Lügenpresse ist Ihre Entscheidung!

Das Wort der „Lügenpresse“ kursiert nun schon seit Monaten in Deutschland. Ich mag das Wort an sich nicht, da ich gerade gegenüber den großen Medien in Deutschland den Vorwurf der systematischen Lüge für falsch halte, ist doch eine Lüge laut Duden eine „wissentlich geäußerte Unwahrheit“. Nein, auch wenn es immer wieder Fälle gibt, bei denen etwas das ich höre oder sehe für mich eben genau das ist, eine wissentlich geäußerte Unwahrheit, so ist die pauschale Zuweisung für mich doch falsch. Es gibt nämlich in fast allen dieser Medien zugleich auch kritische Beiträge zu den Themen und eine anders lautende Interpretation eines Ereignisses macht eine Aussage nicht zu einer Lüge. Doch wenn wir den Begriff, zum Zwecke der Veranschaulichung innerhalb der Argumentation, einmal nutzen wollen, so kann ich Ihnen, lieber Leser, nur sagen: „Sie haben Schuld an der Lügenpresse!“ Denn Sie, ja genau Sie, sorgen dafür, dass wir keine anderen Medien haben!

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Sollte man vielleicht besser den Mund halten?

Wie viel Meinungsfreiheit kann man sich in Deutschland heute noch leisten?

Akif Pirincci hat bei der Pegida-Demonstration eine Rede gehalten. Er selbst hat in der Presse gesagt, man solle ihn gerne Nazi nennen, wenn man das möchte. Da es hier nicht um seine Rede gehen soll und ich keine Lust habe, im Detail über sie zu diskutieren, nehme ich Akif beim Wort. Er hat also eine „Neonazi-Rede“ gehalten.

Nicht nur, dass ein Zitat davon jedoch sinnumkehrend in der Presse zitiert wurde, andere Autoren bei seinem Verleger Random House begannen offensichtlich einen Proteststurm, der zur Kündigung seiner Verträge führte. Gestern konnte ich auf Amazon noch beobachten, dass sei eigentlich gerade erschienenes Buch „Die große Verschwulung“ nur zur Vorbestellung freigegeben war, während sich bei all seinen anderen Büchern, auch bei seinen völlig unpolitischen Romanen, die negativen Bewertungen häuften. Dutzende Bewertungen ohne das „verifizierter Kauf“ Label sprachen davon, Amazon sollte Akif Pirincci aus dem Sortiment nehmen. Dass die Bücher eines solchen Nazis verboten gehörten, etc. Sie haben ihr Ziel erreicht. Heute ist keines seiner Bücher mehr auf Amazon erhältlich.

Selbstverständlich gibt es Vertragsfreiheit und Amazon und Random House können Verträge nach Gutdünken im Rahmen der Vertragsbedingungen und des BGB  kündigen. Allerdings, und das ist hier das Entscheidende, haben es beide wohl nicht aus freien Stücken gemacht, sondern aufgrund des Drucks durch den Mob. Auf Amazon sind so auch weiterhin Bücher von so illustren Autoren wie Che Guevara, Saddam Hussein, Muammar Gaddafi, Josef Stalin oder Mao Zedong erhältlich. An den ethischen Standards scheiterte der Verkauf von Akifs Büchern also nicht. Wo Massenmörder, Folterer, Terroristen und Völkermörder weiter fleißig verkauft werden, sollten ein paar harmlose Bücher eines Hetzers wie Akif doch auch noch Platz finden können. Sie finden sich jedoch nicht mehr, weil der Mob ihre Entfernung erzwungen hat.

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Wenn Julius Streicher zufrieden in der Hölle nickt

Der Spiegel ist eines der unerträglichsten deutschen Medien unserer Zeit. Relevant ist dies jedoch nur deshalb, weil er zugleich das meistgelesene Magazin des Landes ist und nicht etwa nur eine der Zeitung „Neues Deutschland“ vergleichbare Verbreitung hat. Aktuelles Beispiel dafür, warum der von mir an sich entschieden abgelehnte Begriff „Lügenpresse“ manchmal doch zutreffend ist, hat er mit Akif Pirincci geliefert.

