Deutschland braucht Uber

Nun hat also ein Gericht verboten, dass Uber in Deutschland seinen Dienst anbieten darf. Was den Taxi-Lobbyisten gefallen dürfte, ist eine Katastrophe für die Bevölkerung.

 

Konkurrenz verbessert die Leistung für den Konsumenten

Nun wäre es einfachste Ökonomie, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Allerdings ist Uber ein großer Konzern und noch dazu aus Amerika, was für Viele bereits Grund genug zu sein scheint, gegen das Unternehmen zu sein. Dabei hat die Liberalisierung des Fernbusverkehrs heute dazu geführt, dass man für teilweise nur neun Euro bundesweit verreisen kann. Zwar mag die Busfahrt länger dauern, dafür hat man jedoch einen gesicherten Sitzplatz und W-Lan auf der ganzen Strecke. Wer es also nicht zu eilig hat, kann, verglichen mit der Bahn, bei deutlich geringeren Kosten die Fahrt nutzen um zu Arbeiten, zu lesen oder auch nur zu surfen.  Auch als die Bahnmitarbeiter wieder einmal streikten und die Züge massenweise ausfielen, gab es nun plötzlich eine günstige Alternative für Reisende zu Flugzeugen, Taxis und Autos. Doch das ist noch nicht alles. Nicht nur, dass der einfache Mann davon profitiert, selbst die Bahn bewegt die neue Konkurrenz auf der Straße zur Reaktion. So soll, was noch vor wenigen Jahren undenkbar schien, künftig eine Platzreservierung nichts mehr kosten und bald sogar gratis W-Lan auch in den Zügen zur Verfügung stehen.

Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs sorgte somit nicht nur zu einer günstigeren Alternative zur Eisenbahn, zu deren Schutz das die Fernbusse verbietende Gesetz einst beschlossen wurde, es verbessert auch die Bahn selbst, da sie sich der Konkurrenz anpassen muss. Am Ende gewinnt somit wirklich jeder, selbst wenn er überhaupt nicht zu Konkurrenz wechseln wollte.

Uber
Uber ist großartig für alle, außer für Taxifahrer.

 

Kein Mensch braucht einen Personenbeförderungsschein

Die legalistische Begründung für das Verbot von Uber ist nun das Fehlen eines Personenbeförderungsscheins. Dieser ist zum Führen eines Taxis gesetzlich erforderlich. Früher mag dies sogar eine gewisse Rechtfertigung gehabt haben, da zu Zeiten ohne Navigationssysteme ein unerbittlich tickender Taxamater eine Zumutung für jeden Kunden gewesen wäre, hätte der Taxifahrer nicht erweisen müssen, dass er die Straßen seines Einsatzgebietes kennt.

Wozu aber sollte heute ein Personen befördernder Fahrer dies noch benötigen? Omnipräsente Navigationsapps sorgen nicht nur für ein sicheres Ankommen selbst bei völliger Ortsunkenntnis des Fahrers, sie können auch Schleichwege anzeigen und bei Verkehrsbehinderungen automatisch Ausweichrouten ermitteln. Die Strecke wird dabei auf der App angezeigt, sodass der Fahrer große Probleme hat, absichtliche Umwege zu fahren, was keineswegs eine Seltenheit ist, wie ich auch selbst schon erlebt habe. Dazu bietet Uber gleich noch mehrere weitere Vorteile. Die Kunden können ihre Fahrer bewerten und sie können über die App bargeldlos, ja sogar ohne eine mitgeführte Kredikarte bezahlen. Der Fahrer hat so kein Bargeld mehr bei sich und wird damit garantiert weniger durch Überfälle bedroht sein.

Der gestiegene Wettbewerb verringert die Kosten für Nutzer. Dies wird Trunkenheitsfharten genauso reduzieren wie den Zwang für Frauen, nachts und betrunken alleine durch einen Park oder ein Waldstück nach Hause zu gehen. Kunden wie auch Fahrer sind namentlich erfasst, was das Risiko für Kriminalität von jeder Seite merklich weiter verringert. Denn während genau dies immer wieder auch als Argument aufgeführt wird, so sind Taxifahrer doch auch nichts anderes als Menschen. Entsprechend kann es wenig überraschen, dass einzelne von ihnen betrunken am Steuer saßen, Kundinnen vergewaltigt, Kunden beraubt oder gar Kunden ermordet haben.

Dazu kommt, dass Taxifahrer sich gerne einmal weigern einem bei dem Koffer zu helfen, rechtlich müssen sie dies auch nicht tun. Sitzt man im Taxi und der Fahrer steckt sich eine Zigarette an, ist man im Prinzip genauso hilflos, wie wenn plötzlich unerträgliche Musik gespielt wird. Auch all dies kommt mit einem Dienst wie Uber nicht mehr vor, da der Fahrer sehr bald ohne Kunden dasteht, wenn diese sich regelmäßig über ihn beschweren.

 

Kartelle helfen nur den Kartellinhabern

Nein. Uber ermöglicht eine Konkurrenz, die das Produkt für die Konsumenten erschwinglicher, transparenter und besser macht. Das Taxikartell zu erhalten, wie es gerade Gerichte und Politik tun, nützt dabei nur einem: Den Kartellinhabern. Statt dieses Relikt aus der Vergangenheit zu erhalten sollte sich Deutschland lieber an der Liberalisierung des Fernbusverkehrs ein Beispiel nehmen und auch die kommerzielle Personenbeförderung vollständig liberalisieren. So wie es in einer Marktwirtschaft üblich ist, profitiert bei einer wirklichen Liberalisierung (nicht bei einer Neureglementierung, sondern bei wirklich freiem Austausch von Leistungen) am Ende nur noch einer: der Konsument. Dessen Interesse muss dabei über dem Interesse von Kartellen stehen, die sich zudem nur dank staatlicher Reglementierung etabliert haben, nicht etwa weil ihr Produkt die Konkurrenz aus dem Markt gedrängt hätte.

Albtraum Europäische Armee

Alle Jahre wieder kramt jemand in Europa die Idee hervor, Europa solle eine gemeinsame Armee aufstellen. Zuletzt war es Jean-Claude Juncker, der diese in Medien und Politik gerne positiv kommentierte Selbstentmannung der europäischen Streitkräfte befürwortet. Selbstentmannung? Ja, denn solch ein Plan wäre nichts anders als Wahnsinn und ein effektiver Weg um die Streitkräfte der EU-Mitgliedsstaaten nutzlos zu machen.

