Völkerwanderung und Schicksalsgemeinschaft

„Gote war, wer mit den Goten zog.“, so definierte sich die Schicksalsgemeinschaft dieses Volkes.

Das habe ich so einmal in einem Seminar an der Universität gelernt, als es um die West- und Ostgoten ging. Beide Stämme waren Jahrzehnte in der Völkerwanderung unterwegs. Immer wieder mit kurzen Ansiedlungen nach Verträgen mit Rom um anschließend wieder gegen die Römer zu kämpfen.

In tausenden Kilometern Route war es für das ursprünglich aus dem Ostseeraum stammende Volk selbstverständlich, dass sich das gotische Volk mit anderen Stämmen und Völkern vermischte. Sei es durch diplomatische Ehen, durch Geiseln, evtl. vielleicht auch geraubte Frauen, durch gemeinsame Siedlungsgebiete und durch Menschen, die sich dem Zug schlicht anschlossen, weil sie an seinem Ziel eine bessere Zukunft erhofften.

Wer aber neben einem einem Mann aus einem Balkanvolk in der Schlacht gegen die Römer gekämpft hatte, wem der Rücken durch so jemanden gedeckt und das Leben gerettet wurde, für den waren kleingeistige Überlegungen einer anderen Herkunft irrelevant. Wer den gotischen Königen gehorchte, mit den Goten kämpfte und notfalls auch mit den Goten starb, der war Gote.

Die neuen Deutschen?
Die neuen Deutschen?

 

Schicksalsgemeinschaft oder Parallelgesellschaft?

Daher müsste es nicht dramatisch sein, dass die ethnischen Deutschen in den ersten Städten in naher Zukunft nicht mehr die Mehrheit stellen.

Deutschland hat kaum geographische Barrieren, sodass Eroberer, Händler, Söldner und Zuwanderer über die Jahrtausende immer wieder unseren Genpool aufgefrischt haben. Ob Römer, Hunnen oder Slawen, immer wieder gab es Eroberer und Kriegszüge, die ohne Zweifel auch ihren genetischen Abdruck hinterlassen haben. Später breiteten sich die Deutschen dann selbst aus und germanisierten andere Völker. Selbst die deutsche Hauptstadt „Berlin“ hat mit „in“ eine slawische Endung, Saßnitz und Pankow zeigen den slawischen Einfluss genauso davon wie die Familiennamen von Clausewitz, Leibnitz, Noack oder Kroll. Der vermutlich beste deutsche Pilot des zweiten Weltkriegs, Hans-Joachim Marseille war, wie sein Nachname unschwer erkennen lässt, Nachkomme von hugenottischen Zuwanderern. Im Kaiserreich setzte erneut eine Wanderungswelle ein, als viele Polen in das Ruhrgebiet zogen, wo entsprechende Namensendungen heute noch sehr häufig sind. „Ethnisch reine Deutsche“ gibt es von daher nicht, anders als vielleicht bei den Inuit, die keinen nennenswerten Austausch mit anderen Völkern gehabt haben dürften.

Deutschlands Problem sind sicherlich keine erbeuteten Germanen, selbst wenn sie wegen eines dunkleren Hauttons weniger Sonnencreme brauchen. Allerdings kann es ein erhebliches Problem werden, wenn in den Städten in naher Zukunft immer mehr Menschen wohnen, die sich selbst überhaupt nicht als Deutsche sehen.

Völker verstehen sich als Schicksalsgemeinschaften, was im tiefsten Inneren unseres genetischen Codes liegt, da der Urzeitmensch nur in der Gemeinschaft überleben konnte. Wie Samuel P. Huntington völlig einleuchtend in „Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“ erklärt, definieren sich aber Gruppen dadurch, dass andere nicht dazu gehören. Es ist fest im Menschen verwurzelt, dass er nach einer Gemeinschaft strebt, die wiederum nur durch Abgrenzung von Anderen überhaupt existieren kann. Entsprechend wird das Christentum erst zu einer identitätsstiftenden Religion, weil die anderen Menschen keine Christen sind. Entsprechend konnten aber auch „Schwarze Seminolen“ entstehen, weil sowohl die geflohenen afrikanischen Sklaven, als auch der Indianerstamm der Seminolen, sich vor den weißen Siedlern verstecken mussten.