 

Der Spiegel zitiert bewusst falsch

In seinen Artikeln über die Rede können wir lesen, was ich hier in Screenshots festhalte:

Bildschirmfoto.
Bildschirmfoto.
Bildschirmfoto
Bildschirmfoto

Dumm nur, dass diese Zitate völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Tatsächlich unterstellt er Politikern, sie würden nicht nur Deutsche zum Verlassen des Landes auffordern, sondern sie wohl am liebsten auch in Lager sperren. Dies ist natürlich eine Aussage, die zum Rest seiner Rede passt. Völlig überdreht, völlig überspitzt, 110% Provokation. Überhaupt, es ist eine Aussage, die zu einer Rede passt, in der wohl kaum ein Satz ohne Beleidigungen und Fäkalausdrücke auskam. Zu einer Rede also, an der es weiß Gott genug zu kritisieren gäbe.

Umberto Eco hat in „Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt“ klare Regeln für die Zitation vorgelegt. Schon die erste Regel bestimmt, dass Zitate ausführlich zu erfolgen haben  (vgl. Eco 1993, S. 197.). Dabei muss das Zitat eine angemessene Länge haben, die klar den Sinn und Zusammenhang des Zitats wiedergibt.

Vielleicht ist es ja erforderlich, keinerlei Anstand und Aufrichtigkeit zu haben, wenn man beim Spiegel arbeitet. Intelligenz wird aber dennoch erforderlich sein. Entsprechend kann man auch von Spiegel-Redakteuren erwarten, dass Sie von diesen Grundregeln des Zitierens wissen. Somit ist die Verkürzung seiner Aussage eine Infamie, die ihresgleichen sucht. Sie ist eine solche Unverschämtheit, ein so ekelhaftes Verhalten, dass wiederum ich meine Worte mit Bedacht wählen muss. Nur so viel: Ich kann mir denken, was heutzutage die Lieblingslektüre von Julius Streicher wäre.

Der Tatsächliche Zusammenhang des Zitats war nämlich dieser:

Als ich bezüglich dieser Rede für ein Hintergrundgespräch von einer Tageszeitung befragt wurde, weil man wohl glaubt ich kenne ihn etwas besser nachdem ich vor zwei Jahren ein längeres Interview mit ihm geführt hatte, sagte ich, dass ich an eine ganz bewusste Provokation glaube. Sein aktuelles Buch würde sich wohl deutlich schlechter verkaufen als sein Bestseller „Deutschland von Sinnen“ vom letzten Jahr. Mit dieser Provokation wollte er so richtig auf die Pauken hauen, damit sein Name wieder ins Gespräch kommt.

Die Titanic sieht das genauso und schreibt:

Akif Pirinçci hat es geschafft: Die „Lügenpresse“ nimmt seine KZ-Provokation von vorgestern wie geplant dankend auf, reißt sie aus jedem Zusammenhang und bedient damit genau die Ressentiments, die seinen Erfolg und den der beschissenen Pegida-Bewegung erst möglich machen. Heute erscheint übrigens sein neues Buch: hier bestellen!

Dass der Spiegel das Zitat in anderen Artikeln in den Zusammenhang setzte ändert daran übrigens überhaupt nichts. Zum einen wurden die beiden oben verlinkten Beiträge nicht unmittelbar nach der Rede veröffentlicht, wo man möglicherweise noch nicht den Zusammenhang kannte, sondern einen Tag später. Zum anderen wäre auch bei einer sofortigen Veröffentlichung in einem so gravierenden Fall eine Abänderung der Artikel zwingend notwendig.

Ein Einzelfall ist diese Art der Berichterstattung übrigens nicht. Der Spiegel ist auch für andere Perlen des geradezu beispielhaft seriösen Berichtens bekannt:

Ein wahres Meisterwerk.
Ein wahres Meisterwerk.