 

Eine Europäische Armee scheint sinnvoll…

Die Idee selbst mag auf den ersten Blick durchaus ansprechend sein. Normalerweise braucht man beispielsweise jedes Schiff dreimal, damit man immer eines einsatzbereit hat. Ein Schiff ist im Einsatz, eines im Dock um Modernisierungen und Wartungen zu erhalten und eines liegt in Bereitschaft im Hafen, die Mannschaft erholt sich und es bildet aus. Dies können sich auch Mittelmächte mit kleineren Schiffen wie Korvetten und Ubooten leisten. Geht es jedoch um Großkampfschiffe wie Flugzeugträger oder amphibische Angriffsschiffe, wird es eng, gerade wenn die Qualität der Schiffe selbst auch noch zu wünschen übrig lässt. Der russische Flugzeugträger Admiral Kuznezov war beispielsweise in 20 Jahren seit seiner Indienststellung nur fünf Mal eingesetzt und hat wegen gravierender Konstruktionsmängel eine Überholung längst nötig. Wegen der internationalen Krisen konnte er jedoch nicht ins Dock gehen, da er ansonsten über mehrere Jahre ausfallen würde. Auch so war er bei seinen fünf Einsätzen jeweils nur wenige Monate auf hoher See.

Gemeinsame Streitkräfte der EU könnten die Kosten für jeweils drei Exemplare eines benötigten Schiffes viel leichter finanziell stemmen, und viel leichter gutes Personal gewinnen. Unnötige Redundanzen könnten abgeschafft werden und eine einheitliche Beschaffung könnte, würde man auf ausreichende Konkurrenz bei den Herstellern achten und nicht die Gründung gewaltiger Konglomerate fördern, preiswert und gut sein. In der Tat ist es unnötig, dass Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland jeweils eigene moderne Kampfpanzer gebaut haben, mit jeweils eigener Entwicklung. Nicht zuletzt auch aus diesen wirtschaftlichen Gründen gibt es ja immer wieder gemeinsame Projekte, wie beispielsweise den Eurofighter.

EU-Streitkräfte sind eine richtig dumme Idee! "Coat of arms of Eurocorps" by Ssolbergj - Own work, based on the blazoning, of which a rendering is seen on [1]. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.
EU-Streitkräfte sind eine richtig dumme Idee!
Coat of arms of Eurocorps“ by SsolbergjOwn work, based on the blazoning, of which a rendering is seen on [1]. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Eine Europäische Armee ist aber nicht sinnvoll!

Dass dieser Vorschlag aber ernsthaft diskutiert wird, ist nur mit einer völlig Distanzierung von der Realität zu erklären. Wie stellen es sich denn die Unterstützer dieser Idee vor? Albanien, Bulgarien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, und Ungarn waren 2003 Teil der „Koalition der Willigen“ und nahmen an der Seite der USA am Irakkrieg teil (die Ukraine übrigens auch, unter Janukowytsch)! Frankreich und Deutschland im Besonderen profilierten sich zeitgleich als Gegner des Einsatzes und versuchten ihn zu verhindern. Wie soll das künftig daher funktionieren?

Eine EU-Armee wäre entsprechend entweder nutzlos, oder aber sie würde einer zentralen Befehlsgewalt unterstellt werden müssen, die einen Kampfeinsatz deutscher Soldaten auch gegen den Willen der deutschen Bevölkerung und des Bundestages befielt und umsetzt. Deutsche Soldaten müssten in so einem Fall den außenpolitischen Interessen von anderen EU-Staaten dienen, also beispielsweise französische Interessen in den ehemaligen Kolonien des Landes verteidigen. Auch an einem Kampfeinsatz vergleichbar mit dem Irak müssten sie dann teilnehmen, ob sie wollen oder nicht. Im Ernstfall könnte Griechenland deutsche Soldaten nutzen, um deutsches Staatseigentum für Griechenland zu beschlagnahmen, weil Griechenland seine Verhandlungsposition wieder einmal mit solchen Faustpfänden verbessern will  Siehe

Eine ähnliche Verknüpfung gab es schon einmal: Im Jahr 2000 genehmigte die damalige Regierung der sozialistischen Pasok-Regierung Beschlagnahmungen im Goethe-Institut, der Deutschen Schule in Athen und dem Deutschen Archäologischen Institut. Laut Presseberichten zog der Justizminister seine Entscheidung damals zurück, nachdem Deutschland ein paar Tage später dem griechischen Eurobeitritt zugestimmt hatte.

Die Alternative wäre, dass die so verbundenen EU-Streitkräfte völlig nutzlos wären, weil man zurecht jeder Nation ein Vetorecht einräumen müsste. Eine EU-Armee zu fordern ohne dass die EU vorher in einen europäischen Bundesstaat nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika verwandelt wurde, wäre entsprechend völlig impotent und praktisch nutzlos. Ein solcher Bundesstaat ginge aber nur durch Volksabstimmungen, die in einigen Ländern gesetzlich zwingend notwendig wären (und scheitern würden) und in allen anderen ebenfalls dem Volk zur Entscheidung übergeben werden müssten.

Wer also eine EU-Armee unter diesen Umständen fordert, der will entweder durch die Hintertür nun auch die militärische Gewalt zur EU verlagern, oder aber das militärische Potential innerhalb der EU nutzlos machen. So oder so kann dies keine ernsthafte Überlegung sein.

Freiheit ist nicht gratis

Auf der Homepage von Heise ist ein Artikel über den Kommentatoren-Mob, der die Seiten von Zeitungen heimsucht, im Besonderen wenn sie über die Ukraine berichten. Eine aktive Armee aus Kommentar-Kriegern handelt getreu nach Christian Morgenstein „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“ und überschwemmt jeden, der nicht Putin hochlobt und seine Invasion der Ukraine goutiert mit Hass-Mails. Besonders erschreckend ist, dass eine Journalistin der Zeit lieber wieder in die Ostukraine an die Front für die Berichterstattung will, als sich dem Hass dieses Mobs auszusetzen.

 

Hunderte Hate-Mails und Morddrohungen für kritischen Artikel

Nachdem ich eine emotionale Wutschrift über Volker Pispers zum Himmel schreienden Unsinn geschrieben habe, die auch auf Huffington Post veröffentlicht wurde,  habe auch ich mein Scherflein abbekommen. Die Zahl von 300 Hassmails ist bereits längst überschritten  und es gab, je nach Interpretation, zwei bis fünf Morddrohungen oder Mordaufrufe. Dabei ist der Inhalt des Artikels korrekt, wie mir seriöse Kollegen bestätigen. Ich würde ihn so wieder schreiben, wenn auch vielleicht nicht mehr mit dieser Wortwahl.

In dem Artikel selbst ist eine Vielzahl von Kommentaren zu lesen, etwa 30 weitere habe ich gar nicht mehr veröffentlicht. Auch auf Huffington Post, auf Twitter, per Email und auf Facebook gab es eine so hohe Zahl an Beleidigungen, Unterstellungen und Drohungen, dass ich dazu übergehen musste, nur noch die Perlen davon zu sichern. Alles nur wegen eines harmlosen kleinen Artikels. Wie muss es da erst den Autoren großer Publikationen gehen?

