste ja nicht auf sie beschränkt sein. Allerdings hat der russische Geheimdienst die Kontrolle in dem Laden. Eine Backdoor des NSA zu meinem Rechner zu haben, halte ich allerdings für ausreichend. Eine des FSB brauche ich nicht noch zusätzlich.

Dazu folgt VK eben keiner Politik der Meinungsfreiheit, es führt nur noch keine deutsche Inhaltskontrolle durch. Wer auf VK auf russisch etwas gegen die Annexion der Krim sagt, wird nicht nur auf VK Probleme bekommen, sondern gegebenenfalls auch uniformierten Besuch, zumindest innerhalb Russlands.

Sollte eine Massenflucht Deutscher zu VK einsetzen, ist daher auch dort die Zensur nur noch eine Frage der Zeit. Dann allerdings nicht mehr durch politisch korrekte Linke, sondern durch den Geheimdienst einer Diktatur. Für mich als erklärten und ausdrücklichen Putin-Gegner wäre die Nutzungsphase daher nicht nur schnell vorbei. Mitunter würde ich im Falle einer Einreise gar von einer Verhaftung bedroht sein, wenn meine Aussagen auf einem russischen Netzwerk nach russischem Recht als auf russischem Boden verstanden werden. Russland selbst finde ich jedoch faszinierend und würde es gerne ausgiebig bereisen. Allerdings bitte nicht nur die Gefängnisse und Straflager.

Alle anderen Netzwerke hängen dagegen bislang im Nutzungsumfang weit hinterher oder sind noch quantitativ völlig unbedeutend. Aber keine Sorge: Wenn Facebook so weitermacht, wird sich das sehr schnell ändern. Jetzt werden Nutzer zumindest zunehmend ihre Follower dazu auffordern, sie auch auf anderen Kanälen zu abonnieren und ihrer Beschaffung von Nachrichten besser einem RSS-Reader anvertrauen, als Facebook. Dies bedeutet weniger Nutzer, weniger Onlinezeit und weniger Werbeeinnahmen für Facebook.

 

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