Nur innerhalb einer Schicksalsgemeinschaft ist der Zusammenhalt stark genug, um dauerhaft zusammen zu halten und auch auf Kosten des eigenen Vorteils ein Stück weit für die Gemeinschaft freiwillig zurückzustehen. Dies geht bei großen Unterschieden auf äußeren Druck hin, wie in der Schweiz. Normalerweise aber geschieht dies durch eine identitätsstiftende Gemeinsamkeit, bei der auch im 21. Jahrhundert die Religion das Fundament ist, wie Huntington erklärt.

 

Parallelgesellschaften bergen Konfliktpotential

Wenn also in naher Zukunft in ersten Städten mehr als 50 Prozent der Menschen nicht autochthon sind, wird dies nur dann auf Dauer nicht zu einer zum Scheitern verurteilten Balkanisierung führen, wenn sich die Menschen dort als Deutsche verstehen. Dass dies in der Mehrheit geschieht ist jedoch mehr als fraglich, wie auch dieser kleine Exkurs hin zu den Aussagen eines offensichtlich türkischstämmigen Deutschen zeigt:

Muslim1

Muslim2

Nachdem betont wurde, dass er in Deutschland geboren ist, hier aufgewachsen ist und mit Studium und 22 Jahren Arbeitszeit wohl Mitte 40 sein dürfte, bezeichnet er doch wie selbstverständlich die Türkei als „mein Land“. (Das Strohmannargument, dass er das Land verlassen müsse, habe ich natürlich abgestritten. Ein deutscher Staatsbürger ist deutscher Staatsbürger, egal welche Religion er hat.)

Wenn dieses Land nicht auf gewaltige Probleme schon in der nahen Zukunft zusteuern möchte, so muss es einen Weg finden, eine solche freiwillige Ausgrenzung aus der deutschen Schicksalsgemeinschaft und Zuordnung zu einer Fremden (ob türkisch, arabisch oder islamisch), zu verhindern. Dies kann nur auf wenige Arten ermöglicht werden: Die Zahl der Immigranten muss auf eine so geringe Zahl beschränkt bleiben, dass eine Durchmischung unvermeidbar ist. Wenn eine höhere Zuwanderung gewünscht wird, dann muss wie in den USA eine Diversität der Einwanderer garantiert werden, wie es mit der Green Card Lottery geschieht.

Um aber einen stolzen nationalbewussten Türken oder einen stammesbewussten Araber zu Deutschland zu verführen, müsste Deutschland auch eine Identität haben, die das Aufgeben der fremden Identität eines Zuwanderers erfordert. Auch hier erklärt Huntington schlüssig, dass sich Menschen nur dann integrieren und assimilieren, dass Sie nur dann fremde Kulturen übernehmen, wenn sie diese als überlegen erachten und sich dadurch persönlich Vorteile erhoffen. Ob und wie die deutsche Identität dazu in der Lage ist, kann sich jeder selbst beantworten, Hartz IV bekommen schließlich sogar Terroristen.

Wenn Deutschland nicht einen Weg findet, den Menschen eine gemeinsame Identität zu stiften, wird es bei den ersten nicht mehr mit Steuergeld ertränkbaren Problemen gnadenlos scheitern. Wenn sich die Bevölkerung dann in zahlreiche kleine Schickalsgemeinschaften der Deutschen, Muslime, Araber und Türken aufspaltet, steht in diesem Land ein Bruchlinienkrieg bevor. Ein Konflikt, der mit nur etwas vorausschauender Planung vollends vermeidbar gewesen wäre.

 

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Ein ehrlicher Blick auf Abtreibungen

Ende März 2016 wurde aus Polen bekannt, dass möglicherweise in naher Zukunft ein Gesetz verabschiedet werden könnte, das Abtreibungen nicht nur fast vollständig verbieten würde, sondern sie sogar mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestrafen würde. Und während in Deutschland Abtreibungen kein Thema mehr sind, sind sie doch bei jeder Wahl in den USA ein heiß debattiert. Die Haltung der Kandidaten zur Abtreibung kann dabei entscheidend für ihren Erfolg bei den Wahlen sein, so wichtig ist das Thema für die Amerikaner. Währenddessen findet man Bilder wie dieses hier in sozialen Netzwerken:

Nope. She doesn't have a point!
Nope. She doesn’t have a point!