Morddrohung

Für mich persönlich hatte es mehr einen Unterhaltungswert. Ich muss ehrlich sagen, ich kann die Kommentatoren und Shitstormer beim besten Willen einfach nicht ernst nehmen. Ich komme mir vor wie ein Kind mit einem Brennglas in der Hand, das Ameisen versengt, während diese verzweifelt ihre Säure in meine Richtung schleudern und doch nur meiner Hand einen komischen Geruch verschaffen. Es ist einfach kein Kampf auf Augenhöhe.

Drohung
Ein Liebesbrief per Twitter

Wer heute noch schreibt, Russland habe mit dem Krieg in der Ostukraine nicht zu tun, den kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen. Entweder konsumiert er aus Angst vor der westlichen „Lügenpresse“ nur noch obskure Blogs von paranoiden Verschwörungstheoretikern und russische Staatsmedien – und glaubt ernsthaft, dies sei eine bessere und ehrlichere Informationsquelle, oder aber diese Person ist ein überzeugter oder bezahlter Kreml-Troll, ein Kremlin.

Wenn also hilflose kleine Narren mich mit Hass überschütten, dann sitze ich teils lachend vor den Emails und freue mich diebisch, wenn auf meine sarkastischen Antworten weitere Mails kommen. Selten hatte ich in meinem Leben so viel Spaß wie die letzten Tage. Denn Angst brauche ich vor solchen Maulhelden nicht zu haben. Zum einen sind es paranoide Idioten, die sich aus Angst vor „Chemtrails“ vermutlich ohnehin kaum aus ihren eigenen vier Wänden wagen, zum anderen kann ich als Legalwaffenbesitzer der Krav Maga beherrscht einer Begegnung gelassen entgegen sehen, sollte sich einer dieser Hanswursten tatsächlich trauen, mich persönlich treffen zu wollen. In der Masse wird es sich jedoch um verpickelte Jungmännlein handeln, deren liebstes Hobby das Wickeln eines Aluhutes ist.

Da hilft es auch nichts, wenn der Blog des Schweizer Pleitiers und berufsparanoiden Verschwörungsspinners mein Bild (natürlich unter Missachtung des Urheberrechts) auf seine Seite packt, wohl um „dem Feind“ ein Gesicht zu geben. Dass er seinen Versuch mich zu widerlegen – was fachlich natürlich nicht möglich ist – mit Strohmann-Argumenten am Fließband bemühte, ist da nur eine Randnotiz. Da hilft es auch nichts, wenn zu Shitstorms gegen mich aufgerufen wird.

Shitstorm
Aufforderung zum Shitstorm

Das Ganze wird natürlich auch leichter, wenn die Kommentatoren elementare Dinge leugnen. Wenn dann noch in kaum verständlichen Deutsch erklärt wird, ich habe keine Ahnung oder wenn ich Nachrichten erhalte, man habe zwar „nur Hauptschulabschluss, aber dennoch mehr Ahnung als Du!“, hält sich der erzeugte Eindruck in Grenzen. Doch nicht jeder Journalist kann solch eine Distanz und entspannte Herangehensweise haben.

 

Zeigen Sie Solidarität

An meine Leser kann ich daher nur appellieren, Autoren von Artikeln die ihnen Zusagen ihre Unterstützung auszudrücken. Vergessen Sie nicht, dass die Gegenseite organisierte Kampagnen zur Beeinflussung und Einschüchterung fährt. In ihrer Erregung und in ihrem Hass produzieren sie Hassmails am Fließband, während ein zustimmender Leser nur in Ausnahmefällen zur (virtuellen) Feder greift. Daher: Wenn Sie merken dass jemand unter Beschuss liegt, nehmen Sie sich die 20 Sekunden Zeit und schreiben Sie der Person nur einen Einzeiler, dass Sie gut finden was er schreibt. Denn wenn Autoren aufhören zu schreiben was sie denken, weil sie Angst vor den Reaktionen organisierter Trollhorden haben, dann ist die Meinungsfreiheit ernsthaft in Gefahr!

Feiertag der Lügner

Haben Sie es mitbekommen? Gerade war wieder einmal der Feiertag der Lügner, auch „Atomkatastrophe von Fukushima“ genannt.

 

Gedenken der „Opfer von Fukushima“

Gemeinsam mit Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel wurde mit den Bürgern der Stadt Hannover am 11.03.20015 an die 20.000 Opfer der “Atom-Katastrophe” in Fukushima von vor vier Jahren gedacht.

N-TV schreibt „Japan gedenkt der 19.000 Toten von Fukushima. Vor vier Jahren kam es nach einem Tsunami dort zu der schlimmsten Reaktorkatastrophe seit Tschernobyl.“ In der Tagesschau heißt es ab Minute 6: „Mehr als 18 000 Menschen kamen als Folge des Unglücks ums Leben“

Auch die evangelische Landeskirche Hannovers bleibt nicht bei ihren Leisten, sondern schreibt:

VIER JAHRE NACH DER KATASTROPHE IN FUKUSHIMA – DER OPFER GEDENKEN – DEN ATOMAUSSTIEG VOLLENDEN

Mit einer Mahnveranstaltung gedachten die Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann, Oberbürgermeister Stefan Schostok und Umweltminister Stefan Wenzel gemeinsam mit hannoverschen Bürgern am vierten Jahrestag der Opfer der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima.
In einer Erklärung dazu heißt es: „Wir trauern. Wir gedenken der Toten und unser Mitgefühl ist bei den Verletzten und ihren Angehörigen. Wir appellieren an Politik, Wissenschaft und die gesamte Gesellschaft, an den Zielen des Atomausstiegs und der Energiewende festzuhalten. Fukushima mahnt, die Sicherheit des AKW-Betriebs bis zur Stilllegung und bis zum sicheren Rückbau konsequent zu gewährleisten.[…] Nach Fukushima kann die Konsequenz deshalb nur lauten: Abschalten!
Am 11. März 2011 um 14.47 Uhrzeit ereignete sich ein heftiges Seebeben; ein Tsunami überschwemmte das Land, kurz darauf setzte in den Reaktorblöcken des Atomkraftwerks Fukushima die Kernschmelze ein und große Mengen an Radioaktivität traten aus. Als Folge kamen Tausende Menschen ums Leben oder wurden verletzt.

 

Wie viele Opfer gab es eigentlich in Fukushima?

Am 11. März 2011 kam es zu einem der schwersten Erdbeben der jüngeren Geschichte vor der japanischen Küste. Während das Erdbeben selbst nur wenige Opfer forderte, war der durch es ausgelöste Tsunami umso verheerender. Mit den noch immer Vermissten und damit wohl sicher Toten sind etwa 20.000 Menschen gestorben.