Der Spiegel weiß eben, welche Leser er sich wünscht und welche er bedienen möchte:

Screenshot Spiegel Online Facebook-Seite vom 20.05.2015.
Screenshot Spiegel Online Facebook-Seite vom 20.05.2015.

Hier übrigens mein Gespräch mit Akif Pirincci:

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Björn Höckes gekonnte Provokation

Lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, dass ich ein Bekenntnis ablege. Ich bin aus einer tiefen Liebe zu meinem Land in die Politik gegangen. Und aus einer großen Sorge um die Zukunft dieses Landes. Und da habe ich mir gedacht, ich bringe mal das zentrale Symbol unseres Landes mit und bringe etwas Farbe in diesen historischen Ort und das werde ich jetzt auch tun.

sprach Björn Höcke am Sonntag, den 18.10.2015, bei Günther Jauch und holte eine kleine Deutschlandfahne aus dem Jackett.

Die Provokation wird nutzen

Die Bild titelte sogleich „Irrer AfD-Politiker provoziert mit Deutschland-Fahne

Anders als viele meiner Kontakte und viele Medien glaube ich dabei jedoch nicht, dass Höckes Auftritt gestern „die AfD 3 Prozent kosten wird“, wie ich es an einer Stelle las. „Björn Höckes gekonnte Provokation“ weiterlesen

Israelische Siedler ermorden Palästinensische Eltern vor deren vier Kindern

Wieder ist es passiert. In einem „drive by shooting“ haben jüdische Siedler eine palästinensische Familie in ihrem Auto beschossen und die beiden Eltern getötet. Die vier Kinder waren im Auto und mussten das Sterben ihrer Eltern mit ansehen, blieben aber körperlich unverletzt. Die weltweiten Medien berichten empört über diesen Gewaltakt, der zudem von der israelischen Regierung auf Twitter gelobt wurde.

Sie haben nichts davon gehört? Ehrlich?

Ach, tut mir leid. Ich habe da wohl was verwechselt. Die Opfer waren Israelis, die Täter Palästinenser. Die Fatah hat den Anschlag gelobt. Na dann ist es ja halb so wild. Und mit der „moderaten“ Fatah soll Israel übrigens einen Frieden schließen…

 

Aktuell:

Heartbreaking: photo capturing the moment that the baby, whose father was murdered in tonight's terror attack, was…

Posted by StandWithUs on Saturday, October 3, 2015

 

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Achtung: „Flüchtlinge“ heißen jetzt „Vertriebene“!

Als Hinweis für meine Leser, damit sie auf dem neuesten Stand bleiben: „Flüchtlinge“ heißen jetzt „Vertriebene“, wie in Stern und Cicero nachlesbar. Was früher einmal Migranten waren, wurde bis vor etwa einer Woche noch Flüchtlinge genannt. Offensichtlich erzeugt das Wort aber nicht mehr genug Sympathie, daher wurde die Bezeichnung nun durch Vertriebene ersetzt.

 

Ab 1. Dezember heißen sie dann „Verfolgte“ und am 1. Januar „aus höchster Lebensgefahr Gerettete“.

 

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Putin komplettiert Assads Meisterwerk

Die russischen Luftstreitkräfte sind nun offiziell zu Luftangriffen übergegangen. Damit wird Russland Kriegspartei in Syrien. Was bei Angriffen auf den Islamischen Staat zu begrüßen sein könnte, ist tatsächlich jedoch eine Katastrophe für Syrien und komplettiert Assads Meisterwerk.

 

Assad wollte eine möglichst radikale Opposition

In „Assads Meisterwerk“ habe ich beschrieben, wie Assad die Opposition gezielt radikalisierte. Extremisten wurden per Amnestie lange nach Beginn des Aufstands gegen ihn aus Gefängnissen entlassen.  Sobald klar war, dass er es mit einen waschechten Aufstand zu tun hatte den er nicht binnen weniger Tage würde erstücken können, traf seine Regierung eine folgenschwere, aber nicht minder geniale Entscheidung.  „Putin komplettiert Assads Meisterwerk“ weiterlesen