 

Abtreibung und Mord

In fast jedem Land der Welt ist es legal, Spermien von der Befruchtung einer Eizelle mit Hilfe eines Kondoms abzuhalten. In hoffentlich jedem Land ist es jedoch illegal, ein einjähriges Kind „abzutreiben”. Stattdessen wird der zweite Fall wohl hoffentlich überall als Mord bestraft. Das bedeutet, irgendwo dazwischen wird die Verhinderung eines Kindes, die „Abtreibung” in praktisch jeder Gesellschaft zum Mord. Dieses Umstandes muss man sich bewusst sein, wenn man über Abtreibung redet. Letztendlich kann man nur darüber diskutieren, wann eine Abtreibung zu Mord wird, nicht ob sie es irgendwann wird. Auch darüber sollten sich eigentlich alle einig sein.

So plädieren einige Wissenschaftler dafür, Kinder auch kurz nach der Geburt legal töten zu dürfen, da ein Kindsmord ja auch nichts anderes als eine Abtreibung sei. Für Christen hingegen ist die befruchtete Eizelle selbst bereits zu schützen, da aus ihr ein Mensch werden kann.

Und hier kommen wir zu dem entscheidenden Punkt. Während das Spermium und die Eizelle vor ihrer Verbindung nur organische Masse sind, wird diese organische Masse nach der Befruchtung zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Menschen. Dieser hat, und das ist das wichtige, alle Menschenrechte. Er hat ein Anrecht auf den Schutz seines Lebens. Er hat ein Anrecht auf körperliche Unversehrtheit, etc.

Ob man den Übergang von „Biomasse zu Mensch” nun direkt bei der Befruchtung ansetzt, wie der Christ, oder später, bleibt jedem selbst überlassen. Ist es der Moment des ersten Herzschages, der Moment, an dem der Fetus wie ein Mensch aussieht oder der Moment, an dem der Embryo außerhalb des Körpers der Mutter (im Brutkasten) lebensfähig ist? Diese Frage kann ich für Sie nicht beantworten, aber diese Frage muss durch den Gesetzgeber beantwortet werden, jeweils nach aktueller Mehrheit im Parlament. Ist dieser Zeitpunkt jedoch passiert, so wird die Abtreibung tatsächlich zum Mord, weil es ab dann die Tötung eines Menschen ist. Das heißt, dass Abtreibung selbstverständlich Mord sein kann.

 

Es ist mein Bauch

Eines der beliebten Argumente ist, dass Frauen sagen „Es ist aber mein Bauch”. Stimmt. Und Dein Haus ist dein Haus. Deshalb darfst Du dennoch nicht jeden darin erschießen.

Diese Analogie ist, so unpassend sie zunächst scheint, dabei durchaus hilfreich. Ein eingeladener Gast darf von der Hausherrin nicht erschossen werden, sonst ist es Mord. Ein bewaffneter Einbrecher kann dagegen nach den Gesetzen fast jedes Landes erschossen werden. Dies wäre die Ausnahme, die selbst viele christliche Abtreibungsgegner zu machen bereit sind: Dass sie Frauen die Abtreibung bei Inzest und Vergewaltigung erlauben wollen. Weil da gesagt wird, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Mutter (zunächst, schließlich wird die Abtreibung auch in diesen Fällen nicht beliebig lang geduldet) wichtiger ist, als das Recht eines befruchteten Eis oder Fötus auf seine körperliche Unversehrtheit.

Denn, und auch hier muss man sich wiederholen: „Liebe Frau. Es mag Dein Bauch sein, aber ab irgendeinem Zeitpunkt ist darin eben ein Mensch, der auch das Menschenrecht auf Leben hat. Nur weil er in Deinem Bauch ist, darfst Du einen Menschen aber nicht töten.”

 

 

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Warum die Integration scheitern wird (3)

Dies ist der dritte Teil zur Integration. Sie finden hier den ersten Teil und hier den zweiten.

 

Der Islam ist das Problem

Doch seien wir ehrlich. Das Problem ist weniger, ob Hindus aus Bhutan keine Kühe essen oder Vietnamesen die Tet-Feierlichkeiten begehen. Parallelgesellschaften dieser Art gibt es beispielsweise auch in den USA zuhauf. Dort eint alle Mitglieder des Landes jedoch das Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten. Eine islamische Parallelgesellschaft wird auch hierzulande erst dann zu einem Problem, wenn sie in sich zur Verletzung der ersten 20 Artikel des Grundgesetzes führt und, was noch gravierender ist, auf den Rest der Bevölkerung Auswirkungen hat.