Durch die Flutwelle des Tusnamis kam es auch zu einer schweren Havarie im Kernkraftwerk Fukushima, bei dem mehrere Kernschmelzen stattfanden. Als Reaktion darauf nahm die Regierung Merkel die kurz zuvor beschlossene Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke zurück und umgehend mehrere Meiler vom Netz. In einem Land ohne nennenswerte Erdbeben und ohne Tsunamigefahr, entschloss sich eine Industrienation zum überhasteten Ausstieg aus der Kernenergie, was nun dazu führt das landesweite Stromausfälle drohen.

Während viele tausend Menschen durch die Flutwelle des Tsunamis starben, starben durch gleich mehrere Kernschmelzen in Fukushima genau… keine einzige Person. Die Weltgesundheitsorganisation hat bekanntgegeben, dass es NICHT EINEN Strahlentoten in Fukushima gab. Und selbst die Langzeitwirkungen sind so gering, dass eine erhöhte Todesrate statistisch nicht nachweisbar sein werden. Ein größter anzunehmender Unfall in alten Kernkraftwerken die nicht auf deutschem Stand sind, ist also ohne menschliche Opfer ausgegangen. Die Toten die es gab, fielen der Evakuierung zum Opfer! In einem Land, in dem Grafenrheinfeld nur dann durch einen Tusnami bedroht ist wenn Sigmar Gabriel oder Peter Altmeier überraschend in den Main springen, schaltet man leistungsfähige Stromerzeuger aus.

Lügner oder Idioten

Ob man aus der Kernenergie aussteigen soll, ist eine politische Entscheidung, die in einer Demokratie die Mehrheit trifft. Allerdings sollte diese Mehrheit wenigstens die Fakten kennen und nicht von allen Seiten gezielt verblödet werden. Politiker, Journalisten und Vertreter von Verbänden, die von „Opfern von Fukushima“ sprechen, lassen angesichts der Fakten nur zwei Schlüsse zu. Entweder sie lügen absichtlich, dann sind Sie unerträglich in ihrem Amt und sollten wegen ihrer Verachtung den Wählern gegenüber zum Teufel gejagt werden – oder aber sie kennen die Fakten überhaupt nicht und plappern von etwas, von dem sie keine Ahnung haben. Kurz: Sie sind schlicht dumm! Beides ist einfach nicht akzeptabel!

 

Kriegstreiber Russland

Im Ukraine-Krieg ist den meisten Vertretern beider Seiten hier im Westen wohl eines gemein: Es geht eigentlich gar nicht um die Ukraine. Die erbittert geführten „Kommentarspalten-Kriege“ zeichnen sich dadurch aus, dass der Kampf der Ukraine gegen die Invasoren nur ein Stellvertreterkrieg ist.

 

Hauptsache gegen den „Westen“!

Wer nicht ukrainischer Patriot ist oder das Land aus anderen Gründen liebt, der dürfte, wie ich auch, darin vor allem einen Kampf zwischen Freiheit und Despotie sehen. Wie ich in der Vergangenheit bereits geschrieben habe: „Russlands Annexion der Krim im März 2014 war ein Dammbruch. In der Geopolitik des 21. Jahrhunderts wird man möglicherweise entsprechend eine Zeit vor und nach der Krimannexioin sehen. Dabei geht es weniger um eine Halbinsel mit rund 2 Mio Einwohnern und 25.000 km², als vielmehr um den damit gesetzten Präzendenzfall.

Der Gegenseite geht es hingegen vor allem um eines: Putin steht gegen den verhassten „Westen“ und die verhassten USA.

Aus diesem Grund, wird man kaum je eine Argumentation in den Kommentarspalten finden, ob auf dieser Seite hier, auf Facebook oder bei Zeitungen, wo die „Kremlins“ (eine wie ich finde wunderbare Wortschöpfung als Mischung aus Kreml und Gremlins) nicht auf die USA verweisen. Völlig egal, was in Russland passiert. „aber die USA“. Die gute alte Taktik des „Whataboutism“ funktioniert nicht nur zur Verteidigung Russlands, es gilt auch weiterhin die Prämisse: „Ein Krieg beginnt immer erst dann, wenn ein US-Soldat den ersten Schuss abgibt.“

Deshalb sind Russlands Manöver an seinen Aussengrenzen auch dann keine Rede wert, wenn die russischen Truppen eine Invasion ihres Nachbarlandes oder gar einen Einsatz von Nuklearwaffen gegen Nachbarstaaten üben, während eine Übung zur Durchführung von UN-Missionen als „Provokation“ oder „Säbelrasseln“ gewertet wird, auch wenn es vorrangig eine Mission auf Stabsebene ist, mit weitaus weniger Soldaten stattfindet und regelmäßig, auch in der Zeit der Regierung Janukowytsch stattfindet. Es geht an sich um die Ukraine, „aber die USA„.

Neuestes Ergebnis der Propagandisten des Kremls ist, den USA vorzuwerfen, das Land sei den Großteil seiner Existenz im Krieg gewesen.

Kremlin Propaganda
222 von 230 Jahren ihrer Existenz soll sich die USA im Krieg befunden haben, so diese Grafik, deren Aussage mir zuletzt von einem der Zentralorgane der deutschen Verschwörungstheoretiker (auch „Aluhüte“ genannt) gewahr wurde. Um diese Zahl zu erreichen, wurde jede Gelegenheit genommen, bei der ein Schuss gefallen und eine Coladose in der Umgebung gefunden wurde. Ob nun irgendwo ein paar Dutzend Indianer einen „Krieg“ gegen die US-Regierung geführt haben wird genauso als Kronzeuge berufen, wie die Barbareskenkriege oder Angriffe anderer Nationen auf die USA. Selbst der US-Bürgerkrieg darf nicht fehlen, wenn es darum geht die Gefährlichkeit der USA zu belegen und um zu zeigen, wie Boshaft das „US-Regime“ doch ist. Ob die von diesen Propagandisten genannten Zahlen stimmen, weiß ich noch nicht einmal. Ich halte es schlicht nicht den Aufwand wert, es im Detail zu überprüfen, da ich von dieser ganzen Aufrechnung nichts halte.

Dass sich unter diesen Kriegen auch solche finden in denen die USA als tatsächlicher Aggressor beteiligt waren oder eine kaum zu rechtfertigende Intervention durchgeführt haben, soll hier der Vollständigkeit halber nicht verschwiegen werden. Auch wenn ich klar weiß auf welcher Seite ich stehe, bin ich doch nicht blind den Fehlern dieser Seite gegenüber.

