Waren dem Justizminister Heiko Maas ermordete Juden egal?

Am 9 Januar 2015 endete die Terrorwelle in Paris. Den Tag begann der Justizminister mit einem Besuch in der Sehitilik Moschee, wie er in einem Tweet um 11:33 zeigte: „Zu Besuch in Sehitilik Moschee. Dialog mit den Muslimen in Deutschland, gemeinsam gg Hass der Terroristen

Heiko Maas
Tweet von Heiko Maas, nachdem klar war, dass vier Juden aus antisemitischen Motiven ermordet wurden.

Weiteren Bildern von seinem Moscheebesuch und der bildkräftigen Pressekonferenz vor hohen Minaretten folgen Retweets der Deutschen Welle auf Arabisch und Englisch. In dem auf arabisch wird in seinem Namen zum Dialog aufgerufen, während die englischsprachige Ausgabe ihn damit zitiert, der Angriff auf Charlie Hebdo sei ein Angriff auf den Islam. „#CharlieHebdo attack ‚an attack on Islam‘: German justice minister @HeikoMaas http://dw.de/p/1EGgk

Um 13 Uhr drang währenddessen in Paris Amedy Coulibaly in den koscheren Supermarkt Hyper Cacher ein und ermordete umgehend vier der anwesenden jüdischen Kunden.  Er nahm Geiseln und rief um 15 Uhr beim französischen Fernsehen an. Dort sagte er, er habe vier Menschen ermordet und Geiseln genommen. Auf die Frage, ob er das Geschäft aus einem bestimmten Grund gewählt habe, sagte er: „Ja. Die Juden”.

Um 16:44 Uhr veröffentlichte die Deutsche Welle den Tweet, bei dem die Angriffe als Angriff auf den Islam bezeichnet wurden. Heiko Maas retweetete diese Meldung, also mindestens rund zwei Stunden, nachdem klar war dass im Rahmen des Terrors Juden durch einen Muslim ermordet wurden, weil sie Juden waren.

Um 18:48 Uhr tweetet er dann: „Jeder sollte wissen, wem er da hinterherläuft: #Pegida-Anführer operierten mit Hitler-Zitaten u rassistischen Parolen http://spon.de/aept5”. Coulibaly, der Terrorist aus dem koscheren Supermarkt, war da bereits fast zwei Stunden tot und die Zahl seiner Opfer bestätigt. Doch die Sorge von Heiko Maas galt PEGIDA.

Auch in den folgenden Tagen tweetete er wieder und wieder #nopegida, auf die ermordeten Juden nahm er jedoch nie Bezug. Nicht ein einziges Mal.

 

Wenn Muslime Karikaturisten ermorden, und anfangen Juden aus antisemitischen Motiven zu ermorden, bezeichnet er die Anschläge als „Angriff auf den Islam“. Er besucht eine Moschee, um zum Dialog aufzurufen. Doch auch nur ein einziger Tweet in Bezugnahme auf die ermordeten Juden kam ihm nicht in den Sinn. Der Besuch einer Synagoge, um den Angegriffenen Solidarität auszusprechen, erst Recht nicht. Da stellt sich unweigerlich die Frage:
Wieso waren Heiko Maas die ermordeten Juden nicht ein Wort der Solidarität wert?

Auf Twitter entscheidet der Minister selbst, was gepostet wird. Er selbst kann also festlegen und zeigen, was ihm wichtig ist. Das war vor allem #nopegida.
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