Um das deutlicher zu formulieren. Es ist kein Problem, wenn der Hindu kein Rind essen will. Es wird erst dann ein Problem, wenn er versucht das allen nicht-Hindus zu verbieten und seine Verbotswünsche gegebenenfalls sogar mit Gewaltakten unterstreicht. Einen solchen Missionierungsdrang und solche selbstbewussten Versuche die eigenen Wertevorstellungen der Mehrheit aufzudrängen, gibt es jedoch ausschließlich bei dem Islam. Dies muss so schlicht eingestanden werden. Nicht umsonst gibt es in Deutschland nur eine „Islamkonferenz”, nicht aber eine „Hinduismuskonferenz” oder eine „Buddhistenkonferenz”.

Auch wenn es mit anderen Einwanderergruppen mitunter Probleme gibt, so bleibt doch nichts anderes übrig als offen und ehrlich einzugestehen, dass die oben genannten Problemviertel und auch der erwähnte Miri-Clan mit dem islamischen Kulturkreis zu tun haben.

Nach Huntington wurde die Welt westlicher, während der Westen mächtig war. Dabei nahmen Vertreter und Staaten mit fremder Kultur unsere Werte und Normen an, weil sie sich davon einen Vorteil erhofften. Westlicher zu werden wurde als der notwendige Schritt verstanden, der für eine Modernisierung nötig war.

Wollten wir also die Muslime verwestlichen, dann müssten wir ihnen greifbare Vorteile geben, ihre als überlegen empfundene Kultur aufzugeben. Denn, um erneut auf Huntington zugrückzugreifen, besteht jede Religion aus einer überlegen In-Gruppe und einer unterlegenen Out-Gruppe.[Siehe Huntington 2002, S.147.] Die Übernahme unserer Werte wird dabei keineswegs aus sich heraus erfolgen, solange sie nicht als überlegen empfunden und ihre Übernahme daher als notwendig gesehen wird. Huntington weist dabei auf Bernard Lewis hin, der dem Islam in Krisenzeiten eine stärkere Besinnung auf das fundamentalistische bescheinigt.[Siehe Huntington 2002, S. 147f.] Sofern also die muslimischen Zuwanderer nicht umgehend Erfolg in Deutschland haben, wird ein Teil von ihnen fundamentalistischer werden.
Was also die größte und schwerste Integrationsaufgabe sein wird, ist die mehrheitlich muslimischen Zuwanderer so zu unserer Kultur zu verführen, dass sie nicht ebenfalls diese existierenden Problemviertel verstärken und neue bilden. Ob dies angesichts der oben geschilderten Schwächen bei dem eigenen Angebot an Kultur und bei der Anzahl an gerade kommenden Muslimen funktionieren wird, darf bezweifelt werden.

 

Dies war ein Auszug aus „Nein, wir schaffen das nicht!“ (ISBN-13: 978-1530448975) das Sie hier bestellen können:

 

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Warum die Integration scheitern wird (2)

Dies ist der zweite Teil zur Integration der aktuellen Zuwanderer. Hier finden Sie den ersten Teil.

 

Es fehlt die attraktive Kultur

Samuel P. Huntingtons „Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert” ist ein Buch, dessen Inhalte gerade in diesen Tagen äußerst interessant sind. In einem Kapitel geht er beispielsweise auf die Indigenisierung der Kulturen ein. Überall in der Welt hatten Völker oder auch nur die Eliten ihre eigene Kultur abgelegt, weil sie bei der Machtfülle des Westens einen Weg zum Erfolg und zur Übernahme von dessen Erfolgen die zwingende Aufnahme westlicher Werte und der westlichen Kultur als Voraussetzung erwarteten.[Huntington, Samuel P.: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, München 2002, S. 136ff.]

In Zeiten, in denen der Westen mit jedem Tag weniger mächtig ist, wird diese Beziehung zwischen Erfolg und westlichen Werten jedoch mit jedem Tag als weniger notwendig empfunden. Gleichzeitig besinnen sich immer mehr Völker auf ihre frühere Kultur und die früher vorherrschende Religion zurück. Begründet wird dies u.a. mit dem rasanten Wandel der Gesellschaft innerhalb der jeweiligen Generation. In Zeiten, in denen sich die Welt in Windeseile verändert, suchen die Menschen nach Halt, nach einer Identität. Wie Huntington erklärt, braucht man für eine Vertretung seiner Interessen zunächst eine Identität. Diese wird nun in zunehmendem Maße wieder in der Religion gesucht.