 

Russland und die Sowjetunion: Kriegstreiber allererster Güte

Die Aufzählung solcher Konflikte ist meines Erachtens unsinnig. Frankreich hat beispielsweise seit dem Zweiten Weltkrieg wohl nur wenige Jahre ohne militärische Intervention in Afrika ausgelassen. Da es jedoch nicht dem pathologischen USA-Hass unterliegt, interessiert sich kein Kremlin oder Aluhut dafür. Dass man für Kriege auch überhaupt erst fähig sein muss sie zu führen, habe ich bereits in der Vergangenheit erwähnt. Liechtensteins Friedlichkeit seit 1866 mit den Kriegen Russlands und seiner Rechtsvorgänger aufzurechnen wäre daher genauso ungerecht, wie wenn man es der Volksrepublik China anrechnen würde, dass sie in Zeiten völliger militärischer Unterlegenheit Taiwan nicht erobert habe. Kurzum: Diese Aufrechnungen sind völliger Unsinn – auf beiden Seiten. Es wäre so, als würde man Ihnen, lieber Leser, anerkennend aussprechen, dass Sie gestern Ihren Nachbarn nicht erschossen haben – wenn Sie überhaupt keine Schusswaffe besitzen. Würde man solch eine Anerkennung tatsächlich aussprechen wollen, so müsste man zunächst fragen: „Haben Sie überhaupt eine Schusswaffe?“ und dann noch „Hatten Sie ein Motiv?“ Nur wer mit Schusswaffe und starkem Motiv keine Gewalt ausgeübt hat, sollte Anerkennung für seine Zurückhaltung erhalten, nicht wer überhaupt nicht zur Ausübung von Gewalt fähig war.

Daher: Solch eine Aufrechnung kann, wenn sie ernst genommen wird, allerhöchstens als Vehikel zur Präsentation des eigenen Hasses auf ein Land dienen.

Doch lange Rede kurzer Sinn. Diese Propaganda existiert und wird gerade von Kremlins und Aluhüten verbreitet.  Wer im Propagandakrieg nicht unterliegen will, kann Propaganda nur eigene Propaganda entgegensetzen. Daher hier meine Antwort auf die „Die USA sind so böse, weil sie so oft Krieg führen (wobei mich die Umstände genauso wenig interessieren wie ob die USA angegriffen wurden)“:

Russlands Kriege

Die russische Föderation besteht seit 24 Jahren und war nur eines davon (1998) nicht im Krieg. Das sind 4%. Die Sowjetion, der Rechtsvorgänger Russlands, bestand, zusammen mit Sowjetrussland, 74 Jahre. Davon nur 7 ohne Krieg, was nur 9% seiner Existenz ohne Krieg bedeutet. Dies ist das Ergebnis eines kurzen Durchgehens der Listen über die Kriege, an denen die Sowjetunion und sein Rechtsnachfolger Russland beteiligt waren.

Und weil ich eben keiner dieser an Fakten nicht mehr interessierte Propagandisten bin, einen ehrlichen Kommentar dazu: Das alles ist wohlgemerkt vermutlich nach gleichen Maßstäben berechnet, wie der gerade verbreitete Unsinn über die USA. Entsprechend werden Angriffe von Islamisten auf russische Teilrepubliken, bei denen Russland im Prinzip nur seine Bürger verteidigt hat, mit aggressiven Überfällen auf Nachbarländer zusammengerechnet. Auch die beiden Tschetschenienkriege sind dabei, bei denen Russland um seine territoriale Integrität gekämpft hat, wie es die Ukraine heute tut. Dass Russland dabei in einem Rahmen eigene Bürger getötet hat, der an Völkermord grenzt, ändert nichts daran, dass ein Land prinzipiell natürlich seine territoriale Integrität schützen darf. Wie die Ukraine übrigens auch.

Auch wenn die Tschetschenienkriege verbrecherisch geführt wurden, ändert dies erst einmal nichts an diesem Prinzip (ich bin aber auch kein Staatsrechtler). Deshalb: Diese Aufrechnungen Russland und der Sowjetunion gegenüber sind unfair, keine Frage. Einen sowjetischen Überfall auf Finnland 1939 mit dem Kampf gegen Nazi-Deutschland ab 1941 gleichzusetzen ist im Prinzip völlig falsch. Dennoch wird es von der Gegenseite im Bezug auf die USA genauso gemacht. Im Gegensatz zur Gegenseite produziere ich aber nur ein schönes Propaganda-Bild, während ich es gleichzeitig in Relation setze. Ich bin nämlich nicht vom Hass auf Russland zerfressen. Stattdessen wünsche ich diesem Land und seinem Volk eine demokratische und pluralistische Gesellschaft, statt dieser aktuellen autoritären und aggressiven Mafia-Kleptokratie.

Hate Poetry

Dank der tatkräftigen Unterstützung eines der führenden deutschen Blogs für Aluhüte, stehen meine elektronischen Kommunikationslinien nicht mehr still. Auf allen Wegen erreichen mich Nachrichten, die liebenswert sind und in denen Wertschätzung ausgedrückt wird. Daher hatte ich nun endlich auch die Gelegenheit, ein Hate Poetry Video aufzunehmen.

Und keine Sorge, wenn Sie noch nicht darauf sind. Einfach fleißig Nachrichten an mich schreiben, dann bekommen auch Sie die Gelegenheit dazu.
Sanfte Grüße aus dem Hotel de Bilderberg!

Nein, Obama hat nicht „zugegeben, dass Amerika in der Ukraine geputscht hat.“

Es ist passiert. „Obama bestätigt US-geführten Putsch in Kiew„, so lässt sich im Internet lesen und so wird mir nun fast schon im Minutentakt geschrieben. Verwiesen wird dabei immer wieder auf einen „Nutzerbeitrag“ (!) auf der Homepage des linken Magazins der Freitag.

Der Autor „Hans Springstein“ nennt freundlicherweise die Quelle seiner Aussage: ein Interview von Obama auf CNN.

 

Aushandeln ist nicht putschen

Obamas führt im Wortlaut dies aus:

And as a consequence, Russia’s economy was growing, they had to the opportunity to begin diversifying their economy, their relations across Europe and around the world were sound, they joined the WTO with assistance from us. And since Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine – not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine – since that time, this improvisation that he’s been doing has getting – has gotten him deeper and deeper into a situation that is a violation of international law, that violates the integrity, territorial integrity and sovereignty of Ukraine, has isolated Russia diplomatically, has made Europe wary of doing business with Russia, has allowed the imposition of sanctions that are crippling Russia’s economy at a time when their oil revenues are dropping.

Im hervorgehobenen Teils heißt es:

Und seitdem Herr Putin diese Entscheidung um die Krim und die Ukraine getroffen hat – nicht wegen einer großen Strategie, sondern weil er im Prinzip von den Protesten auf dem Maidan und der darauf folgenden Flucht Janukowytschs überrascht wurde, nachdem wir einen Deal zur Übertragung der Macht ausgehandelt hatten.

Das entscheidende Wort ist „brokered„. Es heißt auf Deutsch: „vermitteln“, bzw. „to broker something“ heißt: „etwas aushandeln“.

Wenig überraschend gab es tatsächlich Verhandlungen. Um das herauszufinden braucht man keinen Aluhut, sondern nur Google. Dann findet man beispielsweise:

Am Donnerstagabend hatte Ukraines Präsident Janukowitsch Neuwahlen angeboten, die noch heuer stattfinden sollen. Binnen zehn Tagen soll eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet werden.

Eine Regierung der Nationalen Einheit wird im Normalfall aus allen Parteien im Parlament gebildet. Entsprechend wäre dies eine Übertragung der Macht. Weg von der Partei der Regionen hin zu allen Parteien.

Darüber hinaus wurde dann am 21. Februar 2014 die „Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine“ unterzeichnet. In der damit wieder einzuführenden Verfassung von 2004 wäre die Machtfülle des Präsidenten erheblich beschnitten worden.

Wie daraus ein „Obama bestätigt US-geführten Putsch in Kiew“ wird, erschließt sich mir nicht. Aber ich glaube eben auch nicht an Grüne Männchen im Donbas, sondern weiß, dass T-72B3 und BPM-97 nur in Russland zu bekommen sind, nicht in lokalen Geschäften.

Ist es wirklich zuviel verlangt, einfach mal bei so einer so obskuren Meldung die Quelle ausfindig zu machen und sich dann gegebenenfalls Übersetzungshilfe zu suchen?

 

Im Übrigen enttarnt sich jeder selbst, der von einem „Putsch“ spricht. Er beweist, dass er an Fakten nicht das geringste Interesse hat und daher bewusst ein falsches Wort nutzt, wegen seiner negativen Konnotierung. Die einzige Alternative ist, dass er zu blöd ist.

Richtig wäre nämlich die Bezeichnung als Revolution.

Metalldiebe beim BND – oder wie für dumm verkaufen geht

In Berlin baut der Bundesnachrichtendienst, der deutsche Geheimdienst, eine gewaltige neue Zentrale. Bei dem Bau sind die Schlapphüte, zusammen mit der Politik, wohl darum bemüht, den an sich guten Ruf internationalen Ruf des deutschen Geheimdienstes gründlich ad absurdum zu führen.

 

Schon 2010 wurden Baupläne des Gebäudes gestohlen. Baupläne für Geheimdienstzentralen sind dabei wohl weniger Sammlerware, sondern vor allem für andere Geheimdienste von Interesse. „Diese Pläne sollten laut Medienberichten Darstellungen des Technik- und Logistikzentrums offenbaren, wie Notausgänge, Schleusen, Alarmanlagen, Türen- und Deckendicke, Kabelschächte sowie Antiterror-Einrichtungen. Daraufhin wurde eine entsprechende Kommission eingerichtet, die den Vorfall untersuchte. Ein auch teilweiser Neubau der BND-Zentrale wurde jedoch vom Geheimdienstchef Ernst Uhrlau ausgeschlossen. Die veröffentlichten Pläne würden entgegen Medienberichten nicht das Herzstück der BND-Zentrale betreffen, sondern das Nordgebäude, in dem ein Parkhaus, die Energiezentrale sowie die Ver- und Entsorgung untergebracht seien.“ so Wikipedia. Wer in dem betroffenen Gebäude arbeiten wird, ist damit sicher sehr beruhigt.

 

Nun sind also Metalldiebe beim BND, trotz bewaffneter Wachen, in den Rohbau eingestiegen, mehrere Stockwerke hoch in das Gebäude eingedrungen um dort dann ein paar Wasserhähne abzuschrauben, weil sie die als Altmetall verkaufen wollten. Im Erdgeschoss haben sie vermutlich keine gefunden, vermutlich auch keine Heizkörper.

Der Metallwert ist „kaum hundert Euro“ – dafür riskiert man schon mal erschossen zu werden. Weil sie „vergessen“ haben das Wasser abzustellen, ist Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Ja, man schraubt schon mal eine ganze Reihe Wasserhähne ab, in denen das Wasser unter Druck steht. Nicht nur, dass die Hähne so durch den Wasserdruck leicht als Geschosse durch den Raum fliegen können, der dabei entstehende Lärm ist auch nicht zu verachten.

Alles also normales Vorgehen von routinierten Metalldieben, könnte man sagen. Daher wurden auch keine Einbruchsspuren entdeckt.

 

Oder um es kurz zu sagen: Wen wollt Ihr verarschen?

Wer soll denn solch eine Aktion gemacht haben, wenn nicht ein Geheimdienst? Ob bereits dabei Wanzen im Gebäude platziert wurden, die in das Mauerwerk eingelassen und mit dem Stromnetz verbunden nun auf Jahrzehnte Informationen weiterleiten werden, oder ob das bei der notwendigen Renovierung geschehen soll – es ist ein Offenbarungseid, nichts weiter.

Mein Vorschlag: Der BND sollte den chinesischen, russischen, amerikanischen, britischen und französischen Geheimdienst einfach bitten je 20 Mitarbeiter für den Komplex abzustellen, wonach diese mit Generalschlüsseln versehen werden. Das Ergebnis dürfte wohl nicht viel unterschiedlich sein. Dem Steuerzahler werden so Millionen und Abermillionen gespart, da man sich den ganzen Firlefanz der Sicherheit sparen kann, die ohnehin wirkungslos zu sein scheint. Ausländische Spione scheinen ohnehin überall zu sein.

Volker Pispers ist ein ekelhafter antiwestlicher Propagandist.

Update, 06.03.2015; 15:44 Uhr:

Dieser Text ist als Wutschrift entstanden, weil bei mir plötzlich überall der ausgemachte Unsinn von Volker Pispers auftauchte und auch nicht als „Satire“, sondern als „Wahrheit“ verkauft wurde. Unter diesem Einfluss wurde die Wortwahl getroffen, zumal mich dieser „Kabarettist“ schon seit längerem wegen seiner Inhalte ärgert, auch wenn er durchaus mal lustig sei kann.

Würde ich es heute erneut schreiben, würde ich andere Worte wählen. Den Inhalt würde ich jedoch praktisch unverändert, teilweise vielleicht noch ein wenig präzisierter, lassen.

Update ende. 

 

Im Deutschen Staatsfernsehen, Abteilung 3sat, hat Volker Pispers eine Märchenstunde auf Kosten der GEZ-Zahler halten dürfen. Dabei präsentierte er sich als der ekelhafte antiwestliche Kretin, der er ist und brachte es mit zahlreichen Falschaussagen und Klitterungen zu billigen Lachern.