Die westliche Kultur, vor allem aber die Deutsche, hat den Zuwanderern wenig zu bieten. Zunächst einmal muss klar sein, dass die überwältigende Mehrheit der Migranten nicht nach Deutschland kommt, weil sie Deutschland lieben. Weil sie es nicht erwarten können, auf den Spuren von Goethe und Schiller zu wandeln und sich Weimar anzusehen. Auch träumen sie nicht davon, in Lederhosen auf dem Oktoberfest zu sitzen und auf „oans, zwoa, gsuffa” ihre Maß Bier auf Ex zu trinken. Sie kommen aus wirtschaftlichen Gründen her, weil sie hier ihre größten Chancen sehen, sei es nun wegen der starken Wirtschaft oder des großzügigen Sozialsystems. Ansonsten hätten sie auf ihrem Weg nach Deutschland nicht bereits eine Vielzahl freier Länder durchquert, ohne um Aufnahme zu bitten. Nicht wenige werden dabei noch nicht einmal wegen der Freiheit kommen, sondern weil sie davon ausgehen, in Deutschland ihre Freiheit zu leben, also gegebenenfalls auch ihre orthodoxe Islamauslegung.

Kurzum: Die Mehrzahl der Menschen wird nicht kommen, um Deutsche in Deutschland zu werden. Sie kommen, um freie Menschen, mehrheitlich „freie Muslime”, in einem freien und großzügigen Land zu sein. Darauf lässt zumindest die Vergangenheit schließen.

Während sie also aus wirtschaftlichen Gründen kommen, gibt es keinen inhärenten Grund für sie, sich anzupassen. Ob Sozialhilfe oder Job, beides werden sie auch bekommen, wenn sie weiter geistig in ihrem Ursprungsland bleiben. Nicht zuletzt auch, weil jede Diskriminierung deswegen ja inzwischen streng verboten in Deutschland ist und für einen potentiellen Arbeitgeber oder Vermieter empfindliche finanzielle Folgen haben kann. Durch ihre räumliche Konzentration (siehe oben) wird ein guter Teil kein Deutsch lernen und entsprechend im Sozialsystem hängen bleiben.

Dazu kommt, dass die deutsche Kultur auch keine Sogwirkung entfaltet. Es mag weltweit Liebhaber von Beethoven, Mozart und Goethe geben, die gerade kommenden Menschen kommen jedoch nicht deshalb, sie werden zumeist diese Namen noch nicht einmal gehört haben. Dazu kommt, dass es zur deutschen Kultur inzwischen gehört, in Selbsthass zu zerfließen. Wegen unserer Geschichte kennt dieses Land kaum noch Nationalstolz. Erst seit wenigen Jahren ist das Zeigen der Nationalfahne üblich, und auch nur zur Fußball Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft. 2006 und in den Jahren darauf war es ein großes Thema, dass tatsächlich viele Deutsche ihre Nationalfarben zeigen.[http://www.focus.de/sport/fussball/wm2006/wm-euphorie_aid_110355.html abgerufen am 07.03.2016.] Es wurde gefragt, ob man das eigentlich darf. Und überhaupt: Eigentlich sind das ja alles nur böse Menschen, die ihren Nationalismus ausleben, so schrieb beispielsweise die Süddeutsche Zeitung.[http://www.zeit.de/sport/2012-06/fans-deutschland-nationalismus-stolz abgerufen am 07.03.2016.] In Paris kann man dagegen in der Innenstadt an jedem beliebigen Ort mindestens zehn Nationalfahnen hängen sehen. In deutschen Parlamenten sitzen Parteien, auf deren Veranstaltungen „Nie wieder Deutschland” skandiert wird und die einen Bezug auf das deutsche Volk aus Amtseiden streichen wollen.[http://www.welt.de/print/wams/nrw/article114078421/Streit-um-Eid-auf-deutsches-Volk.html abgerufen am 09.10.2015.]

Das deutsche Volk ist derart von einer Ablehnung jeden Nationalstolzes besessen, dass ich mich alleine mit diesen Zeilen vermutlich bereits der Vermutung aussetze, ein „Nationalist” zu sein. Etwas, das in Deutschland kurz vor dem Kinderschänder in der öffentlichen Respektabilitätsskala rangiert.