 

Minute 1:08: „Ein paar Betten sollten wir vielleicht auch bereithalten, für die Flüchtlinge die demnächst aus der Ukraine zu uns herkommen werden. Sie wissen, auch da entsteht die Zivilgesellschaft gerade durch einen sehr schönen Bürgerkrieg.“

Fakt ist: es ist kein Bürgerkrieg. Der Krieg war von Russland geplant, wurde durch russische Truppen ausgelöst und wird durch 90% russische Truppen und Söldner geführt. Es ist kein Bürgerkrieg und kein Aufstand, sondern eine Invasion durch Russland.

 

Minute 1:28: „Keiner kann verstehen, warum Moskau im Osten der Ukraine Separatisten unterstützt anstatt beim Aufbau eines schönen NATO-Stützpunktes mitzuhelfen.

Fakt ist: Der Aufnahmeantrag in die NATO wurde 2008 in Bukarest abgelehnt. Ein Beitritt des Landes in die NATO stand somit außer Frage. Zudem waren Militärstützpunkte auf der Krim von Russland gepachtet, womit eine fünfstellige Zahl russischer Soldaten dort stationiert werden durften. Ein Beitritt des Landes stand somit, solange nicht-NATO-Truppen dort stationiert sind, außer Frage.

 

Wann hat es das jemals gegeben? Ahistorische Apologetik eines Aggressors

Ab Minute 1:41 sagt fängt er mit einer antiamerikanischen Litanei an, in der Interventionen der USA aufgezählt werden.

Minute 1:48: „Ich erinnere mich dunkel daran, dass die USA in Afghanistan die Taliban und die Mudschaheddin unterstützt haben.“

Fakt ist: Das ständige Wiederholen einer Lüge macht sie nicht wahr. Die USA haben Mudschaheddin in Afghanistan unterstützt, das ist richtig. Die Taliban existieren jedoch erst seit 1994, lange nachdem die USA aufgehört hatten, Kämpfer in Afghanistan zu unterstützen!

Die Unterstützung der Mudschaheddin fand im Rahmen des Kalten Krieges statt, wo der Rechtsvorgänger Russlands, die Sowjetunion, ihrerseits nicht nur Rebellengruppen, sondern auch Terroristen aller Couleur gegen den Westen unterstützt hat. Jedwede Terrorgruppe mit „rot“ im Namen, sei es die RAF, die Japanische Rote Armee oder auch der Berufsterrorist Ramirez Sanchez – alle wurden durch „Russland“ in Form seines Rechtsvorgängers unterstützt. Dies war im Rahmen des Kalten Krieges und sollte und kann daher heute kein Maßstab mehr sein.

Minute: 1:57: „Ok, in Nicaragua, haben die USA die Contras finanziert im Kampf gegen die Sandinisten, die waren auch demokratisch gewählt. Äh. Wenn wir jetzt schon dabei sind. Iran 1953. Der demokratisch gewählte Ministerpräsident wurde vom CIA geputscht. Weggeputscht um den alten Shah wieder zu installieren und Salvador Allende, der demokratisch gewählte linke Präsident Chiles wurde mit einem faschistischen Putsch hinweggefegt, organisiert von den USA. Sie haben in Libyen die Rebellen unterstützt um Gaddafi loszuwerden. Man könnte auch zusammenfassend sagen: Die vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten 40 Jahren nochmal [wohl: „noch mit] jedem Schwein und Verbrecher auf der Welt zusammengearbeitet, solange die wirtschaftlichen Interessen der amerikanischen Großkonzerne gewahr geblieben sind.

Fakt ist: Lassen wir kleine Fehler weg und ignorieren sie. Ob Pinochets Putsch beispielsweise „faschistisch“ zu charakterisieren ist, möchte ich bezweifeln, doch das ist irrelevant.

Ja, er hat Recht. Die USA hat eine lange Liste der Interventionen in ihrer Vergangenheit. Und ja, die USA hat im Kalten Krieg mit Diktaturen zusammengearbeitet, solange sie antikommunistisch waren. Noch auf FDR, vor dem Kalten Krieg, geht das Bonmot zurück: „Somoza may be a son of a bitch, but he’s our son of a bitch.“. Diese Politik prägte durchaus einige der Präsidenten des Kalten Krieges, wenngleich beispielsweise Carter mitten im Kalten Krieg Shah Reza Pahlevi fallen ließ, gerade weil er eine Diktatur führte.

Russlands Militärinterventionen und Kriege
Russlands Militärinterventionen und Kriege

Die Aufzählung Pispers ist jedoch an Geschichtsvergessenheit und Einseitigkeit nicht zu überbieten, wenn sie zur Verteidigung Russlands aufgeführt wird, während gleichzeitig die unzähligen Verbrechen „Russlands“ zur gleichen Zeit, also der Sowjetunion, nicht aufgezählt werden. Russland hat mit Waffengewalt mehrere demokratische Bewegungen blutig niedergeschlagen. 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschechoslowakei,  Die Sowjetunion war es, die in Afghanistan einmarschiert ist, weshalb die USA überhaupt erst auf die Idee kamen die Mudschaheddin zu finanzieren. Schon 1948, fünf Jahre vor dem Iran, hat die Sowjetunion die Regierung der Tschechoslowakei wegputschen lassen um dort ein Kommunistisches Regime zu installieren. Die Sowjetunion feuerte unzählige Bürgerkriege und Aufstände im Kalten Krieg an. Sie führte Putsche und Mordanschläge am Fließband durch, während ihre Statthalter und Verbündeten, zumannen mit der Sowjetunion selbst, wohl 150 Millionen der eigenen Staatsbürger ermordeten.

Die von der Sowjetion unterstützte Revolution Maos kostete mit Großem Sprung nach vorne und Kulturrevolution rund 80 bis 90 Millionen Menschenleben (nach Rudolph Rummel), dazu kommen die 63 Millionen unter Stalin (Rummel) und die Millionen unter Pol Pot. Auch jedes andere der kommunistischen Klientelregimes hat im Inland fleißig gemordet, der durch die Sowjetunion erschaffene und unterstützte und bis heute von Russland unterstützte Staat Nordkorea mordet noch heute.

All dies ignoriert Pispers, was die Einseitigkeit seiner Aufzählung offensichtlich werden lässt und seinen Auftritt zu einem infamen Propagandastück macht.

Kleinere Fehler ignorierend und einige tatsächlich lustige Spitzen später sagt er dann bei Minute 4:03: „Man darf vielleicht auch mal daran erinnern, dass Russland den Westen nie überfallen hat.“

Fakt ist: Auch hier ist schlicht falsch was er schreibt. Wo Pispers den „Westen“ sieht, weiß ich nicht. Ich würde aber durchaus Schweden, Finnland und Polen dazu zählen, die alle in den letzten Jahrhunderten ihre dicke Portion russischer Angriffe erleiden durfte. Finnland und Polen wurden  zuletzt 1939 von Russland überfallen!

Doch auch sonst ist die Aussage in etwa so aussagekräftig wie, „Angola hat den Westen nie angegriffen.“ Ja, es konnte aber auch gar nicht! Russland war Zeit seiner Geschichte vor allem eine Landmacht, was die Projizierung seiner militärischen Macht auf die unmittelbaren Außengrenzen beschränkte. Die Nachbarn, die mit Russland eine Grenze teilen oder teilten, haben folglich in den letzten Jahrhunderten Krieg auf Krieg mit Russland geführt. Nicht immer durch Russland begonnen, wohl aber sehr oft. Dass Russland beispielsweise Amerika nie angegriffen hat mag stimmen, aber es konnte es auch schlicht nicht. Die Seeherrschaft war stets bei den westlichen Mächten, erst Großbritannien, dann den USA. Russland konnte damit nie konkurrieren und KONNTE den Westen somit gar nicht angreifen. Soll die Ermangelung von Fähigkeiten inzwischen tatsächlich der Entlastung dienen? „Herr Richter. Ja, mein Mandant hat die Frau vergewaltigt. Er hat sie aber nicht erschossen, weil er keine Schusswaffe hatte.

 

Bei Minute 4:17: „Es gibt noch ein Land, das noch nie seine Nachbarn überfallen hat. Eines der aggresivsten Länder das wir überhaupt kennen, der Iran. Der Iran hat noch nie ein Nachbarland überfallen. Die sind immer von ihren Nachbarländern überfallen worden.

Fakt ist: Auch hier heißt es: Ständiges Lügen macht keine Wahrheit. Dies ist natürlich blanker Unsinn, und zwar in epochalem Ausmaß. Nur weil es das Mantra der Amerikahasser ist, wird es noch lange nicht richtig. Nicht nur, dass der Iran inzwischen massiv militärisch in Syrien und dem Irak interveniert, also Truppen in andere Länder schickt, was für Pispers bei den USA ein nennenswertes Verbrechen wäre. In den 70ern intervenierte das Land beispielsweise auch im Oman. Doch lassen wir die Interventionen beiseite.

Am 28 Juli 1826 überquerte eine 35.000 Mann starke persische (damals hieß das Land noch Persien, nicht Iran = Land der Arier) Armee unter der Führung von Abbas Mirza die Landesgrenzen und führte eine Invasion der Kahate Talysh und Karabakh durch. 1837 griff Persien/ der Iran Afghanistan an und belagerte Herat. 1821 griff Persien das Osmanische Reich an.

„Noch nie ein Nachbarland überfallen“ stimmt wohl nicht ganz. Man könnte zahlreiche weitere Kriege aufzählen. Der Iran selbst sieht sich in der Tradition der persischen Reiche der Vergangenheit. Das gäbe mehrere Jahrtausende Militärgeschichte und Kriege, die man nun aufzählen könnte. Dabei ist es keine Ausrede, von „Iran“ und nicht von Persien zu sprechen. Das Land besteht in voller Kontinuität weiter und hat seine Umbenennung 1934 einem Facelifting zu verdanken, das es dem westlichen Kulturkreis näherbringen sollte und eine Anlehnung an das Dritte Reich erleichtern sollte, in dem gerade „Arier“ die Rasse der Stunde waren. Das „Land der Arier“, so die Bedeutung von „Iran“, IST Persien. Die Kontinuität vom Iran zu Persien ist dabei weitaus größer, als es die der Bundesrepublik Deutschland zum Dritten Reich ist. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, von „Deutschland hat in seiner Geschichte nie ein Land überfallen“ zu sprechen und dann zu behaupten, Deutschland existiere ja erst seit 1949 oder 1990. So wie Thailand Siam ist und Siam Thailand, so ist auch der Iran Persien oder Persien der Iran.
Dass es seither eng mit Angriffen geworden ist, kann erneut nur unter Berücksichtigung der Umstände fair beurteilt werden. Der Iran war spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts schlicht zu schwach für weitere militärische Abenteuer. Unter diesen Umständen niemanden anzugreifen ist kein Verdienst, sondern schlichte Logik. Dass Liechtenstein schon eine Weile niemanden mehr überfallen hat, wird dem Land ja wohl auch nicht wirklich ernsthaft als positiv angerechnet.

 

Ekelhafte Faktenverzerrung:

Weiter oben wurde ein Teil seines Auftritts bereits erwähnt, der jedoch eine genauere Kommentierung verdient. Es ist der Teil, in dem Pispers sagt:

Man könnte auch zusammenfassend sagen: Die vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten 40 Jahren nochmal [wohl: „noch mit] jedem Schwein und Verbrecher auf der Welt zusammengearbeitet, solange die wirtschaftlichen Interessen der amerikanischen Großkonzerne gewahr geblieben sind.

Dies ist so dermaßen abscheulich, dass es seinen Geist wahrhaft enttarnt. Ja, die USA haben Diktaturen unterstützt oder zumindest geduldet. Auch wenn sie immer wieder zeigten, dass sie prinzipiell an freiheitlichen Werten und Menschenrechten interessiert waren, waren zumindest einige US-Präsidenten bereit, über diese Dinge hinwegzusehen, wenn die Alternative eine kommunistische Übernahme zu sein schien.

Entscheidend ist hier jedoch, dass diese Politik weitestgehend mit dem Kalten Krieg geendet hat. Auch heute werden noch Länder wie Saudi-Arabien als Partner und Verbündete gesehen, in denen die Menschenrechtslage alarmierend ist. Dies jedoch den USA vorzuhalten ohne zu erwähnen, dass Russland in der Sowjetunion Völkermörder gestützt hat und sich noch heute jedes noch so ekelhafte Regime der russischen Unterstützung sicher sein kann, solange es nur antiwestlich und antiamerikanisch ist, wird beflissentlich ignoriert. Syrien und der Iran sind Käufer russischer Waffen und werden durch Russland mit Vetos im Weltsicherheitsrat geschützt.

Überhaupt: Den USA Interventionen und Kriege vorzuhalten, den USA die Unterstützung von Diktaturen vorzuhalten um damit Russland zu entschuldigen, ist absurd. Ja, die USA machten und machen viel falsch und haben und hatten falsche Freunde. Sie haben sich jedoch nie einen derart abscheulichen Schlächter wie Ramsan Kadyrov als Satrapen im eigenen Land gehalten! Russland fängt mit der Unterstützung von blutrünstigen Diktaturen bereits im Inland an. All das ist Pispers jedoch keine Silbe wert!