Doch erklären Sie mir, wie man Fremde davon überzeugen soll, mit ganzem Herzen Deutsche zu werden. Wie soll man einem stolzen arabischen Muslim, einem Ashanti aus Ghana oder einem Xhosa aus dem Süden Afrikas erklären, dass er eine fremde Identität annehmen soll, wenn diese aus Selbstverachtung besteht? Ganz ehrlich: Da würde ich an Stelle der Immigranten auch bei meiner eigenen, in Deutschland fremden, Kultur bleiben.

Erfolgreiche Einwanderungsländer machen es hier übrigens vor, wie es geht. Wer es in die USA auf legalem Wege geschafft hat und nach der notwendigen Wartefrist mit einer Green Card endlich Staatsbürger werden darf, der lässt in der Regel keine Zeit verstreichen um dies zu werden. Mit Stolz wird die neue Nationalhymne angestimmt, während man sich stolz als „Amerikaner” bezeichnet. Solch eine gemeinsame Identität, solch ein gemeinsamer Nationalstolz bedeutet von Seiten der USA mitnichten einen Nationalchauvinismus. Es bedeutet auch nicht, dass die USA in die Tradition des Dritten Reiches treten wollte. Es bedeutet übrigens auch nicht, dass der Einwanderer seine Identität aufgeben müsse. Der irische Einwanderer kann durchaus Ire bleiben, er hat jedoch etwas, das ihn mit dem sino-Amerikaner verbindet. Ein solches Bindeglied fehlt in Deutschland für die Integration, wie schon allein die immer wieder aufflammende Debatte um eine „Leitkultur” belegt. Dass aber überhaupt darüber diskutiert werden muss, belegt das Dilemma.
Um es zusammen zu fassen: Es fehlt eine Leitkultur, die aus sich heraus eine solche Attraktivität hat, dass die Zuwanderer in ihrer Masse es gar nicht abwarten können, endlich ein Teil von ihr zu werden. Erleichtert wird dies übrigens auch durch unser pluralistisches System, das selbst für den Empfang von Sozialhilfe ausschließlich die physische Präsenz im Land erfordert und nicht etwa auch Sprachkenntnisse oder ein Bekenntnis zum Grundgesetz. Daher ist ein bereitwilliges Aufnehmen unserer Kultur durch die Masse der Zuwanderer nicht zu erwarten.

Wenn eine Ortschaft, deren Bevölkerung um 20 Prozent durch eine Flüchtlingsunterkunft gewachsen ist, einen Regelkatalog mit Selbstverständlichkeiten aufstellt, umgehend als rassistisch bezeichnet wird, gibt es wenig Grund zur Hoffnung. Wenn schon das Erklären man solle fremde Grundstücke nicht betreten, junge Frauen nicht belästigen, seinen Müll nicht einfach fallen lassen und Toiletten benutzen rassistisch ist, wie soll dann eine eigene Kultur kraftvoll verteidigt werden?[http://www.bild.de/news/inland/buergermeister/erstellt-benimm-regeln-fuer-fluechtlinge-42931190.bild.html abgerufen am 09.10.2015.]

Wie soll derartiges in einem Land erwartet werden, wo ein Professor fordert, Arabisch als Pflichtfach einzuführen, weil so „ein Zugang zur arabischen Welt möglich [sei]. Wir würden damit anerkennen, ein Einwanderungsland und eine mehrsprachige Gesellschaft zu sein.[http://www.spiegel.de/schulspiegel/arabisch-in-der-schule-alle-kinder-sollen-die-fremdsprache-lernen-a-1075512.html abgerufen am 28.02.2016.]” Damit wird de facto gefordert, die Deutschen sollten sich den Zuwanderern anpassen. Eine deutlichere Selbstaufgabe kann es kaum geben. Dagegen kann die Geschichte um eine Multikulti-Toilette kaum noch erregen. Wie die FAZ berichtete, hat in deutscher Sanitärhersteller eine Toilette entwickelt, auf der man sein Geschäft sowohl im Sitzen, wie auch im Hocken verrichten kann. Tatsächlich ist es in Deutschland nämlich zu viel verlangt, den Zuwanderern beizubringen, wie hierzulande die Gewohnheiten sind, was das Defäkieren angeht.[http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/die-multikulti-toilette-ein-klo-das-jeder-benutzen-kann-14043644-p2.html abgerufen am 28.02.2016.]

 

Dies war ein Auszug aus „Nein, wir schaffen das nicht!“ (ISBN-13: 978-1530448975) das Sie hier bestellen können:

 

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